Fleischlose Ernährung Ran an die Buletten

ZEITmagazin Nr. 30/2014

Seit Jahren heißt es, fleischlose Ernährung sei besser: Für die Gesundheit, die Umwelt, die Moral. Hat das eigentlich jemand überprüft? Nein? Dann machen wir das mal. Von

Wenn ich in meiner Küche Fleisch zubereite, gibt es regelmäßig diesen einen Moment, in dem mir bewusst wird, dass ich ein totes Lebewesen in den Händen halte. Ich ziehe zwei Hühnerschenkel aus der Tüte des Metzgers, und mir fallen die Follikel auf, aus denen mal die Federn des Tiers gewachsen sind. Der Knochen, der aus dem Fleisch hervorragt, sieht plötzlich nach Gewalt aus.

Auf einmal bin ich mir nicht mehr sicher, ob es wirklich in Ordnung ist, dass das Huhn sterben musste, damit ich es aufesse. Ich sehe das Huhn vor mir, als es noch gelebt hat. Ein argloses Tier, das über eine Wiese rennt.

Ich brate die Hühnerschenkel in Butter an. Der Duft erfüllt die Küche, meine Gedanken verlassen augenblicklich den Hühnerhof und wenden sich der Frage zu: Kartoffeln oder Pasta zum Huhn?

Es ist nicht mehr links und alternativ, auf Fleisch zu verzichten. Niemand sagt mehr "Körnerfresser". McDonald’s hat einen Veggie-Burger im Angebot. Zum Vegetarier hat sich der Veganer gesellt, der nicht nur auf Fleisch, sondern auch auf alle anderen tierischen Produkte verzichtet.

Vegane und vegetarische Kochbücher gehören zu den erfolgreichsten der letzten Jahre. Vegan for Fit von Attila Hildmann hat sich bislang über 100.000 Mal verkauft. Der Kochbuchautor hat eine Figur wie der junge Brad Pitt. Auf seinem Blog zeigt er Bilder von sich aus der Zeit, als er noch Fleisch gegessen hat. Er hat eine Wampe, sein Blick ist trüb, er steht unbeholfen herum. So ungefähr wird der Fleischesser heute gesehen: übergewichtig, tumb, etwas stumpfsinnig, in jedem Fall nicht auf der Höhe der Zeit.

Alle Argumente scheinen die Vegetarier und Veganer auf ihrer Seite zu haben, das Wohl der Tiere, die Umwelt, die eigene Gesundheit. Wer nicht nur Pflanzen, sondern auch Fleisch isst, dem ist nur ein einziges Argument geblieben: Es schmeckt. Fleischessen ist der Genuss der Ignoranten geworden, wie SUV fahren und Kette rauchen.

Ich schreibe im ZEITmagazin eine wöchentliche Rezeptkolumne. Wenn ich etwas zu Hähnchen oder Hackbällchen schreibe, bekomme ich vorwurfsvolle E-Mails und Onlinekommentare. Kalbskoteletts sind für einige Leser kein Essen, sondern Leichenteile eines ermordeten Babys.

Vor einiger Zeit warb die Bank ING DiBa mit einem TV-Spot, in dem der Basketballspieler Dirk Nowitzki eine Scheibe Wurst aß. Mit wütenden Kommentaren kaperten Vegetarier und Veganer die Facebook-Seite des Unternehmens. Nach zwei Wochen schloss die Bank die Seite.

Hähnchen, Koteletts, Wurst – das war mal Alltag, normales Essen. Das ist vorbei.

Nur weil andere es modern und großstädtisch finden, kein Fleisch zu essen, muss ich nicht Vegetarierin werden. Vielleicht ist es ja eine Mode. Dann könnte ich warten, bis sie vorbei ist, so wie ich es mit Tätowierungen handhabe. Ein paar Verlage planen schon mit dem Gegentrend und bringen Magazine an den Kiosk, die das Fleischessen feiern – als gäbe es gar keine Bedenken. Aber ich habe eindeutig ein schlechtes Gewissen und das ist kein angenehmes Gefühl. Am besten, man verdrängt es. Oder man macht sich auf die Suche nach Antworten: Liege ich wirklich moralisch so daneben, wenn ich Fleisch esse? Stimmt es tatsächlich, dass ich die Umwelt und meine eigene Gesundheit zerstöre? Ist es falsch, Tiere zu töten?

Die Sache ist die: Ich denke nicht gern daran, dass für mich Tiere sterben. Aber das geschmorte Huhn, das auf meinem Teller dampft, sieht für mich nicht aus wie ein Tier, sondern wie Essen, und zwar sehr gutes Essen. Die Anti-Fleisch-Bewegung würde mich "speziesistisch sozialisiert" nennen. Speziesismus bedeutet, dass man Lebewesen in Spezies unterscheidet, also zum Beispiel in Mensch und Tier, wobei das Tier meistens den Kürzeren zieht. Viele Vegetarier und Veganer sind Antispeziesisten – sie glauben, man darf Tiere nicht töten, nur weil sie Tiere sind. Der Begriff Speziesismus ist in der Alltagssprache noch nicht angekommen, aber das Denken in den Kategorien Mensch und Tier wird von der Tierrechtsbewegung mit Sexismus und Rassismus gleichgesetzt.

Vor der Abschaffung der Sklaverei in den USA, vor der Frauenbewegung Ende des 19. Jahrhunderts haben viele Menschen nicht geglaubt, dass es so etwas wie Sexismus oder Rassismus überhaupt gibt und dass diese Ideologien das Denken und Handeln der Menschen bestimmen. Vielleicht ist es mit dem Speziesismus dasselbe.

Was, wenn Tierethiker recht haben, die sagen, es gehe in Ordnung, Tiere zu essen, sofern sie getötet wurden, ohne gelitten zu haben? © Samuel Nyholm

Es könnte sein, dass ich mir das Fleischessen schönrede und es könnte sein, dass mir das so leichtfällt, weil ich mit Tieren nicht besonders viel zu tun habe. Ich lebe in Berlin, in meinem Alltag begegne ich höchstens ein paar Stadttauben und Jack-Russell-Terriern. Aber manchmal statte ich der Natur einen Besuch ab und fahre zum Beispiel an Ostern nach Pellworm. Das ist eine nordfriesische Insel. Das Land ist hier flach und grün, der Himmel riesig. Im Frühjahr sitzen Ringelgänse in großen Schwärmen auf den Wiesen.

Ich besuche Gudrun und Hermann Matthiesen auf ihrem Hof. Ich kenne sie seit einigen Jahren. Wenn ich auf der Insel bin, kaufe ich bei ihnen Eier und Fleisch. Ich will sie fragen, wie sie das sehen: Darf man Hühner ohne Gewissensbisse töten? Auf dem Hof der Matthiesens rennen die Hühner frei herum, sie umkreisen das reetgedeckte Haus und verstecken sich in den Büschen, wenn Besucher kommen. Die Tiere haben ein schwarz-weiß gemustertes Federkleid und einen herausfordernden Blick.

Die Matthiesens sagen, sie füttern die Hühner mit Biogetreide, beschützen sie vor Kälte und Raubvögeln und pflegen sie, wenn sie krank sind. Wenn die Hennen Lust haben, legen sie ein Ei. Die Tiere machen praktisch den ganzen Tag lang, was sie wollen – bis sie geschlachtet werden.

Die Matthiesens finden, dass das ein guter Deal für beide Seiten ist. Das ist ihre Lebenserfahrung: das Ergebnis ihres Nachdenkens, nachdem sie jahrzehntelang mit Tieren zusammengelebt haben.

Es gibt über diese Frage komplizierte Debatten: Was bedeutet der Tod für ein Tier? Die Utilitaristen unter den Tierethikern, zu denen der australische Philosoph Peter Singer gehört, sagen, man dürfe Tiere töten – schmerzfrei müsse es passieren, zum Nutzen des Menschen sein, der sich vom Fleisch der Tiere ernährt. Man dürfe Tieren das Leben nehmen, weil sie im Gegensatz zum Menschen keinen Bezug zu sich selbst, zur Zukunft und also auch nicht zum Tod haben.

Andere Philosophen widersprechen und sagen, Tiere hätten am Überleben ein so großes Interesse wie Menschen.

Unbestritten ist, dass es für die menschliche Gemeinschaft katastrophale Folgen hat, wenn ihre Mitglieder sich gegenseitig umbringen. Werden Mord und Totschlag nicht sanktioniert, herrscht Barbarei. Bei Tieren ist es anders: Sie kennen keine Zivilisation und deshalb auch keine Barbarei.

Hermann Matthiesen erzählt, wie er die Schafe schlachtet. Für ihn, einen großen, kräftigen Mann, seien das nachdenkliche Momente. Er führt das Tier an einen Eimer mit Futter und versetzt ihm einen Bolzenschuss. Die Schafe auf der Weide nebenan gucken nicht einmal auf, wenn ihr Kollege tot umfällt. Matthiesen zerteilt den Tierkörper auf dem Hof. Blut fließt. Auch das stört die Schafe nicht.

Im Gegensatz zum Menschen scheint das Schaf ein sachliches Wesen zu sein, frei von Sentimentalitäten, ausgestattet mit der bewundernswerten Gabe, im Augenblick zu leben.

Alle Lebewesen sollen die gleichen Rechte haben: Der Antispeziesismus ist wie jede radikale Idee in seiner Einfachheit höchst attraktiv. Kaum eine politische Bewegung hat noch so leidenschaftliche Mitstreiter wie die der Tierrechtler. Aber es scheint mir ein abenteuerliches Konstrukt zu sein, Metzger mit Rassisten und Frauenhassern moralisch auf eine Stufe zu stellen. Ich hoffe, dass niemand in Wirklichkeit so denkt. Ich glaube, dass das ethische Prinzip des Antispeziesismus auch gar kein Prinzip ist: Eher handelt es sich um einen originellen Gedanken. Als Maxime taugt er schon deshalb nicht, da ich beim Versuch, danach zu leben, ständig Ausnahmen zulassen müsste. Ein Antispeziesist isst keinen Honig, weil er die Bienen nicht ausbeuten will, doch er fährt ein Auto, an dessen Windschutzscheibe Insekten zerplatzen. Seine Unterscheidung in unwichtige Tiere einerseits und schützenswerte Tiere andererseits ist so willkürlich wie die des Fleischessers, der zwar Kühe, aber schließlich keine Katzen isst.

Was wir Tieren schulden und was wir uns nehmen dürfen – darüber gibt es selbst unter Tierethikern keinen Konsens. Das liegt auch daran, dass es erst wenige Untersuchungen und wenige empirische Ergebnisse zur Gefühlswelt von Tieren gibt. Man könnte sagen: Die Auffassungen sind pluralistisch.

