Familie Bin ich wie meine Mutter?

Unsere Autorin fragt sich, warum sie wiederholt, was ihr zu Hause vorgelebt wurde. Die Geschichte einer schonungslosen Selbsterforschung Von

ZEITmagazin Nr. 47/2014

Die Beziehung zwischen mir und meiner Mutter beginnt mit einer Lüge. Erst kurz nach meinem 18. Geburtstag erfahre ich die Wahrheit. Es ist das Jahr 1994. Ich sitze am Esstisch unseres Einfamilienhauses, die Schränke aus Holz, der Garten mit Teich, die Vorhänge schwer, draußen alles still – da meint meine Mutter plötzlich: "Wir müssen dir etwas sagen", und dann: "Papa ist nicht dein Vater." Mein Vater, der von einer Sekunde auf die nächste zu einem anderen Mann wird, blickt hoch, dann senkt sich sein Kopf: "Das heißt nicht, dass ich dich weniger lieb habe." Ich bin perplex und fühle mich seltsam unaufgeregt. Nicht leer, aber: betäubt. Ich möchte einfach nur weg.

Mein damaliger Freund studiert in der nächstgrößeren Stadt. Ich gehe hoch in mein Zimmer und packe meine Tasche. Bevor ich die Tür hinter mir zuziehe, frage ich meine Mutter: "Warum hast du das getan?" Sie kann mir nicht antworten. Dann gehe ich.

Von diesem Tag an wurde meine Mutter für mich zu einer Fremden. Sie trennte sich von meinem Stiefvater und zog sich zurück. 15 Jahre lang. Es gab kaum noch Kontakt. Weder zu mir noch zu meinem jüngeren Bruder. Ich hasste sie. Ich vermisste sie. Ich sah sie als Versagerin, als schlechte Mutter. In dieser Zeit wurde ich eine erwachsene Frau. Ich zog von zu Hause aus, begann mein Studium, ging Beziehungen ein, brach sie wieder ab. Ich fragte mich, wer ich war und wer ich sein wollte.

Und dann, mit Mitte dreißig, war ich auf dem besten Weg, so zu werden wie meine Mutter, wie die Frau, die mich jahrelang belogen hatte, die mir so fremd geworden war. Ich hatte mich in einer Beziehung verfangen, die mich hinunterzog. Ich hatte geglaubt, dieser Mann sei die Liebe meines Lebens. Wie meine Mutter es von meinem Vater geglaubt hatte, zu dem sie dann nach meiner Geburt jede Verbindung abgebrochen hat, den sie totgeschwiegen hat. Ich wurde, wie sie, nach nur wenigen Monaten schwanger: ein Wunschkind. So wie ich es auch gewesen war? Wie meine Mutter setzte ich alle Hoffnungen in diese Beziehung. Um mich dann doch nur in Streitereien zu verlieren, in Lügen und Verzweiflung. Wie meine Mutter machte ich mich klein. Innerhalb weniger Monate hatte ich mein Selbstbewusstsein verloren. Ich erkannte mich nicht wieder. Meine Beziehung zerbrach.

Als ich schließlich mein Baby in den Armen halte und daran denke, den Kontakt zum Kindsvater völlig einzustellen, wird mir all das erst richtig klar: Ich verhalte mich wie Mama. Ich bin wie sie. Ich habe ihre Rolle eingenommen. Und ich frage mich: Warum? Und: Wie komme ich da raus?

Heute glaubt man in der Regel nicht mehr an Schicksal. Das widerspräche der Vernunft, dem freien Willen des Menschen. Doch in diesem Moment fühlte sich mein Leben plötzlich an wie Schicksal. Natürlich wusste ich, dass es Muster gibt, in die wir verfallen und die automatisierte Reaktionen hervorrufen. Ich wusste, dass meine Eltern meinen Blick auf Männer und Frauen stark prägen. Aber ich wusste auch, dass ich ein selbstständig denkender und handelnder Mensch bin. Und ich dachte, ich hätte alles getan, um mir mein eigenes Leben aufzubauen. Ich dachte, ich hätte alles getan, um ein schönes Leben zu haben. Es klingt vermessen, das zu sagen, aber sogar: ein besseres Leben. Sagt man nicht, dass es die Kinder einmal besser haben sollen? Ich dachte, ich mache es besser als meine Mutter. Und dann fand ich mich plötzlich in einer fast identischen Situation wieder. Ich fühlte mich wie die Marionette meiner Prägung.

Ein paar Monate später sitze ich in einer Berliner Praxis für systemische Therapie. Es ist das Jahr 2011. Die systemische Therapie betrachtet das ganze System mit allen Komponenten, allen Beteiligten. In diesem Fall die Familie. Meine Familie.

Ich bin plötzlich davon überzeugt, den Mann gefunden zu haben, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen werde.

Auf einen weißen Flipchart zeichnet die Therapeutin mit schwarzem Stift Kästen, Kreise, Verbindungslinien. Es wächst ein Baum heran, der mir eine Familie zeigt, die ich so noch nie gesehen habe. Ein Gewächs aus Tanten, Onkeln, Großvätern, Urgroßmüttern. Wuchernd und schwer auf der Seite der Familie meiner Mutter. Zart und unbedeutend auf der Seite meines Vaters – einer Familie, die ich nicht kenne und deshalb nicht benennen kann. Mich erschlägt der schwere Ast der mütterlichen Familienlinie. Ich taufe sie intuitiv die Mafia. Eine Großfamilie, die immer zusammenhält, koste es, was es wolle.

Ich brauche einige Sitzungen, um überhaupt etwas sehen zu können. Die ersten Male sind verheulte Stunden, Versuche, diese Verzweiflung zu erklären, die mich überrannt hat. Mir ist der Boden weggerutscht. Doch ich weiß nicht mehr, warum.

Nach und nach wird meine Familie auf dem Flipchart als Geschichtsstruktur sichtbar. Die Therapeutin zeigt auf das Bild: Welche Themen tauchten immer wieder auf? Gab es Familiengeschichten, die immer wieder erzählt wurden?

Ich denke an die Geschichte meiner Ururoma Etta Katherina, einer Hebamme mit neun Kindern, die mit ihrer schweren Tasche auf dem Hollandfahrrad durch Friesland fuhr. Für mich war diese Frau etwas Besonderes. Eine starke Frau. Mir fallen auch zu den anderen Familienmitgliedern Geschichten ein, mehr noch, mir fallen sogar vermeintlich feste Rollen ein: Da ist die scheinbar ständig fröhliche Tante, der Chaot, die erfolgreiche Ausreißerin, die Karriere im Ausland macht. Meine Mutter war für mich die Bedürftige. Für ihre Geschwister war sie oft die schöne Rebellin. Mein Onkel sagt: Sie war ein heißer Feger.

Wer bin ich in diesem Gestrüpp? Und warum soll ich ihnen ähneln?

Mich rührt und erstaunt mein eigenes Bild auf dem Flipchart. Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich mich als das Kind meiner Eltern sehe. Ich bin ihr einziges gemeinsames Kind. Und ich sehe meine Eltern zumindest auf dem weißen Plastik nebeneinanderstehen. Eine Mutter und einen Vater, die es zusammen nie gab. So wie es eine Mutter und einen Vater zusammen für meinen Sohn nicht geben wird.

Dass ich entstanden bin, ist sicher kein Zufall. Zumindest hatte meine Mutter die feste Absicht, meinen Vater kennenzulernen – obwohl er verheiratet war. Damals wollte sie weg von zu Hause. Sie wollte Sportlehrerin werden, aber mein Großvater wollte das nicht. Unterstützung für ihre Träume gab es nicht. Es gab in einer Großfamilie mit sieben Kindern nur die Pflicht, keine Schwierigkeiten zu machen. Es ist das Jahr 1975. Uneheliche Kinder sind immer noch ein Makel. Auf dem Dorf eine Schande. Meine Mutter ist in einer Kleinstadt aufgewachsen. Sie ist eine schöne junge Frau von 21 Jahren, mit schwarzem, welligem, langem Haar. Auf einem Foto von damals trägt sie eine Jeansweste, dazu enge Jeans, natürlich mit Schlag. Wenn sie ihren Rücken durchdrückt, dann wird aus ihren 170 Zentimetern eine Statue in Wildlederstiefeln. Sie hat eine spitze, feine Nase und einen vollen Mund. Ihre Augen sind dunkel und kugelrund, ich kenne sie nur melancholisch. Doch auf dem Foto sind sie offen und neugierig. In ihnen kommt eine neue Welt zum Vorschein. Ihre Welt. Ihr Lieblingssänger ist Al Green. Sha la la la, la la la. And I love you. Sha la la la, la la la. Thinking of you.

Als ich 35 Jahre später den Mann kennenlerne, der der Vater meines Kindes werden wird, will ich bedingungslos lieben. Keine Angst mehr, keine Zweifel mehr. Ich will eine Familie. Es ist Sommer und sehr, sehr heiß, in den ICEs zwischen Berlin und Düsseldorf fällt dauernd die Klimaanlage aus, und ich tippe "Ich wäre jetzt gern bei Dir" ins Telefon. Worauf er antwortet: "Das bist Du doch." Es ist eine glückliche Zeit, vielleicht sind es sogar – und das sehe ich immer noch so – die glücklichsten Wochen meines Lebens. Ich habe zum ersten Mal das Gefühl, richtig zu sein. Ich, die ich immer gesagt hatte, heiraten ist mir egal, Kind zur Not auch alleinerziehend, bin plötzlich davon überzeugt, den Mann gefunden zu haben, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen werde. Ich bin besinnungslos verliebt. Niemand kann mir helfen.

