Wochenmarkt Einmal ohne alles, bitte

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ZEITmagazin Nr. 9/2015

Normalerweise herrscht auf dieser Seite ja ein, sagen wir, vegankritischer Ton. Doch ich möchte nun gern ein Gericht vorstellen, das sehr gut ohne tierische Inhaltsstoffe auskommt – und trotzdem gut ist. Es werden auch keine Ersatzprodukte wie Sojaschnitzel oder veganer Käse verwendet. Solche Nahrungsmittel, die heute fast jeder Supermarkt im Sortiment hat, bestehen häufig aus einem Mix höchst fragwürdiger und stark verarbeiteter Zutaten wie Pflanzenfetten, Farbstoffen, Aromen und Geschmacksverstärkern. All das braucht und will man aber als Veganer gar nicht. Ein schöneres veganes Gericht ist dieses hier, dessen Hauptzutat eine orientalisch angehauchte Steckrübe ist. Die Rübe sättigt durch Kohlenhydrate, die Cashewkerne liefern wichtige Proteine. An ihnen sollte also nicht gespart werden. Macht man sich ans vegane Kochen, stellt sich wie von allein eine gewisse Experimentierfreudigkeit mit Gewürzen ein. Hier spielt der rundliche Schwarzkümmelsamen eine große Rolle, der trotz namentlicher Verwandtschaft nichts mit dem gewöhnlichen Kümmel zu tun hat, wie ich bei dieser Gelegenheit gelernt habe.

Die Kardamomkapsel öffnen. Die Samen mit den übrigen Gewürzen und Ingwer in etwas Öl in der Pfanne anbraten. Dann kommt die Zwiebel dazu. Das Fleisch der Rübe in etwa 1 cm dicke und ungefähr 3 cm lange Stäbchen schneiden und zu der Gewürzmischung geben. Salzen und bei geschlossenem Deckel etwa 10 Minuten garen lassen. In einer zweiten Pfanne die Cashews in etwas Öl kurz anrösten, Zucker hinzugeben und karamellisieren lassen. Beiseitestellen und abkühlen lassen. Sind die Steckrüben schon etwas weich, kommen die Rosinen und der in Streifen geteilte Apfel dazu. Alles zusammen bei kleiner Flamme einige Minuten weitergaren, bis die Steckrüben goldgelb gefärbt sind. Abschließend pfeffern, auf Teller portionieren und mit den Nüssen servieren. Dazu passt ein Tee aus frischem Ingwer.

Steckrüben-Apfel-Pfanne mit karamellisierten Cashewkernen (für 2 Personen)

Zutaten – 1 Kardamomkapsel, 1 gehäufter TL Schwarzkümmelsamen, etwas Kümmel, 1 EL Rosmarinnadeln (ganz oder gehackt), Pflanzenöl, 1 daumengroßes Stück Ingwer (fein gewürfelt), 1 Zwiebel, 1 mittelgroße Steckrübe, Salz, 4–5 EL Cashewkerne, etwas Rohrzucker, 1 EL Rosinen, 1 Apfel (zum Beispiel Boskop), Pfeffer

Kommentare

15 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Ich lebe vegetarisch, nicht vegan, und das nun seit einigen Jahrzehnten. Neulich war ich bei einer strengen Veganerin eingeladen und war wieder einmal überrascht von den Leckereien, die sie uns auftischte.
Meine "Gier" nach Fleisch ist längst passé und durch die vegane Hardcoregemüsung gibt es nun auch bei uns regelmäßig vegane Gerichte.
Ich bin da nicht unbedingt missionarisch, obwohl ich mir natürlich wünschen würde, dass viele Menschen kein Fleisch mehr essen.
Aber das ist eine Illusion!
Ich arbeite übrigens teilweise recht hart und mache schon mal extreme Wandertouren und fühle mich Fleichis gegenüber nicht überlegen. Die Aggressivität die manche Fleischis allerdings an den Tag legen, zeigt mir die Richtigkeit meiner Entscheidung.
Guten Appetit!

Ich kann mich den Vorrednern Infamia und no-panic nur anschließen. Gemüse macht sehr wohl satt und schmeckt auch sehr gut :)

Bin aber trotzdem von dieser Ausgabe etwas enttäuscht. Die Kolumne stand eigentlich immer für einfach Rezepte ohne großen Schnickschnack und vor allem Gewürzen die man eigentlich immer vorrätig hat. Aber Kardamomkapseln, Schwarzkümmelsamen und Rosmarinnadeln klingen mir schon etwas speziell. Schade da muss ich wohl etwas improvisieren. Kann aber auch daran liegen das heute mal die Kollegin die Ausgabe übernommen hat.

Hab's ausprobiert - die

Hab's ausprobiert - die Zutaten hatte ich tatsächlich alle zu Hause und die Steckrüber war in der Biokiste, aber ich glaube nicht, dass ich das Gericht noch mal koche. Kann man essen, geht aber sicher noch besser. Positiv zu sagen ist, dass es recht schnell gekocht war. Und es hat tatsächlich für längere Zeit satt gemacht (ich habe die Nussmenge um ca. 50% erhöht) aber nicht voll, so dass man gleich danach Sport machen kann. Es enthält auch fast das gesamte Spektrum an Geschmacksrichtungen (außer bitter), so dass es danach keinen Heißhunger auf die fehlenden elemente gibt. Also gesund ist es bestimmt ;-)