Harald Martenstein Über das soziale Geschlecht und neue Herausforderungen für Männer

© Fengel

Herr Schulz soll befördert werden. Endlich. Er hatte sein Leben lang dafür gebuckelt. Wegen der Quote muss nun aber eine Frau seinen Job im Aufsichtsrat kriegen. Von

ZEITmagazin Nr. 47/2014

"Schulz, mein Bester", sagte Direktor Tück, "ich will Sie im Aufsichtsrat. Der alte Müller hört ja übernächstes Jahr auf. Keiner kennt unseren Laden so gut wie Sie. Alle schätzen Sie. Die Vereinigten Stahlwollwerke AG wären ohne Sie nicht das geworden, was sie heute sind, nämlich der Weltmarktführer für Stahlwolle im Premium-Segment."

Schulz nickte. Endlich. Das war längst fällig.

"Es gibt allerdings ein kleines Problem." Direktor Tück räusperte sich. "Ab 2016 müssen 30 Prozent der Aufsichtsräte weiblich sein. Nur bei den großen Unternehmen, erst mal. Aber nicht zuletzt dank Ihres unermüdlichen Einsatzes, mein lieber Schulz, sind wir groß genug, um unter das neue Gesetz zu fallen."

Natürlich, das neue Gesetz. Schulz nickte. Das war’s dann also. Ein Leben für die Vereinigte Stahlwolle, welches ähnlich unvollendet bleiben würde wie die Fußballkarriere von Michael Ballack, der mit Deutschland nie einen Titel gewonnen hat.

"Lassen Sie den Kopf nicht hängen", sagte Direktor Tück. "Ich habe da eine Idee. Ich habe viel gelesen, wissen Sie. Das biologische Geschlecht heißt Sex. Daneben gibt es das soziale Geschlecht, also wie jemand sich verhält oder als was sich jemand empfindet. Das heißt Gender. Ob jemand Mann oder Frau ist oder etwas Drittes, nun, das hängt ganz von gesellschaftlichen Zuschreibungen ab. Die Biologie ist gar nicht so wichtig. Verstehen Sie?"

"Nicht ganz." Schulz war verwirrt.

"Ab morgen, Schulz, sind Sie eine Frau, die im Körper eines Mannes gefangen ist. So bringe ich Sie in den Aufsichtsrat. Die Vereinigte Stahlwolle nimmt jetzt mal eine gesellschaftliche Zuschreibung vor." Direktor Tück lehnte sich triumphierend im Sessel zurück. "Wir sind da in hundertprozentiger Übereinstimmung mit der Geschlechterforschung und der feministischen Theorie. Die Gleichstellungsbeauftragte muss es akzeptieren. Es bleibt ihr gar nichts anderes übrig."

"Herr Direktor – ich bin verheiratet, zum dritten Mal schon. Ich habe vier Kinder."

Der Direktor schmunzelte. "Nun, ganz offensichtlich sind Sie eine Frau im Körper eines Mannes, die sich stark zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlt. Da sehe ich kein ernsthaftes Problem."

"Wie müsste ich mich denn in Zukunft verhalten?"

"Sie verhalten sich wie immer. Wer, bitte schön, hat denn zu bestimmen, wie eine moderne Frau sich zu verhalten hat? Sie selber. Nur auf die Frage nach Ihrem Geschlecht antworten Sie ab heute immer ›weiblich‹. Eventuell ändern Sie Ihren Vornamen, und Ihre Personalpapiere. Die Rechtsabteilung checkt gerade, wie wir das machen. Wahrscheinlich müssen Sie einen Psychotest überstehen. Keine Sorge, da werden Sie vorher gecoacht. Sind Sie bei Facebook? Sie müssen noch heute Ihr Gender ändern. Man nennt das: doing gender."

"Ich glaube, da muss ich vorher mit meiner Familie reden."

"Tun Sie das, verehrte Frau Schulz, tun Sie das. Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen, das ist halt für Frauen noch immer nicht ganz einfach. Die Vereinigte Stahlwolle wird Ihnen helfen, wo sie kann."

Tück war zufrieden. Frau Schulz war ehrgeizig, die würde sich die Chance bestimmt nicht entgehen lassen. Und sie war die Beste. Als Unternehmer auf einem umkämpften Markt kam man heutzutage gar nicht darum herum, Gesetze ein bisschen kreativ auszulegen. Die Vereinigte Stahlwolle war jetzt 135 Jahre alt, die hatte schon ganz andere Herausforderungen überstanden.

Harald Martenstein ist Redakteur des Tagesspiegels.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

66 Kommentare

Überaus wohltuender Artikel. Der Witz ist zwar etwa so neu wie die legendäre "Salzstreuerin", aber wie dieser eben wohl der einzig gebotene Weg, mit dieser völlig gestörten Denke umzugehen.

Anders wird man mit den aktuellen Auswüchsen des Feminismus und seines neuen Festlandsdegens Gender nicht umgehen können, zumal sich diese Leute ja jeder Diskussion über den Unsinn, den sie da fabrizieren, mit zahllosen Worthülsen zu entziehen suchen.

Ideologen halt. Gut bezahlte Ideologen.

Manchmal seufze ich tief und denke mir, welche Sketches dem verewigten Loriot bei diesem Thema eingefallen wären. Wie etwa "Liebe im Büro" der Vereinigten Europa-Trikotagen GmbH ("Renate, würden Sie für mich Ihr Haar lösen?") - und dann kommt mir beim zweiten Nachdenken in den Sinn, daß L. sanft-gnadenlos-lächelnd abgerechnet hätte mit ... genau den alten machtversessenen Männern in den Vorstandsetagen. Lesen Sie Martensteins Parabel noch einmal genau durch - es ist das gleiche Anliegen. Der Herr Direktor "Tück" (selbstherrlich und verschlagen, wie der Name schon sagt - veriloquium nominis) und sein zu allem bereiter Sekundant "Schulz" (wie der Unterteufel bei Tom, Touché, der wiederum auf der dümmlichen Figur des SS-Manns in Lubitschs "To be or not to be" und auf dem ebenso beschränkten US-Serien-Lager-Kapo fußt, Berlusconi hatte darauf angespielt) - sie nutzen jeden Dreh, um selbst ein "Quötchen" zunichte zu machen, eben ein "Herren-Club" der Vereinigten Stahlwolle (höchst widerstandsfest, das Material - HM auf Loriots Pfaden). Von wegen "Götterdämmerung" und "Weiche, Wotan, weiche" - da mögen die Walküren ihren Ritt noch so effektvoll inszenieren - die wahren Drachen sind die Wirtschaftsriesen ...

Gender will geschlechterübergreifend bisherige Ungerechtigkeiten beseitigen. Würden dazu jedoch nicht auch z.B. Quoten bei den Beschäftigten auf Bohrinseln, bei der Müllabfuhr usw. gehören?

Gender soll auch eine Absage an negative, bisher typisch männliche Eigenschaften sein. Negativ seien beispielhaft die Machterlangung und -ausübung genannt. Warum dann gerade als "Symbol" als erstes eine Quote in Vorständen und Aufsichtsräten?

Gender will typisch weibliche Eigenschaften zum Wohle von Menschheit und Natur einbringen: Harmonie, Integration, Toleranz; Analoge Denkweise, Förderung der "rechten Gehirnhälfte" mit Intuition und "Ganzheitlichkeit". Wieviel davon ist allein einmal in den hier geposteten negativen Beiträgen zu finden?

Wir dürfen nicht jeder Gender-Professur unrecht tun. Viele arbeiten engagiert an den Zielen des letzten Absatzes. Aber gerade in ihrem Namen müssen pervertierende Abweichungen beim Namen genannt werden.

[Teil 2/2]

[Teil 2/2]
Nur Zeitungsschreiberlingen dienen Menschen, die mit den rigiden und häufig unwissenschaftlichen Genderrollen unserer Gesellschaft nicht zurechtkommen als Steilvorlage. Ich hoffe allen Feminismushassern ist wenigstens bewusst, dass sie hier auch eine im Kern männliche Personengruppe verspotten, nämlich all jene Transmänner, die ein männliches Identitätsgeschlecht haben und sich jeden Tag die Vorwürfe einhandeln, Sie wollten mit ihrem Geschlechtswechsel nur ihren sozialen Status verbessern.

Dafür, dass eine solche eine Geschichte in der Realität nicht funktionieren könnte sorgen indes lange Wartezeiten, offen sexistische Psychologen, sogenannte Alltagstests (es wird erwartet, ein Jahr lang vor allen relevanten Bezugspersonen im Zielgeschlecht zu leben, bevor es Hormone oder auch nur ein Rezept für die Blocker der bei Transpersonen schon rein körperlich depressionsauslösenden Geburtsgeschlechtshormone gibt). Solche Geschichten wie diese tragen (ebenso wie die paranoiden Fantasien alter englishsprachiger Radikalfeministinnen) dazu bei, dass es für diese Menschen sehr schwer bleibt. Bitte überlegen Sie sich, ob sie dazu beitragen wollen.

