Erlend Øye Die Welt durch seine Brille

Berühmt wurde er mit seinen Bands Kings of Convenience und The Whitest Boy Alive. So berühmt, dass man ihn in Badehose erkennt © Mauro D'Agati

Kaum ein Popstar macht so unterschiedliche Musik wie Erlend Øye. Inzwischen lebt er auf Sizilien. Was will er da bloß? Und wie klingt er jetzt? Von

ZEITmagazin Nr. 41/2014

In einer warmen Spätsommernacht sitzt ein Mann an der Ostküste Siziliens auf einem Felsen am Meer, im Rücken die Stadt Syrakus, er spielt Gitarre und singt italienische Lieder. Der Mann ist schlank und groß, 1,92 Meter, er hat blaugraue Augen und lange, braune Haare, die von der Sonne heller geworden sind. Seine Haut hat diese unaufdringliche Bräune, die man nur bekommt, wenn man im Süden lebt. Er trägt ein Hemd mit Blumenmuster und eine helle Hose. Er singt leise, mit sanfter Stimme, begleitet von der Gitarre und den Geräuschen der Wellen.

Es ist ein Privatkonzert der besonderen Art. Denn der Mann mit der sanften Stimme spielt normalerweise in ausverkauften Hallen auf der ganzen Welt.

Erlend Øye, 38, aus Norwegen ist einer der prägenden Popmusiker des vergangenen Jahrzehnts. Bekannt geworden ist er als Kopf und Sänger der Band Kings of Convenience, die mit ihrem ersten Album im Jahr 2001 die Folkmusik wiederbelebt hat. Ein paar Jahre später hat er mit seiner nächsten Band The Whitest Boy Alive den Indierock tanzbar gemacht. Er ist einer der wichtigen Komponisten seiner Generation. Oder wie es die Pop-Website laut.de formuliert: Gehe man nach dem Einfluss, "den Erlend Øye in Sachen Musik und Styling auf Musikfans in den Nullerjahren hatte, kommt man nicht umhin, ihn zu einer der wichtigsten Figuren der europäischen Musikszene zu erklären – wenn nicht gar zu einem der wenigen echten Popstars".

Video: Erlend Øye spielt "Rainman" Abspielen

Was ihn zu einem echten Popstar macht, neben seiner Musik? Er war einer der Ersten, die den Look des Nerds populär gemacht haben, vor allem mit seinen großen Hornbrillen, die er trug, als sie sonst noch niemand trug.

Er weiß noch genau, wie er 1997 in einem Secondhandladen in seiner Heimatstadt Bergen ein Brillengestell ohne Glas entdeckte, "es war riesig, aber ich mochte es gleich, und als ich es aufgesetzt habe, sagte die Freundin, mit der ich unterwegs war: Steht dir gut!" Er ging damit zum Optiker und fragte, ob man Gläser einsetzen könne. "Schwierig", sagte der und fragte seinen Chef. "Das Glas wird brechen", sagte der Chef und schüttelte den Kopf. Bis ein alter Mann aus dem hinteren Teil des Ladens, der Besitzer, ihnen zurief: "Das Gestell kenne ich noch von früher, gebt mir zehn Minuten." Danach bekam Erlend Øye auf der Straße plötzlich Komplimente von Frauen, "früher hat sich niemand nach mir umgedreht. Im Gegenteil: In der Schule galt ich als der blasse, schlaksige Junge mit dem merkwürdigen Musikgeschmack."

1998, im Jahr nach dem Brillenfund, geht Øye nach London und nach Manchester, er stürzt sich in die Musikszene, lernt wichtige Leute bei Plattenfirmen kennen. Dann zieht er sich kurz zurück nach Bergen, wohnt wieder bei seinen Eltern und nimmt mit seinem Freund Eirik Glambek Bøe einige Songs auf. Er schickt sie nach London – und die beiden bekommen einen Plattenvertrag.

