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Erben Eine Klasse für sich

Noch nie wurde in Deutschland so viel Vermögen vererbt. Ist es gerecht, dass manche, ohne zu arbeiten, viel Geld kriegen und dafür kaum Steuern zahlen? Zeit für ein paar Fragen. Von

ZEITmagazin Nr. 11/2015

Es gilt als ungehörig, über das Erben zu reden. Wohl weil dem Erben meist das Sterben vorangeht – und wenig so intim ist wie der Tod. Wenn ein Leben mit dem letzten Atemzug erlischt, dann ist das privat. Es geht nur die an, die den Toten kannten, liebten, hassten; die schreien, weinen oder beschämt aufatmen, die Witwer und Witwen, die Kinder, die Enkel: die Erben eben.

In Wahrheit aber ist das Erben alles andere als privat, und es ist höchst ungehörig, darüber zu schweigen. Denn dieser intime Akt, der sich Jahr für Jahr tausendfach wiederholt, wird Deutschland verändern. Das nächste Jahrzehnt wird die Dekade der Erben: In den Vermögensabteilungen der Banken, wo man am eifrigsten solche Prognosen erstellt, rechnet man damit, dass zwischen zwei und vier Billionen Euro weitergereicht werden, also zwischen zweitausend und viertausend Milliarden. (Zum Vergleich: Griechenlands Schulden belaufen sich auf 320 Milliarden.) Ein Vermögenstransfer, wie er in Deutschland noch nie vorgekommen ist.

Die Geschichte der neuen deutschen Erbengesellschaft beginnt mit einem historischen Glücksfall: In Jahrzehnten des Friedens und wirtschaftlichen Wachstums konnten die Nachkriegsgenerationen ungekannte Reichtümer aufhäufen. Und dafür sorgen, dass wir in einer Zeit der finanziellen Superlative leben: Noch nie waren die Privatvermögen in Deutschland so groß wie heute. Auf rund zehn Billionen Euro taxierte sie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. Noch nie ballten sich solche Reichtümer in der Generation der Rentner und Pensionäre. Und – das ist der Haken – das Vermögen ist extrem ungleich verteilt. Bislang war man davon ausgegangen, dass die reichsten zehn Prozent rund 60 Prozent des Privatvermögens besitzen. Zu dieser Gruppe gehört man laut Sozio-oekonomischem Panel, wenn auf jede Person im Haushalt, die über 17 Jahre alt ist, ein Nettovermögen von mindestens 215.000 Euro entfällt. Im Februar präsentierte ein Forscherteam des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung eine Studie im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, wonach die Ballung noch massiver sein könnte: Sie vermuten zwischen 63 und 74 Prozent des Privatvermögens bei den reichsten zehn Prozent.

Wer diese Fakten kennt, den wird der Schluss, den Wissenschaftler ziehen, kaum verwundern: Deutschland wird sich in den kommenden Jahren zur Erbenrepublik wandeln. Und die wird vor allem eines sein – ungerecht. Die eine Hälfte der Deutschen wird voraussichtlich gar nichts erben, allenfalls Schulden. In die Taschen der glücklichsten acht Prozent der Erben aber werden wohl über 40 Prozent des deutschen Vermögens transferiert. Gerade für die in den siebziger Jahren Geborenen spielen Erbschaften in den nächsten Jahren eine maßgebliche Rolle. Erbschaften werden über Glück und Unglück einer Generation entscheiden – ganz so, als lebten wir wieder im 19. Jahrhundert.

Ich bin 35 Jahre alt, geboren 1979. Noch vor wenigen Jahren hatte ich folgendes Bild des Landes, in dem ich aufgewachsen war: das eines modernen Staates, der jedem Lebenschancen bietet und jede Anstrengung belohnt. Hier zählt vor allem, was du selbst aus deinem Leben machst, dachte ich, nicht, was deine Eltern erreicht haben. Die meisten meiner Freunde waren wie ich aus der Provinz in die große Stadt gezogen, um dort das eigene Leben zu beginnen. Wir hatten studiert und danach alle Facetten der modernen Arbeitswelt kennengelernt: Zeitverträge und feste Stellen, Ausbeuterlöhne und gute Gehälter. Wir merkten schnell, dass sich unsere Karrieren nicht so glatt und sicher entwickelten wie die unserer Eltern, als man noch von der "Laufbahn" sprach. Aber wir glaubten daran, dass Talent und Fleiß uns ein gutes Leben verschaffen würden.

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Etwas änderte sich, als wir für die Zukunft festere Rahmen zimmerten, Kinder zur Welt brachten. Da klagten die einen über steigende Mieten, doch die anderen wohnten plötzlich in Immobilien, die auch ihnen bislang unbezahlbar erschienen waren. "Alle um mich herum kaufen Wohnungen oder Häuser", staunte einer meiner besten Freunde. "Für 400.000 Euro. Für 600.000. Wie machen sie das?" Mein Freund hat eine gute Stelle. Oft arbeitet er sechzig Stunden in der Woche. Doch jetzt ahnt er: Wenn man wie er – und wie ich auch – keine große Erbschaft erwarten kann, wird man nie gleichziehen. "Egal, wie viel wir arbeiten", sagt er.