Eine ziemlich langweilige Geschichte - mir war die Pointe schon klar, als ich die Linkbeschreibung „Martenstein hat eine geniale Idee, wie Firmen um die Frauenquote herumkommen können” las.

Darüber hinaus bricht sie an der (wie gesagt nicht sehr überraschenden) Wendung ab. Wir erfahren nie, ob Schulze den Genderrollen ein schnippchen schlägt und fortan als Genderqueer, als Frau, oder eben in der Doppelrolle als Herr und Frau Schulze brilliert, oder - was nach meinem Kenntnissstand wahrscheinlicher wäre - alsbald als echter Patient auf einer Psychologencouch landet und sein Leben hinterfragt, weil die Unsicherheit über etwas für die Gesellschaft so zentrales wie Gender nicht auszuhalten ist.

Auf nonfiktionaler Ebene treffen Sie damit eher den gesellschaftlichen Mainstream, der im Gegensatz zum moderneren Feminismus schwerwiegende Probleme damit hat, eine Gruppe im einstelligen Prozent bis Promillbereich zu akzeptieren, auch wenn Sie die Denkmodelle etwas komplizierter machen. Selbst die Emma, jenes „Tante Alice erzählt vom Patriarchat und merkt nicht, dass sie längst die Seiten gewechselt hat” - Magazin nennt Transpersonen mittlerweile beim Identitätsgender.
[Teil 1/2]

Lieber Schnederpelz,

Lieber Schnederpelz,
aha: Leute, die sich am "Genderwahnsinn aufgeilen" (übersetzt: die jetzige Frauenbevorzugung überzogen finden) sind "gräßliche Arschlöcher".

Wenn +das+ das sprachliche und intellektuelle Niveau einer Generation von genderisierten Forist_x_en ist, dann wünsche ich mir fast schon das mittelalterliche Patriarchat zurück.

@ Haraxa: Interessiert Sie

@ Haraxa: Interessiert Sie das wirklich, die Antwort auf die Frage ob ich ein Schlechtmensch bin? Wollen Sie die von Ihnen beklagte "Diskreditierung wohlmeinender Begriffe" nun kontern mit einer persönlichen Diskreditierung von mir? Interessant.

Sie waren das doch mit der Aufforderung an Marteinstein, er solle nicht "weinerlich" sein? Und Sie vermissen nun also sachliche Auseinandersetzung? Auch interessant.

Und sachlich? Hier? Unter einer Glosse?
Mit säuerlichen Feminismusfans? Mit humorlosen Quotenbefürwortern? Wie soll denn das gehen? Mit Ideologen kann man doch gar nicht sachlich diskutieren! Die können das nicht gut, sachlich.
Über deren Beiträge kann man immer wieder mal lachen, und das wars dann schon.

Schönen Abend noch!

Lieber Herr Martenstein,

Lieber Herr Martenstein,
Sie schreiben seit Jahren höchst unterhaltsam über eine Vielzahl von Themen. Das können Sie richtig gut. Um so schader, dass Sie sich immer mehr ins Genderthema zu verbeißen scheinen und das Ihrem Niveau nicht zuträglich ist. Bereits die Kolumnen 24, 30, 41 und jetzt 47/2014 drehten sich ums gleiche Thema. Und die heutige Kolumne ist wirklich lahm. Gähn. Geschlechtsangleichung wegen Frauenquote. Damit wird man bei einer Schülerzeitung mit leidlich tauglicher Redaktion heimgeschickt. Leider nicht bei der ZEIT.
Klar, darf man auch über dieses Thema. Und Satire ja eh alles. Und dass so viele, die sich am "Genderwahnsinn" aufgeilen, gräßliche Arschlöcher sind, dafür können Sie ja auch nix.
Aber wenn's dann so in die Hose geht: Schreiben's halt mal wieder über was anderes.
Rät:
Walter Schnederpelz

Ich bin noch immer verwundert wie geschlossen die Medien die Frauenquote befürworten, ja sogar seit längerer Zeit propagieren.
So weit ich weiss, hat trotz all der Propaganda, das Volk die Quote nicht gefressen. Eine große Mehrheit ist dagegen.
Könnte man gegen diese Frauenquote nicht mit Demokratie argumentieren?