Ich erinnere mich an meine eigenen Worte, als mich eine Freundin fragte, wie es ist, schwanger zu sein. Ich sagte: "Dass mir so etwas Schönes passiert, hätte ich nicht für möglich gehalten." Der Vater meines Kindes lächelte. "Jetzt bleibst du bei mir", hat er gesagt. Meine Mutter und ich hatten damals seit zwei Jahren wieder engeren Kontakt, doch in dieser Zeit hörte sie auf, mich anzurufen. Als ob sie eine Vorahnung gehabt hätte, erzählt sie mir später. "Ich hatte Angst", sagt sie. "Wovor?", frage ich. Seit ich die Therapie angefangen habe, stelle ich ihr viele Fragen.

Rückblick: Januar 1976, meine Mutter ist aufgeregt. Sie trifft meinen Vater in ihrer Wohnung. Vor einem Jahr ist sie eingezogen. Endlich weg von dem autoritären Vater. Weg von den Zwängen der Großfamilie. Erst gestern ist sie mit ihrer kleinen Schwester in die Wohnung gefahren, um ihr ihr neues Reich zu zeigen. "Sie war mutig, sie hat ihr Ding gemacht", erzählt meine Tante heute. "Ja, für mich war sie furchtlos. Fuhr mit ihrem Roller los, ich hinten drauf mit Omas gelber Mohairmütze, weil wir keinen zweiten Helm hatten." Während meine Tante sich, so gut es geht, unter dem gelben Mohair versteckt, denkt meine Mutter an den bevorstehenden Tag. Sie weiß seit Kurzem, dass sie schwanger ist. Was soll sie meinem Vater sagen? Und was ihren Eltern?

Die Familie hat eine sichtbare Macht über uns und eine unsichtbare. Auch wenn wir sie ablehnen, richten wir uns nach ihr aus.

Am nächsten Tag fühlt sie sich wie ein aufgeregtes kleines Mädchen. Dieses Mädchen wird sie immer wieder sein. Und ich werde es ihr nachmachen. "Ich bin schwanger." Sie sagt es schnell, fast trotzig. Sie lächelt. Mein Vater lacht und nimmt sie in den Arm. Er freut sich. Sie denkt: Alles wird gut. Jetzt werden wir eine Familie.Je größer der Bauch meiner Mutter wird, desto mehr streiten sich meine Eltern. Beide sind überfordert. Meine Mutter wohnt wieder bei ihren Eltern. Sie musste ihre Ausbildung abbrechen und kann sich ihre Wohnung nicht mehr leisten. Meine Mutter muss sich unterordnen. "Du bist nur wegen des Babys hier", sagt ihr Vater. Es ist eine Schande, von einem verheirateten Mann schwanger zu sein. Mein Vater hat sich von seiner Ehefrau getrennt und wohnt, er ist damals Ende zwanzig, bei seiner Mutter. "Warum seid ihr nicht zusammengezogen?", frage ich meine Mutter. Sie zuckt mit den Schultern.

Mein Vater zögert eine Entscheidung hinaus. Er steht zwischen seiner Familie und meiner Mutter, sie unter dem Druck ihrer Eltern. Die hassen den Mann, den meine Mutter liebt. Ihr Haus darf er nicht betreten. Für Zweisamkeit gibt es keinen Platz mehr. Sie treffen sich auf Spaziergängen, fahren mit seinem roten Ford Capri durch die Landschaft. Mein Onkel erinnert sich an ihre Streitereien. Er sitzt eingeklemmt auf dem Notsitz des Wagens, als mein Vater zu meiner Mutter sagt: "Jetzt muss Schluss sein!" Es folgen weitere Streits, mein Vater zweifelt die Vaterschaft an.

Meine eigene Beziehung bricht kurz vor der Geburt meines Kindes auseinander. Und fügt sich wieder zusammen. Und bricht wieder auseinander. "Die Geburt stehen wir noch durch, dann trennen wir uns", sage ich, doch ich hoffe etwas anderes. Schon damals dämmert mir, dass sich hier etwas aus meiner Kindheit wiederholt. Streitereien aushalten, Lügen aushalten, mich kleinmachen. "Was brauchst du noch, um zu gehen?", fragt mich ein Freund, als ich wieder einmal mit Tränen in den Augen am Küchentisch sitze.

"Wenn Sie jetzt sehen, dass Ihre Mutter damals ähnlich gehandelt hat und sich einen ähnlichen Mann gesucht hat, aus welchem eigenen Gewohnheitsverhalten ist dies entstanden?", fragt mich die Therapeutin.

Was ich über Männer gelernt habe, habe ich von meinem Stiefvater gelernt. Dem Mann, mit dem ich aufgewachsen bin. Er war autoritär und unsicher. Er wusste, wie er mich vor meinen Freunden demütigen konnte. Meine Mutter hat sich Männer gesucht, die sie kleinmachten und dadurch selbst größer wurden.

Wenn meine Mutter von ihrem eigenen Vater erzählt, dann klingt es, als spräche sie von einem entfernten Verwandten. Ich kannte ihn als interessierten, wachen Opa. Doch sie sitzt vor mir und sagt nüchtern: "Opa war autoritär. Er schrie und schlug zu." Ich frage: "Wovor hatte er am meisten Angst?" Sie denkt nach. Und dann sagt sie: "Ich würde sagen, vor Nähe. Ein Mal nahm er mich in den Arm. Da hatte ich in Biologie eine Eins geschrieben." Auch mein Stiefvater hat mich nur ein einziges Mal in den Arm genommen. Ich hatte in seinem Lieblingsfach Chemie eine Eins geschrieben.

Die Familie, das lerne ich in vielen Therapiesitzungen, hat eine sichtbare Macht über uns und eine unsichtbare. Sie ist das stärkste soziale Gefüge. Auch wenn wir sie ablehnen, richten wir uns nach ihr aus. Sie ist das Bezugssystem – auch wenn wir gegen sie opponieren. Deshalb stellen Erwachsene manchmal fest, dass sie nie wie ihre Eltern werden wollten, aber darüber vergessen haben, zu erkunden, wer sie eigentlich sein wollen. Der Psychoanalytiker und systemische Familientherapeut Helm Stierlin hat die Spannung zwischen der Individualität des Einzelnen und der Bezogenheit auf seine Herkunftsfamilie als "bezogene Individuation" beschrieben. Wer sich auf jemanden bezieht, obwohl er ihn ablehnt, ist immer noch abhängig von ihm. Die bezogene Individuation ist gelungen, wenn man selbstständig und unabhängig Entscheidungen treffen kann. Der Psychotherapeut Bernd Schumacher, der an der Universität Heidelberg intensiv zur Familientherapie geforscht hat und dem ich am Telefon von meiner Geschichte erzähle, formuliert es so: "Obwohl meine Eltern wollen, dass ich Jura studiere, studiere ich Jura."

In der Therapie sehe ich mich zum ersten Mal inmitten meiner Familie und denke: Obwohl ich mich so weit von meiner Mutter entfernt habe – ich habe studiert, bin in die Großstadt gezogen, gereist –, blieb ich doch in meinem Inneren, mit meinen Wünschen und Ängsten, die sich alle nun in dieser Wiederholung zeigen, ganz nah bei ihr. Auf der gesellschaftlichen Ebene sind Frauen scheinbar emanzipiert. Doch hier, im Individuellen, merke ich, die nach außen hin immer selbstständig war: Der Weg ist weiter, als ich dachte.

Als meine Mutter und ich wieder einmal zusammensitzen, frage ich sie, wie es ihr während ihrer Schwangerschaft ging. Sie hat mir noch nie davon erzählt. Sie dreht ihren Kopf weg und bricht in Tränen aus. "Ach scheiße", schluchzt sie und wischt sich die Tränen aus dem Gesicht. "Das war so mies. Ich wusste nicht, was ich tun sollte." Ich denke: Sie hat einfach nur versucht, es zu überstehen. Sie tut mir leid, und es tut weh. Ich kontrolliere meinen Atem, ein, aus, ein, aus. Ich möchte nicht weinen. "Hast du darüber nachgedacht, abzutreiben?", frage ich. "Ja, aber nur kurz", sagt sie. "Aus Angst."

Ich wurde am 14. Oktober 1976 geboren. 14 Rosen hat mein Vater meiner Mutter zur Geburt geschenkt. Kein Wunschkind. Aber das Kind einer Liebe, einer kurzen Liebe. Genauso schnell, wie sich meine Eltern ineinander verliebt hatten, gingen sie auch wieder auseinander. Ihre Beziehung hielt 14 Monate.

Am Neujahrstag 1977 beschließt letztlich meine Mutter, dass ihre Beziehung zu meinem Vater ein Ende haben soll. Sie versteckt das rote Stammbuch mit meiner Geburtsurkunde in der Kommode. Ein paar Monate später legt sie auch den Antrag für den Vaterschaftstest in ein blaues Kästchen. Der Test wird nie gemacht, weil mein Vater kurz vor seiner Abgabe die Vaterschaft anerkennt. Es ist die Beichte, dass er ein weiteres Kind mit seiner Frau bekommt, die meine Mutter endgültig dazu bringt, alles hinter sich zu lassen.

Wenn ich meinen Vater heute frage, wie die Beziehung zu meiner Mutter war, sagt er immer nur wenige Sätze: Ich habe deine Mutter sehr geliebt. Und: Wir waren viel zu jung. Es klingt wie eine Entschuldigung. Meine Halbschwester wird ein Jahr nach mir geboren. Ein Wiedergutmachungskind, sagt mein Onkel. Meine Halbschwester, sage ich. Meine Eltern haben seitdem nie wieder ein Wort miteinander geredet. Nie wieder.

Zwei Jahre nachdem unser Sohn auf die Welt gekommen ist, wird der Vater meines Kindes erneut Vater.

"Wissen Sie noch, warum Sie sich in Ihren Exfreund verliebt haben?" Die Frage der Therapeutin trifft mich. Ich erinnere mich: Wir liegen nebeneinander. Es ist hell, ich weiß nicht mehr, ob Vormittag oder Nachmittag, das Licht schwebt weiß durch das Zimmer. Ich spüre die Luft nicht, ich sehe das Licht nicht. Nichts ist von mir getrennt. Alles ist eins. Wir reden nicht. Ich höre ihn nicht einmal atmen. Unsere Hände berühren sich an ihrer Außenseite, sein kleiner Finger liegt auf meinem Handrücken. Wie lange schon?

Ich schreibe ihm einmal: Du hast alle Mädchenträume weggewischt. Er hat wirklich alles weggewischt. Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, meiner Kindheit entschwunden zu sein. Aber es ist nicht nur das: Ich bin nicht nur endlich eine Frau, ich bin zum ersten Mal ich selbst. Klingt das nicht absurd, denke ich heute. Hatte ich nicht alles in mir verloren? War ich nicht wie eine Schlange, die sich häutet, ständig gekränkt, versehrt, verwundet? Und wann war es mir aufgefallen, dass meine Geschichte vom Glück nicht einzigartig war? Sondern nur eine Kopie. Ein Abklatsch.

Ich denke an die Sehnsucht nach jemandem, der mich so nimmt, wie ich bin. Aber wollen das nicht alle Menschen?

In der psychotherapeutischen Praxis gibt es vier Korbstühle. Es steht Tee auf dem kleinen Tisch, der mich von der Therapeutin trennt. "Welche Rolle haben Sie in der Familie und gegenüber Ihrer Mutter eingenommen?", fragt sie.

Mit 15 war ich die Zuhörerin meiner Mutter. Und ich redete ihr zu: Lass dich scheiden. Lass dich nicht so von Papa herumkommandieren. Ich wurde zur starken Tochter. Ich dachte damals: Ich bin die Mutter meiner Mutter. Wenn ich heute auf sie schaue, als schwarzen Kreis auf dem weißen Flipchart, und die Therapeutin meinen fragenden Blick verfolgt, dann sehe ich das erste Mal auch, wer ich nicht war. Meine Therapeutin formuliert es so: "Welches Bedürfnis haben Sie gegenüber Ihrer Mutter unterdrückt?"

Ich weiß es nicht. Ich blicke an der Therapeutin vorbei auf die Bücherwand neben der Tür. Ich weiß es in dem Moment wirklich nicht. Ich denke: Was ist ein Bedürfnis? Ein Bedürfnis setzt einen Mangel voraus. Ich erinnere mich an das Bedürfnis, schwach sein zu dürfen. An das Bedürfnis nach Zuspruch. Nach Unterstützung. Nach ungeteilter Aufmerksamkeit. Nach bedingungsloser Liebe. Liebe war da, bedingungslose Liebe jedoch ein Luxus. Stattdessen musste ich: immer stark sein, alles hinkriegen. Es war vorauseilender Gehorsam gegenüber meiner Mutter: Sieh nur, du hast mich gut hingekriegt, richtig erzogen, ich mach’s richtig. Ich krieg’s schon hin. Ich mache nicht die gleichen Fehler wie du. Was ich von meiner Mutter auch gelernt habe: alles auszuhalten. Konflikte. Wut. Enttäuschung.

Das Wichtigste ist Unabhängigkeit, hat meine Mutter oft zu mir gesagt. Doch dieses Signal kam nicht von einer emanzipierten Frau. Es war ihr eigener Wunsch an sich selbst, den sie nicht verwirklichen konnte. Als sich meine Mutter von meinem Stiefvater scheiden ließ, war eine seiner ersten trotzigen Reaktionen: Was willst du denn allein? Aber ihr Glaubenssatz blieb bei mir: Ich brauche keinen, ich kann alles allein. Noch heute fällt es mir schwer, jemanden um Hilfe zu bitten oder jemandem zu sagen: Ich brauche dich.

Ein weiterer Gang durch die Tür der systemischen Praxis. Wieder sitze ich in dem Korbstuhl. Die Therapeutin fragt: "Welche Bedürfnisse standen hinter Ihrer eigenen Beziehungsidee?" Ich denke wieder an bedingungslose Liebe. Ich denke an die Sehnsucht nach jemandem, der mich so nimmt, wie ich bin. Und der das, was ich im Leben liebe, mit mir teilen möchte. Aber wollen das nicht alle Menschen?

Die Therapeutin wiegt den Kopf hin und her, als denke sie darüber nach. Und dann sagt sie: "Was ist für Sie eine bedingungslose Liebe?"

Ich sage: "Eine vertrauensvolle, sich selbst genügende Liebe", doch dann denke ich plötzlich: Ich habe mich einfach vergessen. Einfach vergessen für diese Liebe. Alle Bedürfnisse ausgeschaltet.

Warum führen wir die Muster unserer Eltern fort? Warum verlieben wir uns in den einen Menschen und nicht in den anderen?

Ich spreche für meine Recherche mit unterschiedlichen Therapeuten, lese Bücher, Artikel. Der Psychotherapeut Bernd Schumacher sagt: "Man kann es sich nicht aussuchen, in wen man sich verliebt. Mal ist es der Geruch, man findet sein Gegenüber schlau, sexy, mutig. Es wäre ja zu einfach, wenn man sich entscheiden könnte, sich zu verlieben." Der amerikanische Therapeut John Bradshaw schreibt: "Eine Partnerwahl ist eine unbewusste Entscheidung." Sein Buch heißt Familiengeheimnisse: Warum es sich lohnt, ihnen auf die Spur zu kommen.

Nun, im Nachhinein, versuche ich diese unbewusste Entscheidung zu verstehen, und immer wieder lande ich bei meiner Mutter. Es ist nicht nur die besonders enge Beziehung, die wir als Kinder, vor allem als Mädchen, zur Mutter haben. Wir haben auch gelernt, dass Mütter an den Problemen der Kinder schuld sind. Die Psychotherapeutin und Autorin Paula Caplan schrieb schon vor 25 Jahren in Don’t Blame Mother: "Die Fallgeschichten meiner Kollegen konzentrierten sich weiterhin nicht darauf, ob die Mutter das Problem verursacht hatte, sondern wie sie es getan hatte." Auch andere Autorinnen, wie die französische Philosophin Élisabeth Badinter, schrieben gegen das Ideal einer "perfekten" Mutter an, das die Töchter jedoch bereits verinnerlicht hatten. Auch ich tappte in die Falle und verlangte nach der perfekten Mutter. Verständnis für ihren Rückzug hatte ich erst, als ich selbst Mutter wurde und in einer schwierigen Beziehung steckte.

Das Geheimnis meiner Mutter hatte Einfluss auf mein Leben. Ich ahnte die Angst meiner Mutter, ihre Verletzung.

Wenn ich früher in einem Artikel über Mutter-Tochter-Beziehungen las, dass Töchter von ihren Müttern lernen, was es heißt, eine Frau zu sein, dann klang es einleuchtend – ich hatte jedoch nie darüber nachgedacht, was das für mich eigentlich bedeutet.

Für die Langzeitstudie LifE der Universitäten Potsdam, Zürich und Konstanz wurden 1600 Personen über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren zur eigenen Entwicklung befragt. Die Studie hat bestätigt: Kinder übernehmen die Werte der Eltern. Priming heißt diese Prägung. Unser Gedächtnis imprägniert sich im Laufe seiner Entwicklung mit Inhalten. Die werden unbewusst noch vor der eigentlichen bewussten Entscheidung abgerufen. So werden wir unbewusst von gelernten Inhalten geleitet. Ich habe gelernt, dass meine Mutter nicht glücklich war, und handelte stets in Opposition zu ihr. Sie war die Schwache, ich die Starke. Ich war die Rote Zora, die Anführerin, die Mutige. Die, die vorpreschte, wenn andere sich zurückzogen. Ich übernahm Verantwortung. Auch für sie. Doch sosehr ich mich auch in Opposition zu ihr begab, ich wurde von meiner Mutter geprägt. Es ist wieder das Prinzip der Bezogenheit: Solange ich mich in Opposition oder einer Kampfbeziehung zu meiner Mutter befinde, beziehe ich mich auf sie. Ich bin emotional viel abhängiger von ihr, als ich denke.

"Wenn Sie denken, dass Sie etwas wiederholt haben, und es Ihnen hilft – wunderbar. Ich glaube, das ist nur eine Konstruktion. Sie werden immer Ähnlichkeiten finden, wenn Sie danach suchen", sagt der Psychotherapeut Bernd Schumacher. Doch die Wiederholung, ob Konstruktion oder nicht, ist ein Erkenntniskatalysator. "Ich glaube, das, was bei Tieren der Instinkt ist, ist bei Menschen der Sinn. Wir versuchen Zusammenhänge herzustellen, damit die Dinge einen Sinn ergeben. Wir suchen ständig nach Sinn. Wir leben immer in Mustern", sagt Schumacher noch. "Es ist die Frage der Bewertung dieser Muster, die den Umgang mit ihnen verbessert. Welches nützt mir, welches behindert mich? Bin ich mir meines Musters bewusst?"

Ich gehe zu einer Familientherapeutin und erzähle ihr meine Geschichte, um mein Leben zu verstehen. Meine Mutter hatte diese Chance nicht. Sie hat so viel gewagt, um zu Hause rauszukommen. Wie groß muss ihre Scham gewesen sein, dass ihr Traummann nicht mitging? Ich kann nun besser verstehen, dass sie meinen Vater totgeschwiegen hat. Dass sie mich in dem Glauben ließ, mein Stiefvater sei mein Vater, dieser distanzierte Mann, der meinen jüngeren Bruder immer zu bevorzugen schien.

Während meiner Therapie habe ich sie mal gefragt: "Wer hat dir das Lügen beigebracht?" Sie antwortete prompt: "Mutti." Meine Großmutter fand immer einen Weg, die Wahrheit vor meinem Großvater zu verschleiern. "Sie hat immer die Pakete abgefangen, wenn sie etwas für uns Kinder bestellt hat. Opa sollte nicht merken, dass sie ohne sein Wissen Geld ausgegeben hat", erzählt meine Mutter. Konflikte mit den Kindern wurden totgeschwiegen, schlechte Noten, Ärger in der Ausbildung.

Das Geheimnis meiner Mutter hatte Einfluss auf mein Leben, es hat mich gelenkt. Ich wusste nichts über meinen wahren Vater, doch ich ahnte die Angst meiner Mutter, ihre Verletzung. Und ihre Lügen, ihr Schweigen haben sie auch zu einer unnahbaren Person gemacht. Aber wurde ich als 20-Jährige nicht auch Eisprinzessin genannt? Ich habe sie immer in Schutz genommen, war immer loyal, das hat sich erst geändert, als ich von der Lüge meiner Mutter erfuhr.

Zwei Jahre nachdem ich mit der Therapie begonnen habe, fahren meine Mutter, mein kleiner Sohn und ich zusammen in Urlaub. Es ist der Sommer 2013. Es geht mir viel besser. Ich fühle mich befreit von Bedürfnissen, die nicht meine waren. Ich habe das Gefühl, in wenigen Monaten um Jahre reifer geworden zu sein. Ich werde den Vater meines Kindes nicht verleugnen, die beiden sehen sich regelmäßig. Und ich genieße das Zusammensein mit meiner Mutter. Sie ist mir näher als jemals zuvor, vor allem auch deshalb, weil ich sie das erste Mal als Frau und nicht mehr nur als Mutter sehe. Mein leiblicher Vater hat, wenige Monate bevor ich schwanger wurde, den Kontakt zu mir gesucht. Wir sehen uns seitdem regelmäßig. Mein Kind hat Oma und Opa. Und ich habe plötzlich wieder eine Mutter und einen Vater.

In der Praxis fällt das Licht auf den Tisch vor mir. Der Schmerz ist weg. Ein neues Verständnis da. Dennoch sage ich immer noch: "Ich dachte immer, ich sei stärker als meine Mutter."

"Sie müssen ja nicht stärker sein."

"Sicher", sage ich. Und ich denke: Das stimmt. Ich brauche es ja gar nicht zu sein. Das ist befreiend. Ich sage: "Ich bin gar nicht die, die ich zu sein dachte."

Die Therapeutin nickt mir zu. "Die ganze Persönlichkeit, oder sagen wir, mehr von Ihrer Persönlichkeit wird sichtbar." Und dann sagt sie: "Vielleicht sind Sie ihr ähnlich und gleichzeitig auch ganz anders als Ihre Mutter?"

Und sie entlässt mich mit der Frage:

Wer und wie wollen Sie sein?

Nicole Zepter, geboren 1976, arbeitet als Autorin und Publizistin. Sie veröffentlichte das Buch "Kunst hassen" (Tropen/Klett-Cotta 2013) und ist Herausgeberin des Politik- und Zeitgeist-Magazins "The Germans". Zurzeit schreibt sie an einem neuen Buch, das sich mit Mutter-Tochter-Beziehungen befasst

10 Kommentare

Ich habe in etwa das Alter der Mutter der Autorin, kann mich noch gut an die 50er Jahre erinnern, an vom Krieg traumatisierte, ihre Kinder und Frauen prügelnden Männer, die still leidenden Mütter, der moralische Druck einer autoritätshörigen, verlogenen, heuchlerischen Gesellschaft. Wie konnte es nicht dazu kommen, dass daraus so viel seelisches Elend in der Nachkriegsgeneration entstand? Wir sollten uns von dem Konzept der Schuld bewusst lösen, genau hinschauen, zuhören, achtsamer mit uns selbst sein, achtsamer mit unseren Kindern sein, versuchen uns das Unbewusste bewusst zu machen. Dieser berührende Artikel zeigt uns, dass es nie zu spät ist, sich für ein glücklicheres Leben zu entscheiden.

Es widert mich an in welchem Zustand unsere Gesellschaft ist. Woher kommt dieser unsägliche Glaube von Frauen das Kind gehöre ihnen und sie dürften machen was sie wollen?
Ich mache die Feministen verantwortlich. Sie haben eine Generation von egoistischen Frauen geschaffen.
Es hat wohl seine Gründe weshalb so viele deutsche Männer den Traum an eine Familie aufgegeben haben. Liber kinderlos als abhängig von einer Frau zu sein ob man das Kind überhaupt sehen darf. Unfassbarer Zustand in unserer Gesellschaft!

