Spielzeug Horrorspiele

Wer heute einen Spielzeugladen betritt, den erwartet ein Gruselkabinett aus rosa Ponys und Kampfflugzeugen. Wieso arbeitet die Branche mit Geschlechterklischees, die wir längst hinter uns lassen wollten? Von

ZEITmagazin Nr. 49/2014

Meine Tochter ist zehn Jahre alt. Sie spielt Fußball, isst gern Spaghetti, singt lauthals, erzählt Witze und liest meterweise Abenteuer der Drei ???. Was könnte ihr als Weihnachtsgeschenk gefallen? Ich muss lächeln, wenn ich daran denke, wie sie sich auf meine selbst bestückten 24 Jutesäckchen zum Advent freut, die sie schon seit Babytagen kennt. Also mache ich mich auf die Suche nach dem ultimativen Weihnachtsgeschenk, das am Festtag Begeisterungsstürme auslösen wird. Dieses Jahr beginne ich bei Toys ’R’ Us in Berlin-Steglitz, im Obergeschoss eines Einkaufszentrums. Grelle Farben, schrille Töne, eine Mutter ruft in Richtung Rolltreppe ihrem Kleinkind etwas hinterher, ein kleines Mädchen bremst auf einem Traktor direkt vor meinen Füßen, riesige Plüschpferde, Luftballons. Im Spielwarenladen Toys ’R’ Us wird auf einer Fläche eines Fußballfelds tonnenweise Spielzeug angeboten. Eine unendliche Auswahl – auf den ersten Blick.

Ich stehe vor einer Wand mit Actionhelden. Der Lego-Bestseller Star Wars bietet Fantasy-Flieger, schwarz, glitzernd und gefährlich. Sie heißen Imperial Star Destroyer, Scout Fighter. Außerdem gibt es ein Wesen names Wolverine, zwischen Wolf und Mann, mit Krallenhänden und Maske, kleinem Kopf, vor Kraft strotzendem Körper.

Auch für kleine Mädchen wie meine Tochter hat Toys ’R’ Us etwas im Angebot: Feen, Prinzessinnen, rosarote Pferde, je nach Alterszielgruppe mit oder ohne Einhorn. Einen Adventskalender für die "Girly Party" mit Lipgloss und Bodyglitter. Die schwarz-lila-ekelgrüne Monster-High-Barbie, eine Modepuppe, die noch dünner ist als das Original, in einem von Horrorfilmen inspirierten Outfit. Auch gibt es ein rosa Teeset aus Holz, den Pom-Pom-Baby-Pandabär mit Schleife auf dem Kopf, das "Fütter mich"-Katzenbaby. Einen Globus mit rosa Ozeanen, einen rosa Krankenwagen aus Plastik.

Kämmen, Pflegen, Füttern: Das sind die Tätigkeiten, zu denen Mädchenspielzeug anregt. © Christian Hagemann

So viel Auswahl! Und doch bin ich enttäuscht. So groß ist die Auswahl offenbar doch nicht: Kämpfen, Schießen, Konstruieren und Kaputtmachen für die Jungs, hier schult eine neue Männergeneration ihr technisches Verständnis und trainiert ihre Aggression. Für die Mädchen sieht die Zukunft anders aus: Pflegen, Sorgen, Kümmern, Füttern – aber vor allem sollen sie harmlos sein. Ihre Haare kämmen und schön aussehen.

Dabei lief es doch für die Gleichberechtigung der Geschlechter in den letzten Jahren gut: Frauenquote, die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau, Alltagssexismus, diese Themen werden heute heiß diskutiert. Elternzeit gibt Vätern Raum für Veränderung. Die Geschlechterrollen sind beweglicher geworden, als manche es für möglich gehalten haben. Selbst viele in der CSU wollen heute feministisch sein. Doch im Spielzeugladen sind die Geschlechterwelten getrennt wie in einem türkischen Hamam.

Wieso zwängt die Spielwarenindustrie unsere Kinder in Rollen, die wir Erwachsene im breiten Konsens als ungerecht erkannt und überwunden haben? Machen wir Eltern etwas falsch?

Wir sind uns keiner Schuld bewusst. Ich kenne niemanden, der sagen würde: Ich will nicht, dass mein Sohn mit Puppen spielt! Oder: Ich will, dass meine Tochter ihre Haare hüftlang trägt! Bei vielen Eltern ist es so, dass sie hilflos danebenstehen, wenn ihr Kind sich Rollenbilder aus der Mottenkiste zusammensucht. Im Toys ’R’ Us beobachte ich, wie eine Mutter ihrer Tochter den Monster-High-Barbie-Adventskalender mit 24 Monsterüberraschungen aus der Hand reißt. "Die Schminke verträgt deine Haut sowieso nicht", sagt sie. Eine jämmerliche Notlüge. Oder sie hat wirklich Sorge, dass die zarte Kinderhaut die Billigschminke nicht verträgt.

Nach meinem frustrierenden Einkaufsbummel rufe ich eine Genderexpertin an. Sie ist Professorin für Allgemeine Didaktik und Theorie der Schule in Wuppertal und heißt Maria Anna Kreienbaum. Sie ist überzeugt, dass das, womit Kinder spielen, sich auf ihr späteres Leben auswirkt. Sich schön machen und andere häuslich umsorgen: Viel mehr Lernangebote macht die Spielwarenindustrie Mädchen nicht. Aber wenn bestimmte Fähigkeiten spielend nicht erlernt werden, fehlen sie den Frauen später. Oder?

Schon Grundschülerinnen lernen heute, sexy zu sein. Sie bewundern im Kino die Wespentaillen ihrer Lieblings-Disney-Figuren

Eine Eigenschaft allerdings fördert Mädchenspielzeug über die Maßen: die Gefallsucht. Schon Grundschülerinnen lernen heute, sexy zu sein. Sie tragen Nagellack, das erotische Signal einer erwachsenen Frau. Sie bewundern im Kino die Wespentaillen ihrer Lieblings-Disney-Figuren. Die Simba-Puppe Supermodel Glitter Stars trägt ein goldenes Minikleid und High Heels und beherrscht den aufreizenden Hüftschwung. Altersempfehlung: ab 3 Jahre.

"Spielt Ihre Tochter denn viel mit Lego?", fragt Kreienbaum. Ich überlege. Das Zimmer meiner Tochter war nie mit Raumstationen und Pyramiden zugebaut wie das ihrer Cousins. Ein Lego-Fan ist meine Tochter jedenfalls nicht. "Sind Sie selbst Lego-begeistert?", bohrt Kreienbaum weiter. Ich kann mich nicht genau erinnern. Lego gab es. Aber ich mochte es, glaube ich, nicht besonders. Lernen funktioniert durch Echo und Verstärkung, erklärt die Pädagogin. In der Interaktion mit ihren Eltern begreifen Mädchen, was es bedeutet, ein Mädchen zu sein. Aus Studien weiß die Erziehungswissenschaftlerin, dass die Frage, was und womit Kinder spielen, entscheidend von der Bewertung ihrer Eltern abhängt. "Haben Sie Ihrer Tochter das Lego-Spiel so empathisch und begeistert schmackhaft gemacht wie einen Kaufladen oder eine Puppe? Sind die Bausteine gut erreichbar?" Ich denke nach. Der große Playmobil-Zoo steht im Kinderzimmer auf dem Schrank, die grüne Box mit den Lego-Steinen ist fest verschlossen. Kreienbaum meint, jene Eltern müssten scheitern, die nur vordergründig versuchen, ihrer Tochter ein Jungenspielzeug oder ihrem Sohn ein Mädchenspielzeug anzubieten. Wenn in der Haltung des Erwachsenen "das Bemühte durchscheint", funktioniere es nicht mehr. Da fehlen die Gespräche, die sich um das neue Spielzeug ranken, die Geschichten, dass man es als Kind auch so gern gespielt hat.

Ein unangenehmer Verdacht: Sind wir Eltern innerlich selbst niemals bei der Gleichberechtigung der Geschlechter angekommen? Werden wir deshalb von der rosa Flutwelle mitgerissen? Oder sind wir einfach zu bequem?

Meine Eltern hatten eine Haltung zum Thema Spielzeug. Was nicht die Hirnzellen stimulierte, also nur dem dumpfen Zeitvertreib diente, kam nicht ins Haus. Meine Eltern hätten mir nie Spielzeug gekauft, das sie nicht gut fanden. Heute pflegt man in allen Milieus einen eher postautoritären Erziehungsstil: Verbote sind out. Kinder werden wie kleine Erwachsene behandelt, die selbst entscheiden sollen. Sie tragen ab dem zweiten Lebensjahr Skinny-Jeans und Sneakers wie ihre Eltern. Beim Spielzeug soll es heute bitte nicht pädagogisch zugehen. Kindern wird schon genug zugemutet. Babys müssen sich in großen Kita-Gruppen zurechtfinden, Schulkinder sitzen ständig über Hausaufgaben, dann sollen sie beim Spielen ihren Instinkten und ihrer Natur folgen.

Toys ’R’ Us arbeitet an der Grenze zur Legalität

Stellt sich die Frage: Ist es Natur und Instinkt, wenn ein Mädchen einem rosaroten Pferd die Haare föhnt?

Wohl eher ein milliardenschweres Interesse. Auf dem globalen Spielzeugmarkt werden jährlich 84 Milliarden Dollar umgesetzt. Die deutsche Spielwarenindustrie bringt es auf etwa 2,8 Milliarden Euro Umsatz. Das Weihnachtsgeschäft macht fast 30 Prozent des Jahresumsatzes aus. Dieses Jahr hofft der Verband der Spielwarenindustrie wieder auf drei Prozent Zuwachs. Die Branche steht unter Druck. In Deutschland gibt es nur zehn Millionen Kinder. Europäische Hersteller müssen sich bei sinkender Geburtenrate gegen die Konkurrenz durch Computerspiele und Importe aus Asien behaupten. Eine neue Überlebensstrategie ist die Nischenbildung. Angebote werden nach Interessen- und Altersgruppen differenziert, boys und girls , baby , infant , preschool , kids , teens . Je nischiger der Markt sich aufteilt, desto mehr Produkte werden aussortiert und entsorgt. Das Spielzeug bleibt für das Kind nur eine kurze Zeit interessant, also wird mehr nachgekauft. Die Einteilung in Mädchen- und Jungenspielzeug ist also nur ein Nebeneffekt dieser Nischenbildung.

Welche Wachstumschancen stecken noch in dem Markt? Die Zahlen werden von wenigen Marktforschungsinstituten wie eurotoys, NPD Group und Nielsen wie Gold gehandelt und an Unternehmen teuer verkauft. Die Prognosen zum Wachstum des Spielzeugmarkts seien nicht öffentlich, versichert mir der Marktforscher der NPD Group, der mich mobil von einem Londoner Branchentreff zurückruft. Auf meine Nachfrage, wie viel es denn kosten würde, diese Untersuchungen zu kaufen, sagt er: "Diese Zahlen können Sie sich sowieso nicht leisten, sie fangen im vierstelligen Bereich erst an."

Für Werbung hat die Spielwarenbranche im vergangenen Jahr 315 Millionen Euro ausgegeben, nach Angaben des Marktforschers Nielsen. Kinder sind Kunden. Die Generation der Grundschüler verfügt über Taschengeld und den Zuschlag der Großeltern, Tanten, Paten. Pro Kind sind es laut Umfrage des Deutschen Verbands der Spielwarenindustrie 269 Euro jährlich. Die KidsVerbraucheranalyse bezifferte 2013 die Summe fast auf das Doppelte: 504 Euro jährlich für jedes Kind zwischen sechs und dreizehn Jahren.

Im Toys ’R’ Us warten auf Kinder eigene Geschenkkörbe für ihr Geburtstagsfest. Es funktioniert wie ein Hochzeitstisch im Kaufhaus: Das Geburtstagskind füllt seinen Korb nach Herzenslust und lässt dies seine Gäste wissen. Der Korb steht vor dem Geburtstag zwei Wochen lang in den Geschäften. Das Kind kann täglich nachschauen, ob einer der Gäste schon etwas gekauft hat. Bald kennt es den Laden so gut wie sein eigenes Zimmer. Toys ’R’ Us hat einen Weg gefunden, Kinder als Kunden direkt anzusprechen. Eltern können da nicht viel machen – es sei denn, sie ließen ihr Kind nicht mehr in die Nähe dieses Spielwarenladens. Die Toys-’R’-Us-Strategie ist an der Grenze zur Legalität, denn das Gesetz verbietet unmittelbare Kaufappelle an Kinder. Auch ist es verboten, Kinder in der Werbung zu motivieren, ihre Eltern oder Erwachsene zum Kauf zu überreden, so legt es der Staatsvertrag der Bundesländer zum Jugendmedienschutz fest.

Axel Dammler, Kommunikationswissenschaftler, nennt sich auch Kinder- und Jugendforscher. Was er an Minderjährigen erforscht, ist vor allem die Kaufkraft dieser Zielgruppe. Mit seinem Marktforschungsunternehmen iconkids & youth international research berät er seit zwanzig Jahren die Spielwarenindustrie. Seine Kunden sind Ravensburger, Lego, Playmobil, Vautec, Hasbro und Mattel. Er sagt, dass geschlechtsspezifisches Spielzeug den Großteil des Umsatzes ausmache, rund 80 Prozent.

Warum?

Die Industrie gehe auf Nummer sicher, minimiere die finanziellen Risiken. Figuren und Geschichten werden mit bekannten Farbcodes und den Zutaten Einhorn, Blume, Actionheld am Reißbrett konstruiert, und das Geschäft läuft. Die Topseller sind das Ritterschloss, die Feuerwehr und die Polizeistation für Jungen, das Prinzessinnenschloss und der Reiterhof für Mädchen. Eine Neuheit ist die "moderne Luxusvilla" von Playmobils Spielewelt City Life für 119,99 Euro mit Türklingel und Wandtresor für Schmuckstücke, kombinierbar mit Pool und Gästebungalow.

Der Marktforscher ist überzeugt, dass es "das Plüschtier-Gen" bei Mädchen und "das Baller- und Schieß-Gen" bei Jungen gibt. Beide Geschlechter haben, so seine Annahme, eine fundamental unterschiedliche Art zu spielen. Die "archetypischen Spielverhalten", die man "in allen Kulturen und zu allen Zeiten" in Puppen und Spielzeugwaffen wiederfinde, zeigten, dass Mädchen und Jungen nach unterschiedlichem Spielzeug suchten.

In rund 2000 Gruppendiskussionen und Repräsentativbefragungen mit 1000 Kindern sind Daten erhoben worden. Denn wer erfolgreich sein will, so Dammler, muss verstehen, was Kinder wollen. Das ist sein Fazit: "Jungs sind statusgetrieben und wettbewerbsorientiert, Mädchen sind Konsensopfer." Sie spielen lange in einem Status quo, einem Zustand, in dem sich nicht viel verändert: das typische Bauernhofspiel, das Vater-Mutter-Kind-Spiel.

Man könnte auch sagen, Mädchen bevorzugen Spiele, in denen es um Stabilität und die sichere Zukunft geht. Doch Dammler sieht es anders. Mädchen möchten dazugehören, statt sich zu exponieren. Jungs hingegen wollen sich beweisen, "weiterkommen". Diese Bedürfnisse müssten Spiele bedienen.

Dammler berät nicht nur die Spielwarenindustrie, sondern auch Ministerien und die Film- und Fernsehbranche. Er kritisiert die Initiative Girls’ Day, mit der die Bundesregierung Mädchen ermutigen will, technische Berufe zu ergreifen. Es funktioniere nicht, ein Mädchen in eine gewöhnliche Werkstatt zu stellen. Seine These: Erst wenn die rosa sei, würden sich weit mehr Mädchen für Maschinenbau und Ingenieurberufe interessieren.

Gender sells! Das sagt auch der Jungenforscher und Psychologe Tim Rohrmann, Professor in Dresden für Bildung und Entwicklung im Kindesalter. Werbung, die mit Geschlechterthemen spiele, wirke bei Kindern am besten, denn sie seien ansprechbar für einfache Zuordnungen. Auch den Jungen stünden viele Rollen nicht offen, weil sie durch das Mädchenrosa besetzt seien. Das Geschlecht sei ein einfaches Unterscheidungsmerkmal, das Kinder früh beherrschen. Erziehungswissenschaftlerin Kreienbaum sagt sogar: "Kinder erkennen bereits mit einem Jahr, noch bevor sie sprechen können, wer Junge und wer Mädchen ist." Sie brauchen die Farbsignale der Spielwaren nicht, aber sie springen darauf an.

Zum Fürchten: Monster-High-Barbie aus der gleichnamigen Serie © Christian Hagemann

Der Entwicklungspsychologe Rohrmann sagt, Kinder seien im Alter zwischen zweieinhalb und acht Jahren damit beschäftigt, ihre eigene Identität als Mädchen und als Junge zu finden und sich von den anderen abzugrenzen. Die Unterscheidung zwischen männlich und weiblich sei in diesem Alter ein wichtiges Thema, so Rohrmann, und dies greife die Spielwarenindustrie gezielt auf. "Die Unternehmen wissen genau, wie sie die Kinder kriegen, gerade die Kinder im Einschulalter."

In der Grundschule gibt es einen regelrechten Graben zwischen Jungen und Mädchen. Die Umwelt verstärkt die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und erschwert es den Kindern, Gemeinsamkeiten zu finden. Erst nach und nach sind sie in der Lage, die Eigenschaften ihrer Mitmenschen differenzierter zu sehen. Aber da sitzen die Mädchen vielleicht schon in ihrem Prinzessinnenschloss fest, während aus den Jungs schon kleine Machos geworden sind. Da ist für sie die Message der Marketingstrategen schon Wahrheit geworden: Richtige Mädchen interessieren sich für Mädchensachen, und ein Junge, der sich nicht für Schießgewehre interessiert, mit dem stimmt was nicht.

Wie werden die kleinen Paschas wohl auf das rosa Pony Fred reagieren, das die Initiative Pinkstinks gerade entworfen hat? Fred ist ein pinkfarbenes Stofftier mit Kulleraugen – für Jungen, sagt die Organisation, die so gegen Rollenklischees im Kinderzimmer protestiert. Es entstand, nachdem Stevie Meriel Schmiedel, die Gründerin von Pinkstinks, über einen neunjährigen amerikanischen Jungen gelesen hatte, der von seinen Mitschülern gemobbt und geschlagen wurde, weil er das Mädchenspielzeug My Little Pony mochte.

Es gibt einzelne Versuche von Firmen, dem Mainstream der Rollenklischees etwas zu entgegnen. Die – natürlich – schwedische Firma Leklust erregte Aufsehen mit dem Katalogbild von einem Jungen, der einen rosafarbenen Puppenwagen schob. Auf der gegenüberliegenden Seite fuhr ein blondes Mädchen einen sportlichen gelb-schwarzen Kettcar. Diese Saison sitzt ein Junge an der Nähmaschine, ein Mädchen kickt am Tischfußball.

Die Söhne meiner Schwester bringen als Geschenk zum zehnten Geburtstag meiner Tochter einen Arktis-Helikopter von Lego mit sechszügigem Husky-Hundeschlitten mit. Für die Cousins ist das ein Geschenk der Kategorie "Spitzenklasse", sie haben es selbst ausgesucht. Meine Tochter und ich öffnen den Karton gemeinsam. Die Bauanleitung hat 74 Seiten. Sie erinnert mich an die Montageanleitung einer Ikea-Kommode. Ich merke, auch für mich wird es nicht einfach: Es ist mein erster Helikopter.

Erst nach und nach sind Kinder in der Lage, Menschen differenzierter zu beurteilen als nach groben Kriterien wie Geschlecht

Was passiert, wenn man die Rollen umkehrt? Das Playmobil-Set Summer Fun stellt folgende Szene nach: Ein Hotelzimmer, ein Kellner bringt gekühlten Sekt, das männliche Figürchen trinkt schon mal einen Schluck, die Frau macht sich im Badezimmer schön. Ginge das andersherum? Er föhnt sich, sie trinkt? Spätestens wenn man diese Frage stellt, offenbart sich die ganze Fantasielosigkeit dieses Spiels. Sowieso handelt es sich wahrscheinlich eher um Erwachsenenträume: Urlaub, Hotel, Sekt. Welches Kind interessiert das?

Die Nürnberger Spielwarenmesse ist die weltweit größte Fachmesse, eine Million Produkte werden hier präsentiert. Tony Ramenda fährt noch nicht lange hin. Er ist 29, Schlagzeuger, Logopäde und ein Newcomer in der Spielwarenbranche. Er will mit TicToys, seiner Firma für Spielzeug made im Erzgebirge, etwas verändern. Ramenda hat mit seinem Kompagnon Matthias Meister das Tualoop erfunden, ein Wurf- und Geschicklichkeitsspiel, Alter und Geschlecht der Spielenden sind egal. Mithilfe zweier Stöcke bringt man einen Holzreifen zum Fliegen, der Nächste fängt ihn auf. Zwei bis acht Personen können mitmachen, dank der Schwung- und Gleitbewegungen der Stöcke gibt es zahllose Variationsmöglichkeiten.