Moralisch ist man auf der sicheren Seite, wenn man das Fleischessen aufgibt (und das Milchtrinken und Käseessen, denn Milch gibt es, weil es Kälber gibt, die geschlachtet werden). Eindeutig sind die moralphilosophischen Argumente für den Fleischverzicht aber nicht. Was, wenn die Tierethiker recht haben, die sagen, es gehe in Ordnung, Tiere zu essen, sofern sie getötet wurden, ohne gelitten zu haben? Ich finde es nicht trivial, seinen Hunger mit etwas so Nahrhaftem zu stillen wie einem Entrecote. Der Verzicht wäre kein geringer. So viele Dinge, die einen glücklich machen, gibt es auch wieder nicht auf der Welt. Haben wir nicht so etwas wie eine moralische Verpflichtung, uns am Leben zu erfreuen?

Ich gebe es zu: Mir kommt die Liebe zu Tieren oft etwas versponnen vor. Zur Tierliebe gehört ein bisschen Enttäuschung von den Menschen. Tiere sind wild, schön, geheimnisvoll, andere sind anhänglich und verspielt. Manche Leute kommen mit ihren Haustieren besser zurecht als mit ihren Mitmenschen. Das gilt vor allem für einige Hundebesitzer. Hier in Berlin wird inzwischen Atemtherapie für Hunde angeboten.

Im Buch Artgerecht ist nur die Freiheit der Veganerin Hilal Sezgin erfahre ich, wie eine Freundschaft zwischen Schaf und Mensch aussehen kann: Sie und ihre Schafe, schreibt Sezgin, teilten die Freude an den einfachen Dingen im Leben.

Diese Gefühle sind eine sehr persönliche Begründung für die vegane Ernährung. Nicht alle Menschen verstehen sich so gut mit Schafen. Doch in einem Punkt sind die Tierfreunde natürlich gar nicht so verträumt, wie ich manchmal glaube: Seit Jahren weist die Anti-Fleisch-Bewegung darauf hin, dass in unserem Land systematisch Tiere gequält werden.

Tiere empfinden Schmerz. "Die physiologischen Vorgänge von der Aufnahme des Reizes bis zur Schmerzwahrnehmung" seien bei höheren warmblütigen Tieren die gleichen wie beim Menschen, heißt es in einem Aufsatz in der Tierärztlichen Umschau aus dem Jahr 1996.

Lange bevor man das wusste, war es in der Landwirtschaft so: Der Bauer sorgte gut für seine Kühe, damit sie Milch gaben, und für seine Schweine, damit sie nicht jung starben. Doch heute gibt es Medikamente, deshalb sind auch kranke Tiere produktiv. Das durchschnittliche Schwein hat mindestens eine Lungenentzündung in seinem Leben gehabt, ausgelöst durch den Ammoniak der Exkremente, auf denen die Tiere stehen. Ein Mastschwein ist so fit wie ein adipöses Kind.

97 Kommentare

Ich habe es kaum geschafft den Artikel zu lesen, allein schon der Stil ist furchtbar.
Zum Inhalt bleibt mir nur das zu sagen was mich selbst letztendlich davon überzeugt hat, Veganer zu sein.
1. Alle Lebewesen wollen Leben, freiwillig stirbt kein Tier.
2. Es ist schlichtweg nicht nötig Fleisch zu essen. Unser Organismus kommt super ohne Fleischverzehr aus. Es ist also höchst ineffizient Kosten und Mühen in die Fleischproduktion zu stecken.

@mator: Vielen Dank für die kluge Demontage eines mehr als ärgerlichen Konstrukts aus zurechtgebogenen Argumenten. @ Elisabeth Raether: Besonders amüsant finde ich Ihre Unterstellung, Vegetarismus sei die Konsequenz eines wachsenden gesellschaftlichen "Ekels vor Körpern, Blut und Tod", der sich bis zur Abneigung gegen alte Menschen, Schweißgeruch und Achselhaare steigere. Ohje, wie hanebüchen.
Frau Raether, ich stochere zum Erschrecken meiner Mitmenschen gerne in überfahrenen Tieren herum, weil es mich fasziniert, wie so ein Tier von innen aussieht. Ich mag es, wenn Männer eine behaarte Brust haben und es gibt Leute, deren Schweiß ich gerne rieche. Ich drücke meinem Kater wenn nötig die Analdrüse aus und pule gerne an seinem Zahnstein rum. Von Ekel irgendeiner Form kann keine Rede sein.
Und eben gerade weil ich die Gedanken an Körper, Blut und Tod NICHT verdränge - wie es für einen Fleischesser, wie sie es ja selbst beschreiben, nötig ist -, sondern mich damit konfrontiere und auseinandersetze: Eben deshalb habe ich vor 20 Jahren aufgehört, Fleisch zu essen. Ich ekele mich in keiner Weise vor toten Tieren. Ich möchte sie nur einfach nicht essen! Und ich bin es sowas von leid, dass Leute ständig meinen, mir erklären zu müssen, dass ich damit auf einem Irrweg bin!
Nebenbei bemerkt bin ich sicher nicht schuld an der Regenwaldabholzung, weil ich einmal im Monat einen Tofuburger esse. Das ist schlichtweg bekloppt und eigentlich nicht wert überhaupt zu kommentiert zu werden ... Nun gut, hiermit habe ich es trotzdem getan.

Wow, ich weiß nicht ob ich lachen oder heulen soll nachdem ich diesen Artikel und das dazugehörige Pamphlet "Her mit der Wurst - 7 Gründe warum Vegetarier und Veganer falsch liegen" gelesen habe. Abgesehen von Meinung und Ideologie, der man zustimmen kann oder auch nicht, sind die 2 Artikel einfach nur schlecht recherchiert (wenn überhaupt!) und schlecht argumentiert. Selbst als Nichtvegetarier, -veganer lassen sie mir keine Wahl als ihnen zu widersprechen Frau Raether und zwar in praktisch jedem Punkt. Lese ich ihren Artikel drängt sich der Gedanke "Stumpfsinn" und "Ignoranz" leider auf und damit möchte ich als Fleischesser definitiv nicht assoziiert werden. Sie sagen es eigentlich schon, Vegetarier haben alle Argumente auf ihrer Seite: Tiereswohl, Umwelt, Gesundheit, Wirtschaft, Nachhaltigkeit, Fairness und sicher noch einige mehr.

Das Wohl der Tiere ist mit Sicherheit(!) ohne Mastzucht und lebendig höher als in der Mast und tot. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was es an diesem Punkt zu diskutieren gibt. Auch ihre idyllische Schilderung der Familie Matthiesen, die glücklich und zufrieden, zusammen mit ihren paar Tierchen auf ihrem Hof leben, ändert NICHTS an der Sache. Ein Kleinbauer, der seinen Hühnern ein schönes Leben beschert und ab und zu eines davon schlachtet hat nichts gemein mit der Massenproduktion der Ware Fleisch! Diese Art der Lebensform mag vielleicht ein guter Deal sein, ein Deal, der den Fleischbedarf unserer Gesellschaft aber nicht decken kann! Ich habe nichts dagegen Tiere zu töten, industrielles Töten mit allem drum und dran ist etwas anderes.

Ja manche, viele Leute verzichten auf Fleisch als Boykott, manche auch auf jegliche tierische Produkte. Beides ist legitim, beides eine Form von Boykott. Ihre Argumentation, man müsse vegan werden, um boykottieren zu können ist unlogisch, bzw. entspringt einer Schwarz-Weiß Logik. Die Welt ist aber nicht schwarz-weiß, sondern zumindest grau, wahrscheinlich sogar bunt, obwohl ich mir bei letzterem nicht sicher bin, rot-grün Schwäche sei Dank. Nichtsdestotrotz, Fleischverzicht kann ein Boykott sein und die Tatsache, dass es auch Probleme in den Legebatterien und der Milchproduktion gibt, ändert nichts daran. Es gibt unendlich viele legitime Gründe auf das eine zu verzichte, auf das andere aber nicht. Vielleicht weil man den französischen Weichkäse einfach zu sehr mag oder weil man gesundheitliche Bedenken hat, ganz ohne tierische Eiweiße zu leben. Die Gründe sind so vielfältig, wie es Leute gibt, die sich diese Frage gestellt haben. Ich verstehe ja, dass sie sich Ausreden suchen, aber müssen sie versuchen andere Leute mit ihrer wirren Logik zu überzeugen? Sie müssen nicht vegan leben, um die Fleischindustrie zu boykottieren. Außerdem verspreche ich ihnen, wäre ihr Leben als Veganerin weit weniger kompliziert, als der Versuch ihre Argumentation zu entschlüsseln.

Ja auch an den ökologischen Problemen. Auch wenn sie wieder versuchen die Welt anders darzustellen, als sie eigentlich ist. Kleinbetriebe, die Kuhmist auf die Anbauflächen schütten, hoffentlich Antibiotika- und Hormonfrei, sind keine repräsentative Darstellung der Realität. Kommen sie schon, das wissen sie doch selbst! Wäre Kuhmist heutzutage nicht ein ebenso großes Problem wie Kunstdünger, könnte man ihr Argument vielleicht sogar noch durchgehen lassen. Halt, da wäre dann immer noch das Methan, das Antibiotikum, die Hormone, der unglaublich hohe Futtermittelverbrauch (die Hälfte allen Getreides und fast alles Soja), die Monokulturen im Futtermittelanbau, dadurch der Einsatz von Pestiziden im Futtermittelanbau (der ein größeres Volumen hat, als der im Lebensmittelanbau), die Überdüngung und Zerstörung von Ackerfläche, die Überdüngung von Gewässer, der unglaublich hohe Wasserverbrauch (10000l pro kg Fleisch), die irreversible Zerstörung des Regenwaldes für Weideflächen und Futtermittelanbau, das dadurch freigesetzte CO2, durch Abholzung und Monokulturen bedingter Verlust der ökologischen Vielfalt, die Bodenerosion durch Überweidung und dadurch ausgelöste Verwüstung, der (durch all diese Faktoren unterstütze) Beitrag zum Klimawandel....seufz...und ich hab noch nicht mal angefangen mit den sozialen Problemen. Ihr durch die rosarote Blümchenbrille gezeichnetes Weltbild, ist letztlich genauso Etikettenschwindel, wie glückliche Kühe auf der Milchpackung!

Wären wir alle Veganer bräuchten wir die Weideflächen nicht von denen sie sprechen, es gibt genug Flächen auf denen Futtermittel angebaut wird, um die komplette Weltbevölkerung und mehr zu ernähren. Diese freien Flächen könnten wieder der Natur überlassen werden, vielleicht kann teilweise wieder Wald darauf wachsen, der CO2 bindet, gegen den Klimawandel arbeitet. Das wäre kein „Problem“ wie sie es nennen, sondern Teil einer nachhaltigen Lösung sozialer und ökologischer Probleme.

Bitte entschuldigen sie, sollte ich teilweise zu persönlich geworden sein, ich kenne sie nicht, ich will ihnen nichts Böses. Ihre Fehldarstellungen und unlogische Argumentationen aber, können nicht so stehen bleiben! Bitte informieren sie sich, objektiv, lesen sie Studien oder Zusammenfassungen über die sozialen und ökologischen Auswirkungen der Fleischindustrie. Ich habe genügend Stichworte genannt und ich werde Links zu Studienergebnissen in den Kommentaren ihres anderen Artikels posten. Vielleicht haben sie die zahlreichen Studien, die Vegetarismus mit signifikant längerem und gesünderem Leben, erheblich niedrigeren Raten an Herzkreislauf Erkrankungen und Krebs, einfach übersehen. Nicht weil sie Fleisch essen werden sie als ignorant abgestempelt, sondern weil sie unreflektiert mit diesem Thema umgehen und versuchen ihr Verhalten zu entschuldigen und dabei wissenschaftliche Erkenntnisse in praktisch jedem von ihnen angesprochenen Bereich schlichtweg IGNORIEREN. Das ist per Definition Ignoranz.

Guten Appetit.

Sie haben völlig recht, allerdings verstehe ich immer noch nicht, warum der komplette Verzicht auf Fleisch besser sein soll als eine Veränderung der Produktionsbedingungen.
Die ökologischen Probleme, die Sie beschreiben (Überdüngung, Abholzung von Waldflächen usw.), beziehen sich auf eine bestimmte Form der Landwirtschaft, in der die Kreisläufe nicht mehr geschlossen sind. Die biologisch-dynamische Landwirtschaft, die auf geschlossene Kreisläufe setzt, als idyllisch abzutun, erinnert an den Tonfall, in dem die Konservativen in den 80er Jahren über die Grünen gesprochen haben. Ich denke, wir sind uns einig, dass sie sich getäuscht haben. Außerdem ein wichtiger Punkt: Auch der Ackerbau fügt derzeit der Umwelt extreme Schäden zu. Wie wollen Sie das in den Griff bekommen ohne tiefgehende Reformen? Sie sind dringend notwendig, eine wichtige Forderung an die Politik – mit "rosarote Blümchenbrille", wie Sie es ausdrücken, hat das nichts zu tun.

Ich glaube, dass nur ein Intresse an der Landwirtschaft was an der Situation ändert. Wenn sich die Bürger in einer sachlichen Diskkusion mit den Landwirten allen Ortes begeben, dann sollte es auch möglich sein das Tierwohl gerade bei den Großbetrieben die über 1000 Schweine halten zu ändern.
In Kleinbetrieben die ich kenne mit gerade 200Schweinen 20Kühen wird sehrwohl auf dei Gesundheit geachtet. Da Medikamente sehr teuer sind und zu einem weiteren Arbeitsaufwand führen. Leider ist dort aber das Geld so knapp das viele ihren Beruf oder auch Berufung an den Nagel hängen und selten was in das Tierwohl stecken. Auch hier muss sich was ändern. Das geht nur mit den Bürgern des Landes indem Sie ein wahres Intresse an der Landwirtschaft bekunden und die Landwirte ein ordentlichen Preis für Ihre Produkte bekommen.
Wer von Ihnen weiß denn was ein Landwirt für einen Liter Milch ein Kg Schwein, Kuh oder Huhn oder ein Zentner Weizen bekommt.

Ich habe den Artikel auch in der gedruckten Fassung der ZEIT gelesen und ich muss sagen, dass ich selten so einen schlechten Artikel gesehen habe, der zudem auch noch viele falsche Behauptungen enthält.
Ich bin Vegetarier und das hautsächlich aus Gründen des Umweltschutzes.
In dem Artikel heißt es "[.. kein ökologisches Argument spreche für die vegetarische oder vegane Ernährung]" und es wird in der Argumentation nur auf die Viehhaltung aus kleinbäuerlicher Haltung Bezug genommen.
Das große "ökologische" Problem der Viehwirtschaft ist aber die Masstierhaltung, die mit erheblichen Folgen für die
Umwelt einhergeht. Ich bin sehr enttäuscht über die unzureichende Ausarbeitung von Frau Raether. Inhaltlich völlig daneben.

Auch ich habe seit langem keinen so schlechten und ärgerlichen Artikel gelesen. Hätte sich Frau Raether wirklich ernsthaft um Information bemüht, hätte sie sicher einige Aussagen in diesem Text nicht gemacht. Wer in der heutigen Zeit behauptet, die qualvollen Leiden von zig-Millionen Tieren seien "zusammengegoogelte Gerüchte", dem darf ein Medium wie das ZEIT-Magazin meiner Meinung nach kein Forum bieten.

Die pauschale Unterstellung, dass Vegetarier und Veganer sich mehr Gedanken über Ernährung machen als andere ist gerechtfertigt, aber per se nicht unbedingt richtig. Die Frage ist sicherlich wo ich meine Lebensmittel kaufe, beziehungsweise aus Einkommensgründen muss. Einem Hartz IV Empfänger ist es schlichtweg unmöglich, sie biologisch zu ernähren. Die von merritter und anderen angesprochenen Probleme müssen auf der politischen Ebene gelöst werden. Wir haben sicherlich einen kleinen Einfluss durch unser Konsumverhalten, den jeder, davon gehe ich aus, egal ob Vegetarier oder Allesesser auf seine Möglichkeiten hin nützt, aber letztendlich müssen wir Druck auf die Politik ausüben, dafür zu sorgen dass wieder Lebensmittel erzeugt werden, die diesen Namen verdienen. Solange zum Beispiel in der BRD über 40 Prozent der Wähler eine Partei wählen, die hinter der Lebensmittellobby steht, werden sie keine sinnvollen Änderungen erreichen. Flankierend dazu ist eine Aufklärung über den miesen Zustand der industriell gefertigten Lebensmittel notwendig, aber nicht unter der Fahne Vegetarier oder nicht, sondern unter der Fahne der Gesundheit für alle Menschen, egal wie sich ernähren.

Liebe Vegetarier und Veganer, gestattet mir die Bemerkung, ich habe es satt. Ihr tragt, wie in den diversen Kommentaren gerade wieder demonstriert, Eure Einstellung wie eine Heilslehre vor Euch her, so wie einst die katholische Kirche und heut der Islam. Über die Auswüchse des Fanatismus der beiden muss man nicht lange reden.
Ihr vergesst zwei wichtige Dinge. Fressen und gefressen werden ist das Grundprinzip in der Natur. Keine Gottesanbeterin denkt lange nach, wenn es ein Insekt verspeist, kein Löwe überlegt Leid oder Todesangst einer Antilope. Aber Ihr Vegetarier und Veganer vergesst noch etwas ganz entscheidendes. Nehmen wir einen Apfel. Aus dem Kerngehäuse entwächst ein grüner Spross, daraus ein Baum, der blüht irgendwann, trägt Früchte die zu Boden fallen und daraus wachsen neue Bäume. Habt Ihr schon jemals darüber nachgedacht warum das so ist? Ganz einfach, eine Pflanze ist ein lebender Organismus und wenn Ihr Euch genüsslich einen Apfel zu Leibe führt, tötet Ihr ungeborenes (pflanzliches) Leben. Aber das ist, das ist der Lauf der Natur. Wenn Ihr Weizen erntet, tötet ihr das Getreide, nur zum Zwecke Eurer Ernährung, aber das ist so, das ist der Lauf der Natur. Ich denke, ich muss nicht weiter aufzählen.
Ich stelle es jedem selbst anheim, sich moralische Begründungen für die Erlaubnis des Menschen zu töten auszusuchen und zurecht zu basteln. Vielleicht nehmt Ihr Euch einfach das Gesetz der Natur.

Sie sprechen mit Ihrem Kommentar einen winzig kleinen Teil aller Vegetarier und Veganer an.
Man kennt sie aus Talkshows, in denen sie eine extreme Sichtweise darstellen, die nicht Konsens bei allen anderen Vegetariern ist. Diese Extremen werden natürlich gerne eingeladen, WEIL sie extrem sind und die Diskussion und Verhärtung stark anheizen.
Den meisten anderen geht es wohl in erster Linie um den Tier-, Mensch- und Umweltschutz, der durch die Massentierhaltung leider sehr gefährdet ist.

Setzten Sie sich doch mal kritisch mit den Folgen von Massentierhaltung auseinander. Sie werden feststellen, dass das auch nichts mehr mit den Gesetzen der Natur zu tun hat.

Stichwörter können z.B sein: Regenwaldabholzung für das Viehfutter der Tiermast, massiver Antibiotikaeinsatz und Folgen für die Menschen, die an resistenten Keime sterben ( MRSA) , Grundwasserbelastung durch Überdüngung.....

Und zu Ihrer Beruhigung: Ich bin weder Vegetarierin noch Veganerin, habe aber Respekt vor Leuten, die sich Gedanken über ihr Konsumverhalten machen und die Massentierhaltung nicht unterstützen.

Sie halten sich ja vielleicht für originell, was Sie aber nicht wissen, Ihre "Argumente" sind es ganz und gar nicht, sie werden von Fleischessern ja leider immer wieder und wieder und wieder vorgebracht. Sie stimmen nur leider nicht! Ich fasse mal zusammen: Religion (oder Ersatz), Kreislauf des Lebens, der Löwe (ganz besonders beliebt), Pflanzen sind auch Lebewesen. Wissen Sie ich kann nicht auf jedes dieser Argumente eingehen, wenn Sie sich mit dem Thema mal ernsthaft beschäftigen würden, als lediglich mit (falschen) Allgemeinplätzen um sich zu werfen, dann würden Sie erkennen, wie absurd Ihre Ausführungen sind.
Fakt ist z.B. das Pflanzen dadurch dass man sie isst weiterverbreitet werden (jedenfalls in der Natur ist es so). Lesen Sie mal den Wikipedia-Artikel zur Ernährung von Primaten. Wenn ich einen Apfel oder Birne (Ihr Beispiel) esse und das Kerngehäuse wegwerfe (draußen in der Natur z.B.) dann verbreite ich doch den Baum und genauso ist es auch gedacht. Dass Milliarden von Tieren in engen Ställen vor sich hinvegetieren und dann geschlachtet werden, ist bestimmt nicht eines der "Grundprinzipien der Natur". Ihre Argumentation ist leider von Grund auf fehlerhaft und schon millionenfach widerlegt. Fangen Sie doch endlich mal an selber zu denken. Dann sehen Sie auch dass der Löwe (der das Lieblingstier eines jeden Fleischfressers zu sein scheint) aber auch garnichts mit dem (menschlichen) Veganismus zu tun hat.

"Europa nimmt Südamerika die

"Europa nimmt Südamerika die Ernten ab, die Tierhaltung hier wird billig, da die Tiere nicht auf die Weide müssen, und Europa steigt zum größten Fleisch- und Milchexporteur auf...........Man könnte es anders machen: Die EU, sagt Niggli, könnte die Weidehaltung und die Tiergesundheit fördern statt den Import von Futtermitteln."

Was ist das für eine Argumentation?
Wir schieben die Verantwortung für das radikale Abholzen des Regenwaldes auf die Politiker?
Wollen Sie im Ernst sagen, dass es möglich ist, Millionen von Tieren ein Leben auf der Weide zu ermöglichen? In der EU? Wo sollen die denn alle hin?

Ich habe selten einen so schlecht recherchierten Artikel gelesen, der keinerlei vernünftige und nachvollziehbare Argumentation aufweist.

Sie vergessen bei Ihren Ausführungen zum Thema "Dünger" leider auch das große Problem der massiven Nitratbelastung durch die Gülle. Ich lebe in Niedersachsen. Das Grundwasser ist dort zu einem großen Teil schon sehr belastet durch die ständige Überdüngung.

Sie schreiben nichts zum Thema "MRSA". Es sterbe jedes Jahr ca. 15000 Menschen in Deutschland an dem Keim, der in der Massentierhaltung resistent für Antibiotika geworden ist.

Warum auch diese Scharz-weiß Diskussion? Vegan oder Fleisch?
Kann man nicht ganz einfach seinen Fleischkonsum reduzieren und Fleisch kaufen, das möglichst ökologisch "produziert" wurde?
Schade, um jeden Leser, der sich nun in seinem Konsumverhalten bestätigt fühlt und nicht dazu angeregt wurde, sich weiter kritisch mit dem Thema auseinanderzusetzen. Es ist wohl einfach bequemer so.

- Ja, ich würde von der Politik fordern, sich mal ein paar Dinge zu überlegen, wie man die Probleme in der Tierhaltung in den Griff bekommt.
- Gülle und Stallmist sind zwei unterschiedliche Dinge. Gülle gibt es deshalb, weil Tiere nicht mehr auf Stroh stehen (passt nicht in die Kalkulation der Landwirte). Zuviel Gülle gibt es, weil die Tierdichte zu hoch ist.
- Resisente Keime sind ein großes Thema, ein Artikel für sich. Die konsequente Erfassung von Produktionskrankheiten, wie ich sie in meinem Text fordere, würde dem Problem insofern begegnen, als man nachvollziehen könnte, welche Höfe welche Antibiotika in welchen Mengen an die Tiere vergeben.
- "Kann man nicht ganz einfach seinen Fleischkonsum reduzieren und Fleisch kaufen, das möglichst ökologisch "produziert" wurde?" - Ja, kann man. Deshalb schreibe ich es ja in meinem Text.

Seltsamer Artikel mit hanebüchenen Schlüssen, um letztendlich die eigene Position der Autorin zu bestätigen. Oder hat sich die Autorin vor ihrem Rinderhodenessen im Restaurant versichert, dass es sich dabei um ein Biorind handelte, da sie auch nur Biohöfe besucht hatte? Vermutlich hat die Autorin, obwohl sie in Berlin wohnt noch kaum vegane Restaurants wie beispielsweise das Lucky Leek besucht, sonst wüsste sie, dass Veganer keine Asketen sind.

Ich finde es außerordentlich, dass endlich die andere Seite der Medaille gezeigt wird.

Es ist nicht moralisch verwerflich, sich an Tieren zu laben. Es gehört zu unserer Natur dazu. Wie Streit, Liebe, Hass, Ausgrenzung, Verbundenheit, Familie, Sex... und all die anderen Dinge unseres Lebens.

Wie können sich einige wenige erdreisten... jawohl, erdreisten, anderen vorzuschreiben, was ihnen zu munden hat. Was moralisch sauber genießbar sei. Rufe ich laut heraus, dass Sojabohnenbrei mit nicht schmeckt? Dass ich es dämlich finde, Früchte aus weit entfernten Landen hier her zu transportieren?

Selbst moralisch lässt sich der Fleischkonsum begründen: Wenn die Unterscheidung Mensch und Tier entfällt, der Mensch also ein Tier ist, dann ist es ihm gestattet, wie allen anderen Tieren auch, jeweils andere Tiere zum Erhalt seines Lebens zu verzehren.

Was sind wir denn mehr als Tiere? Machen uns Gedanken über unwichtige Dinge. Empören uns über Fleischkonsum.

Ist es nicht wichtiger, in Wohlstand und Frieden zu leben? Aber getreu unserem Wesen können wir dies nicht. Wenn keine Kriege vor der eigenen Haustüre stattfinden, dann schaffen wir unsere eigenen kleinen Stellungskriege in unseren Wohnzimmern. Und damit meine ich weder Film noch Videospiel.

Ich lebe nun seit zahn Jahren vegan. Anfangs war das ein wenig kompliziert, weil ich es mit dem veganen Kochen nicht so drauf hatte. Mittlerweile klappt es ganz gut. Mein Labor (BB, Leber, Niere, Fette, aber auch B12 und Fe) ist 1a. Schlanker bin ich auch. Und lecker ist es auch. Man riecht auch besser, sowohl aktiv wie passiv.
Der Grund Veganer zu werden war für mich aber rein ethisch. Man kann einem fühlenden Wesen nicht einfach das wegnehmen, was ihm das wertvollste ist. Damit fallen aber auch tierische Produkte wie Leder, Milch und Käse weg.
Fleischesser haben durchaus mein Mitgefühl. Schließlich beschädigen sie sich und die Umwelt enorm und ohne jede Not.
Halal und koscheres Fleisch finde ich ganz furchtbar. Das sollte weltweit geächtet werden.

Ich versuche mich seit einem knappen halben Jahr in Veganismus, und habe eigentlich meist gute Erfahrungen gemacht.
Das Warenangebot nimmt zu. Obst, Gemüse, Salat, Kartoffeln, Nudeln... gab es ja schon immer, aber je genauer ich beim Einkaufen hinschaue, um so mehr Waren sind ohne tierische Produkte hergestellt.
Ich freue mich. Soja/Reismilch für den Kaffee tuts z.B. genauso gut.
Früher habe ich im Jahr grob 300 Eier gegessen (auch als Zutat in Nudeln usw.), und damit eine Legehenne voll beschäftigt.
Jetzt achte ich darauf, dass es 0 Eier sind.
Wenn es, wie man munkelt, in DE 800000 Veganer gibt, werden auch 800000 Legehennen weniger gebraucht...

Liebe Frau Raether,
der Bericht aus Ihrer Küche, wie sie bei der Zubereitung eines indischen Gerichts aus dem Fenster schauen, hat mir eindeutig besser gefallen. Als Schreiberling haben Sie selbstverständlich Ihre Freiheiten, aber wenn Sie mir den Vorschlag erlauben, wäre dies einer jener günstigen Zeitpunkte gewesen, mal einen der netten Kollegen in Ihrem Hause anzurufen, die sich offensichtlich öfter mit dem Thema der Massentierhaltung auseinandersetzen müssen. Gerade heute fiel mein Auge beispielsweise auf diesen Artikel: http://www.zeit.de/wissen.... Ansprechpartner scheint es also zu geben.
"Hat das eigentlich jemand überprüft? Nein?" - spätestens hier hätte ich etwas Recherche für angebracht gehalten, zumal Sie sich ja vorgenommen hatten, die harten Fakten einer Prüfung zu unterziehen. Am Ende der zweiten Seite blieb bei mir jedoch nur das Gefühl, den Versuch einer Rechtfertigung angesichts Ihrer oberflächlich doch vorhandenen Zweifel gelesen zu haben, der auf mich so schlüssig wirkte wie meine eigene amateurhafte Schreiberei auf dieser Kommentarseite (Kommasetzung inklusive).

Ich glaube, dass der Aufwand gar nicht angebracht ist. Wie einige Andere hier finde ich, dass es allein Ihre Entscheidung ist, was Sie gern essen möchten. Ihre Argumentation für den Fleischkonsum erinnert mich aber an die Klimakatastrophenzweifler, die sich angesichts der Tatsache, dass sich die weltweite Forscherschaft bei Prognosen und Vorhersage von Klimaveränderungen uneinig ist, bestätigt sehen und kurzum alles für Humbug erklären. Die Spuren, die unsere Spezies auf diesem Planeten hinterlässt, bedürfen keiner groß angelegten wissenschaftlichen Arbeiten um doch zu erkennen, was hier ganz offensichtlich passiert. Ähnlich ist es bei der Tierhaltung. Dass die Hühner bei den Matthiesens um den Hof rennen dürfen erfüllt mich mit großer Freude. Der Blick in den Kühlschrank meiner Freunde und Bekannte, sowie der Besuch einer durchschnittlichen Kantine in diesem Land lassen aber keinen Zweifel daran, dass es sich bei diesem Federvieh doch eher um die glückliche, große Ausnahme handelt. Und da erst liegt der Hase im Pfeffer (mal für die Omnivoren gesprochen): Ich finde das Maß einfach völlig irrsinnig.

Der Bauer, der dem armen, kleinen Schweinchen am Ende seines langen, glücklichen Lebens die Äuglein zudrückt, sind sicher rührend und würden eine Horde Sechsjähriger bestimmt schnell besänftigen angesichts der Antwort, wo ihre Mortadella mit Gesicht denn eigentlich herkommt. Das Fleisch vom Biohof, von glücklichen Kühen, die dreimal am Tag massiert werden und über ihren Radiosender demokratisch abstimmen dürfen wäre auch für mich eine akzeptable Lösung, nur bin ich mir sehr sicher (hier beliebige Quelle einfügen) dass wir hier nicht von der Regel ausgehen können, die sich die breite Bevölkerung jeden Tag (statt wie früher nur am Sonntag) gönnt. Die, wie sie schon richtig bemerkten, in dieser Hinsicht nicht ganz unabhängige Politik unserer Volkvertreter alleinig für die Missstände verantwortlich zu machen halte ich da für diskussionsbedürftig. Mit den Füßen abzustimmen sehen einige Menschen da offensichtlich als Alternative. Um es kurz zu machen ist es bereits zu spät, aber um endlich zu einem Fazit zu kommen würde ich mir wünschen, dass Sie von Ihren kulinarischen Genüsse im Rahmen der Freiheiten, die Sie als Mensch(!) in diesem Lande genießen berichten und die Bauernhofidylle preisen, die wir uns doch alle so sehr wünschen. Wissenschaftlich fundierte und bestechende Argumentation sieht aber anders aus als die beiden Seiten oben.

"Hat das eigentlich jemand

"Hat das eigentlich jemand überprüft? Nein?" - spätestens hier hätte ich etwas Recherche für angebracht gehalten, zumal Sie sich ja vorgenommen hatten, die harten Fakten einer Prüfung zu unterziehen. Am Ende der zweiten Seite blieb bei mir jedoch nur das Gefühl, den Versuch einer Rechtfertigung angesichts Ihrer oberflächlich doch vorhandenen Zweifel gelesen zu haben, der auf mich so schlüssig wirkte wie meine eigene amateurhafte Schreiberei auf dieser Kommentarseite (Kommasetzung inklusive).

Ist ja alles nett und schön geschrieben, sicherlich auch gut recherchiert, aber im Grunde nichts Neues und wie so oft bei diesem Thema viel zu kompliziert gedacht. Das ist sogar unabhängig, wie man sich ernährt zu betrachten.
Das grusselt mich immer wieder.

Die einfache Frage könnte ein Rohköstler beantworten - sie wäre: verzehren Sie Fleisch stets roh? Und ich glaube hier würde nur ein sogenannter Instincto bejahen...

Es ist lobenswert, sich ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen. Die Autorin beschäftigt sich aber trotz den vielen Worten nur scheinbar ernsthaft mit Tierethik: Sie will einfach essen, was ihr schmeckt; und das ohne schlechtes Gewissen, das beim Schlucken des Stierhodens stört. Dafür bietet ihr (und ähnlich gesinnten LeserInnen) das ZEIT-Magazin nun ein öffentliches Forum.

Das ist psychologisch verständlich, läuft letztlich aber auf eine Doppelmoral hinaus: Weil ein perfektes Leben nicht möglich ist (siehe all die Kompromisse wie die Insekten auf der Windschutzscheibe, die wir eingehen müssen), können wir uns die Moral nicht aussuchen – wie in einem Selbstbedienungsladen –, so das Kernargument der Autorin.

Man kann das auch mit nur ein paar Worten sagen, dass man bequem leben will. Ich will das meistens auch; und wir setzen unterschiedliche Schwerpunkte bei dem, was uns wichtig ist und wie weit wir gehen, um es zu erreichen.

Das kann man offen und ehrlich sagen: nobody is perfect. Mit so einem Artikel aber die Moral unter den Teppich kehren, während man sich vordergründig moralisch gibt, das missfällt mir sehr.

Wer nicht nur essen will, was schmeckt, der greife zu den philosophischen Büchern, die ihm/ihr munden.

Selbstbedienungsladen sagen Sie. Ich sage: persönliche Moral. Und ich freue mich, dass unsere Gesellschaft dieses Prinzip kennt. Natürlich muss man sich auf bestimmte Werte einigen, aber nicht in jeder Frage. Sensibilitäten können Sie nicht verordnen. Ich kann es mit meinem Gewissen vereinbaren, ein Schaf zu essen.

Leider ist das Thema sehr komplex, daher kann ich verstehen, dass Sie keine Zeit hatten, sich eingehend mit den gesundheitlichen Folgen des Konsums tierischer Produkte zu beschäftigen. Dass "keine einzige Studie" nachgewiesen hat, dass die fleischlose oder vegane Ernährung gesünder ist, ist nicht nur falsch, sondern auch brandgefährlich - da sie die Argumentation vom Genuss ablenkt hin zu einer Notwendigkeit des Tötens.

Im Rahmen der weiteren Recherche empfehle ich zumindest mal über den Tellerrand der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die immer wieder für ihren einseitigen Standpunkt kritisiert wird, hinauszublicken. Beispielsweise zeichnet die Adventist Health Studiy-2 mit mehr als 96.000 Probanden ein völlig anderes Bild. Auch die China-Cornell-Oxford Project (kurz "China Study") und viele viele weitere Studien zeigen die gesundheitlichen Nachteile des Konsums von tierischen Eiweißen und Fetten sehr deutlich auf.

Dass manche immer noch die Day Adventist study und China study als Beweis dafür ansehen, dass der Konsum von tierischen Produkten schädlich ist... In einem Vergleich der Seventh Day Adventists mit den Mormonen - uebrigens die einzige Studie, die akzeptabel ist, da es zwischen dem 'lifestyle' der beiden untersuchten Gruppen eigentlich nur einen signifikanten Unterschied gibt - wurde festgestellt, dass die Mormonen um einiges gesünder waren und länger lebten. Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen - die Mormonen verzichten nicht aufs Fleisch. Die China study, das populärwissenschaftliche Buch, wurde eigentlich längst diskreditiert als ernstzunehmender Beweis für die These, das fleischlos besser ist. Sieht man sich nämlich die sog. 'raw data' an, stellt man fest, dass sie die in 'China Study' aufgestellte Behauptung gar nicht unterstützen. Der Autor hat einfach Daten, die seine These nicht unterstützten, unter den Tisch fallen lassen. Übrigens ist schon in seinen früheren Experimenten ähnlich verfahren. Jede andere Studie zum Thema hat entweder entgegen den Behauptungen gar nicht gezeigt, dass fleischlos gesünder ist, es wurden nur einfach die genehmen Daten rausgepickt und publiziert, oder es wurden sowieso Äpfel mit Orangen verglichen, von daher sind die Studien gar nicht dazu geeignet, irgendwelche Erkenntnisse zu liefern. Ansonsten - auch In der Produktion pflanzlicher Lebensmittel sterben Tiere und werden Ökosysteme zerstört und zwar nicht zu knapp, aber das wird geflissentlich übersehen.

Hallo Frau Räther,

zunächst mal meine Hochachtung, dass Sie sich nach ihrem Beitrag "Her mit der Wurst" etwas eingehender mit dem Thema beschäftigt haben. Es ist interessant zu sehen, wie banale Argumente einer ambivalenten Haltung weichen. Da ich selbst jahrelang ihrer Argumentation gefolgt bin, möchte ich Ihnen Mut machen. Sie haben es fast geschafft! Probieren Sie die rein pflanzliche Ernährung doch einfach mal aus. Als kleinen Selbstversuch. Sie werden merken, dass ihren Verlustängsten ein reichhaltiges Angebot gegenübersteht. Ihre vegane Lebensweise, die bisher nur im Konjunktiv stattfindet, wäre vielleicht gar nicht "irre kompliziert" und "Askese". Sie werden sogar schnell merken, dass Fleischersatzprodukte keine zwingende Voraussetzung sind.

Also bei 7,2 Milliarden menschlichen Erdbewohnern, die sich alle ernähren möchten, sollte jeder Einzelne seine Ernährung schon verantwortungsvoll überdenken und nicht nur aus selbstsüchtigen Motiven handeln. Denn dass die Folgen des wahnsinnigen Fleischkonsums uns alle betreffen (vor allem die Ärmeren), ist ja mittlerweile auch kein Geheimnis mehr! Merke: Freiheit hört da auf, wo die eines Anderen beginnt. Ob dieser Andere ein Tier oder ein Mensch ist, ist sekundär.

Wenn Tiere nur dort gehalten würden, wo nur Weidewirtschaft möglich ist, würden sich 80% der Weltbevölkerung ernähren wie Vegetarier oder Veganer. Dafür wären vermutlich die Preise für Getreide und andere pflanzliche Kost sehr viel niedriger als heute. So würde z.B. kein Soja und kein Mais mehr an Schweine und Rinder verfüttert werden, es gäbe keine Roundup-Ready-resistenten Sojakulturen und kaum gentechnisch modifizierten Mais. Fleisch wäre ca. fünfmal so teuer wie derzeit, und Stoffwechselerkrankungen würden ein Fünftel des heutigen Werts ausmachen.
Für mich wäre das ein sehr wünschenswerter Zustand, und höchstens zweimal pro Jahr ein Rumpsteak zu essen, wäre für mich nicht wirklich ein Verlust.

"Keine einzige Studie hat

"Keine einzige Studie hat nachgewiesen, dass die fleischlose oder vegane Ernährung gesünder wäre als die abwechslungsreiche Vollwertkost, wie sie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt. Doch das Magazin stern, gelesen von Millionen Menschen, schrieb gerade auf seine Titelseite, die vegane Küche sei "gesund" und "frisch"."

Tschuldigung, aber schreibt das Magazin "stern" denn, dass es gesünder und frischer ist? Oder haben Sie das nur da hineininterpretiert?
Und noch eins: Warum gehen Sie davon aus, dass vegane oder vegetarische Ernährung weniger abwechslungsreich ist? Weil das Schnitzel fehlt? Mal drüber nachgedacht, dass der normale Omnivore eine ganze Menge Dinge nicht ist, weil er es nicht kennt oder aber als veganen schmarrn abtut?

"Tiere hätten am Überleben

"Tiere hätten am Überleben ein so großes Interesse wie Menschen."

Das nennt man Selbsterhaltungstrieb!
Den hat jedes Lebewesen!
Jedes Tier kann denken und fühlen, oder warum jault ein Hund wenn man ihm auf den Schwanz tritt, warum tritt ein Pferd aus, wenn man es auf den Hintern klappst? Wer das Gegenteil behauptet ist Dumm wie Stroh, selbst das ist noch intelligenter, oder einfach nur verlogen!

"Ein Antispeziesist isst keinen Honig, weil er die Bienen nicht ausbeuten will, doch er fährt ein Auto, an dessen Windschutzscheibe Insekten zerplatzen."

Sehr schön formuliert!

Veganer sollten doch dann auch bitte daran denken, dass auch Obst und Gemüse lebende Organismen sind, wie töten sie diese denn ab, bevor sie sie ins Kochende Wasser werfen, oder verhackstücken? Gar nicht? Wer ist jetzt die Bestie?
Wie wir mit den Tieren umgehen ist abscheulich, ohne Frage!!!
Aber der Menschliche Organismus ist darauf ausgelegt sich von anderen Zellen und deren Produkten zu ernähren!
Ob Tier oder Gemüse, es sind alles lebende Organismen!
Ob ich ein Tier qualvoll hinrichte, oder einen Spargel einfach absteche, wo ist der Unterschied?
Das der Fleischkonsum der Deutschen zu übertrieben ist, dass steh auch außer Frage, zumal es Länder gibt, in denen man Tag ein Tag aus Reis isst, weil es nichts anderes gibt, Fleisch höchstens 1 - 2 mal im Jahr ...
Alles Gewohnheitssache!

PS: lustig auch, dass sich alle omnivoren wieder in ihren lang gehegten vorurteilen und urteilen bestätigt sehen.
jaja, ich kauf wirklich nur ganz selten fleisch, und wenn dann ja beim biobauernhof direkt vom bauern, wo er die tiere selber kennt.
ja, und weniger menschen auf der welt wären auch ganz gut. vielleicht lassen wir deshalb auch die halbe welt verhungern...

Endlich ein weitgehend guter Artikel über das Thema! Danke dafür!

Was ich mich allerdings auch frage:

1. Wie kann man als Leser eines solchen Artikels ernsthaft eine Lösung, Quintessenzen oder gar Thesen zu dem Thema verlagen?
- Sollte es nicht mehr ein Denkanstoß sein, sich diesem Thema von mehreren Standpunkten aus zu nähern!?

2. Warum muss es ständig in die Extremen gehen ?
- Massenveganismus und vegane Landwirtschaft ist genauso töricht wie die Annahme, es wäre kein Grund zur Veränderung da.

3. Warum denken Fleischesser, sie müssten ein schlechtes Gewissen haben?
- ernährt man sich ausschließlich von den billigsten verfügbaren Milch-, Käse-, Fleisch- und Wurstwaren, dann sicherlich ja....
Aber es gibt auch noch Märkte, auf denen man regional, saisonale und vor allem Bioprodukte vom Direktvermarkter, also Qualitätswaren, kaufen kann.
Es heißt oft, dass dort v.a. tierische Bio-Waren zu teuer wären. In diesem Fall könnte man seinen Konsum auch einschränken und die Ware als das sehen, behandeln und zu sich nehmen, wie es sich eigentlich gehören sollte: Als etwas Wertvolles.

Schafft man es aber nicht, ein Bewusstsein für Lebensmittel und Qualität zu entwickeln, seine Bequemlichkeit zu durchbrechen und Gewohnheiten umzustellen, dann finde ich duchaus, sollte man ein schlechtes Gewissen haben.

Sollte man sich nicht besser auf die goldene Mitte besinnen, statt die Debatte mit weiteren unnützen Arugumenten für beide Seite zu füttern?
Wäre damit nicht allen geholfen???

"[...] der australische

"[...] der australische Philosoph Peter Singer gehört, sagen, man dürfe Tiere töten – schmerzfrei müsse es passieren, zum Nutzen des Menschen sein, der sich vom Fleisch der Tiere ernährt."
Das ist schlicht und ergreifend falsch paraphrasiert:
"Die einzige Ausnahme bestünde darin, daß es überwiegende utilitaristische Gründe für das Töten gäbe, wenn zum Beispiel das Töten die einzige Möglichkeit wäre, Nahrung zu erlangen. Es gibt also durchaus Situationen, in denen es nicht falsch ist, Tiere zu töten, aber sie sind sehr speziell und betreffen nur ganz wenige von den Milliarden Fällen, in denen Menschen Jahr für Jahr nichtmenschlichen Geschöpfen den vorzeitigen Tof bringen." (Singer, Peter, "Praktische Ethik", Stuttgart, 1984, S. 144)
Und Singer ist es auch, der sagt, Tiere hätten am Überleben ein genauso großes Interesse wie Menschen (ebd., S.141f).

Ich mag Ihre Rezepte wirklich gerne, aber diesen Artikel hier finde ich feige und selbstgerecht.
Der emotional aufgeladene "buttrige Geschmack" und der ganze Rest der emotionalen essenrelevanten Wohlfühladjektive ekeln mich an.
Besonders dann wenn es jemand das ethische Dilemma mit tierischen Produkten zu verstehen scheint, aber die daraus folgenden Konsequenzen nicht nur ablehnt sondern auch noch von sich weist.
Letzten Endes lässt dich ihr Artikel leider auf "Aber es schmeckt doch so gut"
plus "Die Kuh die ich da gesehen hab, stand aber auf einer Wiese" über weite Strecken reduzieren.

“It is not wrong to rear and kill it (an animal) for food, provided that it lives a pleasant life, and after being killed will be replaced by another animal which will lead a similarly pleasant life and would not have existed if the first
animal had not been killed. This means that vegetarianism is not obligatory for those who can obtain meat from animals that they know to have been reared in this manner.”
Peter Singer (1979): "Killing Humans and Killing Animals”, Inquiry 22 no.1, S. 153

Lösung

Ein wirklich schöner, wenn auch nicht tiefgreifender Artikel.
Warum kommt mir bei solchen komplexen Themen immer wieder ein klarer Gedanke in den Sinn: Die freiwillige Reduktion der menschlichen Art.
Nein, nein, kein Massensuizid! Vielmehr eine gewaltfreie Bewegung keinen Nachwuchs mehr in diese Welt zu setzen. In der USA gibt es derartige Gruppen.
Wie erleichtert wäre unser Planet, wenn es etwas weniger vom Menschen gibt. Wieviele Probleme würden sich spontan lösen (ausgenommen die enormen Umweltverschmutzungen, die wohl noch viele Jahre auch ohne den Menschen erhalten bleiben). Ein Ort der Ruhe und des Friedens wäre (vermutlich) dieser Planet. Oder auch nicht, aber es gäbe keine intellektuelle Art, die dies beurteilen würde. Die Natur kategorisiert nunmal nicht in schwarz in Weiß.

Aber vielleicht spricht hier einfach nur ein moderner Egozentriker, der nicht Papa werden möchte.

via ZEIT ONLINE plus App

"Weihnachtskerzen aus

"Weihnachtskerzen aus Bienenwachs" ist ein tolles Beispiel. Führen Sie mal mit einer/m Veganer/in eine Diskussion darüber, ob man den romantischen Abend eher mit Produkten aus Bienensklaverei oder Ausbeutung fossiler Rohstoffe beleuchten sollte....

Viel Spaß <-;< !!!

Zunächst: Nach Lesen der ersten Seite sind mir keine fundierten Argumente aufgefallen, die den in der Einleitung erwähnten Anspruch "Dann machen wir das mal" genügen. Aber vielleicht kommt das ja noch.

Doch zur Sache: "Speziesismus bedeutet, dass man Lebewesen in Spezies unterscheidet, also zum Beispiel in Mensch und Tier" beweist, daß die Erfinder dieses Begriffes zwar populistische Motive, aber keinen wissenschaftlichen Anspruch haben. Das ist nicht nur schade, sondern grenzt an Volksverdummung. Spezies, auch Art bezeichnet, ist ein Rang unterhalb der Gattung. Veganer (man könnte sie als Anhänger eines "Regismus" bezeichnen, da sie ideologisch zwischen Reichen [lat. regna] unterscheiden (-; ) meinen aber mit ihrer Polemik eher den Unterschied der Familiae - wenn man vom Verspeisen von Menschenaffen absieht - oder Genera.

Und ob man allen Fleischessern überhaupt die Anhängerschaft eines entsprechenden Glaubenssystems ("-ismus") vorwerfen kann, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Denn diese essen ja in aller Regel auch Gemüse (-:

Maß der Dinge (II)

[...]
Falls jetzt wieder das Geschrei losgeht, vegetarisch oder vegan sei ja nachweislich so viel gesünder - Nein, ist es nicht.
Viele Menschen ballern zu viel Fleisch in sich rein, zu viel Zucker, zu viel anderen Industriemüll - das ist das Problem.
Wenn man das Maß nicht verliert, ist Ernährung mit Fleisch nicht ungesünder als alles andere auch. Sonst wären wir alle nicht hier, weil unsere Vorfahren vor unserer Zeugung gestorben wären.

Und bitte auch kein Speziesismus. Wenn mir einer erzählt, Tiere als andere Spezies zu betrachten, wäre "rassistisch", muß ich annehmen, daß der Biolehrer dieser Person in der 5. Klasse Selbstmord aus Verzweiflung verübt hat.

Frau Raether, insgesamt ein hervorragender Artikel zum Thema, eine wohltuende Ausnahme vom ganzen hysterischen "Fleisch ist Mord"-Geschrei irgendwelcher Bessermenschen.
Wenn ihre Kollegen bei ZON auch zu anderen Themen mal so differenziert und unaufgeregt berichten würden, wäre das Niveau des Blattes einige Stockwerke höher.

Gestatten Sie, dass Veganer vegan leben, Vegetarier - vegetarisch, Schwule - schwul, Faschisten - faschistisch? Und so weiter?
Es gibt keine Lehre über "die beste bzw. gesündeste Ernährung" der Menschen. Daher wird sie durch Quasi-Ideologien ersetzt. Nichts schlimmes. Wenn ich vegan lebe, weil ich mich so in jeder Hinsicht besser fühle, mache ich kein Geschrei daraus und möchte auch nicht als "Bessermensch" oder dergleichen bezeichnet werden.
Was mir in dem Artikel nicht passt, ist nicht dass manche oder eigentlich die meisten Menschen Tiere verzerren und das für gut halten, sondern dass man dafür eine Argumentation erfindet.
Hat jemand Bedenken, Tiere zu töten, sollte sich daran halten. Hat ein anderer keine, soll er Fleisch essen und keine Ideologien zur Verteidigung erfinden.
Natürlich kann man diskutieren. Zum Beispiel aus Neugier. Warum essen manche kein Fleisch und fühlen sich gut damit? Warum essen manche Fleisch und fühlen sich gut damit?
Wenn jemand (da habe ich einige hochkatholische Freunde) sich auf die Bibel stützen möchte und zwar buchstäblich, dann muss er die Bibel ganz genau lesen und viel nachdenken, denn das ist auch ein Thema dort, aber eohne eindeutigen Hinweis.
Am besten man setzt sich mit dem Problem selbst auseinander.
Was anderes sind Tierhaltungsmethoden. Hier geht es schlicht darum, dass die Tiere nicht unnötig leiden und das ist bestimmt kein Konfliktpunkt zwischen veganen und "normalen" Menschen, richtig?

Maß der Dinge (I) "Aber kein

Maß der Dinge (I)

"Aber kein ökologisches Argument spreche für die vegetarische oder vegane Ernährung. "

So sieht das nämlich aus.
Wir haben kein Problem mit der Art unserer Ernährung. Wir Menschen haben ein Problem damit, wie unsere Nahrung heute erzeugt wird. Nämlich nach industriellen Maßstäben, getrieben von einer hirnkranken Wahnvorstellung des heiligen Ewigen Wachstums.