@ felix.culpa

@ felix.culpa
Das ist genau diese unglaubliche Haltung die ich meine, die sich in unserer Gesellschaft mittlerweile etabliert hat.
Ich sage ganz genau, dass viele, ja sogar die Mehrheit der heutigen Männer, lieber kinderlos bleiben als von einer Frau abhängig zu sein ob man das Kind überhaupt sehen darf. Und Sie schreiben.... nun ja, das was Sie geschrieben haben.

Dass Sie nciht erkennen wollen wie falsch das ist und glauben mich beleidigen zu müssen, zeigt doch das ganze Ausmaß dieses Wahnsinns. Väter sollten auch die gleichen rechte wie Mütter haben, meinen Sie nicht? Vermutlich nicht.
Und anscheinend ist LexiK noch schlimmer, ihr Kommentar wurde ganz gelöscht. Ich hätte ihn zu gern gesehen und ich hätte ihn stehen lassen.
Wenn mich jemand beleidigt, dann sagt das doch mehr aus über denjenigen als über mcih. Also, liebe Zeit-Redaktion, seit ein bisschen liberaler, lasst die Kommentare stehen, mir macht es nichts aus wenn ich beleidigt werde.

Die Autorin des Artikels hat eine mehrjährige, mit seelischen Schmerzen verbundene Analyse auf sich genommen, die Beziehung zu ihrer Mutter, ihrem leiblichen Vater sowie ihrem Siefvater aufgearbeitet. Kurz: Sie hat Verantwortung für ihr zukünftiges Leben und ihres Kindes übernommen. Zumindest meinen Respekt hat sie dafür.

Im Gegensatz haben Sie, DonCojones, mit einer wohlfeilen Schuldzuweisung, die Verantwortung für den "unfassbaren Zustand unserer Gesellschaft" generell den "Feministen" zugewiesen. Was daran respektabel sein soll, kann ich nicht erkennen.

Bei meinem - zugegeben etwas despektierlichen - ersten Kommentar, hätte ich diesen Gedanken vielleicht voranstellen müssen.

Sie sehen also weiterhin nichts Falsches darin, wenn die Mutter mehr Rechte hat als der Vater? Und Sie können nicht leugnen, dass die Feministen für diesen Zustand verantwortlich sind.
Was die Autorin durchgemacht hat, habe ich doch gar nciht kommentiert, sondern nur dieses unglaubliche Selbstverständnis dass die Mutter das Recht hat zu entscheiden ob der Vater überhaupt am Leben des Kindes teilnehmen darf.

Ich finde es unglaublich dass, angeblich progressive Menschen, diese totlaitäre Ideologie namesn Feminismus verteidigen. Sie hatte ihre guten Tage, das will ich nciht bestreiten, doch mittlerweile ist alles nur noch negativ was von dieser Ecke kommt.

Mir ging es anders. Ich habe mich schon als relativ kleines Kind gefragt, wer eigentlich diese fremden Menschen um mich herum sind und was ich mit ihnen zu tun habe: Meine Familie. Mir 18 war ich aus dem Haus.
Meine biologische Verwandtschaft hätte ich nicht leugnen wollen, es war kein tieferes seelisches Band zu spüren. Das gab und gibt es eher zu weiter entfernten Familienangehörigen und - was mich ziemlich überraschte, manchmal zu Fremden. Man sieht sich das erste Mal und begegnet sich, als hätte man schon ganze Leben miteinander verbracht.
Ich finde systemische Therapie sehr nützlich und habe auch schon einige Euro dort hin getragen. Nicht weil ich besondere Probleme hätte. Eher, weil ich schon immer alles genauer wissen wollte, als andere. Es hat mir in meinem Leben sehr geholfen und lässt mich in Frieden mit meinen Angehörigen und Bekannten leben, seit ich sie in ihrem So-Sein annehmen kann.

Danke für den schonungslosen Artikel.
Die Quintessenz aus dem Ganzen sind für mich drei Dinge:
Erstens, man soll seine Kinder nie anlügen, gerade in so wichtigen Dingen wie ihrer Herkunft. Das Kind muss on Beginn an damit aufwachsen, dass es einen leiblichen Vater hat, als kleines Kind ist es doch viel einfacher, in dieser Situation die Normalität zu finden.
Zweitens: Wir sollten uns nie kleinmachen um eine Beziehung zu retten, das geht nie gut.
Drittens: Wir sollten unseren Kindern vorleben, dass es wichtig ist authentisch sein eigenes Leben zu leben. Eine gelungene Partnerschaft ist zwar eine schöne Sace, aber sie muss nicht zwingend und vor allem nicht allein Grund für das Lebensglück sein.

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