"Mit vielen Spielsachen", sagt er, "können die Kinder nur ein kurzes Spielerlebnis haben." Konzentrationsfähigkeit und Kreativität würden da nicht gefördert. Es ist wie Fast Food: Es schmeckt auf gefällige Weise gut, aber die Nährstoffbilanz ist katastrophal. Spielen heiße aber, sagt Ramenda, sich im Augenblick zu verlieren. Viele von uns erinnern sich an die versunkenen Spielnachmittage der Kindheit, die wie im Flug vergingen. Spielen ist das Gegenmittel zur Reizüberflutung – für die Kinder von heute besonders wichtig.

Kinderspielzeug wird in Deutschland so gründlich wie kaum ein Produkt aus einem anderen Bereich auf Sicherheit geprüft. Aber wie will man prüfen, ob ein Spielzeug Kindern die Welt öffnet – oder ob es die Welt verschließt?

Das perfekte Spielzeug gibt es schon längst: Es ist der Ball. Ein Ball lässt sich jonglieren, mit dem Kopf stoßen, mit den Füßen rollen, schieben, schießen. Für Jungs sind Ballspiele selbstverständlich. Mädchen entdecken Ballspiele nur mit etwas Glück für sich. Meine Tochter spielt Fußball, und ich gebe zu, dass ich deshalb stolz auf sie bin. Zusammen mit einer Spielerin aus ihrer Mädchenmannschaft nahm sie kürzlich an einem Fußballcamp teil. Ich stand am Spielfeldrand und sah zu, wie sie ein Tor nach dem anderen schoss. Sie rechnete sich Chancen aus, Torschützenkönigin des Tages zu werden. Ihre Freundin grätschte im Kampf um den Ball den Gegnern zwischen die Beine. So forsch hatte ich die beiden noch nie spielen sehen. Doch bei der Preisverleihung nach dem Spiel lobten die jungen Trainer die Jungen, selbst die Knirpse. "Du bist ein prima Stürmer." – "Im Mittelfeld bist du spitze." – "Du gehörst zu den ganz Großen." Lächelnd nahmen die Eltern ihre prämierten Jungs in Empfang. Dann wurden die beiden Mädchen aufgerufen. "Du bist immer freundlich und lächelst so schön", sagte der Trainer zu meiner Tochter. "Man merkt, dir macht es Spaß, und du hast uns mit deiner guten Laune viel Freude gemacht."

Perplex schaute ich in die Runde. Der entsetzte Blick der anderen Mädchenmutter traf mich. Ist das die genderfreie Erziehung des 21. Jahrhunderts? Vorurteilsfrei und gleichberechtigt? Ist es nicht unsere Aufgabe, diesen süßen, blonden Mädchen das Gefühl zu vermitteln, dass sie stark und unabhängig sind, dass sie rennen, kämpfen und sich durchsetzen können, Teamplayer, aber auch Gewinnerinnen sind?

Auf dem Weg nach Hause witzelte meine Tochter, ihre Enttäuschung überspielend, dass es das Wort "Torschützenkönigin" ja auch gar nicht gebe, nur den "Torschützenkönig".

Ich habe dem Cheftrainer der Fußballschule eine wütende Mail geschickt – und bekam Antwort. Er werde, versprach er, neben den persönlichen und sozialen Fähigkeiten meiner Tochter in Zukunft auch ihre fußballerischen Qualitäten beurteilen. Und die Mädchen und Jungs gleich behandeln. Jetzt habe ich es Schwarz auf Weiß.

Ja, ich möchte meiner Tochter vermitteln, dass sie viele Möglichkeiten hat. Sie soll sich von niemandem auf bestimmte Eigenschaften festlegen lassen müssen. Ich wünsche ihr den Mut, aus dem Quadrat zu springen und keine Angst davor zu haben, alleine dazustehen, wenn sie die gängigen Rollenzuweisungen hinter sich lässt.

Der Arktis-Helikopter ist inzwischen erfolgreich aufgebaut. Die Fußballfreundin meiner Tochter ist zu Besuch gekommen und hat geholfen. Die beiden haben sofort die Figuren ausgetauscht. Jetzt lenkt das Lego-Mädchen den Rettungshubschrauber. Der Lego-Junge steht auf der Eisscholle und wartet auf Hilfe.

Ich habe meiner Tochter zu Weihnachten einen Technikkasten gekauft und für ihre Cousins einen rosa Panda ausgewählt. Querschenken als Gegengift. Vielleicht ist es ein Anfang.

85 Kommentare

So so, die Spielzeugindustrie zwingt Kindern ein Rollenverhalten auf. Warum greift ein Mädchen zum rosa Pony und nicht zum Metallbaukasten. Ist da bei der (Um)erziehung etwas schief gelaufen? Oder gibt es doch geschlechterbezogene Vorlieben die, aller feministischen Ideologie zum Trotz, nicht anerzogen sondern genetisch angelegt sind. Bis die Evolution diesen Fehler korrigiert, braucht es noch mehrere Generationen ideologischer Selektion.
Warum können wir nicht die Bedürfnisse des Kindes respektieren, indem wir es einerseits nicht auf ein bestimmtes Rollenverhalten festlegen und rollenübergreifendes Verhalten fördern und bestärken, es andererseits aber auch akzeptieren wenn ein Kind sich in seiner Rolle wohlfühlt.

Natürlich soll man die Bedürfnisse der Kinder respektieren. Aber tut das eine Spielwaren- und Werbeindustrie, die die lieben Kleinen so massiv auf Geschlechterrollen konditioniert? So stark polarisiert sind die doch von Natur aus gar nicht. Sowohl die pinkrosa Lillifee-Barbie- als auch die blauschwarze Kampfroboter-Technik-Hölle sind Karikaturen der alten Rollenklisches von »Kinder, Küche, Kirche« und »Zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl, flink wie ein Windhund«. Das hatten wir schon mal hinter uns.

Lassen sie sich nicht durch diese ekelige amerikanische Kette verunsichern.
Nur weil es solche Läden gibt, heisst das noch lange nicht, dass die meisten Leute dort einkaufen.
Ich bin ohne all den Plastikmüll aufgewachsen, jetzt 21 und würde niemals meinen Kindern sowas vorsetzen. Ohne Fernseher aufwachsen ist das beste.
Also immer dran denken, die Leute die nicht dort einkaufen, wird man auch nicht dort antreffen, also muss es so wirken, als würden alle hingehen.

Mich wundert die Agressivität mancher Kommentare. Der Artikel kritisiert – fast zu sanft – einen Aspekt der Entwicklung der letzten zwanzig, dreißig Jahre zu wieder restriktiveren Geschlechterrollen. Oberflächlich geht es zwar liberaler zu mit »Bürgerinnen und Bürger«, Quoten und Homo-Ehe, doch zugleich erkennt man in den Rollenerwartungen einen reaktionären Backlash. Da war das Klima vor dreißig, vierig Jahren emazipierter, d. h. offener für individuelle Unterschiede als heute.

Man muss nicht bestreiten, dass es natürlich Geschlechterunterschiede gibt, um zu erkennen, dass Kinder mittlerweile (wieder) massiv auf sie konditioniert werden – durch Medien und Spielzeugindustrie. Sie nutzen diese Unterschiede ja gerade aus, indem sie ähnlich wie die Pornoindustrie bestimmte »Hyperreize« erzeugen, denen Kinder machtlos folgen. So kann man tatsächlich Menschen auf ein reaktionäres Gesellschaftsprogramm konditionieren: »Richtige« Männer sind Kämpfer, Retter, Erfinder, »richtige« Frauen sind fürsorgliche Mütter, liebevolle Geliebte und haben eine Bombenfigur.

Ich habe eine Nichte Mitte zwanzig. Wenn sie berichtet, welchem Rollendruck sie seit ihrer Kindheit ausgesetzt war, wird mir ganz anders. Dieser Druck kam kaum von ihrer Mutter, er kam und kommt von außen. Jungen geht es heute auch nicht besser, nur die Erwartungen sind andere.

Wir waren da mal weiter, vielleicht etwas übers Ziel hinausgeschossen. Dass das Pendel noch einmal so weit zurückschlägt, hat mich überrascht.

Die Branche arbeitet mit "Geschlechterklischees", weil nicht wir sie längst hinter uns lassen wollten, sondern nur vom Feminissmus angetriebene Gendermainstreem Ideologen.
Jeder kann denken und glauben was er möchte. Aber eine Gesellschaft,mit diesem pseudowissenschaftlichen Quatsch, umerziehen zu wollen erinnert stark an religiösen Missionierungsdrang und totalitäre Regime.
Geschlecht ist kein soziales Konstrukt sondern einfach Biologie.
Last doch einfach die Mädchen und Jungs das sein was sie eben sind....
...Mädchen und Jungs !

Interessanterweise ist die gendermäßige Aufspaltung der Spielwarenbranche heute viel präsenter als vor 30 Jahren. Und die würden das nicht machen, wenn sich der Sch*** nicht glänzend verkaufte! Meine Theorie: Gleichberechtigung setzt Kinder unter Druck, weil ihnen ein wichtiges Identitätsmerkmal flöten geht. Je mehr wir also mit unserem Gendermainstreaming auf sie einprügeln, desto mehr werden sie versuchen sich "ganz als Junge" oder "ganz als Mädchen" zu fühlen.

vielleicht ist es auch andr zeit, dinge anhand ihres wesens zu unterscheiden. es ist etwas sehr schönes, fürsorglich zu sein und wenn kleine mädchen dazu häufiger die neigung zeigen als jungen, dann ist das eben so. was die autorin jedoch auch anspricht, ist die gefallsucht, die zum teil sicherlich anerzogen wird, in dem schönheitsideale geschult werden. das ist sicherlich nachteilig für das selbstbewusstsein, solchen idealen genügen zu müssen. und wenn jungs vielleicht häufiger bauen mögen hat auch dass seinen vorzug, aber für sie geben z.b. spielzeugwaffen eben einen negativen erziehungseinfluss.

Übrigens: Wann werden endlich auch alle anderen Säugetiere "gegendert"? Schimpansen, Wale oder Katzen? Da ließen sich doch sicherlich viele gut bezahlte Professoren- und Doktorandenstellen, ja ganze Institute begründen. Welche Ricke ist nicht ihrer angeblich von Natur aus "aufoktroyierten Rolle" müde und wäre gern mal ein Bock?

Klasse Artikel,…

…der trotz einiger Unzulänglichkeiten (Vorredner sprachen ein paar an) etwas ganz wichtiges geschafft hat: Die Diskussion über die Inkompetenz der Spielzeugindustrie und Werbebranche, den gesellschaftlichen Fortschritt mitzutragen, anzustoßen. Warum z.B. Heart Lake City weder eine Feuerwehr noch Seenothilfe hat, würden meine Kinder schon gerne von Lego wissen… (-;

via ZEIT ONLINE plus App

Ich fand den Artikel auch sehr gut zu lesen. Und gebe einigen Mitkommentatoren recht, ein rosa Panda muss man nicht an Jungs verschenken. Nur um sich für das tolle Legogeschenk zu bedanken. Oder findet die Tochter den rosa Panda auch so toll?
Aber zurück zum Artikel, es ist alles immer ein Kreislauf in der Marktwirtschaft und irgendwann weiss man nicht mehr war zuerst das Huhn oder das Ei da. Hier ist es genauso, je mehr solche Genderspielzeuge gefragt sind umso mehr werden hergestellt. Umso mehr solche Spielzeuge hergestellt werden umso mehr werden solche gekauft, da die Freundin oder der Freund auch so eines haben.
Bei uns gab es Lego für beide (Mädchen und Junge), aber eigentlich habe ich es meistens zusammengebaut, weil ich Lego toll finde. Jetzt mit 11 und 12 Jahren ist das ganze Lego auf dem Dachboden gelandet.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Jungs wesentlich mehr eingeschränkt werden und sich einschränken wollen. Jedenfalls bei uns zuhause.
Mein Junge hat, trotz unserer Versuche Schwerter und Pistolen nicht zu kaufen, darauf bestanden solche Plastikspielzeuge zu haben. Es gab auch den Wunsch nach diesen Nerfs, das habe ich aber kategorisch abgelehnt. So habe ich mehr Wert auf Brettspiele gelegt, die zum Glück noch geschlechtsspezifischfrei sind.

Der Kunde bestimmt die Nachfrage, so kann man als kleines Rädchen zwar nicht immer viel erreichen, aber doch für sich die Nische aussuchen, die zur eigenen Identität passt und zur Identität der eigenen Kinder. Man kann zwar nicht alles steuern, aber doch einiges.

"...irgendwann weiss man

"...irgendwann weiss man nicht mehr war zuerst das Huhn oder das Ei da…"

Diese Redensart muß ebenfalls schleunigst "entgendert" werden: Was kann der arme Hahn dafür, daß er keine Eier legen kann? Es gibt also noch viel zu tun - weitere gut dotierte Professuren und Institute winken, nicht zu vergessen spannende Konferenzen in Städten, die man schon immer mal gerne besucht hätte.

Roller Artikel.

Roller Artikel.

Den Quark mit angeborenem geschlechtspezifischen Verhalten kaufe ich nicht. Mein Bruder war von Anfang an von seiner 10 Jahre älteren Schwester und ihren Puppen fasziniert. Er hat gebettelt, mit Ihnen spielen zu dürfen, er wollte seine eigenen Puppen haben. wir spielten zusammen mit meinem alten Holzbaukasten und seinen Legosteinen. Wir haben zusammen seine geschenkten Spielzeugautos bewundert und mit ihnen gerast. All das hat ihn nicht daran gehindert, sich für Fußball zu interessieren und gern mit der Bohrmaschine rumzuwerkeln. Beides Zeitvertreibe, die mir übrigens auch Freude machen. Beide haben wir zum ersten Geburtstag Teddybären geschenkt bekommen. Wir haben sie immer noch. Ich bin 50, mein Bruder ist 40.

Ich schätze, dass das alles eine Frage der Veranlagung und Interessen ist, weniger des Geschlechts. Überzeugen werde ich aber die, die die Welt, aus welchen Gründen auch immer - Profitdenken? veraltete, verbohrte Weltanschauung? - gern in rosa und blau aufgeteilt haben wollen, leider nicht.

mit verlaub, dass es biologisch bedingte tendenzen im spielverhalten gibt bedeutet ja nicht dass alle jungs gerne mit autos und mädchen mit puppen spielen. ziel dieser diskussion sollte es sein dass trotz dieses fakts puppenspielende jungen und hämmernde mädchen aber weiterhin als selbstverständlich betrachtet werden.
ziel sollte es dagegen nicht sein puppenspielende mädchen und hämmernde jungs für ihre natürlichen veranlagungen zu verdammen.

Die Autorin macht einen grundsätzlichen logischen Fehler: Sie geht davon aus, dass das geschlechtstypische Verhalten von Kindern (z. B. Mädchen umsorgen und pflegen Puppen, Jungen kämpfen und erobern mit Waffentechnik) eine Folge ihrer gelernten Konzepte von Geschlecht (Stereotype oder Rollenbilder) sei. Die Autorin meint also: Kinder lernen, welche kulturell zugeschriebenen Eigenschaften (Stereotype) oder Rollen Frauen und Männer haben (z. B. Frauen sind fürsorglich und Männer durchsetzungsstark) und als Folge dieses Lernprozesses verhalten sich die Kinder auch geschlechtstypisch.
Tatsächlich lernen Kinder sehr früh (ab dem 2. Lebensjahr und bis ins Schulalter zunehmend), was man den Geschlechtern zuschreibt. Und tatsächlich zeigen sich auch früh geschlechtsbezogene Unterschiede im Verhalten. Aber liegt die Ursache dieser Verhaltensunterschiede wirklich in den gelernten Geschlechterkonzepten? Wahrscheinlich nicht.

Nicht nur finden sich schon geschlechtstypische Verhaltensunterschiede im Mutterleib, was die motorische Aktivität angeht; Kinder sind beispielsweise zum Teil noch bis ins Grundschulalter davon überzeugt, dass sie selbst oder andere das Geschlecht einfach so wechseln könnten (wie bspw. Kleider). Warum sollten sie sich dann von festen Stereotypen leiten lassen?
Die umfangreiche Forschung zu diesem Thema zeigt insgesamt klar auf, dass die Entwicklungsverläufe von Geschlechterkonzepten und geschlechtstypischem Verhalten einen sehr geringen Zusammenhang aufweisen.
Aber was, wenn nicht die Konzepte von Geschlecht, sorgt dann für die Geschlechtsunterschiede im Verhalten? Das ist der Faktor, den die Autorin und besorgte Mutter einfach ignoriert: Es sind die Kräfte, die aus den Kindern selbst kommen - ihre unterschiedlich starken eigenen Bedürfnisse. Nicht nur jedes Kind, so kann man mit Fug und Recht annehmen, sondern auch die Geschlechter haben (statistisch gesehen) leicht unterschiedlich stark ausgeprägte psychische (oder emotionale) Bedürfnisse. Diese bestimmen, wofür sich die Kinder aus eigenem Antrieb interessieren, was sie gerne machen und deshalb auch besser lernen.

Putzig, wie manche hier an die Marktwirtschaft glauben, also daran, dass das produziert wird, was nachgefragt ist.

Natürlich hat die Industrie ein Interesse an geschlechterspezifischen Spielzeug: Wer Jungs und Mädels hat, muss zweimal kaufen. Das bringt Umsatz. In Zeiten von Geburtenrückgang durchaus ein Argument.

Sicher gibt es auch geschmackvolles und geschlechterneutrales Spielzeug, aber das zu bekommen ist halt schwerer (und oft auch teurer) als das gängige. Und womit werden Kinder und Eltern in den Medien bombadiert?: Mit dem gängen. Auch meine Beobachtung ist: Dieses Durchgendern bei den Produkten gab es früher noch nicht in diesem Maße. Heute ist ja alles gegendert, Spielzeug, Kleidung, Bücher, demnächst vermutlich auch wieder der Schulunterricht. Man sieht das schön an der Entwicklung von Playmobil. Da wird eigntlich nicht mehr ein Spielsystem verkauft, sondern nur noch bestimmte "Settings". Bei Lego ist es ähnlich.

Insofern: Gebt den Kindern einfach gutes, möglichst geschlchterneutrales Spielzeug, sie suchen sich bestimmt das passende aus. Ich habe übrigens auch mit Kaufladen und Autos gespielt, mit Kränen und mit Kinder-Teeservicen, konnte mich mit der kleinen Hexe ebenso identifizieren wie mit Bastian aus der "Unendlichen Geschichte". Wo bitte ist das Problem?

Die Zuordnung Rosa für Mädchen und Blau für Jungs entstand übrigens erst nach dem ersten Weltkrieg, davor war es genau umgekehrt. Was ja allein schon beweist, dass es hier nicht um irgendwelche genetisch verankerten Präferenzen geht.

das problem ist das die autorin unkritischem konsumdenken mit der brechstange begegnet. denn natürlich beinflußt nicht nur die nachfrage das angebot, ein markt sorgt natürlich auch im gewissen maß für die nachfrage, siehe werbung.
sich dem zu widersetzen und seine kinder kritisch zu erziehen ist nicht immer einfach, die gefahr den kindern allzusehr das eigene denken zu oktroyieren und sie damit zu überfordern steht ebenfalls im raum.
festzuhalten ist allerdings dass weder markt noch gesellschaft die autorin zwingt etwas davon zu kaufen, lediglich die kinder selbst könnten durch dauerquengelei oder desinteresse an gekauftem die eltern dazu bewegen etwas anderes zu probieren.

allerdings ist die kultur nicht alleinige ursache für präferenzen in der spielzeugwahl, die biologie ist ebenfalls ein faktor. natürlich nicht wie sie meinen im sinne einer farbenlehre , natürlich ist die kulturell bedingt und ändert sich im laufe der zeit immer wieder.
dass aber bereits säuglinge je nach geschlecht (und selbstverständlich auch nicht immer, aber im durchschnitt) durchaus präferenzen für technische oder soziale spielzeuge (wie puppen) haben sollte man nicht komplett ignorieren.

vielleicht sind die tochter der autorin und deren cousins mit anderen präferenzen unterwegs so dass diese sich über die geschenke freuen. die formulierung diese sollen als "gegengift" wirken lässt aber vermuten dass die protagonisten bereits andere präferenzen erkennen lassen und der schwierige pfad des pädogisch wertvollen schenkens eventuell unnötig überstrapaziert wird.....

"Natürlich hat die Industrie

"Natürlich hat die Industrie ein Interesse an geschlechterspezifischen Spielzeug: Wer Jungs und Mädels hat, muss zweimal kaufen."

Überzeugende Logik! Kaufe zwei Kindern (Jungs und Mädchen) ein geschlechtsneutrales Spielzeug, na da ist quängeln vorprogrammiert, weil ja nur einer damit spielen kann. Der andere geht leer aus.

Sie haben das Prinzip der markenprofilation nicht verstanden, es geht nicht darum, möglichst viele Marken anzubieten, damit auch viele Marken gekauft werden, sondern darum, für jedes Bedürfnis für jede Zielgruppe eine passgenaue marke zu haben und so konsumbereitschaften abzugrasen. Ein paar aus hasenbüttel greift nicht zu gucci, sondern zu cordon sport wenn es um eine winterjacke geht, die Bekleidung bleibt das selbe, wobei wir hier auch zwischen den Produktgruppen differenzieren müssten (westen, steppjacke etc). Natürlich können Kinder auch abwechselnd spielen, aber ich möchte sie mal sehen, wie Sie die Jacke ihrer Freundin anziehen...

natürlich wird alles gegendert, das ist unser Zeitgeist. Das ist doch gerade politisches Programm entlang der dümmlich dumpfen grobschächtigen Kategorie Geschlecht, jegliche Bedürfnisse von Frauen in den Blick zu nehmen. Gegendertes Spielzeug ist da nur ein sichtbarer Ausfluss, und das wird noch weiter zunehmen. Nichts ist uns heute so wichtig wie der unterschied zwischen penis und vagina, schauen Sie sich doch mal um! Feministinnen wollten es so...

Was genau ist das Problem der Autorin? Es steht ihr doch frei, ihrer Tochter statt rosa Puppen lieber eine Lego-Raumstation, die Carrera-Bahn, Technikbaukästen oder dergleichen zu kaufen. Wird sie an der Kasse mit ihrem derartigen Ansinnen abgewiesen? Kommt dann gar die Polizei? Umgekehrt bin ich mir sicher, dass Schminkköpfe und Kuschelponys bei Bedarf auch an Jungs bzw. deren Eltern verkauft werden.

Ach, Frau Trost stört sich daran, dass in der Praxis Kinder und deren Eltern an den tradierten Rollenbildern festhalten und entsprechendes Spielzeug ordern? Na und? Das ist ja wohl ihre Sache. Mit welchem Recht glaubt die Autorin ihnen vorschreiben zu können, was sie zu wollen und zu kaufen haben? Das Kaufverhalten zeigt doch gerade, dass "wir" die Geschlechterklischeeseben keineswegs hinter uns lassen wollen? Sondern das lediglich die Autorin und ein paar andere gender-bewegte Feministinnen gerne hätten, das dem so wäre. Reines Wunschdenken also.

Auf den Fall, daß die Eltern nicht so wollen, wie die Gender-Mainstreamer, haben sich die staatlichen Ideologen was einfallen lassen. Das kann man demnächst in BaWü an den Schulen sehen, aber auch im Land Berlin wird ab 2015 das Fach "Geschichte" ab der 5. Klasse entfallen und das Thema Geschlechterrollen soll im neuen Schulfach "Gesellschaftswissenschaften" behandelt werden.

Wenn Sie dachten, sie bzw. ihre Kinder können der Ideologie entkommen, dann haben Sie sich geschnitten....:=)

Nachfrage bestimmt das Angebot und nicht andersherum. Das ist die Basis eines Marktes. Würde die Nachfrage nach genderneutralen Spielsachen hoch sein, dann würden sie auch angeboten werden.

Unternehmer sind nicht dumm und verkaufen auch nur Sachen die nachgefragt werden.

Ich in selbst mit zwei Schwestern groß geworden und wir hatten von Legos zu Barbies alles(obwohl meine ältere Schwester zuerst das Spielzeug bekommen hatte auch Playmobil zb) und dennoch habe ich meist mit den jungenszeug gespielt obwohl alles frei herumlag, auch als ich noch keine Freunde hatte an denen ich mich orientieren hätte können.

Auch eine Videospielkonsole hatte erst meine Schwester, aber ich habe damit am meisten gespielt, sie hatte nach kurzer zeit das Interesse verloren. Mit meiner anderen Schwester habe ich oft Lego gespielt und mit meiner Mutter viele Modelle gebaut. Niemand zwingt sie oder ihre Tochter ausschließlich das "Mädchenzeug" zu kaufen, statistisch gibt es dazu aber eben einen Hang. Nicht mehr und nicht weniger.

Mal abgesehen vom dem widerlichen sexistischen Unterton des Artikels frage ich mich was genau die Autorin eigentlich will.
Für mich liest sich der Artikel so, als ob alle Eltern und Kinder eigentlich viel lieber gendergerechtes Spielzeug hätten und die Industrie einen enormen Aufwand betreibt um Eltern und Kindern etwas zu verkaufen was sie eigentlich gar nicht wollen.
Jetzt frage ich mich: Wenn ich der Industrie eine Gewinnabsicht unterstelle, wäre es dann nicht einfach den Menschen das zu verkaufen was sie eigentlich haben wollen?
Und wo steht eigentlich drauf, dass die Wolverine-Figuren und ähnliches nur für Jungs sind? Werden die nicht an Mädchen oder Ihre Mütter verkauft? Der Industrie ist es ziemlich egal wer Ihre Produkte kauft. Die strikte Trennung entsteht erst im Kopf der Autorin.
(Und das die Industrie ihre Werbung auf die Gruppe zuschneidet die statistisch die Mehrheit der Konsumenten stellt ist nur logisch und keineswegs verwerflich.

Wie kann es sein das die Zeit soviel feministische Propaganda zulässt. Läuft natürlich alles unter dem Deckmantel des "Kommentares" um die mangelnde Recherche zu kaschieren. Etwas mehr objektivität könnte dem Blatt aber nicht schaden. Ändern Sie doch gleich um in "Die neue Emma".

P.S.: Ich werde meinem Sohn weiterhin Wolverine und Kampfjets kaufen, weil er sich riesig darüber freut.

Gut recherchierter Artikel, der ganz unterschiedliche Standpunkte dokumentiert.
Dennoch kommt niemals Zweifel an der persönlichen Überzeugung der Autorin auf. Sie hält geschlechterbezogenes Spielzeug für verwerflich. Die Verantwortung dafür sieht sie bei der Spielzeugindustrie.

Ich würde da widersprechen. Die Industrie selbst hat keine Agenda, sie ist lediglich an Gewinnen interessiert. Sie produziert, was gekauft wird. Mithin ist ihr Handeln also vielmehr ein Symptom gesellschaftlicher Nachfrage und nicht in dem Maße, wie Trost dies sieht, Produzent derselben.
Wer etwas ändern will, müsste also diese ändern. Nun behauptet die Autorin, Eltern achteten heute auf "gendergerechtes Spielzeug". Diese Aussage scheint mir aus einer Filterblase heraus getroffen. Es mag sein, dass die Autorin dies so empfindet, aber bewegt sie sich in einem Umfeld, von dem aus sich ohne weiteres auf die Gesamtelternschaft schließen ließe? Da habe ich Zweifel. Die Mehrheit der Eltern ist sich dessen nicht bewusst oder bewertet es anders.
Außerdem bestimmen ja auch die Kinder, womit sie spielen wollen. Und die haben ihre eigenen Bedürfnisse, auf die die Industrie folgerichtig abzielt.

Wollte man das Angebot verändern, müsste man die Bedürfnisse der Kinder dem von Eltern wie Trost gewollten Angebot anpassen. Dies würde bedeuten, substantielle kindliche Bedürfnisse, wie das nach geschlechtlicher Abgrenzung, zu vernachlässigen. Ich bin sicher, dass sie das ihren Kindern nicht antun möchte, bezweifle aber, dass sie sich dieser Konsequenz in dem Ausmaß bewusst ist.

Es ist sehr spannend, was Evolutionsbiologen zur Genderdebatte sagen. Über einen sehr langen Zeitraum hat sich eine effektive Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau herausgebildet. Sie spiegelt sich sogar in einer Fülle körperlicher Merkmale, vom Hormonkostüm über den Körperbau bis zum Schmerzempfinden. Die meisten Frauen bevorzugen es, mit Menschen in Beziehung zu treten, Männer dagegen mit Dingen. Das war über viele Jahrtausende effektiv und sinnvoll. Es lässt sich nicht abschalten, nur weil es plötzlich eine Genderdebatte gibt. Mädchen wollen Mädchen und Jungen Jungen sein. Die Genderleute sagen ihnen: ihr macht was ganz falsch. Die Industrie behauptet das Gegenteil. Kaum jemand zeigt ein positives Rollenbild, weil das verpönt ist. Wen wundert es, dass die Kinder viel zu früh den Idealen der Erwachsenen folgen, ohne sie verstanden zu haben?
Und den rosa Panda finde ich eine echte Gemeinheit.

Der rosa Panda für die Neffen ist nicht nur eine echte Gemeinheit, sondern auch eine bodenlose Geschmacklosigkeit. Und das ist gerade auch bei Spielzeug vollkommen daneben. Wenn ich all diese superkitschigen lilablassblaukarierten Billigplüschtiere in den Läden sehe, und daneben die von keiner Genderrollenzuschreibung befleckten, liebevoll und hochwertig gestalteten Stofftiere, die es zum Glück ja auch noch gibt, dann verstehe ich wirklich nicht, wie ein gebildeter und gutverdienender Mensch wie die Autorin zu ersteren greifen konnte.

Naja. Die Forschung der Evolutionsbiologen ist oft nicht besonders wissenschaftlich. In solchen Studien werden oft grundlegende wissenschaftliche Prinzipien missachtet, zum Beispiel das man nicht von sein auf sollen schließen kann. Wenn ich solche Studien lesen muss, dann dreht sich mir oft alles um. Vor allem wenn ich an die Gelder denke, die woanders sehr viel sinnvoller eingesetzt wären.

@ 1-2-3-4-5:

@ 1-2-3-4-5:

There, I fixed it:

Naja. Die Gender'forschung' ist oft nicht besonders wissenschaftlich. In solchen Studien werden oft grundlegende wissenschaftliche Prinzipien missachtet, zum Beispiel das man nicht von sein auf sollen schließen kann. Wenn ich solche Studien lesen muss, dann dreht sich mir oft alles um. Vor allem wenn ich an die Gelder denke, die woanders sehr viel sinnvoller eingesetzt wären.

Geil, die Journalistin macht ihre Tochter zum Meisterstück, Männer kommen frühzeitig hilflos auf die Eisscholle.
Schönes Bild.
Zurecht alleinerziehend?
Kann sich das Töchterlein ja später daran abarbeiten.
Auf Kindersachenflohmärkten gibt es für Jungs etwa ab dem dritten Lebensjahr keine gebrauchten Hosen mehr, für Mädchen jede Menge. Liegt natürlich am sozialen Geschlecht, ist klar.
Kann Frau ja die Genderforscherin fragen.

Spannender und erkenntnisreicher Artikel, besten Dank!
Ich denke kann gar nicht genug betonen, wie sehr die Kinder das Wirken der Eltern abbilden.
"Wenn in der Haltung des Erwachsenen "das Bemühte durchscheint", funktioniere es nicht mehr." das ist m.E. der Dreh- und Angelpunkt des Ganzen.
Sie stellen am Ende dieses Absatzes die richtigen Fragen, setzen sie aber nicht konsequent um, mit Ihrem "Querschenken".
Der rosa Panda wird für die beschenkten wahrscheinlich eher als grausamer Spott wahrgenommen und auch die Tochter wird über das "vergeudete" Geschenk nicht allzu froh sein; ein Mitforist nennt es passend "missionarisch Schenken".
Machen Sie doch Nägel mit Köpfen.
Wünschen Sie sich selbst den Technikkasten, reißen Sie ihn bei der Bescherung ungeduldig aus der Packung und beginnen Sie sofort, alles andere ignorierend, damit, ihn enthusiastisch aufzubauen!

Echt?

Echt?
Habe herzlich gelacht bei der Vorstellung, daß die Journalisten-Mutter unterm Baum plötzlich anfängt, Säuren und Basen in verschiedenfarbigen Reagenzgläsern zu schütteln und damit beginnt, Salzkristalle zu züchten. Da würde ich mich doch als Kind fragen, warum Mama Journalistin geworden ist, und nicht Chemikerin. Schönes Schauspiel.

Der größte Feind für die "gleichberechtigte" Entwicklung junger Frauen ist das tägliche Gejammer ihrer (feministischen?) Mütter: Benachteiligung hier, Diskriminierung dort, und wenn nichts mehr geht ein "Aufschrei" voller Schmerz und Schmollippe im Netz. Besser kann man jungen Frauen nicht klar machen, dass sie "schwach" sind und die böse (männliche) Gesellschaft sich doch endlich zu ihren Gunsten zu ändern habe. Da passt dann "rosa" auch wieder gut.

Als Kind stand ich total auf konstruieren und bauen. Stunden im Standkasten , Tage mit Lego verbracht. Unterschiedlichste Spielzeuge kombiniert (Lego-Eisenbahn mit Bauklötzchentunneln erweiter und dazu Playmobil kombiniert). Dazu immer wieder Plastiksoldaten, Schlachten gespielt bis sich die Balken bogen...

Und heute? Was arbeite ich heute? Preisfrage an die gendersensiblen Mütter hier im Forum:

A) Lokführer
B) Archithekt
C) Soldat

oder

D) Projektmanager im Marketing

reichlich naiv die Vorstellung das Mädchen und Jungs die gleichen Vorlieben haben. Es ist schon mehrfach bewiesen, das Mädchen und Jungs unterschiedliche Vorlieben ..unabhängig von einer Beeinflussung oder Konditionierung..haben.
Ich selbst habe meiner Nichte (sehr klug) zig chemische und sonstige naturwissenschaftliche Baukästen geschenkt. Die kamen alle nie gut an.
Mittlerweile schreibe ich eine Email an die Mutter und Frage was das Mädchen will. Es sind die typischen Mädchenspielzeuge.
Und welches Geschlecht das Geschlecht ist, welches daheim z.b. am Linuxbetriebssytem herumschraubt, braucht wohl auch nicht erklärt werden.
Die Unterschiede sind da, ob es einem gefällt oder nicht...ob es in den Zeitgeist passt oder nicht...ob es der Genderbeauftragten gefällt oder nicht.

Ich finde die Autorin versuct das Pferd von hinten aufzuzäumen. Zwar hat sie selbst von einer Didaktik-Professorin (die sie thematisch unnötig als Genderexpertin identifiziert) erfahren, daß der menschliche Einfluß hier maßgeblich für die Spielzeugwahl des Kindes ist und dennoch sicht sie polemisch die Schuld beim Spielzeughersteller vollig ignorierend, daß es noch mehr als Toys'R'us gibt.
Doch anstatt wirklich den eigenen Einfluß und den der Erzieherinnen(stititisch auch großteils weiblich) im Kindergarten zu untersuchen und zu schauen wie dort die Unterscheidung nach Jungs und Mädchen auch mit dem angebotenen Spielzeug getroffen wird, gibt es pauschal die Schuld im Spielwarenladen und beim Fußballtrainer. Daß die Erzieherin oder Grundschullehrerin möglicherweise genau die gleichen Klichees lehrt ist völlig undenkbar. Wann waren schon Frauen in den letzten Jahrhunderten an der Kindererziehung beteiligt? Auch Schuld scheint hier unterschwellig am Geschlecht und an der damit verbundenen Rolle zu hängen.

Die Autorin verbreitet also unbewusst immer noch die gleichen Rollensignale wie e und je, wundert sich aber darüber, daß ihre Tochter das aufschnappt und lässt ihre Frust darüber mit rosa Pandas an ihren Neffen aus.

Guter Artikel, vielen Dank dafür!
Es ist spannend, wie so viele Kommentatoren scheinbar überzeugt sind, dass die Spielzeugindustrie in erster Linie das Wohl von Kindern im Auge hat (und nicht etwa ihre eigene Bereicherung). "Die Spielzeugindustrie verkauft geschlechtsspezifisches Spielzeug, ergo trifft das Spielzeug genau den Herzenswunsch aller Kinder" - so die Logik. Dabei ist es doch bekannt, dass die Industrie (nicht nur die Spielzeugindustrie) Bedürfnisse nicht so sehr bedient, sondern vielmehr erschafft. Das Ziel ist Leuten Dinge zu verkaufen, egal ob sie sie brauchen/wollen oder nicht. Jeder Erwachsene hat schon die Erfahrung gemacht, dass er etwas gekauft hat, dass er bei genauerem Hinsehen nicht brauchte. (Beispiel 3D-Filme. Kein Film wird durch 3D besser, aber der Kunde muss mehr bezahlen als für einen 2D-Film, hat aber gar nicht die Wahl sich zu entscheiden.)

Ein tolles Video zum Thema "Mädchen wollen pink" gibts hier: https://www.youtube.com/w...

Eine Vierjährige kritisiert die Spielzeugindustrie: "Warum müssen Mädchen pinke Sachen kaufen und Jungs können Sachen in vielen Farben kaufen?"

"geschlechtsspezifisches

"geschlechtsspezifisches Spielzeug genau den Herzenswunsch aller Kinder so die Logik.“

Abgesehen davon, dass dies nicht die Argumentation trifft, denn sie verkauft nur das, was sich verkaufen lässt, reflektieren Sie doch mal Ihre: Die Spielzeugindustrie verkauft geschlechtsspezifisches Spielzeug, dass sich eigentlich gar nicht verkaufen ließe, aber sie gibt viel Geld für deren Kommunikation und Gestaltung aus, damit sich Kinder interessieren, obwohl sie eigentlich dafür kein Interesse hätten. Aha! Nebenbei gehen Sie von einem Kunden aus, der komplett unmündig ist über dem die Industrie herrscht.

"Leuten Dinge zu verkaufen. Jeder hat die Erfahrung gemacht, dass er etwas gekauft hat, dass er nicht brauchte."

Wir können uns jetzt natürlich in der anekdotischen Evidenz des Fehlkaufs verlieren, oder aber wir können diskutieren. Stimmen Sie mir denn zu, dass ein Mädchen zB. das von seinen Eltern ein Puppenhaus möchte, und damit ganze Nachmittage verbringt, dieses vielleicht ganz eventuell ein klitzekleines bisschen auch SO wollte?

"Warum müssen Mädchen pinke Sachen kaufen und Jungs können Sachen in vielen Farben kaufen?"

Warum müssen Journalisten und Zeit-Kommentatoren Jungs unterstellen, wenn sie mit einem Chemiebaukasten oder Spielzeugautos spielen würden sie ihre „Aggressivität trainieren“ und zu „kleinen Machos“ werden? Mir nicht bekannt, dass an der Kasse nach Geschlecht selektiert wird, „Ohhhh du willst den Chemiebaukasten, gib mal her, hier ist ein Ponyhof für dich!“

Spürt ihr nicht, welchen Zwang ihr euch auferlegt, einem solchen Hirngespinst zu folgen. Ein paar Europäer, die sich was ausgedacht haben, wie man die Natur zur Ratio-tur machen könnte. Wir brauchen wirklich "men in pink"? Women in black? Am Ende werden alle in Kisten gesteckt und in die Sklaverei verschickt, wie in Pinocchio.... Schöne neue Welt

Warum geht die Autorin zu Toys 'R' Us, wenn sie die aktuelle Spielzeugbranche unter die Lupe nehmen will? Ein amerikanischer Konzern, der billigstes Zeug in China produzieren lässt und sowohl wegen Rückrufaktionen als auch mangelnder sozialer Verantwortung schön öfters in den Schlagzeilen war. Dass hier auch gerade typisch amerikanische Rollenklischees (Mädchen mit rosagekleideten Barbies/Jungs mit Ballerzeug) bedient werden, liegt doch auf der Hand. Und warum lässt die Autorin den Frust an den Cousins ihrer Tochter aus, indem sie ihnen einen rosafarbenen Panda kauft? ("Gegengift")?. Mit Zwangsbeglückung hat man noch nie etwas erreicht, und ein Geschenk sollte schließlich vor allem eins: dem Beschenkten Freude bereiten.

Bericht aus dem persönlichen Umfeld:
Man sollte Kindern alle Möglichkeiten bieten und sie dann da fördern wo sie Interesse zeigen.
Also bekam die Nichte Anfangs Puppen und Bohrmaschinen und Werkzeugbänke und Eisenbahnen von Eltern, Onkel, Tante und Großeltern, mal sehen was auf Interesse stößt.
Anfangs waren vor allem die Bohrmaschinen und Werkzeugbänke sehr interessant weil sie Lärm machen und man Lärm mit machen kann. Finden kleine Kinder immer gut.
Unterdessen (4 Jahre alt) wird mit der Eisenbahn gespielt wie mit Puppen, also die Lok kommt nach Hause und macht dann für die Wagons Essen im Lokschuppen (kein Witz, so mitgespielt), und zum letzten Geburtstag wurde sich ausdrücklich ein rosa Hello-Kitty Bobby-Car gewünscht.

Ich will damit nicht sagen das es überall so ist. Hätte durchaus sein können das die Nichte sich mehr für Technik interessiert als für das Spielen sozialer Interaktionen mit Puppen und für alles in rosa.
Ist aber nicht so und darum bekommt die Nichte was sie will und es wird ihr nicht mit fadenscheinigen Ausreden irgend etwas verboten.

Man sollte Kindern alle Möglichkeiten bieten und sie dann da fördern wo sie Interesse zeigen und keinesfalls versuchen sie in eine bestimmte Richtung zu drängen. Weder in die Richtung "Du bist ein Mädchen und musst darum mit Puppen spielen" noch in die Richtung "Du bist ein Mädchen und weil ich es nicht gut finde das Mädchen nur mit Puppen spielen spielst Du jetzt mit Autos"

...was kann eigtl die spielzeugindustrie dafür wie die comic und star wars macher ihre schöpfungen nennen und entwerfen?!^^

wer keine probleme hat - der macht sich halt welche. diese unsägliche geschlechter-debatte ist genauso blödsinnig wie dieser artikel - dieser "gender"-zwang der hier von der autorin propagiert wird, ist um einiges schlimmer als was die spielzeugindustrie - angeblich - tut.

wobei ich nicht wirklich unterschiede zum spielzeugangebot meiner jugend feststellen kann. ich hatte damals auch batman, terminator und robocop actionfiguren, wie auch diverse gewehre und matchbox-autos. - also ist es nicht schlimmer geworden, sondern eher geblieben wie es schon immer war - und trotzdem haben wir heut "gender"-lehrstühle an unis und diese alberne diskussion.

mein sohn interessiert sich für autos seit er krabbeln kann. spielt er in der kita mit puppenwagen, dann nur um sie umzukippen und die räder zu untersuchen. wenn er sich ein spielzeug wünscht dann meist ein auto - versuche ihn anderes spielzeug (playmobil etc) näher zu bringen scheiterten bislang mangels interesse. er will seine autos - soll ich sie nun wegschließen und einen barbietag einführen?! ganz sicher nicht. wir bieten ihn andere sachen an - aber zwingen werden wir ihn nicht. seit kurzem interessiert er sich, dank disney, für pferde... doch eine pferdefigur wollte er beim letzten einkauf trotzdem nicht.