Herr Martenstein, Sie müssen mir mal erklären wie Journalisten denken, laufen alle der Herde nach oder sind die meisten schlicht nicht in der Lage zu erkennen dass gerade die Quote Diskriminierung schafft und höchst undemokratisch ist? Oder liegt es daran dass pro-Quote einfach zu zahlreich ist in den Redaktionen?

Dass die Frauenquote absurd ist, muss man nciht weiter argumentieren, das wussten die meisten auch vorher, spanneneder wäre darüber zu berichten wie Medien und Politik etwas durchsetzen, dass die Wenigsten wollen. Und warum sie das tun.

Danke Herr Martenstein!

Danke Herr Martenstein!
Geniessen Sie die entlarvenden erbosten Kommentare der Freundinnen und Freunde von Quote und Genderideologie. Darin steckt viel Neid. Neid: den bekommt man nicht umsonst, den muss man sich hart erarbeiten. Respekt! Schade dass Ihre Kritiker dabei so fantasielos sind.
„Haben Sie nie an die vielen unterdrückten Frauen Schulz gedacht?" Ach ja... "Mimimi - über Transgender macht man KEINE Witze!"… "Wahn! Pathologischer Hass" wird Ihnen unterstellt, Sie "hassen" sogar die "Geschlechterproblematik"... Na ei, gucke da! Und die anderen üblichen ollen Kamellen (shaming-Taktiken) kriegen Sie natürlich auch: mediokres/ biederes/durchschnittsdeutsches Gedankengut wähnen Kritiker gefunden zu haben (hatten wir irgendwo schon die Nazikeule?), "weinerlich" sind Sie (kamen schon „male tears“?, "Frau Martenstein" nennt man Sie, es wird hämisch vom "kleinen Mann" am "Martensteinchen" gemutmaßt... Gähn! Therapiebedürftig sind Sie auch. ... Langweilig. Hat man Ihnen schon den "white heterosexual male" vorgeworfen? Kam schon "Ey Patriarchat und so!"? Ich möchte fast wetten dass das hier noch ausgegraben wird.
Alles in allem: das Übliche, leider nur. Nichts neues aus dem feministisch-gutmenschlichen Lager. Unterhaltsam sind sie aber auf jeden Fall, die schäumenden und zickigen Quoten-, Feminismus- und Gender-Gutmenschen. So voller Gefühl, Empörung und bar der Kraft der fundierten Argumente. Sehr humorlos, vorhersehbar, nie innovativ, aber immer wieder: unterhaltsam!

Hm, ich denke mal, wenn sie so wenig von Gutmenschen halten, sind sie eher ein Schlechtmensch? Oder schließen Sie sich mit ihrer Wortwahl einfach unreflektiert der Diskreditierung eigentlich wohlmeinender Begriffe an? Schließlich benutzen Sie eine Taktik, die wohl nur 5 Minuten älter ist als die erste Kritik: Kritik als einfallslos abzutun anstatt sich damit inhaltlich auseinander zu setzen. Sogar der neue Terminus "langweilig" taucht bei Ihnen auf. Respekt, da haben sie es den Kritikern hier aber gegeben. ;-)

Einige Leser scheinen hier ja sehr gekränkt zu sein nachdem sie die Kolumne etwas einseitig gelesen haben. Die Kolumne trifft doch in ihrer polemischen Parodie nicht nur Feministen, sondern auch Maskulinisten (oder wie das jetzt genau heißt). "Die Vereinigten Stahlwollwerke AG", einen schöneren Ausdruck kann man doch gar nicht finden für ein klischeehaft männliches Unternehmen, einschließlich der Angst der Männer übervorteilt zu werden wie der große unvollendete Michael Ballack. Auf der anderen Seite zwei bekannte Thesen die oft nicht zusammenpassen (Frauen und Männer seien eigentlich gleich respektive Frauen würden aufgrund von x benachteiligt und das müsse ausgeglichen werden). Schon hat man die abstruse Situation, in der ein Mann eine Frau werden will um in den Genuss einer Maßnahme zur Bevorzugung ("Beseitigung von Nachteilen") von Frauen zu kommen. Eigentlich eine sehr schöne Idee, beide Seiten der aktuellen Debatte so gegeneinander auszuspielen.
Man kann sich getroffen geben und aufregen, muss es aber nicht.

EINMAL ein Text in der Zeit, der das Thema Gender mal von der Mann-Seite sieht (danke übrigens, Herr Martenstein und ZEIT für diesen Artikel) - und schon spuckt die Gender-Front Gift und Galle.

