Deutschlandkarte Orte, die wie Verben heißen

ZEITmagazin Nr. 52/2014

Essen ist wohl die bekannteste Stadt in Deutschland mit einem Namen, der einem deutschen Verb im Infinitiv entspricht. Ein solcher Name hat einige Nachteile, wenn man zum Beispiel Bücher über die Stadt in einer Bibliothek sucht. Dann findet sich alles Mögliche übers Essen und wenig über Essen. Als die Stadt so benannt wurde (übrigens vermutlich nach Eschen, die dort wuchsen), hat eben noch niemand an elektronische Datenbanken gedacht. Essens Schicksal teilen weitaus mehr Städte und Orte, als man spontan denken würde. Wissen gibt es übrigens auch. Geben nicht. Nehmen auch nicht. Haben und Sein fehlen ebenfalls auf der Karte. Einige Verben sind wenig gebräuchlich, auch umgangssprachliche Ausdrücke sind darunter. Abgesehen davon, dass die Treffer meist danebenlägen: Wenn man aus Kotzen oder Dissen kommt, könnte ein Google-Alert zum Heimatort, der alle News von dort laufend auf den Bildschirm holt, bei Bürokollegen auf Unverständnis stoßen.

Illustration Jörg Block, Recherche Anton Dorow

Kommentare

26 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren