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Naturkosmetik Einfach schön

ZEITmagazin Nr. 7/2015
Rose Marie Swift führt eine Naturkosmetikfirma in den USA. Sie glaubt nicht an Faltencremes, sondern an Natur für die Haut. Ein Interview von

ZEITmagazin: Frau Swift, Sie haben als Make-up Artist bei Modenschauen und Fotoproduktionen gearbeitet, bevor Sie Ihre Kosmetikfirma RMS Beauty gründeten. Gibt es denn nicht schon genug Kosmetik?

Rose Marie Swift: Das größte Problem ist in meinen Augen die Einstellung vieler Frauen und neuerdings auch von immer mehr Männern: Sie glauben, dass es für jugendliche Schönheit eine Schnellreparaturpille gibt. Ständig erscheinen neue Produkte auf dem Markt, die natürlich nicht viel bewirken: Eine Antifaltencreme polstert meist für ein paar Stunden das Gesicht so auf, dass die Haut kurzzeitig glatter aussieht. Langfristig bewirken die meisten Produkte nicht viel. Wie auch?

ZEITmagazin: Wird Frauen heute weisgemacht, mit diesem oder jenem Produkt ein optimales Erscheinungsbild erzielen zu können?

Swift: Natürlich! Schauen Sie sich die Darstellungen von Frauen in den Medien an. Mir wird ganz anders, wenn ich sehe, wie viel dort retuschiert und optimiert wird. Das Ideal, das Frauen vermittelt wird, ist bedenklich. Auch deshalb sind einige geradezu süchtig nach Kosmetika. Ich kenne Frauen, die fünf unterschiedliche Antifaltencremes gleichzeitig verwenden.

ZEITmagazin: Viele Menschen achten sehr auf ihre Ernährung. Aber was in den Kosmetika steckt, die sie sich auf die Haut auftragen, hinterfragen sie selten.

Swift: Die Leute fragen inzwischen schon mal nach, was für Ingredienzien die schick verpackten Produkte enthalten. Daher wächst auch der Markt für Naturkosmetik, wobei einige wenige Firmen weiterhin die größte Macht haben. Sie haben unglaubliche Marketingbudgets, dank derer sie ihr Image aufrechterhalten. Trotzdem ist die Kosmetikindustrie nicht an allem schuld. Es sind auch die Konsumenten, die illusorische Erwartungen haben und von Wundermitteln träumen, die kein Unternehmen auf dieser Welt herstellen kann.

ZEITmagazin: Ihre Firma gibt es seit 2008. Die Produkte, die Sie verkaufen, bestehen zum Großteil aus natürlichen Inhaltsstoffen, versichern Sie. Wie stellt man Lidschatten und Lippenstifte ohne Chemikalien her?

Swift: Wir verwenden fast ausschließlich Kräuter, Samen, Fette und Öle. Aber wenn Sie nun einen Eyeliner herstellen möchten, der 24 Stunden lang halten soll, ohne zu verschmieren, geht das natürlich nicht ohne ein Bindemittel. Uns ist außerdem wichtig, dass nichts hoch erhitzt wird. Die Kosmetikbranche hat eine furchtbare Angst vor allen möglichen Bakterien und Keimen. Ich halte das für Blödsinn. Wir brauchen ja auch bestimmte Bakterien, um unser Immunsystem in Gang zu halten.

ZEITmagazin: Wie schaffen Sie es, auf dem Markt zu bestehen?

Swift: Ich beschäftige sechs Angestellte. Wir machen alles selbst, sogar das Verpacken und den Versand der Produkte. Das Logo habe ich selbst entworfen. Wir haben kein Büro in New York. Die monatliche Miete für unsere Räume in Charleston, South Carolina, beträgt 2.000 Dollar, in New York wären es 20.000!

ZEITmagazin: Der Hinweis auf die Verwendung von Bioinhaltsstoffen ist Teil Ihrer Marketingstrategie. Haben Sie denn wissenschaftliche Beweise für die Schädlichkeit chemischer Ingredienzien?

Swift: Ich informiere mich regelmäßig auf den Websites der Environmental Working Group und der Cosmetics Database. Dort findet man alle relevanten Informationen zu Chemikalien und Inhaltsstoffen, deren Schädlichkeit in wissenschaftlichen Tests nachgewiesen wurde. Zudem werden die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien auch auf der Website der U. S. Food and Drug Administration veröffentlicht.

ZEITmagazin: Und diese Informationen sind tatsächlich korrekt und aussagekräftig?

Swift: Wissen Sie, in keiner Branche wird man sich je zu 100 Prozent auf ein Ergebnis und eine Interpretation einigen. Ich habe aber festgestellt, dass viele industrielle Kosmetika mir nicht gutgetan haben. Auf etliches habe ich allergisch reagiert, meine Haut war trocken, meine Haare waren dünn. Schön ist nur, wer gesund ist. Deshalb möchte ich ein Produkt verkaufen, das so weit wie möglich ohne irgendwelche Inhaltsstoffe auskommt, die schädlich sein könnten. Mag sein, dass nicht alles, was die Industrie produziert, gefährlich ist. Mir geht es darum, dass das, was ich entwickle, besonders ungefährlich und pflegend ist.

ZEITmagazin: Auf Ihrer Website werben Sie damit, dass alle Ihre Produkte glutenfrei sein sollen. Wieso muss Make-up frei von Gluten sein?

Swift: Wir haben uns für diesen Hinweis entschieden, weil wir immer wieder Nachfragen von panischen Leuten bekamen, die wissen wollten, ob unsere Produkte Gluten enthalten. So haben die Gluten-Gegner keinen Grund, sich aufzuregen. Ich persönlich wüsste aber nicht, warum Weizen meinen Wimpern schaden sollte.

ZEITmagazin: Sie bieten unter anderem einen transparenten Gesichtspuder an, der angeblich nur aus einem einzigen Inhaltsstoff besteht. Wie ist das möglich?

Swift: Das ist Silica, ein Mineral, nämlich Quarz. Ich verwende ausschließlich das beste Silizium, das ich bekommen kann. Einige Kosmetikfirmen verwenden Silizium, allerdings nicht das hochwertige. Ich nehme das beste und teuerste, das es auf dem Markt gibt, damit ich es nicht strecken muss. Wissen Sie, ich habe keine Kinder, ich habe keinen Mann, ich nehme keine Drogen, ich habe niemanden, dem ich Geld vermachen müsste. Deshalb ist es mir egal, wenn ich mit meinen Produkten nicht viel verdiene. Ich verstehe mich als Heilerin.

Kommentare

4 Kommentare Kommentieren

Haha, die Männer hier wieder :) Wenn´s euch nicht interessiert, warum lest ihr es dann und kommentiert es auch noch? Ist mir irgendwie unverständlich. Fußballnachrichten ignoriere ich zuverlässig ^^

Obwohl, ich glaube, ich fange mal an Fußballnachrichten in der gleichen Weise zu kommentieren: "Langweilig. Nicht aussagekräftig. Nette Schleichwerbung. Fünf Minuten Gestammel aber kein einziger in sich schlüssiger Satz."