Liebe Gleichberechtigungs-Bewegte: seid doch mal tolerant - IHR habt 90% der SPON und ZON-Artikel auf eurer Seite.

Lasst doch mal die Männer-Seite GLEICH-berechtigt ihre Sichtweise darstellen.

Warum hat Harald Martenstein immer noch eine Kolumne, und warum liegt sie immer noch auf der ersten Seite des Zeit Magazins?

Ich frage, weil das was Herr Martenstein hier schreibt, nicht mehr nur verärgernd ist, sondern menschenverachtend. Menschen im Transgender-Spektrum sind einer der am stärksten verfolgten und diskriminierten Minderheiten. Nach jüngsten Studien haben mehr als die Hälfte aller Transgender Jugendlichen Suizidversuche unternommen oder zumindest darüber nachgedacht. Transgender Frauen, deren Identität der Kolumnist hier in Frage stellt, werden überproportional häufig Ziele von Gewaltverbrechen und Mord.

Transgender Menschen leiden, weil wütende, priviligierte Männer und Frauen sich weigern, ihre Identitäten anzuerkennen. Warum bietet Die Zeit Hass und Menschenverachtung eine solch' prominente Plattform?

man kann nicht immer[politisch korrekt] auf alle rücksicht nehmen.

probieren sie das mal mit soldaten, polizisten und anderen ähnlichen berufen. soll man bei ironischen artikel immer dazuschreiben, dass man die opfer der soldaten würdigt und den toten gedenkt? nein das tut man nicht, wieso sollten dann trangender, die es noch viiiiiiel weniger als soldaten gibt, rücksicht nehmen?

es geht auch gar nicht um transgender menschen, sondern zum beispiel die funktion in facebook, dass man sich 100 geschlechter aussuchen kann

@kazir

@kazir

"Political correctness is what we used to call mutual respect until people who aren't white men started asking for some."

Es geht eben sehr wohl um Transgender Menschen. Die Möglichkeit, sich mit dem Geschlecht auszuweisen (auf Personalausweisen, Dokumenten und in sozialen Netzwerken), mit welchem man sich identifiziert, ist ein Anliegen vieler Transgender Menschen. Jemanden mit dem Geschlecht anreden, mit dem jemand sich identifiziert, ist ein Grundsatz respektvollen Umgangs miteinander. Ich respektiere Ihr Geschlecht, es ist nicht zu viel von Ihnen verlangt, das von Transgender Menschen jeglichen Geschlechts zu akzetieren.

Zu dem Rest Ihres Kommentars: Weder Soldaten noch Polizisten sind benachteiligte Gruppen in unserer Gesellschaft, weder die eine noch die andere Gruppe hat eine Vergangenheit systematischer Ausgrenzung und Verfolgung. Soldaten und Polizisten werden bezahlt und ausgezeichnet dafür, dass sie Soldaten und Polizisten sind. Transgender Menschen sind Transgender Menschen und werden dafür verfolgt und diskriminiert. Die Analogie passt nicht.

polizisten werden nicht ausgegrenzt? sagen sie das mal den linken. es gibt genau 2 geschlechter des menschen: das weibliche und das männliche. alle anderen sind fehlkonstruktionen und diese menschen wissen das auch. jede minderheit hat ein recht, dass man sich über sie lustig macht. auch "transgender" menschen

Martensteinchen wie man es kennt. Keine Ahnung von nichts, aber einfach mal ressentimentgeladen den Frust des "kleinen Mannes" (ja ich bin mir der Doppeldeutigkeit dieser Formulierung sehr bewusst) auf´s Beste bedient, kann es sich nach getaner Arbeit (vulgo: geistige Brandstiftung) nun wieder seiner privilegiert-männlichen Bräsigkeit hingeben und sich freuen, es den fiesen, finsteren Bilderberger-New World Order-Genderisten, die seine heile schöne alte patriarchale, weiße, maskuline Welt, in der man(n) so ziemlich gegen alles holzen durfte was nicht männlich ist, drohen in Frage zu stellen (ungehörig aber auch! Das männliche Prinzip ist unhinterfragbar!), gegeben zu haben. Und der kleine Mann jauchzt und jubiliert. Wie schön das Ressentiment doch sein kann, wenn man(n) es nur ungehemmt ausleben darf, quasi mit offizieller Erlaubnis des Martensteinchens und ach! so schön, stolz auf die eigene Unbildung und Unwissenheit sein zu dürfen und es dem Martensteinchen gleich zu tun. Immerhin ist dem Martensteinchen zu Gute zu halten, dass es doch immer wieder schafft, den fiesen männlichen Bodensatz der Leserschaft herauszukitzeln. Nur so, zum Beweis, dass es den auch noch gibt und dass man weiß, wogegen es sich lohnt zu kämpfen :)