Die meisten der "anderen" Freunde werden einsilbig, wenn sie nach den Quellen ihres plötzlichen Wohlstands gefragt werden. Sie murmeln etwas von "Eltern", von "vorgezogenem Erbe" oder "Schenkung". Ich begriff, dass nun, da wir erwachsen sind, plötzlich doch spielentscheidend wird, was die Eltern da in der fernen Provinz eigentlich getrieben haben. Und was deren Eltern zuvor getan haben. Lange zweifelte ich. Dann aber erkannte ich, dass es einen Faktor gibt, der für uns, die wir heute zwischen dreißig und vierzig sind, die Frage "Wie wirst du leben?" entscheidet. Einen Faktor, an den ich bis dahin nie gedacht hatte: "Bist du Erbe oder nicht?"

Um den Unterschied zu erforschen, begebe ich mich auf die Suche nach Erben und nach Menschen, die sich über das Erben Gedanken machen. Mein erster Weg führt in eine Berliner Gegend, die seit Jahren beliebter und teurer wird.

Lars ist Anfang vierzig. Er führt mich, etwas beschämt, durch seine wunderschöne Wohnung. Dabei hat Lars das Orchideenfach Musikwissenschaft studiert, das üblicherweise wenig einbringt. Er arbeitet, genau wie seine Frau. Die beiden haben drei Kinder. Sie leben mitten in der Stadt. "Irgendwann", sagt Lars, "war auf dem Mietmarkt für uns das Ende der Fahnenstange erreicht. Wir wollten Strukturen schaffen, in denen wir uns sicher fühlen – mit drei Kindern in dieser irren Welt." Und so kauften sie auf dem momentan genauso irren großstädtischen Immobilienmarkt ebendiese Wohnung für eine knappe halbe Million Euro. Geld, das sie sich niemals hätten erarbeiten können, das ihnen Lars’ Vater vermacht hat. Geld, das ihre Freunde nie haben werden. Er sei dankbar für die Wohnung, sagt Lars. "Aber jetzt sitzen meine Freunde in meiner Küche und erzählen davon, dass ihre Wohnung zu klein wird, dass sie für ihren Ältesten kein eigenes Zimmer haben, dass sie anfangen, kleine Kajüten in die Wände zu bauen, um den Kindern wenigstens ein bisschen Privatsphäre zu schaffen. Und ich sitze dabei und fühle mich total bescheuert, weil ich weiß: Ich habe es nicht verdient. Im wahrsten Sinne des Wortes: nicht verdient."

Solche Bekenntnisse von Erben zu bekommen ist mühsam. Der Wunsch, nicht über das Geld der Eltern und Großeltern zu reden, eint sie. Am Ende haben sich einige doch überwunden: reiche Erben und zerstrittene Erben, glückliche und verzweifelte Erben. Doch meine Auswahl ist verzerrt. Denn offensichtlich sind vor allem diejenigen bereit, ihr Schweigen zu brechen, denen ihr Erbe Unbehagen bereitet. Ich konfrontiere sie und mich mit der Frage: Wäre es nicht nötig, herauszufinden, wie das Land sich verändern wird, wenn wir doch wissen, dass Erbschaften für unsere Generation so entscheidend sind? Ist die Erbengesellschaft ungerecht, unmodern, ja undemokratisch? Oder völlig in Ordnung, weil es doch ein Urtrieb des Menschen ist, seinen Kindern etwas weiterzugeben? Und: Warum wird um die Sache mit dem Erben nicht heftiger gestritten?

Doch der Erbenforscher scheitert schon an der Statistik: Niemand vermag mit letzter Sicherheit zu sagen, wie viel pro Jahr vererbt wird. Ich vermute, dass es im Moment gut 250 Milliarden Euro sind. Diese imposante Zahl beruht auf einer Schätzung des Instituts für Altersvorsorge und einer Metastudie der Paris School of Economics. Aber befriedigend ist die Datenlage nicht. Die deutsche Öffentlichkeit weiß wenig über ihre Reichen und fast nichts über ihre Erben. Für keine der Datensammlungen – ob Mikrozensus, Einkommens- und Verbraucherstichprobe oder Sozio-oekonomisches Panel – werden Menschen mit großen Vermögen befragt. Weil es nie gelingt, sie zur Teilnahme an solchen Studien zu bewegen. Seit die Vermögensteuer nicht mehr erhoben wird, hat auch der Staat keine verlässlichen Daten mehr zum Reichtum seiner Bürger.

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So füllt qualifizierte Raterei die Lücken: Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung überraschte Mitte 2014 mit der Aussage, dass lediglich gut 60 Milliarden Euro pro Jahr vererbt würden. Andere rechnen mit 140 Milliarden Euro, ein Branchendienst, der Daten an Banken liefert, geht von 360 Milliarden Euro aus. Auch bei den Regierungsfraktionen herrscht beim Thema Erbschaftsvolumen keine Einigkeit: Es seien 74 Milliarden Euro, sagt die finanzpolitische Sprecherin der CDU. 250 Milliarden, vermutet der Kollege von der SPD. Klärungsbedarf sehen beide nicht.

Die Finanzämter nahmen im Jahr 2014 rund 5,5 Milliarden Euro Erbschaftsteuer ein. Das mag nach viel Geld klingen – aber wenn tatsächlich 250 Milliarden Euro pro Jahr vererbt werden, entspricht das einer Steuerquote von zwei Prozent.

Ich besuche Beate.

Vieles an Beate wirkt, als wolle sie ihr Normalsein mit dickem Strich betonen. Ihre kurzen Haare, die zurückgenommene Kleidung, die 80-Quadratmeter-Wohnung, in der sie mit ihrem Mann und den zwei Kindern zur Miete wohnt. Dabei könnte Beate ein großzügigeres Leben führen. Sie ist Erbin. Seit Jahren lagert das meiste Geld unberührt auf ihrem Konto. Außer ihrem Mann und zwei Freundinnen weiß niemand davon. "Ich finde erben ungerecht und undemokratisch", sagt sie. "Man wird, wie ich, in eine Familie hineingeboren, in der sowieso schon viel Geld da ist. Man kriegt, wie ich, ein Studium finanziert und hat dann alle Möglichkeiten. Da finde ich es illegitim, dann auch noch zu erben." Beate arbeitet als Wissenschaftlerin an einem Forschungsinstitut. Dass der Staat ihr Gehalt massiv besteuert, ihre Kapitalerträge weitaus geringer und ihre Erbschaft bislang gar nicht, findet sie nicht in Ordnung. Auch wenn sie weiß, was ihre Eltern entgegnen würden: Das Geld haben wir uns hart erarbeitet. Es ist bereits besteuert, hatten sie immer betont. Es wäre ungerecht, es noch ein zweites Mal zu versteuern. Beate sagt: "Ich würde am liebsten hohe Erbschaftsteuern zahlen. Aber leider gibt es diese Möglichkeit ja nicht." Dann zählt sie auf: Von jedem Euro, den sie als Wissenschaftlerin erarbeitet, zahlt sie maximal 42 Cent an den Staat. Von jedem Euro, den ihr angelegtes Kapital ihr einbringt, 25 Cent. Und von ihrem ererbten Geld: bislang nichts. Was daran liegt, dass ihre Eltern das Erbe als Schenkung gestückelt und den Freibetrag in Höhe von 400.000 Euro pro zehn Jahre ausgeschöpft haben.

Damit dringt man zum Kern der Erbschaftsdebatte vor. Die sollte nicht von Neid getrieben sein. Nicht von der Idee, jemandem etwas wegnehmen zu wollen. Es geht vielmehr darum, wie die ökonomische Architektur des Landes aussehen soll. Das deutsche Steuersystem hat eine gewaltige Unwucht: Arbeit und Konsum werden hoch besteuert. Das heißt, dass vor allem die Menschen für die Gemeinschaft bezahlen, die etwas ersinnen und erschaffen. Nicht diejenigen, die viel besitzen. 1998 wurde die Vermögensteuer ausgesetzt. 2009 wurden dann die Abgaben auf Kapitalerträge bei 25 Prozent gedeckelt. Mit Folgen: Das Kräfteverhältnis zwischen Arbeit und Vermögen verschiebt sich. Im Jahr 1975 machten Kapitalerträge in Deutschland nur 18 Prozent des Volkseinkommens aus. Das allermeiste wurde erarbeitet. Inzwischen hat sich der Anteil der Kapitaleinkommen fast verdoppelt und liegt, laut dem französischen Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty, bei 32 Prozent. Das bedeutet, dass die Gesellschaft vermögender geworden ist – und mehr von Kapitalerträgen lebt. Allerdings ist dieses Kapital nicht breit verteilt: Die Hälfte der Deutschen besitzt weniger als 16.000 Euro.

148 Kommentare

Eine kleine, unkonventionelle Idee: Wie wäre es, wenn jede natürliche Person in Deutschland lediglich zweimal in ihrem Leben erben dürfte und jedes Mal nicht mehr als 500.000 Euro? Die konkreten Zahlen sind nicht wichtig, sollten aber für Oma ihr klein Häuschen und Opas Handwerksbetrieb ausreichen. Ein Erblasser, der ein großes Vermögen von 10 Millionen vererben möchte, wäre verpflichtet, sich 20 Erben seiner Wahl zu suchen, seine ganze Familie, seine Freunde oder als Unternehmer auch verdiente Mitarbeiter und deren Kinder. So würden größere Vermögen nicht angetastet, sondern auf mehrere Köpfe verteilt, Unternehmen nicht zerschlagen und der Unsinn einer Erbschaftssteuer, die eh nur im Staatsapparat versandet und zur Verteilungsgerechtigkeit nichts beiträgt, vermieden. Es wäre natürlich ein extremer Eingriff in die Eigentumsrechte, aber das sind Steuern ja auch. Wie gesagt, nur eine Idee.

@1.Esel: Dass ein Gewerkschaftler Probleme mit dem Begriff der Kapitalerträge hat, wundert mich nicht. Entschuldigen Sie, aber diesen Ansatz halte ich für unrealistische Träumerei. Zum einen finden diejenigen, die wirklich Geld haben, immer einen Weg, die Erbschaftssteuer zu umgehen. Zum anderen: was für eine Motivation sollte jemand noch haben, etwas aufzubauen und nachhaltig zu wirtschaften, wenn er weiß, dass am Ende des Lebens alles an den Staat fällt und nicht an die Nachkommen. Unter solchen Bedingungen würde ich keinen Finger rühren. Und sollte ich doch ein erfolgreiches Unternehmen gründen, hätte ich keine Motivation, es langfristig gut aufzustellen. Ich würde es mit 60 verkaufen, versuchen möglichst viel Geld meinen Kindern zukommen zu lassen und den Rest verprassen. Und wie würden Sie überhaupt mit Unternehmen verfahren? Sollen die auch alle an den Staat fallen nach dem Tod des Unternehmers? Und Immobilien? Kunst? Autos? Sonstige Sachwerte? Alles an den Staat? Und wenn nicht, wie erklären Sie die Ungleichbehandlung? Nein, so wird das nichts. Ich finde das auch eine merkwürdige Vorstellung von Eigentum. Mit welchem Recht wollen Sie mir verbieten, das, was ich in einem langen Arbeitsleben erwirtschaftet habe, an meine Kinder weiterzugeben? Das sind alles Theorien, die vielleicht in irgendwelchen Gewerkschaftsbüros gut klingen, aber in der Realität nichts verloren haben. Daher sind ja auch alle kommunistischen/sozialistischen Versuche gescheitert.

Was mich an diesem Artikel u.a. stört, ist die Annahme oder der Tenor, dass es sich bei einem Erbe um liquide Mittel handeln soll - um flüssiges Kapital, Bargeld auf einem Konto, eventuell noch Aktien...
Oft wird das Vermögen aber in Form von z.B. Immobilien vererbt, die womöglich noch belastet sind. Hier wird die Sache schon etwas komplizierter, da dann eine noch höhere Erbschaftssteuer den Verkauf einer Immobilie zur Folge haben kann. Und die Erbschaftssteuer von Immobilien wird eh schon nach deren Verkehrswert bemessen!
Meine Eltern waren selbständig und haben Mietshäuser aufgebaut. Das Einkommen aus den Mieten dient zum Lebensunterhalt, dem Bedienen der Kredite, dem Aufrechterhalten der Bausubstanz und somit dem Schaffen und Erhalten von Wohnraum, Steuern, etc....aber eben auch als Altersvorsorge (Selbständig).
Nach dem Tod unseres Vaters, haben wir Kinder die Verantwortung übernommen. Unsere Mutter ist weiterhin von den Mieteinnahmen abhängig...
Ich denke, unser Familienbeispiel ist ein typischer Fall der Mittelstands Erben?!?

Nur ein kurzer Kommentar zum Statement bezüglich der "Self-Made" Millionäre in den USA und GB.

"Im Gegensatz zu Großbritannien und den USA, wo zwei Drittel der Superreichen Selfmade-Millionäre sind... "

Ich nehme an, die Quelle für diese Zahl ist die Forbes-Erhebung, oder gibt es dazu noch andere Erhebungen?

Zumindest bezüglich der USA gibt es zu dieser Lesart eine lebhafte Kontroverse. Es existiert ja auch eine beträchtliche Grauzone zwischen einer "Herkunft aus einfachen Verhältnissen" und "Erbe eines Firmenimperiums".

So kommt zB. eine Studie der United for a Fair Economy (http://inequality.org/sel... http://faireconomy.org/pr... ) auf der gleichen Datenbasis wie die Forbes-Liste zu dem Schluss, das lediglich 35 % der 400 reichsten Amerikaner aus Unter- und Mittelschicht-Verhältnissen stammen (also aus den "unteren" 95%) und die anderen in der einen oder anderen Form bereits privilegiert waren.

Evtl. wäre eine Quellenangabe hierzu hilfreich.

Steuersystematisch ist Erbschaft eben eine Transaktionssteuer und setzt nicht an einer Wertschöpfung an. Aber davon und von Großvermögen einmal abgesehen: das kleinere Mittelständische Vermögen des Managerehepaares liegt so um 1 Mio Euro bis sagen wir mal zwei.

Was passierte bei starken Besteuerungen? Das Vermögen wird so nicht aufgebaut bzw. im letzten Lebensdrittel aufgezehrt. Arztpaar setzt sich dann mit 50 zur Ruhe und geht auf Golfreisen. Das führt a. zur geringerer Wertschöpfung und b. letztlich zu einer geringeren Kapitalbasis der Bevölkerung.

Persönlich ist mir nicht klar, wer davon profitieren sollte. Kenne ein Paar die genau das jetzt machen (wenn auch nicht aus Erbschafts Steuergründen). Betrieb mit 7 Festangestellten wird einfach zugemacht, beide haben genug, gehen auf reisen. Wegen der Arbeitsbelastung hat sich kein Nachfolger finden lassen.

Und gerecht? Das ist ein Wort aus der Bibelstunde, es ist nicht gerecht, dass manche mit Hartz IV aufwachsen müssen oder verdrogte Eltern haben. Es ist nicht gerecht, wenn man mit 16 Krebs kriegt oder auch nur als un-attraktiver Mensch leben muss

Ist doch schön, das Arztpaar, das sich mit Fünfzig zur Ruhe setzt und auf Golfreisen geht! Vielleicht ein bißchen langweilig - "Golf, a good walk spoilt" Mark Twain - aber die beiden vergnügen sich UND schaffen Arbeitsplätze!

Alle Rentner und Pensionäre verbraten ihrer Kinder Erbschaft, genießen ihren wohlverdienten (oder auch nicht) Reichtum, geben dadurch anderer Leute Kinder vielfältige Möglichkeiten zum Geldverdienen und Karrieremachen, die Konjunktur brummt, und alle sind happy...

Vergleiche dies mit den derzeitigen Umständen: viele Leute haben zuwenig Geld um etwas vernünftiges zu unternehmen und auf die Beine zu stellen, und einige wenige haben so viel Geld daß sie nichts vernünftiges tun müssen. Alle sind frustriert und unhappy.