Sie nennen sich selbstironisch Kings of Convenience, Könige der Gefälligkeit, weil sie, ausschließlich von akustischen Gitarren begleitet, gefällige Folksongs singen. Ihrem Debütalbum geben sie den programmatischen Titel Quiet Is the New Loud und gehen auf Tournee. Die Intimität der akustischen Gitarren und Erlend Øyes sanfte Stimme strahlen eine große Ruhe aus: So konsequent hat man das seit Jahrzehnten nicht mehr gehört. Der New Folk ist geboren.

"Unser erstes Konzert in Deutschland werde ich nie vergessen", sagt Øye. Er fliegt am Tag des Auftritts direkt von San Francisco nach München, verliert seine Kreditkarte, kauft sich von seinem letzten Bargeld ein S-Bahn-Ticket und fährt direkt in die Innenstadt, zum Atomic Café, dem Club, in dem er abends spielen soll. "Ich war übermüdet", sagt er. "Eirik und ich gingen auf die Bühne und dachten, es wird wie immer, das Publikum hat keine große Erwartungen, außer ein paar Songs einer jungen Band aus Norwegen zu hören."

Doch kaum betreten sie die Bühne, herrscht Stille im Raum. "Alle starrten uns an, als seien wir das nächste große Ding." Und das waren sie. "Wir hatten offensichtlich nicht mitbekommen, dass wir nicht mehr irgendeine Band waren. Dabei haben wir uns selbst gar nicht anders gefühlt." An dem Abend wird ihnen auch klar, wie wörtlich ihr Publikum den Titel des Albums nimmt, Quiet Is the New Loud . "Erst im Laufe des Abends haben die Leute verstanden, dass das mit der Stille nicht ganz so ernst gemeint war."

Wenn Erlend Øye an den verrücktesten Moment in dieser Zeit denkt, fällt ihm Indonesien ein. "Der Konzertveranstalter hatte uns, wie auch immer, eine Polizeieskorte organisiert, damit wir schnell vom Flughafen in die Stadt kamen. Im Hotel wurden uns zur Begrüßung Blumenketten um den Hals gehängt, und ich bin erst einmal raus, gehe ein paar Schritte, hinter mir immer ein Bodyguard. Plötzlich sehen mich zwei Indonesierinnen und rufen: ›Kings of Convenience!‹ Nach fünf Minuten in Indonesien auf der Straße erkannt zu werden – das hat mich verblüfft."

Erlend Øye genießt den Ruhm und erträgt die Peinlichkeiten, die sein neues Leben mit sich bringt, "unvergessen, wie ich in Essen das Publikum mit ›Hallo, Düsseldorf!‹ begrüßte". Das Erstaunliche an den beiden ist, dass sie auf Pomp und Theatralik, auf die große Show verzichten und trotzdem erfolgreich sind. Als hätte die Welt nur auf zwei Jungs gewartet, die mit nichts als zwei akustischen Gitarren kleine leuchtende Musikmomente schaffen. Aber sein Partner Eirik Glambek Bøe hat auf eine Karriere als Popstar keine Lust, er möchte nicht so viel unterwegs sein. Erlend Øye geht es anders: "Mir war immer klar, dass ich nicht in Norwegen bleiben will, auch deshalb haben wir von Anfang an auf Englisch gesungen. Ich liebe Norwegen, aber warum sollten wir uns einschränken?" Obwohl sich die Kings of Convenience bis heute nicht offiziell aufgelöst haben, macht sich Erlend Øye also auf den Weg, eine Zeit des Reisens beginnt.