@donquichotte: Wie kommen Sie dazu, mir zu sagen, wie ich mich zu äußern habe? Dass Sie sich als Nicht-Maskulisten definieren ist ihre Angelegenheit und loben werde ich Sie dafür sicher nicht. Sie sind ein Mann und versuchen hier ihr männliches Privileg auszuüben, indem Sie mir das "rechte Benehmen" ans Herz legen. Vergessen Sie´s :)

Schon verstanden - Sie wollen gar keine Unterstützer, sondern in der selbst gewählten Klause der SektiererInnen hocken bleiben. Viel Vergnügen mit sich selbst, arme provocatrice. Es ist der Ton, der die Musik macht, selbst bei forenstalinistisch entgleisten Aussagen. Weshalb halbwegs vernünftiges Benehmen ein männliches Privileg sein soll, bleibt Ihr großes Geheimnis. Wie wäre es damit, zur Abkühlung mal Judith Butler zu lesen?!

AnnaCosima,

AnnaCosima,
können sie auch was anderes als beleidigen?
Was soll übrigens immer der Hinweis auf weiße Männer oder wollten sie eigentlich weise Männer schreiben? Schwarze oder Farbige Männer können wohl mit dem Genderismus eher gar nichts anfangen oder wo sehen sie die vielen schwarzen Gendermänner , in den Genderinstituten? Nennen sie doch mal Namen.
Umgekehrt wird ein Schuh draus, es sind alte, weiße, lesbische Frauen um das mal in ihrem Vokabular zu sagen.

Ja stimmtz, Frau Martenstein, wenn der Chef jemanden wirklich auf dem Posten haben will, wird er sich was einfallen lassen um das hinzu bekommen.

Andererseits wird die Quote auch gerne als vorgeschobenes Argument genommen, wenn man dem Mitarbeiter die wahren Gründe ersparen will und der Mitarbeiter glaubt das auch nur zu gerne.
Schließlich greift mann sich ja auch lieber, an den eigenen ..., als an die Nase.

Super Text, Herr Martenstein. Sie haben den Nerv getroffen, daß zeigt der Aufschrei der Herren.....ich meine Gendermenschen. Nun stellen Sie sich mal vor, sie müssten diesen Artikel an einer österreichischen Uni abgeben. Da haben Sie ohne ideologische Ausrichtung keine Chance mehr. So läuft es. Erst einführen, dann verbindlich machen, dann Abweichungen sanktionieren. Wie in den guten alten Zeiten:

http://www.faz.net/aktuel...

Also wenn es in der Frage nach dem sozialen Geschlecht nach Emotionalität geht, die gemeinhin uns Frauen verstärkt zugeschrieben wird, dann ist die Frauenquote beim Tagesspiegel, in den Kommentarspalten und Aufsichtsräten schon längst erfüllt. So viele Zukurzgekommene, die jammern wie Wasch- und Klageweiber. Aber schön, dass Herr Martenstein sich auch von seiner zickigen Seite zeigt :-)

Wow, hier tingeln ja einige bierernste Gestalten durch den Kommentarteil.
Wir sollten dringend Fördergelder für die Erforschung von Energiegewinnung aus den Tränen empörter Foristen lockermachen.
Aber was interessiert's mich, ich bin ein Pandabär, gefangen im Körper eines menschlichen Mannes. Ich geh' enspann durchs leben *Bambus mümmel*.

Sehr geerhter Herr Martenstein,
dass schöne an einem ironisierenden Artikel ist: Alle Schlampereien, Ungenauigkeiten und fraglos übernommenden Vorannahmen können als "ironisch" betrachtet werden. Zum Beispiel:
1. Die fragwürdige Praxis Leute aus der Führung direkt in den Aufsichtsrat zu berufen
2. Die offensichtliche Unkennntnis von Ihnen über die letzten 30 Jahre feministischer Theorie
3. Die Schwierigkeiten einer Geschlechtsumwandlung in Deutschland
4. Die problematische Ansicht eines unvollendetes Lebens, wenn es nicht im Aufsichtsrat endet
5. Die Vorgeschichte wie Herr Schulz wohl in seine jetzige Position gekommen ist, die natürlich nur mit Leistung zu hat. (was suggeriert, dass es gar keine geschlechtliche Diskriminierung gibt.)