Wieso ausgerechnet solche Umstände nun zur Wertschöpfung und Kapitalbildung führten sollen, muss mir erst einmal jemand erklären.

Auch wenn im Artikel steht, dass es angeblich keine Neid-Debatte sein soll, so ist es doch nur euphemistisch umschriebener Neid, der aus vielen Kommentaren spricht.

Zum Beispiel "Das Problem ist, dass die Kinder von Leuten, die sich z.B. hochgearbeitet haben die Erfahrung des sich-Hocharbeitens nicht mehr machen und dadurch eine ganz andere Weltsicht haben, als ihre Eltern. Weit weg von der Realität, mit Gefahr, narzisstisch gestört zu werden und kein Verständnis für die "normalen" Leute zu haben."

Wenn also Erben in dem Sinne eine Gefahr darstellen, dann gilt das für jeden, der - auch aus eigener Leistung - schnell zu finanziellem Erfolg kommt. Was ist mit Fußballprofis, Lottomillionären, Rockstars...auch die haben ihr Vermögen ganz oder teilweise dem Faktor Glück zu verdanken (Talent zähle ich dazu) und sich nicht "hochgearbeitet".

Und selbst wenn ich einem Millionenerben 50% wegnehme, bleibt ja immer noch viel übrig. Wieviel soll denn weggesteuert werden, damit nicht die Gefahr des Narzissmus entsteht?

Eben.

Ob es gerecht ist oder nicht, ist nicht so wichtig. Das Problem ist, dass die Kinder von Leuten, die sich z.B. hochgearbeitet haben die Erfahrung des sich-Hocharbeitens nicht mehr machen und dadurch eine ganz andere Weltsicht haben, als ihre Eltern.

Weit weg von der Realität, mit Gefahr, narzisstisch gestört zu werden und kein Verständnis für die "normalen" Leute zu haben. Und vor allem mit der Ansicht, dass erstens der Staat zuviel Geld von einem haben will und er zweitens generell mit Geld nicht umgehen kann (Also kapseln sie sich noch mehr ab).

Ich weiss nicht, ob unsere Gesellschaft solche Leute brauchen kann. Die Kinder sollten alle gemeinsam mit den "normalen" Kindern in Kontakt sein und nicht in einer Extrawelt leben, um zumindest ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen.

"Weit weg von der Realität,

"Weit weg von der Realität, mit Gefahr, narzisstisch gestört zu werden und kein Verständnis für die "normalen" Leute zu haben."

Spinnerte Vorstellung. Es mag Ausnahmen geben, aber die Regel ist das nicht. Ich kenne dafür genug Leute, um das zumindest für den Südwesten Deutschlands gut beurteilen zu können.

Eltern, die immer sparsam waren, Geld zurückgelegt und klug angelegt haben, haben eben dieses Geld schon gesetzestreu versteuert - davon gehen wir mal aus, und wenn nicht, dann müssen die Eltern veranlagt werden, nicht die Kinder - warum soll dieses Geld jetzt noch mal versteuert werden!

Das stimmt eben nicht. Die großen Firmen-Vermögen sind eben nicht von Privatpersonen versteuert worden. Die Wertänderung einer Aktie z.B. wird nicht versteuert.
Aber wenn ich mir ein Haus kaufen will, zahle ich zuerst Einkommensteuer, Mehrwertsteuer und Grunderwerbssteuer. Damit der Bauträger 1 € bekommt, muss ich Brutto 2 verdienen.

Das Problem ist sicher nicht, dass fleißige Menschen, die im Leben erfolgreich einen Überschuss erarbeiten konnten, diesen an ihre Kinder weitergeben. Das ist doch vollkommen normal. Das Problem ist vielmehr, dass es heutzutage zu wenige Menschen gibt, die die Möglichkeit dazu bekommen, durch Fleiß und Einsatz einen Überschuss zu erwirtschaften. Und das widerum liegt daran, dass Arbeit nicht mehr angemessen entlohnt wird und Kapitaleinkünfte nicht angemessen besteuert werden.

Nicht erst wenn der Vermögende stirbt, sollte der Staat Begehrlichkeiten entwickeln (obwohl ich zugeben muss, dass das verlockend einfach scheint, kann er sich doch nicht mehr wehren und müssen seine Vermögensverhältnisse zwecks Verteilung einmal ans Licht gebracht werden) sondern zu seinen Lebzeiten muss man ein Auge darauf haben.

Für Gerechtigkeit muss beim Vermögensaufbau gesorgt werden, nicht erst beim Übergang des Vermögens auf die Erben!

Was erben die Erben? Das was sich ihre Eltern mit Schweiß und Blut für sich und ihre Nachkommen verdient haben. Wenn ich die Kommentare hier lese glaube ich manchmal wir leben im Kommunismus. Wer mehr hat, muss hergeben, und zwar viel, viel mehr, nicht nur absolut sondern auch prozentual, damit alle möglichst gleich viel haben.
Meine Eltern kommen aus richtig armen Verhältnissen, sie haben als Studenten 3 Jobs gleichzeitig gemacht, um zu überleben. Als Berufstätige haben sie immer gespart, nur das billigste und nötigste gekauft, jeden Cent 3 Mal umgedreht. Damit haben sie es nun geschafft, sich eine Eigentumswohnung zu kaufen und genug gespart, um hoffentlich die Rente zu überleben. Wenn wir das schaffen, warum sollen wir dann nach ihrem Tod einen großen Teil von dem was übrig bleibt dem Staat oder sonstwem schenken?
Ich selbst habe für mein Studium das Kindergeld bekommen und auch gejobbt um über die Runden zu kommen, jetzt arbeite ich locker 60 Stunden in der Woche, Tag, Nacht, Wochenende, Feiertage, und verdiene damit besser als so manche andere, bezahle aber auch deutlich mehr Steuern als so manche andere. Wenn ich es schaffe, in meinem Leben etwas anzusparen, also dem Staat nicht zur Last zu fallen, solle dann davon ein großer Teil nach meinem Tod verfallen? Sag doch direkt, dass meine Kinder nichts kriegen sollen von dem was ich mir im Schweiße meines Angesichtes erarbeitet habe! Für die Gleichheit! Für den Kommunismus!

