Deutschlandkarte Yoga-Studios

ZEITmagazin Nr. 25/2014

Es gibt unter Soziologen die These, dass insbesondere Akademikerinnen und Akademiker sich gerne ins esoterische Milieu begeben oder ins Yoga-Studio. Diese Deutschlandkarte widerspricht der These zumindest nicht. Yoga-Studios sind eindeutig dort in der Mehrheit, wo es ein Studiertenpublikum gibt, in Göttingen und Heidelberg vor allem. Das sind Städte, die für ihre geisteswissenschaftlichen Fakultäten berühmt sind. Und sie gelten nicht gerade als die hektischsten unter den Großstädten. Die Sehnsucht nach Ruhe scheint nicht im Verhältnis zu stehen zum Lärm auf den Straßen. Auffällig ist außerdem, dass im Norden der Hang zum Meditieren deutlich weniger verbreitet ist. Man hat es dort ja auch nicht so mit dem Beten in Kirchen, vielleicht ist das eine Ursache. Yogistische Wüste ist das Ruhrgebiet. Wenn dort jemand mal mehr balance zwischen work und life sucht, dann geht er nicht ins Yoga-Studio, sondern zum Büdchen.

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„Auffällig ist, dass im Norden der Hang zum Meditieren deutlich weniger verbreitet ist. Man hat es dort ja auch nicht so mit dem Beten in Kirchen“. Stimmt. Nur Kiel gibt hier den statistischen Ausreißer.

Ansonsten stemmen sich gerade die Bistumsstätte wacker gegen die spirituelle Bedrohung aus Asien. Bamberg, Limburg und Eichstätt werden in der Karte nicht einmal erwähnt, Osnabrück, Freiburg und Augsburg weisen noch recht gute Werte auf.

Nur Regensburg gibt Anlass zur Sorge, ausgerechnet Regensburg. Da hat doch der Kardinal Müller immer so heldenhaft gegen die Progromstimmung gegen die Katholiken gekämpft. Fast könnte man meinen: Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse.