Wochenmarkt Pfirsiche in ihrer schönsten Form

Kuchenbacken ist wie Singen: Auch diejenigen, die es nicht können, sollten es unbedingt ab und zu tun. Mit diesem Pfirsichtarte-Rezept könnte es klappen. Von
ZEITmagazin Nr. 31/2014

Der Mürbeteig sei idiotensicher, heißt es in vielen Kochbüchern. Es ist aber nicht unmöglich, diesen Teig zu verhauen. Wird er zum Beispiel zu klebrig oder zu bröselig, dann kann man ihn nicht ausrollen. Das soll Sie nicht entmutigen. Kuchenbacken ist wie Singen eine schöne Tätigkeit – auch diejenigen, die es nicht können, sollten es unbedingt ab und zu tun. Im schlimmsten Fall müssen Sie Ihren Kuchen allein essen. So klappt es meist gut: Man verrührt Mehl und Zucker in einer Schüssel und schneidet die nicht zu warme Butter in Flocken dazu. Es wird geknetet, die Butterflocken werden mit den Fingern zerdrückt, ein großer Spaß. Ein Ei kommt dazu. Die Flocken sollten sich mit dem Zucker und dem Mehl verbinden. Teigkugel in Klarsichtfolie einschlagen und für eine Stunde in den Kühlschrank legen. Anschließend noch einmal kurz durchkneten.

Diese Pfirsichtarte ist streng genommen keine Tarte, sie wird nicht in der Springform gebacken, sondern ohne Form: Der Teig wird an den Rändern umgeklappt. Man könnte diese Kuchenart auch Crostada nennen oder Galette. Aber wenn wir Pfirsichtarte sagen, weiß jeder, was gemeint ist.

Für die Füllung Pfirsiche schälen (wenn man will) und dann je nach Größe achteln oder vierteln. Falls die Schnitze etwas matschig werden, macht das gar nichts, denn der Vorteil des Rezepts liegt darin, dass nichts präzise arrangiert wird. In einer Schüssel Pfirsiche mit Mehl, Zucker und gemahlener Nelke vermengen. Den Teig auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech dünn und ungefähr kreisförmig ausrollen. Die Füllung daraufgeben und dabei einen 2 cm breiten Rand lassen. Teigränder umklappen. Bei 170 Grad (Umluft) ungefähr 40 Minuten lang backen. Falls Ihnen der Kuchen gelungen sein sollte – es gibt im Sommer unzählige Varianten der Füllung: Aprikose und Ingwer, Himbeeren und Vanille, Pflaumen und Zimt.

Simple Pfirsichtarte

Zutaten – Für den Teig: 120 g Mehl, 80 g Zucker, 40 g Butter, 1 Ei
Für die Füllung: 5 Pfirsiche, 1 EL Mehl, 1 EL Zucker, 1 Messerspitze Nelke (gemahlen)

In der Tablet-App "DIE ZEIT": Die Zubereitung der Tarte im Video

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Mindestens südlich von Freiburg (i. Breisgau) nennt man diese Machart 'Waie' (fast mit zwei Punkten auf dem e, eingehochdeutscht "Wähe"). Das ist keine Quiche, das ist kein Kuchen und sicher keine Torte sondern was Besonderes. Geht herzhaft (Zwiebel-, Käse-, Hackfleisch-Waie, aber gemischtes Hack!) oder süss (je nach Obst mit Griess unterfüttern) und sogar ohne Obst: Rahm-Waie, allerdings mit Hefeteigboden (rezepte.coop.ch/de/5744.pdf). In Inzlingen gibt es sogar ein Waie-Fest.
Frage: Wo verläuft analog zur Appel-Apfel-Linie die Waie-Kuchen-Linie?

PS: Zur hier empfohlenen Mürbteigherstellung fange ich jetzt keinen Glaubenskrieg an. Andermal vielleicht.