Deutschlandkarte Tierfriedhöfe

ZEITmagazin Nr. 6/2015

Wenn Bello oder Minka das Zeitliche segnet, kann es für Herrchen und Frauchen eine unerträgliche Vorstellung sein, den Liebling in einer Tierkörperbeseitigungsanstalt enden zu lassen. Einige der hierzulande gehaltenen 5,4 Millionen Hunde, 8,2 Millionen Katzen und 5,1 Millionen Kleinsäuger finden daher ihre letzte Ruhe auf einem Tierfriedhof – mit Granittafel, Foto und Blumenschmuck. Mehr als hundert gibt es davon in Deutschland. Wer nun von einer Modeerscheinung unserer Zeit ausgeht, irrt: Schon die alten Ägypter mumifizierten und bestatteten ihre als Gottheiten verehrten Katzen. Der weltweit bekannteste Tierfriedhof, der Cimetière des chiens, eröffnete 1899 in Paris. Sogar Pferde und Affen liegen da begraben. Im deutschen Gesetz ist verankert, dass Tiere Mitgeschöpfe des Menschen sind. Worauf darin nicht hingewiesen wird, ist der Widerspruch, dass wir fähig sind, ein T-Bone-Steak innerhalb von ein paar Minuten zu essen und das Grab unseres Hamsters über Jahre hinweg zu pflegen.

Recherche: Hannah Lu Verse

Kommentare

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Der letzte Absatz entwertet den Artikel extrem. Es gibt keinen Widerspruch.
Tiere essen Tiere, Menschen essen Tiere. Das bedeutet noch lange nicht, dass man nicht tiefe Zuneigung zu einem Tier empfinden kann. Davon abgesehen, dass die wenigsten ihr Haustier essen, mögen sie doch auch nicht alle Menschen gleich. Die allermeisten dürften dem Artikelschreiber doch egal sein, aber mitunter tingelt vielleicht jahrzehnte an das Grab seiner Großmutter.

Unsere Familienkatze war fast 15 Jahre bei uns. Am Ende musste sie leider eingeschläfert werden, um ihr Leiden zu beenden. Wir haben uns für eine Urne entschieden in Form einer schlafenden Katze mit ihrer Fellzeichnung. Wir konnten sie auch nicht einfach so verscharren, immerhin war sie ein Familienmitglied, das geliebt wurde.