Wochenmarkt Eine kräftige Selleriesuppe

Wolfram Siebeck hält nicht viel von den Kochkünsten unserer Kolumnistin. Von
ZEITmagazin Nr. 48/2014

Neulich hat Wolfram Siebeck mich eingeladen, mit ihm auf seiner Burg gemeinsam etwas zu kochen. Nach dreieinhalb Jahren Kochkolumne der Ritterschlag! Ich habe Ja gesagt. Ich hätte ihm auch gern verkündet, dass meine Kolumnen aus dreieinhalb Jahren jetzt als Buch erschienen sind – etwas, worauf ich stolz bin, und ich hoffe, dass Sie, lieber Wochenmarkt-Leser, auch etwas stolz auf mich sind. Ich habe mein Buch Siebeck gegenüber dann doch nicht erwähnt, denn er hält, stellte sich heraus, überhaupt nichts von meinen Kochkünsten. Aber ich bin eine gelehrige Schülerin. Ich habe ihm dabei zugesehen, wie er zusammen mit seiner unglaublich netten Frau Barbara ein Kartoffelpüree abschmeckte. Sinngemäß sagte er so etwas zu mir wie: Schätzchen, niemals bei der Butter sparen! Dieses Prinzip habe ich bei dieser Selleriesuppe sofort angewendet. Das Wässrige geht, das Aroma kommt, wenn man ordentlich Butter dazugibt. Zuerst Sellerie und Kartoffel schälen und in 1 Zentimeter große Würfel schneiden. Zwiebel in Streifen schneiden. Die Hälfte der Butter in einen großen Topf geben, zerlassen, das Gemüse darin anschwitzen, ungefähr 4 Minuten lang, dabei häufig umrühren. 1 Liter kochendes Wasser dazugeben (sodass die Selleriewürfel gerade bedeckt sind) sowie Piment, die klein geschnittenen Stängel der Petersilie, Thymian, Lorbeer, Pfefferkörner, Salz. Das Ganze 40 Minuten lang bei mittlerer Hitze zugedeckt köcheln lassen. Thymian, Piment, Lorbeer, Pfefferkörner herausfischen. Eventuell noch mal salzen. Abseihen und den Fond aufbewahren. Die restliche Butter zu den weich gekochten Selleriewürfeln geben, fein pürieren. Sahne dazugießen sowie nach und nach den Fond – bis die Suppe die gewünschte Konsistenz hat. Zum Schluss die Vanille unterrühren.

Selleriesuppe mit etwas Vanille (für 4 Personen)

Zutaten 1 Knollensellerie (geschält ungefähr 1 Kilo), 1 Kartoffel, 1 Zwiebel, 160 g Butter, 6 Pimentkörner, die Stängel von ½ Bund Petersilie, 2 bis 3 Thymianzweige, 1 Lorbeerblatt, ein paar schwarze Pfefferkörner, 1 TL Salz, 1 l heißes Wasser, ½ Becher Sahne, Mark von ½ Vanilleschote

Das Buch mit Elisabeth Raethers Kolumnen heißt "Wochenmarkt. Die frischen, einfachen Rezepte aus dem ZEITmagazin" und ist im Bloomsbury Berlin Verlag erschienen

Kommentare

16 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Liebe Frau Raether,

Liebe Frau Raether,

lassen Sie es sich nicht verdrießen. Ich zähle mich zum kulinarischen Fußvolk und bin dankbar für Ihre Rezepte. Siebeck ist mir zuviel "lassen Sie erst mal den Fonds aus der Perlhuhnkarkasse 7 Stunden einkochen und hobeln Sie dann mit dem Samuraischwert die aus dem Périgord frisch eingeflogenen Trüffel über die Nierchen vom handgestreichelten Charolais-Kälbchen."