Ende 2001 geht er nach Berlin, die Clubszene dort interessiert ihn. Er ist früh dran, er ist einer der ersten internationalen Künstler seiner Generation, die nach Berlin ziehen. Und er ist verblüfft: "Ich hatte eine große Bandszene erwartet wie in London, aber da war nicht viel. Viele DJs, tolle Clubs, aber kaum Bands." Er ist viel alleine in dieser Zeit, geht tanzen, entdeckt Techno für sich. "Wenn ich heute nach Berlin komme, merke ich jedes Mal, wie sich die Stadt verändert hat: all die neuen Restaurants und Cafés, die es mittlerweile gibt! Heute ist Berlin so international, wie ich es mir damals erträumt habe." Beim Ausgehen lernt er Marcin Oz kennen, den DJ des legendären Clubs Cookies. Erlend, der Popstar, bewundert von der Tanzfläche aus Marcin, den DJ: Die beiden werden Freunde, fangen an zu experimentieren, verbinden Erlend Øyes Melodien mit den Beats von Marcin Oz und gründen die Band The Whitest Boy Alive. Ihr Sound ist für die Tanzfläche produziert, aber ausschließlich mit Instrumenten eingespielt, ohne Drumcomputer, DJ Marcin Oz übernimmt den Bass. Das ist neu. Und wieder ein internationaler Erfolg für Erlend Øye. Die Kritiker schwärmen: Während die Kings of Convenience noch gefeiert wurden als "Norwegens Antwort auf Simon & Garfunkel" (The Times), heißt es jetzt, The Whitest Boy Alive seien ein "Naturereignis" (FAZ) und produzierten einen "schönen Rausch" (SZ). Ihre Konzerte werden zu Partys, auf denen das Publikum tanzt wie in einem Club. Ihre Musik läuft in der amerikanischen Fernsehserie Dr. House. Als The Whitest Boy Alive im Juni 2014 ihre Auflösung bekannt geben, geht ein Aufschrei durchs Netz, und die FAZ bittet die Band: "Macht weiter!"

Erlend Øye macht auch weiter, nur anders, wieder einmal. Er ist schon vor einigen Jahren aus Berlin weggezogen. Erst nach São Paulo, dort hat er sich nicht wohlgefühlt, "das Wetter ist zwar toll, aber es ist nicht besonders inspirierend, wenn du mit der Gitarre durch die Stadt läufst, und vor jedem zweiten Haus stehen bewaffnete Sicherheitsleute". Er zieht weiter, für einige Monate nach Mexiko, dann kurz nach Bangkok. Und schließlich vor zwei Jahren nach Syrakus.

In der Spätsommernacht auf dem Meeresfelsen singt Erlend Øye jetzt ein Lied zu Ende und fragt: "Gehen wir zurück in die Stadt?" Wir verabreden uns für den nächsten Tag bei ihm zu Hause.

Ein paar Autominuten entfernt von der Altstadt hat er ein kleines Haus gekauft, abgelegen, mit Blick aufs Meer und einem wilden Garten. Er setzt sich in einen alten Sessel auf der Terrasse, streckt seine langen Beine aus, es gibt Espresso. Im Hintergrund zwitschern die Vögel.

Auf den ersten Blick könnte der neue Ort in Erlend Øyes Leben kaum abseitiger sein: Lange war Syrakus die größte und wichtigste Stadt Siziliens, dank des Hafens, auch dank Platons, der hier Philosophie lehrte. Aber das ist einige Jahrhunderte her. Heute leben etwa 120 000 Menschen hier, ein bisschen Tourismus, kaum kulturelles Leben. Was sucht Erlend Øye in Syrakus? "Italien tut mir gut", sagt er, "die Sonne, das Essen. Und meine Mutter hat sich ihr Leben lang gewünscht, einmal in Italien zu leben."

Während einer Tournee dort vor einigen Jahren kommt Øye auf die Idee, sich zu erkundigen, wo man hinziehen könne, wenn man nicht da wohnen möchte, wo alle wohnen. Syrakus wird immer wieder genannt, also fährt er mit seiner Mutter hin und verliebt sich in die Altstadt. Er kauft das Haus, und seine Mutter, die mittlerweile in Rente ist, zieht mit ein. Sie pendelt zwischen Norwegen und Sizilien, gerade ist sie in Bergen. Er sagt, dass er sehr dankbar sei für alles, was sie für ihn getan habe. Nie habe sie an ihm gezweifelt. "Ich wollte ihr den Italien-Wunsch unbedingt erfüllen, sie genießt die Sonne noch mehr als ich."

