Deutschlandkarte Tanzlinden

Die dörfliche Tradition der Tanzlinden gibt es schon seit Jahrhunderten. Nun wurde erstmals ein solcher Baum in einer Stadt gepflanzt. Bald haben die Clubs ausgedient.
ZEITmagazin Nr. 38/2014

Tanzlinden unterscheiden sich von gewöhnlichen Linden dadurch, dass um sie herum eine Tanzfläche gebaut ist, meist auf einem Gerüst, das die Natur so nicht vorgesehen hat. In diesen Wochen endet allmählich die Festsaison. Die dörfliche Tradition der Tanzlinden ist schon ein paar Hundert Jahre alt. Die meisten sind im 17. Jahrhundert entstanden. Auf den Dorfplätzen standen damals sehr oft Linden, da lag die Idee nahe, auch darum herum zu tanzen, etwa zur Kirchweih. Es gab bald schon zwei große Zentren: eines in Thüringen und Oberfranken, ein zweites im nördlichen Württemberg. Ein Dorf schaute sich das vom nächsten ab. Dann war lange Zeit Ruhe im Busch, seit zehn Jahren wird hier und da wieder gepflanzt. Die Tanzlinde in Rudolstadt, in diesem Jahr gepflanzt, bildet dabei eine Zäsur: Zum ersten Mal wurde in einer Stadt gepflanzt, nicht im Dorf. Vielleicht ist diese Rudolstädter Linde ja der Anfang einer Verdörflichung der Städte. Bald wird in Berlin nicht mehr in Clubs getanzt, sondern um Bäume herum.

Kommentare

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@Marajabe

@Marajabe
Schöne Idee, aber ich befürchte das das nicht so sein wird. Die "Bäumchen" sind bewußt ausgewählte kleinwüchsige Sorten mit begrenzter Lebensdauer.
Eine Linde oder Buche oder Eiche wurde hier von Kommunen soweit mir bekannt ist im Umkreis von 50km nirgens gepflanzt. Nur kleinwüchsige Ahornsorten, japanische Kirsche allüberall.
Nicht zu reden von Bäumen die "Dreck" machen. Ein großer Kirschbaum irgenwo? Fehlanzeige.
Sogar um die Schulhöfe nur immergrünes Getrüpp. Nicht mal Haselnüsse, wo man sich was vom Busch holen könnte.