Alles in allem ein Artikel, der so auch auf einer Seite von Maskulinisten und ihren Verschwörungstheorien stehen könnte. Aber mit einem ironischen Häubchen schafft ders auch in DIE ZEIT.
Würde hier ein Artikel über Frau Schulz stehen, die ohne Quote den Job nicht bekommen hätte, trotz lebenslangem Buckeln, weil sie nicht Teil der Seilschaften ist, würde es heißen: Seien Sie nicht so weinerlich.

Daher von mir an Sie: seien Sie nicht so weinerlich!

gruß
Haraxa

Es lebe das ironische Häubchen! Schließlich ist es das Spitzenprodukt des "Undoing Gender" (ich zitiere mal Wiki): "Es ist beim Undoing Gender möglich, daß Personen das Geschlecht lediglich registrieren und in der Interaktion 'formelhaft mitlaufen lassen', sich aber nicht als Männer bzw. Frauen adressieren und entsprechende Interaktionsskripte in Anschlag bringen". Das bedeutet: Wo auch immer Sie sind, Sie entscheiden selbst, wie Sie sich gerade gerieren" ... wenn das nicht Eironeia im Wortsinne ist "detractatio sui" (Herabsetzung ihrer/seiner selbst). Ach ja, ohne diese Technik kämen kritische Dialoge gar nicht in Gang - nachschauen, bei Sokrates (dessen "Dialog" mit Xanthippe allerdings gestört gewesen sein soll - vermutlich kannte sie Judith Butler noch nicht).

Martenstein talks about his interpretation of gender? not this shit again!

Eigentlich meiner Aufmerksamkeit gar nicht wert, werden die immer gleichen Plattheiten herausgekramt. Jetzt ist es eben der arme, zu kurz gekommene, sein ganzes Leben lang schuftende 'Mann' der durch die böse Frauenquote benachteiligt wird. Hier werden auf massiv unsachlich-polemische Weise zwei Aspekte vermischt und gegeneinander ausgespielt.

Wie viele "Frau Schulz'es gibt es denn, die sich "ihr Leben gebuckelt" haben und trotzdem nicht befördert werden?

Außerdem ist es eine schlicht ignorante Lüge, dass "die Biologie" keine Rolle spielt. Martenstein suggeriert, dass die Gender Studies die Biologie ignorieren würde, was sie nur 'leider' nicht tun. Aber um das zu wissen, müsste man sich eben intensiver mit dem Thema befassen, anstatt seiner Ideologie unkritisch treu zu bleiben.

Für die medizinisch-biologische Perspektive kann z.B. das Buch von Heinz-Jürgen Voß gelesen werden: http://www.amazon.de/Maki...

Da ist er ja wieder: Der zweiwöchig? wöchig? gefühlt täglich? erscheinende Kommentar von Harald Martenstein, der idealen Verkörperung durchschnittsdeutscher Befindlichkeit. An ihm lässt sich ablesen, was tief in der mediokren deutschen Seele schlummert: Das unausrottbare Ressentiment des Zu-kurz-Gekommenen, des sich als Opfer sinistrer Mächte begreifenden, dabei doch eigentlich >rechtschaffenen<, weil an die biedere Behaglichkeit bundesdeutscher Zustände restlos angepassten Reaktionärs.

Ihr - ich nenne es mal - >Interesse< an dem Komplex >Gender< grenzt an's Pathologische, Herr Martenstein. Selbst in Ihren faden >Kolumnen<, die ganz andere Themen behandeln, taucht das Wort getarnt in einem Seitenhieb auf die von Ihnen gehasste Geschlechterproblematik immer wieder auf. >Einseitigkeit< wäre ein noch zuvorkommender Vorwurf, >Besessenheit< und >gefährliche Fixierung< treffen es besser.

Wenn Feindbilder sich verselbstständigen und das Denken zu beherrschen beginnen, wäre es an der Zeit, Hilfe einzuholen, Herr Martenstein. Vielleicht überlegt es sich ja auch jemand in der Redaktion, das unverantwortliche Verhalten einzustellen, Sie hier in Ihrem Wahn und pathologischem Hass schreiben zu lassen, und nimmt sich endlich Ihrer an. Zu wünschen wäre es ja.