Dann erzählt er die Geschichte seiner Familie. Er wächst in Bergen auf, mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder. Als er zehn Jahre alt ist, nimmt ihn ein Freund der Familie, ein Schauspieler aus Oslo, zur Seite und erklärt ihm: "Ich bin dein Vater." Nachdem sein älterer Bruder geboren war, ist die Mutter noch einmal schwanger geworden, aber nicht vom selben Mann, sondern von dem Schauspieler aus Oslo. Wie hat Øye darauf reagiert? "Mein Stiefvater war der bad cop in unserer Familie, vielleicht ist es mir deshalb leichtergefallen, zu akzeptieren, dass er nicht mein leiblicher Vater ist." Øye nimmt einen Schluck aus dem Wasserglas. "Was wirklich spannend ist: Obwohl ich meinen biologischen Vater in meiner Kindheit und Jugend kaum erlebt habe, bin ich ihm unglaublich ähnlich." Inwiefern? "Ich sehe aus wie er, ich bewege mich wie er, und ich verhalte mich wie er." Wie meint er das? "Mein Vater ist ein Mann für die großen Momente, der perfekte Gast auf jedem Fest. Er ist charmant, lustig, die Leute mögen ihn sofort. Er verwandelt jede Party in seine Bühne. Er ist nur leider überhaupt nicht in der Lage, irgendeine Art von Beziehung oder Freundschaft aufzubauen und zu pflegen. Du kannst dich nicht mit ihm verabreden. Wenn du sagst, ich komme in zwei Wochen und besuche dich, kannst du dir nie sicher sein, ob er wirklich da ist."

Es sind harte Sätze, die Erlend Øye mit derselben sanften Stimme sagt, die man von seinen Songs kennt. "Ich beobachte meinen Vater aus der Ferne", fügt er noch hinzu. "Und ich versuche, aus seinen Fehlern zu lernen." Gelingt ihm das? Ist er ein guter Freund? "Lassen Sie es mich so sagen: Wenn Sie auch andere gute Freunde haben, die immer für Sie da sind, bin ich die perfekte Ergänzung." Er lacht.

Ein italienischer Freund kommt vorbei, es gibt Thunfisch, am Morgen gefangen, ob Øye welchen kaufen wolle? "Ja", sagt der, "dann gibt’s den gleich heute Abend." Danach erzählt er seine Familiengeschichte zu Ende. Seine Mutter hat sich oft in ihrem Leben von ihren Männern getrennt, auch von seinem Stiefvater. Er ist dieses Jahr gestorben, "er wurde nur 65, er war Psychiater. Ich glaube, sein Job hat ihm alle Kraft genommen. Er war oft sehr müde."

Erlend Øye erzählt, was ihm noch an Syrakus gefällt: "Du spürst die Geschichte, das Vergangene, das hat mich immer inspiriert." Schon nach dem ersten Erfolg mit seinen Folksongs hat er in einem Interview gesagt: "Unsere Musik kann nicht veralten, weil sie von Anfang an alt war." Syrakus sei außerdem "herrlich ruhig". Ruhe ist ihm wichtig. "Ich habe seit einigen Jahren einen Tinnitus, ein hohes Fiepen. Die Ärzte haben mir geraten, leisere Konzerte zu spielen." Das Fiepen war auch ein Grund für das Ende von The Whitest Boy Alive, "unser Sound war zum Tanzen da, den kannst du nicht leise spielen".

Seine neue Musik schon. Vor einiger Zeit hat er auf einem Musikfestival eine isländische Reggaeband kennengelernt und mit ihr ein Album aufgenommen für sein eigenes Label, das er mit seinem Berliner Freund Marcin Oz gegründet hat. Es ist entspannte Popmusik geworden, mit Zitaten aus den siebziger und achtziger Jahren, Melodien zum Mitsummen. Es heißt Legao und erscheint in dieser Woche.