Es geht weder darum die

Es geht weder darum die Leistungen ihrer Eltern zu schmälern noch das koplette Erbe einzusacken. Es geht lediglich darum, endlich jede Art von Einkommen zu besteuern.
Warum soll ich Geld was ich geschenkt bekome nicht versteuern, aber Geld was ich mir "im Schweiße meines Angesichtes" erarbeitet hab schon?

Ich habe leider nicht gefunden, wo ich auf die Antwort auf meinen Kommentar antworten kann. Aber die Logik ist doch die: Wenn ich mir was zusammen gearbeitet habe, dann habe ich geschuftet, meine Einkommensteuer bezahlt, und mir nichts zuschulden kommen lassen beim Geld verdienen, also sollte es auch mir gehören, ich sollte auch darüber verfügen dürfen, sofern ich nichts kriminelles damit veranstalten will, ohne ERNEUT Abgaben an den Staat zahlen zu müssen, wenn ich so etwas selbstverständliches wie nach meinem Tod mein übrig gebliebenes Hab und Gut an meine Kinder weitergeben, tun möchte. Und dabei ist es nicht minder absurd, wenn es nicht das KOMPLETTE Hab und Gut ist, was man abgeben muss. Warum wird hartes Arbeiten bestraft? Warum dürfen Menschen die weltlichen Früchte ihres Schaffens nicht an ihre Angehörigen hinterlassen nach dem Tod?
Ich spreche keineswegs als jemand, der viel erben würde oder vorraussichtlich viel zum vererben erzeugen würde, aber bedenket, dass auch die Reichen irgendwie reich geworden sind, gehe man davon aus, dass sie es nicht durch kriminelles Schaffen geworden sind. Warum will man anderen etwas wegnehmen, nur weil sie mehr haben, als man selbst? Oder als überhaupt jemand? Das ist der Gedanke, der mich an den Kommunismus erinnert, und das ist die Logik, die Menschen die Motivation nehmen, für ihr Leben zu arbeiten, denn das wird eh wieder weggenommen, und wer nicht hat, der bekommt, von den anderen, die mehr haben. Wie viel Schweiß und Blut auch immer hinter dem mehr steckt.

noch mal an den Demokraten, aber relativ kurz: ich sage nicht, dass die Armen ärmer werden, im Gegenteil. Das, was heute angeblich Existenzminimum ist, hatte ich zu meiner Kinderzeit nicht und haben viele Menschen in Europa auch nicht.
Ich sage vielmehr, dass die Armen immer unfähiger werden, ihr Leben selbst zu regeln. Die Hilfe hält sie offenbar dumm und abhängig, sie erhalten keine "Hilfe zur Selbsthilfe", sondern scheinen sich zurück zu entwickeln. Das nenne ich erfolglose Sozialpolitik und dafür gebe ich ungern Geld.

Beruflich habe ich im übrigen sehr sehr viel mit dieser Klientel zu tun und kenne die nicht nur von RTL oder ähnlichem, sondern aus dem realen Leben. Irgendwie scheint etwas mit der Hilfe komplett schief zu laufen, wenn man so wenig messbaren Erfolg hat und sich Familien über Generationen nicht aus dem Bezug von Sozialleistungen lösen können, sondern dies zum Lebensmodell wird. Die Armut wird nur noch verwaltet und nicht mehr bekämpft, wozu gehören würde, von den Leuten auch ein Minimum an Eigenverantwortung zu verlangen, dass sie ihr Leben verbessern, statt das Elend mit Alkohol und TV zu ertragen.

Ein für alle Mal, verdammt:

Ein für alle Mal, verdammt:
Es gibt kein schwachsinnigeres Argument als das vom " schon mal versteuertem" Geld!
Haben die Scheine dann einen Vermerk, oder was?
Nicht Geld wird versteuert, sondern Einkommen.
Und wenn ich etwas erbe, dann stellt das in dem Moment eine Vergrößerung meiner finanziellen Leistungskraft dar, gemeinhin als Einkommen bezeichnet.
In diesem Moment gehört es besteuert, genauso wie jede andere Einkommensform auch.
Wenn mein Chef mir ein Abendessen spendiert, dass einen bestimmten Wert übersteigt, so muss ich das als geldwerten Vorteil, sprich Einkommen, versteuern.
Da kümmert es auch keinen, ob der Chef die Kohle schon mal versteuert hat oder nicht!
Der einzige Grund, warum geerbtes Geld geringer besteuert wird als alles andere besteht darin, dass unsere Volksvertreter seit immer schon zu den 50% der Bevölkerung zählen, die erben werden.
Und ob links oder rechts: wenn es um den eigenen Geldbeutel geht ist einem das Hemd allemal näher als die Hose!

stimmt so nicht. Die Erbschaftssteuer ist auch bei denen unpopulär, die nichts erben werden oder wenig. Steht auch im Artikel.