Da kann auch keine Sau glücklich werden. Und die Kuh auch nicht.
Wir sind es den Viechern schuldig, sie einfach mal ordentlich zu behandeln und sie nicht mit Antibiotika und Wachstumshormonen vollzuballern, damit unser tägliches Fleisch im wahrsten Wortsinn schweinebillig ist.
Es hat einen Grund, warum der Sonntagsbraten so heißt.

Wir haben einfach nur wieder mal im Laufe der Geschichte jegliches vernünftige Maß verloren, wir Menschen.
Das hat aber nichts mit Fleisch essen oder vegetarisch sein zu tun, das sind im Kern politische Entscheidungen, wie im Text auch angeführt.

[...]

Ich liebe Fleisch. So wie meine Vorfahren. Und meine Urahnen, die einst hier, am Südrand des Harzes, Wollnashörner in die Falle lockten. Die Kochen liegen heute noch da. Ich liebe die Natur. Und es stört mich gar nicht, dass so vieles in der Natur Fleisch liebt. Der Sperber, der über mir seine Kreise zieht, liebt Fleisch. Die Mosaikjungfer, die elegant über unseren Gartenteich flitzt liebt Fleisch, wie der Frosch, der unter ihr nach der Mücke schnappt. Die Kaninchen, die unter unserem Gartenhaus wohnen, haben gerade zum dritten Mal geworfen. Ich liebe es, die kleinen Kerlchen mümmelnd auf dem Rasen zu beobachten. Der Verlust ist bei ihnen eingeplant. Das ist ihre Art, sich gegen die große Zahl der Hauskatzen zu wehren. Und die lieben – Fleisch. Wir sind Teil eines riesigen Systems, in dem der Verzehr von Fleisch das normalste von der Welt ist. Wir Nordeuropäer sind direkte Nachfahren der eiszeitlichen Jäger. Wie sollte Fleisch für uns nicht normal sein? Ich kaufe gern ganze Hirsche. Jagen möchte ich nicht, verzehren schon. Ein sauberer Schuss ins Blatt gefällt mir. Dann hatte das junge Tier ein wundervolles Jahr im Wald und einen schnellen Tod. Sein Filet, sous vide gegart, mit Spargel und Haselusscrêpes ist eine Offenbarung.

was ich noch ergänzen möchte:
Dadurch wird das Problem der Massentierhaltung noch nicht gelöst, es ist aber ein Schritt in die richtige Richtung den jeder gehen kann.
Durch Veganismus oder Vegetarismus wird dieses Problem nicht besser gelöst. Fleischverzicht oder Verringerung des Fleischkonsums können eben nicht erzwungen werden.

Ein erfrischender Artikel!
Beim Lesen vieler Kommentare kommt mir die Frage, warum eigentlich von Artikeln über Ernährung bei vielen anscheinend grundsätzlich erwartet wird, dass er das Problem der Massentierhaltung löst.
Dem Ideal der gesunden, vollwertigen und genussreichen Ernährung kommt jeder relativ nahe, der sich im Rahmen der Solidarischen Landwirtschaft einem nach Demeter-Richtlinien wirtschaftenden Hof mit Hofladen (auch in der Stadt wie z.B. Hamburg) anschließt. Noch dazu ist dies auch aus sozialen, ökologischen und volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten ein guter Weg.
Jede Woche frisches Gemüse, Milch- und Fleischprodukte vom Hof des Vertrauens, für wenig Geld, da man Zwischenhandel und Lagerhaltung spart. Ausnahmen sind nur wenige Wochen im Februar/ März beim Gemüse sowie bei der Milch, wenn die Tiere trocken gestellt werden.
Ich bin "normaler" Kunde/ Konsument und erst seit anderthalb Jahren dabei.

Ich weiß nicht wieso, aber ich denke viele dinge die sie hier behaupten sind schlichtweg falsch! Zunächst gibt es ein haufen Studien zu veganer/vegetarischer Ernährung aus denen man zu dem Schluss kommt das es gesünder ist auf Fleisch zu verzichten(einfach mal hier suchen www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed). Was ich aber am schlimmsten finde ist diese Pseudomoral mit ihren Freunden vom Guten und Schönen Bauernhof. Wieso fahren sie nicht das nächste Mal mit einem Freund mit, der in einer Schlachtfabrik arbeitet oder auf nen Tierbetrieb mit Massentierhaltung und erzählen dann wie toll das da ist und wie viel die Menschen sich da um die Tiere sorgen? Weil von da kommt warscheinlich 95% von ihrem Fleisch(es sei denn sie gehören zur absoluten Minderheit die sich Bio-Freilandfleisch leisten kann). Sie gehen hier einfach davon aus, das kein Argument gegen Fleischkonsum standhält, weil sie nicht alle aufzählen, bzw. selektiv Argumentieren um in ihrer Seifenblase vom "guten und gesunden" Fleischkonsum schweben zu können. Wieso schauen sie sich nicht erstmal die REALEN Folgen vom Tierverzehr an bevor sie sie hier eine Gegenrede auf denn "bösen" Vegetarismus/Veganismus verfassen. Auf den Biobauernhof fahren und sich alles schön reden mit dem Argument "ich hab nix gefunden was dagegen spricht" kann jeder

Danke für den Link. Natürlich gibt es Studien, die zeigen, dass bei bestimmten Symptomen eine vegetarische Ernährung sinnvoll sein kann und Übergewicht reduzieren kann. Aber ich bleibe dabei: Keine Studie zeigt, dass eine ausgewogene (!) Ernährung, die Fleisch beinhaltet, weniger gesund ist als eine vegetarische.
Was den Biobauernhof betrifft: Er existiert wirklich. Ich habe ihn mir nicht ausgedacht.

In dem Beitrag wird die Ambivalenz, mit der wir heute dem Fleischkonsum gegenüberstehen ganz gut zum Ausdruck gebracht.
Auch wird die Bedeutung der Tierhaltung für den Nährstoffkreislauf angedeutet. Die Bedeutung für die Landschaftspflege sowie die wirtschaftliche Bedeutung in den bspw. deutschen Mittelgebirgslagen, in denen eine reine Pflanzenproduktion wirtschaftlich nicht möglich ist wäre anzufügen.
Allerdings geht auch Frau Raether der Wirklichkeit der europäischen Fleischproduktion aus dem Weg. Die findet nunmal in großen Ställen statt und ist auf günstiges, energiereiches Futter aus Südamerika angewiesen.
Andererseits ist moderne Milchviehhaltung wesentlich tiergerechter, als frühere Anbindeställe.
Wenn man sich mit der Versorgung der Bevölkerung beschäftigt, muss man dort hingehen, von wo die großen Regale in den Märkten gefüllt werden.

Der Artikel ist intelligent, offen und aufrichtig geschrieben.
Ich kann leider da überhaupt keine These finden.
Sie stellen sich die Fragen (nehme an, nicht absichtlich) so an, damit man sie auch zivilisiert beantworten kann. Auch wenn die Antworten manchmal völlig unpassend sind. Wie etwa "Askese ist nicht mein Ding". Da könnte das Kalb antworten "Schnitzel zu sein ist nicht mein Ding".
Moralische Fragen (denn es geht ja hier vor allem um die Moral, nicht um Kochkunst oder gesunde Ernährung) sind leider sehr einfach und es gibt darauf keine Antworten der Art "Ja, aber das schmeckt so gut und ich verdiene ja auch etwas Spaß am Leben." oder so. Diese Antworten lauten nur JA oder NEIN. Das ist nicht die Folge der Prinzipialität der Vegetarier/Veganer. Das ist die Natur der Moral selbst.
Entweder ist etwas schlecht oder es ist gut. Nur ein Tier pro Woche töten zu lassen, wenn man eigentlich Bedenken hat, bedeutet - ich verstehe mich selbst nicht ganz. Da müsste man sich schon etwas Mühe geben und mit diesem Verständnis fertig werden, noch bevor es auf den Markt oder in die Küche geht.

Fortsetzung 1
===========
Ich vergleiche es zum Schluss (um daraus keine zu lange Geschichte zu machen) mit etwas, was moralischen Aspekt hat, aber ohne nennenswertes Schadenspotential.
Man spielt z.B. Rekreationstennis (Beispiel ist nicht zufällig, weil ich gerade Tennis spiele) mit Sportfreunden. Es wird gezählt, sonst ist es kein Spiel, sondern ein Training oder Sparring. Ab und zu hat A oder B Zweifeln, ob der Ball gut oder im Aus war. Es gibt keine andere Möglichkeit. Gut oder Aus.
Der Fairplay-Kodex hat die Lösung. Ein 99%-Aus bedeutet Gut. Aus darf ausgerufen werden nur wenn es 100% sind. Es sei denn, ich habe einfach nicht gut gesehen. Dann hat es eventuell der andere. Oder auch nicht. Fehler kann man nicht vermeiden. Aber wenn man echt fair spielen will, gibt es nur Schwarz oder Weiss Antworten.
Mit einer selbstverständlich unvergleichbar großen moralischen Ladung muss man sich die Fragen stellen, die Sie sich stellen. Und die Regel ist dieselbe. AUS muss 100% sein. GUT darf ein Fehler von mir sein.
Ansonsten es gibt ja auch diese Möglichkeit. Ich weiss, dass etwas nicht 100% GUT ist. Ich mache es trotzdem, aus welchem Grund auch immer. Dann muss ich aber bewusst sein, dass ich SCHLECHT mache. Nicht einen Fehler.

Fortsetzung 2
===========
Nebenbei - vegan zu leben, bedeutet (zumindest für mich) nicht nur Tiere nicht zu töten oder töten zu lassen, die ich eventuell fressen würde. Dasselbe gilt auch für Tiere, die für mich keine direkte Bedeutung haben oder mich irgendwie stören: Ameisen, Wespen, Frösche, Fliegen, Spinnen, Mäuse ... sie alle kann ich im Haus und Garten täglich treffen. Ich fühle mich verpflichtet, genauso viel zu tun, damit ich sie nicht töte oder anderswie störe, wie im Falle der Tiere als potentieller Nahrung. Ich kann keine Fehler oder Unfälle ausschliessen, sonst müsste ich auf mein Leben verzichten. Und hier ist die Grenze. Kein Lebewesen ist so geschaffen, dass es sein Leben bewusst opfert, damit andere überleben. Und das ist schon HART genug :)

...TEIL 3...
Es gibt in der Tat sehr, sehr gute Argumente für den Fleischverzicht, nur muss dieser letztendlich nicht in absolutem Veganismus gipfeln - ein bisschen weniger Schwarzweißdenken würde dieser Debatte guttun, und da hätte dieser Beitrag in manchen Punkten einen größeren Dienst leisten können, als er es letztendlich in dieser Form geleistet hat.
Immerhin, letztendlich ist ja auch bereits erfreulich, dass hier nicht wie so oft der Fleischverzehr als letztes Aufgebot des mündigen, freiheitsliebenden Bürgers gegen Veggie-Day und Gutmenschenfaschismus aufgebracht wird - diese Qualität an Selbstgefälligkeit und Ignoranz finde ich persönlich nämlich manchmal noch widerwärtiger als vergaste Eintagsküken.

Beste Grüße
Ein Landbewohner und Fleischesser

...TEIL 2...
Ich bin mir bewusst, das soll in dieser Form nicht Ihre Aussage sein, mangelnder Nachdruck gegenüber der Politik wird in diesem Punkt allerdings den Fleischlosen angehaftet und der Fleischverbraucher als machtloser Kiesel im Bürokratie- und Lobbygeräde von Wirtschaft und Politik dargestellt. Bewusstes Käuferverhalten ist nämlich weitestgehend immer noch eher die Ausnahme als die Regel und das wird in diesem Artikel völlig ausgeklammert - die Form, in der dieser durch politische Richtlinien bisher pos. subventioniert wird ist zwar löchrig und teilweise willkürlich, aber es sind immerhin andere Zustände als noch vor 10 Jahren (und seien wir ehrlich, was kann man schon von einem CSU-Landwirtschaftsminister) erwarten?!)
In dieser Frage des Verbrauchers erscheint Ihre Meinung gar ein wenig unreflektiert - gar nicht anders, als manch ein Veganer seine hysterischen Heilsmethoden propagiert... Die ohnehin schon maßlose Überproduktion Düngung als Argument für Massentierhaltung....ernsthaft?

Guten Tag,

Ein weitestgehend wirklich unaufgeregter und teils sicher fundierter Bericht, der zumindest manche Kehrseiten, wie die bigotte Haltung der Landwirtschafts- und Verbraucherpolitik, präzise herausarbeitet.
Was mich allerdings doch an diesem Beitrag stört sind die so oft inkonsequenten, engstirnigen Schlussfolgerungen und manche 'Lösungen', die einfach nicht auf den Punkt gebracht werden.

"Wenn man glaubt, dass Boykott der richtige Weg sei [...] Man muss Veganer werden."
"Kein Argument für den Fleischverzicht hält der Überprüfung stand. [...] Kein Fleisch essen – es ist ein Slogan, der nicht schadet, aber auch nicht besonders viel bedeutet. "

Skizziert wird hier ein totaler Fleischboykott. Natürlich setzt sich der Artikel sehr direkt mit konsequentem Vegetarismus und Veganismus auseinander, granted, aber 'weit(est)gehender' oder nennen wir ihn einfach bewusster Fleischverzicht wird garnicht als Alternative präsentiert (eigentlich seltsam, wo doch biospezialisierte Höfe besucht und präsentiert werden?). Sicherlich, wenn wir dann zum Thema Biofleisch gleangen, werden die Schwierigkeiten der Qualitätswahrung und Kontrollen im Biogewerbe völlig richtig als zu berücksichtigendes Argument genannt, aber ist das denn das Ende der Fahnenstange, soll das tatsächlich - sagen wir es ein wenig polemisch - ungehemmten Fleischkonsum auf der Gegenseite rechtfertigen?

1. Ich bezweifele, dass das Huhn, das die Autorin anfangs verspeist hat, tatsächlich glücklich über eine Wiese gerannt ist.

2. Der gute Mann heißt Brad Pitt, nicht Brat Pitt

3. Was ist die Quintessenz dieses Artikels? Die Autorin hat ein schlechtes Gewissen beim Fleischessen und nennt (ziemlich einseitig recherchierte) Gründe, warum sie doch besser an der Ecke Currywurst kaufen sollte. Was will sie uns damit sagen? Dass es ihr wie vermutlich den meisten Menschen damit geht? Augen verschließen und Gehirn auf Durchzug schalten, um sich nur auf den feinen Geschmack ihres Steaks konzentrieren zu können - weil Glück zu empfinden die Aufgabe des Menschen ist?

Tja ... leider scheint dies nicht das Recht der Tiere zu sein, denn auf die Qual, die zu vielen Tieren auf unterschiedliche Art und Weise angetan wird, geht die Autorin leider gar nicht ein. Dazu war sie sicher zu sehr damit beschäftigt, an Hoden zu knabbern.

Bei den drei Argumenten die im Wesentlichen hier im Kommentar gegen den Fleischverzicht vorgebracht werden (nämlich: "es ist kompliziert", "Verzicht ist genussfeindlich und schwer" sowie "man kann Fleisch aber schon auch tierlieb produzieren") finde ich persönlich fast ein bisschen frech das Fazit zu ziehen, dass keines der Argumente pro Fleischverzicht der Überprüfung standhalten.

ach frau raether... wie kann man so uninformiert und tiefgründig recherchiert, wie der artikel offensichtlich ist, drauf los schreiben... so viele bücher nicht gelesen, so viele studien unbekannt? nichts über physiologische erkenntnisse?und dann an einigen stellen: es sich als journalistin bei einem solchen thema, so einfach machen. ach schade.
spätestens am ende des lebens werden die omnivoren verstehen, dass konsum tierischer produkte viele unnötige krankheiten hervorbringt. es ist eine frage von bewusstheit und bewusstsein.
guten appetit zu den hoden! mir schmeckt gemüse besser!

Danke für Ihren Kommentar!
Fühle mich etwas getäuscht von der Aufmachung des Artikels - erweckt er anfangs den Eindruck einer objektiven Auseinandersetzung mit dem Thema, ist er letztendlich nicht viel mehr als ein missglückter Versuch dafür, da Subjektivität und falsche Argumentation vorherrschen.

Sehr geehrte Frau Raether,

Sie haben in Ihrem Artikel offenbart, dass Sie selbst ein "eindeutig schlechtes Gewissen" durch Ihren Fleischkonsum verspüren und da stellen Sie sich noch die Frage, ob sie weiter Fleisch essen sollten oder nicht? Wenn alle Tatsachen Sie nicht überzeugen können, warum hören Sie nicht auf ihr eigenes Herz und ihr Bauchgefühl, dass sie keine ermordeten Lebewesen mehr essen möchten? Ich finde es sehr schade, dass Sie ihre innere Stimme ignorieren möchten, bloß um nicht zu den Vegetariern oder Veganern zu gehören, die so gerne als "Gutmenschen" oder "Extremisten" diffamiert werden.

Jeder, der behauptet eine fleischlose Ernährung sei nicht vorteilhaft für die Gesundheit, den Planeten und die Tiere, tut das aufgrund von eigenen Interessen und LÜGT schlichtweg. Die Vereinten Nationen empfahlen bereits 2010 den globalen Umstieg auf eine vegane Ernährung.
Ich kann Ihnen wirklich ans Herz legen, die vegetarische Ernährung einmal auszuprobieren, vier Wochen lang. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie nicht mehr zurückkehren wollen werden, nachdem Sie erst gemerkt haben wie toll man kochen kann und wie gut man sich fühlt, körperlich und seelisch. Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr Handeln und seine Auswirkungen und nutzen Sie Ihre Stimme in der ZEIT um eine positive Veränderung zu unterstützen!

Ich habe die Studie überflogen. Dort wird der Fleischkonsum zwar als Belastung für die natürlichen Ressourcen identifiziert, aber davon dass ein Umstieg auf eine vegane Ernährung zu empfehlen sei, ist in dem Text keine Rede. Das Wort "vegan" taucht darin nicht einmal auf; nicht einmal das Wort "vegetarisch".
Die einzige Stelle, die sich vielleicht in diese Richtung lesen lässt ist: "A substantial reduction of impacts would only be possible with a substantial worldwide diet change, away from animal products." Aber "a substantial change away from animal products" beschreibt keinen Totalverzicht, nur eine erhebliche Reduktion. Außerdem ist das keine wie auch immer geartete Empfehlung sondern nur eine Beschreibung von Zusammenhängen; welche Konsequenzen daraus gezogen werden sollen, sagt die Studie nicht. Dass die Vereinten Nationen eine vegane Ernährung empfehlen würden, ist in den Text hinein und nicht aus ihm heraus gelesen. Zumal eine eine im Auftrag des United Nations Environment Programme erstellte Studie ist genauso wenig eine "Empfehlung der Vereinten Nationen" ist, wie ein vom Recherchedienst des Bundestages verfasstes Dossier ein Gesetz. Wegen dieser Studie zu behaupten, die Vereinten Nationen hätten "den globalen Umstieg auf eine vegane Ernährung" empfohlen, ist meiner Ansicht nach eine Verzerrung der Wirklichkeit, die die Grenze zur Lüge recht deutlich überschreitet.

"Ich esse nur gaaaanz selten

"Ich esse nur gaaaanz selten Fleisch und wenn dann Bio von glücklichen Tieren auf der Wiese, vom Metzger meines Vertrauens" - wie oft liest und hört man diese Aussagen...
Wenn man das hört, denkt man, es gäbe nur noch Ernährungshelden. Leider sprechen die Zahlen eine ehrlichere Sprache:
Mehr als eine halbe Milliarde (!) geschlachteter Tiere allein in Deutchland pro Jahr. 95% davon aus quälerischer Massentierhaltung, geschlachtet nahezu alle in den gleichen Vernichtungslagern.

Wer macht sich da was vor? Ja, es kostet Überwindung über die Konsequenzen seines Handelns nachzudenken. Ja, die Wahrheit ist unangenehm und ja, es nötigt einem etwas ab, Gewohnheiten zu ändern. Wer dazu nicht in der Lage ist, braucht sich aber auch die Welt nicht schönzureden.

Das meine ich ganz nüchternd und keineswegs herabblickend, denn Überheblichkeit ist hier gänzlich fehl am Platz.

Ein durchaus lesenswerter Artikel, dem ich in vielen Punkten grundsätzlich zustimmen kann. Leider macht es sich die Autorin aber am entscheidenden Punkt jedoch deutlich zu einfach.
Der Ruf nach der Politik ist völlig zutreffend, aber rechtfertigt das politische Versagen die eigene Untätigkeit? Meiner Meinung nach eben nicht. In der idealtypischen Welt bin ich nicht für Fleischverzicht etc., sondern befürworte einen vernünftigen Umgang, wie der im Artikel beschriebene Bauernhof. Da aber damit der fleischhunger der Bevölkerung nicht gestillt werden kann gibt es die unsäglichen Mastfabriken. An denen wird sich jedoch nur dann was ändern, wenn weniger und bewusster Fleisch konsumiert wird.

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