Auf der Terrasse in Syrakus zeigt er das Albumcover, eine Zeichnung, die seine Welt zusammenfasst. Im Mittelpunkt ist sein Gesicht mit großer Brille, darum gruppiert Ausschnitte von Orten, die ihn inspiriert haben. Ein isländischer Vulkan (für die Reggaeband aus Island), Seoul (dort wurde sein neuer Videoclip gedreht), ein New Yorker Wolkenkratzer ("als Symbol für die Metropole schlechthin"), Thailand und Brasilien (dort hat er gelebt) und natürlich Syrakus. Würde er sich selbst als globalen Menschen beschreiben? "Ja, ich fühle mich so. Wir leben in einer Zeit, in der es zum ersten Mal in der Geschichte möglich ist, global zu leben. Aber natürlich hat mein Lebensstil auch mit meinem Beruf zu tun: Ich reise um die Welt und gebe Konzerte, weil ich damit mein Geld verdiene." Die Einnahmen aus den Plattenverkäufen sind auch für ihn längst zu gering, um davon leben zu können. "Ich will mich nicht beschweren. Es gibt viele Musiker, die sich über Streamingdienste wie Spotify aufregen, weil sie viel zu wenig Geld bekommen. Ich verstehe das. Bei mir ist es nur anders. Ich bin ja kein Künstler, der immer an der Spitze der Charts steht, aber meine Songs werden wieder und wieder gehört. Leute, die meine Musik mögen, hören sie oft jahrelang, und weil die Musik an vielen Orten auf der Welt gehört wird, komme ich insgesamt auf ganz gute Zahlen." Spotify zahlt ihm im Monat eine vierstellige Summe aus.

Es ist mittlerweile Nachmittag geworden in Syrakus, "wollen wir ans Meer fahren, bevor die Sonne untergegangen ist?", sagt er. Nach einer zehnminütigen Autofahrt kommen wir an einem kleinen Strand an, zwei Paare liegen auf ihren Handtüchern. Erlend Øye hat wieder die Gitarre dabei, er spielt ein paar Songs, geht ins flache Wasser, eine junge Frau kommt ihm entgegen, erkennt ihn, lächelt, er spricht sie an, sie unterhalten sich. In Italien war er mit den Kings of Convenience einmal auf Platz drei der Charts. Auch deshalb gefällt es ihm, hier zu leben. Er kann selbst einen abgelegenen Strand zu seiner Bühne machen, da ist er ganz wie sein Vater.

Wird es also immer so weitergehen mit ihm, von einem Ort zum nächsten? "Ich sehe bei meinen Reisen kein Ende kommen", sagt er und weiß auch, dass er dieses Leben nur führen kann, weil er alleine ist, ohne feste Beziehung. "Ich habe bislang einfach noch keine Frau kennengelernt, die bereit gewesen wäre, dieses Leben auf Dauer mit mir zu führen. Die meisten haben früher oder später einen Partner, Familie, Kinder. Sie binden sich. Ich bin ungebunden, und ich will so leben."

© ZEITmagazin

Seine Leidenschaft für alles Ungewöhnliche will er sich erhalten: In Neapel hat er eine Band kennengelernt, die perfekt alte italienische Popsongs nachspielen kann, mit ihnen will er als Nächstes zusammenarbeiten. Ein Lied auf Italienisch hat er bereits im letzten Sommer veröffentlicht, es war ein erster Test. Und in Syrakus, erzählt er, tut sich etwas, wenn auch langsam: Sein Labelpartner Marcin Oz hat sich bereits eine Wohnung in der Altstadt gekauft, neue Hotels werden gebaut, Øye würde hier gerne ein Musikfestival organisieren, und er kennt junge Musiker aus der Stadt, die gerade ein Album in Berlin aufnehmen.

Nachts, auf dem Felsen, nachdem er das letzte Lied gespielt hat, schaut er auf den leeren Strand. "Wer weiß", sagt er, "vielleicht sitzen hier in zehn Jahren ein paar Hundert Menschen mit ihren Gitarren?" Bei diesem Gedanken muss Erlend Øye selbst lachen.

Dieser Artikel stammt aus der aktuellen Ausgabe des ZEITmagazins, das Sie am Kiosk oder online erwerben können.

Kommentare

3 Kommentare Kommentieren