Wenn es allerdings den Linken gelingt, weiterhin die Familie als Modell zu bekämpfen, wird natürlich der Staat mehr abbekommen von den Erben, denn die Freibeträge sind viel höher für Unverheiratete als für Eheleute z.B...und den Gedanken, dass man einem Familienmitglied näher steht als einem Fremden, vielleicht sogar einem Fremden, den man nie gesehen hat und den man nie sehen wird, weil er auf einem anderen Kontinent lebt, dieser Gedanke ist ja auch nicht mit dem linken Selbstverständnis zu vereinbaren. Von daher kann ich den Angriff auf diese Lebensform an allen Fronten schon verstehen, ob Kindergeld, Ehegattensplittung oder das Erben.

Das Argument mit dem "schon versteuert" ist allerdings richtig, soweit es um Einkommen geht. Wenn es um Vermögen geht, ist es nicht richtig.

Ich verstehe die Aufregung der Verfasserin irgendwie nicht wirklich und hinzukommt die fast schon amüsante Unwissenheit, zum Beispiel, wenn absolut abstruse Vergleiche gezogen werden:
"..Nachkommen großer Unternehmer heute nicht anders verhalten als die Gutsherren im 18. Jahrhundert"
Diese Situationen sind absolut nicht vergleichbar. Im 18. Jhd. gab es Leibeigenschaft, Folter nach ermessen usw...oder soll Übertreibung anschaulich machen, denn an die Richtigkeit eines solchen Vergleichs wird doch die Verfasserin nicht selber glauben, oder doch?

Und welche neidgetriebene Gerechtigkeit soll es bitteschön sein, wenn auf bereits besteuertes Privatkapital nochmal Steuern gezahlt werden müssen, aber nur von denen, die es trotz dem geschafft haben sich etwas anzusparen? Was ist dann mit den Leuten, die zeitlebens ihr Geld verprasst haben und nichts hinterlassen?
Beispiel: Oma Erna, ihr Leben lang gearbeitet, Höchstsatz auf ihr Einkommen gezahlt und durch Sparsamkeit ein kleines Vermögen angehäuft, vererbt es an ihre Tochter und soll meinetwegen 40% Steuern bezahlen.
Onkel Erwin, eher Lebemann, alles zu Lebzeiten ausgegeben hinterlässt nichts.

Jetzt wird geschriehen, dass auf das vererbte Kapital Steuern gezahlt wird, da es gerechter, demokratischer, sozialer, oder was nicht alles im Artikel genannt wird sei?
Naja, dann wäre es doch auch gerecht, wenn die Erben von Onkel Erwin meinetwegen 10000 Euro bezahlen, weil er schon zu Lebzeiten alles verprasst hat, oder nicht?
Für mich hinken die Argumente einfach schlichtweg alle, ich höre nur Neid aus den Zeilen...

Klar ist da viel Neid dabei. Frau Friedrichs hätte halt auch gerne eine 500 T€ Wohnung. Das geht aus Ihren diversen öffentlichen Auftritten und Äußerungen dazu ganz klar hervor.

Der Staat könnte ja mehr Bauland ausweisen und das Angebot erweitern. Macht er aber nicht. Jedenfalls nicht da wo es gebraucht wird. Andernorts irgendwo in der Pampa schon.

@ Demokrat2014

@ Demokrat2014

Aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis wandert einer nach dem anderen in die Schweiz aus. Alles sehr gut ausgebildete, sehr schlaue Leute, die schaffen wie die Brunnenputzer. Und ob die Schweizer uns da nun haben wollen oder nicht ist dabei relativ egal, da die Expatgemeinschaften sowieso multinational sind. Natürlich kann die Schweiz irgendwann dicht machen, wenn denen der Ansturm an Hochleistungseinwanderern zu bunt wird, aber die, die weg sind, werden meines Erachtens nur dann zurückkommen, wenn die Schweizer sie achtkant aus dem Lande werfen, ansonsten nicht.

Falsch gerechet:

Falsch gerechet:
Ob erben gerecht ist und in welcher Höhe, wird immer eine Streitfrage bleiben. Aber eine Behauptung im Artikel ist schlicht falsch:
"Wenn man wie er – und wie ich auch – keine große Erbschaft erwarten kann, wird man nie gleichziehen "Egal, wie viel wir arbeiten", "
Falsch: Denn das Bruttoinlandsprodukt in D ist jedes Jahr ungefär 10 Mal so hoch wie die Erbmasse! Das heisst, dass jeder im Schnitt im Leben 10 Mal so viel durch seinen Beruf einnimmt, als was vererbt wird. Und selbst eine steuerpflichtige große Erbschaft von 500.000,- pro Kind ist wenig im Vergleich mit den lebenslangen Einkünften eines durchschnittlichen Arbeitnehmers, wie jeder selbst ausrechnen kann.

Naja, bei gleicher Leistung wird er trotzdem nicht gleichziehen. Außerdem haben sie das Zauberwort ja schon genannt: "im Schnitt"
Aber wie ist denn dieser "Schnitt" verteilt?