übrigens heißt es hubschrauber und nicht helikopter ... das nur nebenbei

Tut mir leid, aber ich konnte mir das Geschreibsel nicht ganz durchlesen. Wenn sich der Tenor dieses Artikels zum Ende hin, noch ändert bitte ich daher um Entschuldigung.
Im allgmeinen Stimmt es schon, dass die Spielzeug Industrie eine sehr Geschlechter spezifische Auswahl hat. Aber bei mir stellt sich die Frage: Wenns sich, wie in einem Kommentar hier, Spielzeug für Mädchen, dass keine Geschlechterrolle Bedient so gut verkaufen würde, wieso macht es die Industrie dann nicht? Ist es vielleicht nicht auch so, dass kleine Mädchen halt gern Prinzessinnen wären, und kleine Jungs Cowboys?
Dieser Versuch, Männer und Frauen mit aller Gewalt gleich zu schreiben wird meines Erachtens nicht funktionieren.
Um das hier nochmal klar zu stellen, ich bin für Gleichberechtigung, und ich versteh es nicht, wieso Frauen die in einem Beruf, die gleiche Arbeit leisten können, wie ein Mann, auch das gleiche verdienen sollte.
Aber dieses Feminismus Debatte ist langsam aber sicher im Lächerlichen angelangt.

Ich finde den Artikel sehr gut. Wir sollten gemeinsam versuchen nicht die geschlechterspezifischen Rollen bzw. Klischees zu tauschen wie in es in den Kommentaren heißt, sondern sie aufzulösen und abzuschaffen. Auf Anhieb fallen mir da leider nur zwei Möglichkeit ein: "die gegenteilige Information verbreiten", also Jungs mit vermeintlichem Mädchen Spielzezu en s "die Gruppenzuordnung erschweren" zb. durch widersprüchliche Signalisierung ala rosa Streifen auf dem Kampfroboter. Wer sein Kind liebt, hilft ihm der Gendercodierung als Entwicklungsbeschränkung zu entkommen.

Meinen Sie im Ernst, dass unsere (Geschlechter)Welt wie sie ist, dadurch geändert wird, dass es rosa Streifen am Kampfroboter gibt? Glauben Sie, dass man Jungs Spielzeugautos wegnehmen muss, damit Frauen 30 Jahre später die Forschungsabteilungen der Automobilindustrie erstürmen?

Ganz ehrlich, halten Sie sich bitte fest, ich halte mich an pseudowissenschaftliche Zeiten aus der Mitte des letzten Jahrhunderts erinnert. Da wurde ähnlich abstrus versucht neue Menschen zu konstruieren....

Feministinnen haben ja ohnehin ein schwieriges Verhältnis zur Ökonomik. Sie denken ja Unternehmen die werben, würden irgendetwas vorfertigen. Eben nicht, sie hören erstmal auf das Rauschen im Markt und platzieren dann das, wovon sie denken es verkauft sich. Verkauft es sich nicht, wird es eingestellt oder verändert und gerelauncht. Anscheinend lassen sich diese Produkte in ihrer Kommunikation gut absetzen, auch in Deutschland. Im Allgemeinen wird die Macht der Werbung hier ohnehin überschätzt, Werbung kann Bedürfnisse vielleicht lenken, aber nicht unbedingt erwecken und schon gar nicht unterdrücken (Zum Beispiel den Millionenfachen Wunsch von Mädchen nach einem Chemiebaukasten). Und selbst wenn: Welches Interesse hätte die Industrie daran? Hier wird schon wieder mit plumpen Verschwörungstheorien gearbeitet (Graben ihren Managementnachwuchs ab, indem Mädchen infantilisiert werden, durch ein Puppenhaus!) oder dummen Biologismen (Interesse an Autos muss in den Genen liegen). Man man man, die armen Kinder, gottseidank gibt es davon im gendersensiblen Deutschland immer weniger, so reduziert sich wenigstens absolut das Leid das ihnen angetan wird…

"Türkisches hanam" "kleine

"Türkisches hanam" "kleine machos" "trainieren Aggression" usw. Ich frage mich wer hier niedrigere Rollenklischees mit einem kleinen Anflug von Rassismus verbreitet.
Liebe Autorin, sehen Sie es bitte ein, Kinder sind unterschiedlich, Kinder haben unterschiedliche Interessen. Das heißt tatsächlich nicht, dass nur Jungs mit dem und Mädchen nur mit dem Spielzeug spielen. Man kann es sich wie zwei glockenkurven vorstellen, die der Jungs nach links (technisches Spielzeug) und die der Mädchen nach rechts (Prinzessinnenspielzeug) verschoben sind. Ganz einfach, mehr Jungs spielen eben mit dem Chemiebaukasten als Mädchen, aber ein paar wenige Jungs spielen auch anders.
Sie fragen sich warum das heute noch so ist? Es war nie anders, ihnen fällt das nur so auf, weil sie durch ihre gender Schulung nichts anderes mehr als Geschlechtlichkeit sehen. Dazu kommt unsere Konsumfreiheit, früher gab es auch nur ein Auto, alle fanden das gut. Heute haben wir die Freiheit zwischen Millionen Modellkombinationen zu wählen, und tun das auch. Genauso Jobwahl, heute mit der Freiheit zu wählen wählen Menschen eher nach ihren Interessen, als nach wirtschaftlicher Vernunft, Folge: In „gleichberechtigten“ Gesellschaften machen Frauen was mit Menschen und Männer was mit Technik, wie eh und je (Das GenderParadox am Arbeitsmarkt für das immernoch keine Erklärung präsentiert wird, weil es eben die Annahme von Gender einzig durch Kultur beeinflusst natürlich schaden würde).

Aber wie brutal muss man sein, einem Individuum das man mag, ein crossgekauftes Geschenk zu machen, nur weil das der persönlichen Vorstellung von der Geschlechtlichkeit des Kindes entspricht? Schenken als Pädagogik der Vereinheitlichung, na die kinder werden es Ihnen danken!
Übrigens, auch sehr lustig: Sie kritisieren Jungsspielzeug als bildungsfördernd und Mädchenspielzeug als gefallsuchtfördernd und wollen dann den reverse. Sie qualifizieren Mädchenspielzeug und xie Mädchen damit ab, haben aber kein Problem das Jungs unter dem Baum zu legen. Wären Sie konsequent müssten Sie Mädchenspielzeug komplett verbieten, aber so ists ja ihnen recht, wenn aus den "kleinen aggressiven Machos" "kleine infantile Prinzen" werden. Hauptsache das Mädchen hats besser. Tipp: überdenken Sie Ihre stereotype von Geschlechtern, ach was gleich Ihr ganzes Menschenbild! Toleranz bedeutet auch andere Verhaltensweisen zu tolerieren! Ihr Text liest sich wie der manische Wunsch nach einem Rollentausch. Exemplarisch für unsere Genderzeit…

playmobil hat nach 30 Jahren Feminismus eine Sonderauflage eines Sets herausgegeben, das drei Wissenschaftlerinnen - Chemikerin, Astronomin, Archelogin - darstellt. Es war in den USA nach Stunden vergriffen, hat heute Sammlerwert, der steigt und steigt.
Ansonsten: Männchen die Berufe haben, 10 % Weibchen - die ein Geschlecht haben (ok. es gibt auch mal ne Krankenschwester, oder, man staune, ne Ärztin...)
Liebe Kollegen, warum ist es so unheimlich schwer mal anzuerkennen, dass da einiges im Argen ist?

Wenn Spielzeug Sammlerwert entwickelt, dann wird damit nicht gespielt. Denn Sammler Zahlen dafür nur hohe Preise, wenn die Sachen Originalverpackt und unbenutzt sind. Ich selbst habe einige seltene Modellautos aus meiner Jugendzeit in speziellen Sammlerboxen (keines davon ist rosa), aufbewahrt, deren Wert ist abhängig vom Zustand.

Ergo: Spielzeuge, die Sammlerwerte erreichen, wurden nie bespielt. Und tragen somit höchstens irgendwann einmal zu einem hohen Verkaufserlös bei, aber nicht zur ideologischen Umerziehung von Kindern. Playmobil hat die Auflage dieses Sets bewußt niedrig gehalten, weil sie die Verkaufszahlen korrekt eingeschätzt haben. Sammler freust. Und Gendermütter auch.

Ich kann dem Artikel in voller Tiefe, Breite und Länge zustimmen. Als "aufgeklärtes" Kind der 70er und 80er habe ich von meinen Eltern Gleichberechtigung unter den Geschlechtern ganz selbstverstädlich aufgenommen. Neben den ganz einfach Spielsachen: z.B. ein Stock aus dem Wald, der Wochenlang mit rumgeschleppt wurde und wahlweise als Motorradlenker oder Schaltstock des imaginären Lastwagens herhielt, haben wir auch mit Puppen und Lego gespielt.
Als Vater von zwei Zwergen habe ich heute jedesmal wenn ich Spielsachen kaufen darf ein beklemmendes Gefühl. Warum muss Lego Duplo eine rosa Kutsche mit Prinzessin und goldenen Einhörnern verkaufen?
Geht das nicht auch in neutralen Farben?
Erstaunt hat mich aber unser Sohn, der hat, im Gegensatz zu seiner älteren Schwester, von Geburt an eine deutlich stärkere Zuneigung zu Autos gezeigt, ich gehe davon aus, dass das genetisch sein muss. Unser Angebot an Ihn war genau das gleiche wie für seine Schwester. Auch bin weder ich noch meine Frau ein Autonarr. Im Gegenteil.
Es wundert mich einfach.

Ich hoffe, dass die Spielwarenhersteller diesen Blödsinn irgendwann beenden, wenn Sie merken, dass sie ihren eigenen Management Nachwuchs in Geschlechterkorsetts zwängen.

Kinder einfach spielen lassen. Weniger fernsehen, weniger Werbung und nicht immer eigene Vorstellungen von Geschlechterrollen oder Geschlechternichtrollen auf Kinder oktroyieren.