Statt persönlich zu werden sollten Sie mal lieber die Ebenen trennen, auf denen sich die Dinge abspielen: Es ist wohl ein erheblicher Unterschied, ob es im täglichen Miteinander Ungerechtigkeiten gibt (die allerdings im Einzelfall zu belegen wären) oder ob als Antwort darauf staatlich organisierte Ungerechtigkeit eingeführt wird. Mir scheint, die Vertreter jeglicher Quoten sind die eigentlich Besessenen, treiben die das Thema doch unermüdlich voran - und dürfen sich nicht wundern, wenn ebenso unermüdlich dagegen argumentiert und auch im Rahmen von solchen Beiträgen persifliert wird.

Sie erwähnen das Wort "Feindbilder" in ihrem Beitrag. Ich glaube, damit kann der Feminismus bzw. aktuell der Genderismus auch gut dienen. Früher war das der Mann, im poststrukturalistischen Gender-Feminismus ist die Wurzel alle Übels der weiße heterosexuelle Mann. Wie war noch mal der Spruch mit dem Glashaus?

Wäre schön, wenn man nur einen Psycho-Test machen müsste, um seinen Personenstand zu ändern. Stattdessen muss man eine Psycho-Therapie machen und zwei von einander unabhängige Gutachter müssen bestätigen, dass man Trans* ist - dann kann man die Änderung beantragen.

Davon abgesehen ist diese "Geschichte" für wirkliche Trans* Menschen aber doch eher beleidigend - suggeriert sie doch, dass es diese gar nicht geben würde.

Sehr geehrter Herr Martenstein,
Sie scheinen ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden zu haben. Das finde ich gut!
Stellen Sie sich vor, ich habe von vielen ähnlichen ungerechten Fällen wie denen Ihrer Frau Schulz gehört. Ein echtes Ding ist das, zum wütend werden!
Dort war die Situation nur etwas anders: Viele arbeiteten sich ihr ganzes Leben lang den Rücken krumm, nur um zu sehen, dass jemand anders, mit weniger Arbeitserfahrung, bevorzugt wurde. Oft einfach nur, weil die bevorzugten Personen mit den höhergestellten befreundet, oder ihnen einfach nur ähnlich waren. Unglaublich!
Warum wird gegen diese Ungerechtigkeit nichts getan, fragen Sie mich? Meine Annahme ist, dass viele Personen in unserer Gesellschaft ein so starkes Gerechtigkeitsempfinden haben, dass sie nicht wahr haben wollen, dass so eine Ungerechtigkeit existiert. Dieses Ausblenden passiert insbesondere dann, wenn sie das Gefühl haben, ihnen würde vorgeworfen, selbst Teil des Problems zu sein. Unter Einbezug selbstwertdienlicher Gründe ist diese Blindheit nur nachvollziehbar. Zu allem Übel schreiben diese Gerechten jedoch so manche Kolumne in großen deutschen Zeitungen und wettern dagegen, wenn endlich versucht wird, autoritativ gegen die oben geschilderten Ungerechtigkeiten vorzugehen. Einfach nur ärgerlich, dass ihnen unter dem Deckmantel der 'Kontroversialität' immer noch eine Bühne geboten wird. Das sehen Sie doch bestimmt genauso, Herr Martenstein?
Beste Grüße
Joe Bacchantes
PS: Die hunderttausenden Frau Schulzes, die ich beschreibe, haben sich

Die meisten Menschen - egal ob Mann oder Frau - arbeiten sich "den Rücken krumm", kommen auf keinen grünen Zweig und erfahren Ungerechtigkeiten durch männliche oder weibliche Chef.. Das zeigt mir meine humanistische Weltsicht, die - im Gegensatz zum Feminismus - nicht ein Geschlecht ausspart!

Sehr gut! Herr Martenstein zeigt mit seiner - noch - fiktiven Kurzgeschichte auf, wie Männer zukünftig dem hegemonialen Staatsfeminismus ein Schnippchen schlagen können. Die Genderideologie, u.a. von weit über 200 staatlich bezahlten Universitätsprofessorinnen vertreten, geht ja davon aus, dass das Geschlecht sozial konstruiert sei. Und was lediglich sozial konstruiert ist, also auch nicht am Äußeren festzumachen ist, kann man(n) ja auch dekonstruieren und es kann letztlich auch nicht kontrolliert werden, welches soziale Geschlecht ein biologischer Mann WIRKLICH hat, weil das nach der Genderideologie nur von seinem Inneren, seinem Selbstbild in Form von Denken und Fühlen abhängt.

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