In meinem Freundeskreis gab es immer Mädchen, die auch mit Schwertern und Pistolen unsere "Jungsspiele" gespielt haben. Mit den Nachbarmädchen habe ich auch mal mit den Barbies gespielt. Alles ist möglich. Streit gab es trotzdem mit den Eltern, weil sie nicht wollten, dass die Mädchen mit Waffen spielen. Waffen galten in der Waldorf-Umgebung ja als ach so böse. Soladatinnen und Soldaten sind wir trotzdem nicht geworden. Alles halb so schlimm. Eltern sollten sich mehr zurücknehmen und Kinder wieder mehr alleine spielen lassen!

Die Antwort ist einfach: Alle großen Spielzeughersteller arbeiten für den globalen Markt und wollen entsprechende Umsätze machen. Dasselbe gilt für Animationsfilme: Sie sind sehr teuer in der Produktion und sollen weltweit viel Geld einspielen.
Da in den meisten Kulturen die Geschlechterklischees noch unangefochten hoch gehalten werden, richten sich die Produzenten danach (vor allem Mattel - und die anderen ziehen mit).

Die großen Märkte liegen längst nicht mehr in Europa, sondern in Asien und anderswo. In vielen Kulturen mag man es knallbunt und für unsere Begriffe kitschig.

Es ist tatsächlich so, dass vor ca. 30 Jahren die Geschlechterklischees in puncto Spielzeug hierzulande deutlich weniger ausgeprägt waren. Damals gab es noch mehr kleine Spielzeugfirmen, die für den europäischen Markt produzierten.

Der/die Deutsche Mutter bekämpft den Gender-Feind, wo es geht. Rosa Plüschtiere für die Jungs und glaube Werkbänke für die Mädchen. Widerstand bis zum Letzten.
Erbärmlich. Wie lange, meint die Autorin, wird der Junge mit dem rosa Plüschtiere spielen?
Ich habe meinen Kindern (ein Junge, ein Mädchen) letztes Jahr bereits ein Playmobil-Set mit einer weiblichen Bankräuberin geschenkt. Damit meine Kinder lernen, daß Frauen auch böse sein können:

http://www.spiegel.de/pan...

Aber die Autorin läßt ihre Kinder bestimmt erst "Lieber guter Weihnachts-X" in geschlechtergerechter Sprachx aufsagen, bevor sie von der Weihnachtsfrau (? In Blau ?) die gendergerechten Holzspielzeuge bekommen. Wie kann man eine Ideologie nur so über sein Leben bestimmen lassen? Und über das seiner Kinder?

"Der/die Deutsche Mutter

"Der/die Deutsche Mutter bekämpft den Gender-Feind, wo es geht. Rosa Plüschtiere für die Jungs und glaube Werkbänke für die Mädchen. Widerstand bis zum Letzten."

Sie wissen genau, dass diese Beispiele die totale Ausnahme sind. Warum verdrehen Männer wie sie ständig die Realität, die jede/n im Spielzeugladen auf einen Blick anspringt?

Mit "Rosa" werden Mädchen dazu erzogen, sich selbst eben nicht als Astronomie, Bauleiterin, Mathematikerin oder Handwerkerin oder Feuerwehrfrau vorstellen zu können. Dafür aber immer schön nett und hübsch zu sein und den Männern die Werkbänke wie die Aufsichtsratbänke zu überlassen. Das Prinzip kann man auch an männlichen Kindern z.B. in nicht sehr bildungsnahen Schichten genauso gut beobachten, die eben ganz mehrheitlich nicht aufs Gymnasium gehen und in der sozialen Kategorie bleiben beruflich, in der der Vater schon war - und ausgesprochen selten Aufsichtsratvorsitzender werden. Kinder werden mit Spielen und Spiel-zeug in eine Kultur eingeübt und verhalten sich Vorbildern entsprechend - auf der ganzen Welt zu beobachten. Und um das zu sehen, brauchts auch kein Studium.

Die Konkurrenz muss ausgeschaltet werden - dieses Verhalten haben viele Männer offenbar so intus, dass sie noch die offensichtlichsten Daten leugnen und verdrehen müssen. Selbst in der aktuellen Spielwarenlandschaft noch die deutsche Gender-Mutter an die Wand malen zu müssen, weil in hundert Jahren angeblich mal eine rosa Werkbank gesichtet worden sein soll - das ist für mich einfach ein Armutszeugnis!

Das mit dem Ausschalten der Konkurrenz kann ich höchstens auf die AutorIN beziehen. Wer Geschenke verschenkt, um seine ideologische Linie aufzuzeigen und nicht, um dem Beschenkten eine Freude zu machen (und dem Cousin vielleicht den blauen Kampfroboter anstatt des ungewünschten rosa Pandas zu schenken), zeigt mMn ziemlich wenig emphatisches Empfinden. Obwohl Empathie ja angeblich so ein Frauen-Ding ist.

@gorgo: Sie haben ein sehr triviales Weltbild. Ich stamme zb aus einer Arbeiterfamilie, habe früher auch gern mit Autos, Baukästen, sogar Spielzeug-Panzern gespielt. Und...? Ich habe später Abitur gemacht und bin Softwareentwickler. Kinder lassen sich zwar in vielerlei Hinsicht prägen und erziehen (zum Glück auch), aber unterschätzen Sie sie nicht in ihrem eigenen Verstand und Willen. Auch heutige Juristen, Ärzte und Vorstände haben damals - und mit Sicherheit mit heutigen Bau- und Fließbandarbeitern oder Müllmännern zusammen! - Räuber und Gendarm gespielt. (Übrigens auch etwas, was in die heutige "korrekte" Welt nicht mehr hineinpasst)

Die Autorin ist selbst in ihrem Sexismus gefangen. Nebenbei: Ja, Schmike macht, genauso wie das Rauchen, alt. Ab 30 Jahren kann man da schongravierende Unterschiede feststellen.

Die richtig gekniffenen unserer Geselschaft sind nicht die Mädchen, sondern die Jungen. Wer da ohne Vater aufwächst, dem bleiben da nur die Medien. Da dort aber die "richtigen Männer" erst ab FSK 18 laufen, bleiben dort nur Comic-Figuren und Freaks. Der Mann als komische Nummer.

Abgesehen von der Beobachtung, dass es durchaus geschlechtsspezifische Präferenzen gibt, die nicht auf Sozialisation beruhen, ist die absolute Krönung immer noch der Kauf des Schulranzens. Für die Mädchen tierisch zugekitscht und die kleinen Jungs scheinen alle aus dem sozialen Brennpunkt zu kommen. Da soll Klein-Rambo schonmal auf "dicke Hose" machen und "Durftmarken" setzen. Wir hatten dann wenigstens einen Ranzen mit einem Spinnenmotiv gefunden, dem wir unseren Sohn erfolgreich als "mit Tier" verkaufen konnten.

Frau Trost kommt mir vor wie Loriots Opa Hoppenstedt im Spielzeuggeschäft: Völlig perplex über die Tatsache, dass es Kinder mit Zipfelchen gibt und welche ohne.

Warum darf ein Mädchen nicht Mädchen sein? Will sie die Kinder als nächstes noch umoperieren? Sie spricht von "Gleichberechtingung"; aber sie meint Gleichmacherei.

Was ist an Rosa schlimm? Es ist nur eine Farbe, eine Wellenlänge. Genau wie Grün oder Blau. Geschmackssache.

Zum Thema, Schlechtes Spielzeug, schreibt sie nichts. Warum landet vieles Speilzeug nach Tagen in der Ecke, während anderes jahrelang bespielt wird? Warum spricht das angeblich "pädagogisch wertvolle" Spielzeug nur Mütter an, selten aber Kinder? Und warum finden Väter so selten attraktives Spielzeug? Hier hätte es viel spannendes zu sagen gegeben.

Wirklich schockiert hat mich der Schlusssatz. Missionarisch schenken! Wie früher die Umgewöhnung von Linkshändern auf rechts! Das wähnte ich wahrlich überwunden.

Ich bin Vater eines Jungen und eines Mädchens: die dürfen ganz sie selber sein. Was sie mögen, was sie sich wünschen, das ist ihre Persönlichkei. Als Gärtner mache ich auch nicht aus dem Apfelbaum einen Kirschbaum.

Über was man sich alles so den Kopf zerbrechen kann. Ja, Mädchenrosa ist eine riesengroße, kaum zu übersehende Fassade. Aber öffnen Sie doch bitte mal die Augen. Gerade im Toys'R'Us gibt es eine riesige Abteilung voll nur mit Gesellschaftsspielen oder Spielgeräte für drausen. Es gibt nun wirklich reichlich geschlechtsneutrale Alternativen. Aber tun Sie Ihrer Tochter einen Gefallen: Lassen Sie sie auch selbst mitbestimmen, Sie hat nämlich im Alter von 10 Jahren schon einen eigenen Geschmack. Das hatten wir alle. Dass das nicht bedeutet, dass man auch alles kaufen sollte, was Kind gern hätte, brauche ich ja hoffentlich nicht erwähnen. Unsere Eltern konnten den Hype um He-Man-Figuren damals auch nicht verstehen. Aber genau dabei sollte man es auch belassen. Diesem Unverständnis die Genderkrone aufzusetzen, ist überflüssig. Das fällt - wie schon angedeutet - unter die Kategorie Kommerz. Aber auch dazu gibt es Alternativen. Und wenn Ihre Tochter zu Weihnachten eine Raumstation möchte, freuen Sie sich. Wenn Sie aber doch eine Puppe möchte, überlegen Sie sich, ob Sie ihr eine Freude machen wollen oder doch lieber weiter ihren persönlichen Genderkonflikt auf ihrem Rücken austragen wollen.

Man kann sich dem Horror doch ganz leicht entziehen. Ich habe drei Söhne und zwei Töchter im Schulalter, trotzdem hatten wir hier noch nie eine Barbie oder ähnliche Grässlichkeiten - und meine Kinder haben das auch nie eingefordert. Ich habe noch nie was in so einem Spielzeugpalast gekauft, meine Kinder kennen das gar nicht. Und das ganze Geheimnis - wir haben keinen Fernseher. Die Jungs spielten mit Puppen, die Mädels hämmern und sägen, und keiner hinterfragt, ob das auch paßt.

Moin Moin,

Moin Moin,

auch wenn ich der Ansicht bin, dass Jungens andere Spielzeuge wollen als Mädchen, so denke ich doch, dass das Trommelfeuer der Werbung in den Zeiten und Fernseh-Kanälen die die Kinder anschauen, keinen geringen Anteil an der Entwicklung der Kinder hat.
Das Dauer-Rosa für die Mädchen ist schon nicht mehr peinlich sondern geradezu abstoßend, und vice versa für die Jungens.
Nicht alles ist "Geschlechterklischees, die wir längst hinter uns lassen wollten" aber vieles.
CU

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