Die "fetten Jahre" sind vorbei und daran ist ausschließlich die Verteilung der Wertschöpfung schuld. Denn die Wertschöpfung ist durchaus vorhanden, wir leben ja nicht in einer echten Armutsperiode...

Was ist das denn für eine Milchmädchenrechnung? Die lebenslangen Einkünfte werden a) großteils zum Leben gebraucht (ohne dabei wie Graf Koks zu residieren - schauen Sie sich mal das Durchschnittseinkommen an) und b) müssen entsprechend diskontiert werden.
Es wird kaum jemand, der nichts erbt, in der Lage sein, die 500.000€ Vorsprung eines Erben aufzuholen. Während der Nicht-Erbe spart, vermehrt sich das Vermögen des Erben von alleine. 4% Rendite, die langfristig nicht übermäßig viel sind, bringen 20.000€ Rendite p.a. Wenn Sie das aufholen wollen, müssen Sie also deutlich mehr als 20.000€ pro Jahr sparen.
Es ist also völlig richtig, was der Autor schreibt: Einen solchen Vorsprung kann man fast nicht aufholen, egal wie viel man arbeitet.

Vielleicht sollte man die Kapitalsteuern erhöhen, sodass die Gewinne aus angelegtem Geld reduziert werden...
Ansonsten halte ich nicht viel von einer erneuten Besteuerung der Guthaben. Stiftungen haben einen sinnvollen und interessanten Ansatz, deshalb gibt es ja dieses juristische Konstrukt, ggf. sollte der Staat dieses Konstrukt so anpassen, dass Erben ihr Geld dort nicht steuerfrei/reduzierend anlegen können(, z.B. in dem man eine Eigentumsverpflichtungsklausel einfügt, wodurch die Stiftung verpflichtet wird X% des Vermögens/-zuwachses an förderungswürdige Zwecke abzugeben oder an den Staat als Steuer entrichten muss.)

Ja es ist tatsächlich ungerecht, wenn die Habenden keine oder weniger Steuern zahlen, als die Armen. Das deutsche Volk hat es so entschieden. Bei den Wahlen machten viele dieses Volkes ihr Kreuz bei der CDU, bei Frau Merkel, da diese sich gegen eine Vermögenssteuer aussprach.

Altmodische Ansichten:

Altmodische Ansichten:
„Was Du ererbt von Deinen Vätern erwirb es um es zu besitzen.“
Im Faust lästert Mephisto über den großen Magen der Kirche.
Heute ist der Staat und die Sozialkassen unersättlich.
Bei einem mtl Bruttogehalt von ca € 3700,00 Steuerklasse I/0 röm.kath
erhalten die vorgenannten Nimmersatte mehr als der Arbeitnehmer;und der Arme muß noch MWST, EEG-Umlage etc bezahlen.
Der Zeitgeist verträgt kein Privateigentum mehr; und legt alle Hoffnung auf den Sozialstaat.

Dann wandern sie doch einfach in einen Staat ohne "unersättliche Sozialkassen" aus. Dann dürften sie aber ein bisschen in persönliche Sicherheit investieren: Schutzzäune, Alarmanlagen, Bodyguards etc... Die Kriminalität in diesen Ländern dürfte nämlich wesentlich höher sein als bei uns. Ist ja auch klar: Wenn man keinen legalen Job bekommt um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten ist man ja mehr oder weniger gezwungen kriminell zu werden.

Wenn sie dann doch lieber hier bleiben wollen, könen sie ja mal einen Blick in unser Grundgesetz werfen: Da steht was von "Würde des Menschen" und "Eigentum verpflichtet". Das verträgt sich beides nicht gut damit, wenn einige in Villen leben während andere draußen auf der Straße ums Überleben kämpfen.

Deswegen Sozialstaat, auch wenns weh tut...

Demokrat2014: die 380 Euro plus Miete sind noch das kleinste Problem. Viel bedenklicher finde ich, dass sehr viel Geld für immer mehr Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Familienhelfer usw. ausgegeben wird und man den Eindruck hat, die Situation der "Unterschicht" wird immer schlechter. Vielleicht, weil einfach zu viel Bürokratie im Spiel ist?

Das gleiche gilt für alle anderen Bereiche, in denen der Staat Geld zur Verfügung hat, am krassesten das Beispiel Verkehr. Trotz Lkw-Maut und hoher Steuereinnahmen geht die Infrastruktur immer mehr vor die Hunde. Wie kommt das nur? Beim Staat arbeiten ja nicht nur unfähige Trottel oder Faulpelze.

Ich bin der Meinung, dass eine Stiftung, die weniger bürokratisch ist, einen klaren Zweck hat und mit wenigen Leuten diesem Zweck verpflichtet ist, viel mehr bewirkt mit dem gleichen Geld als jede staatliche Stelle. Der Staat setzt die vorhandenen Mittel extrem ineffizient ein, am krassesten zeigte sich das in den sozialistischen Ländern, aber auch der Vergleich privater zu staatlichen Einrichtungen für Kinder oder Baumaßnahmen spricht Bände.

Sie haben das mit den Stiftungen falsch verstanden. In der Regel haben die Stiftungen solcher Clans keine gemeinnützigen Aufgaben. Der Zweck dieser Stiftungen ist es, die Geschäfte am Laufen zu halten, das Vermögen zu erhalten bzw. zu mehren und die Familie des Gründers bzw. dessen Nachfahren zu fördern. Das ist bei der Stiftung von Herrn Götz Werner nicht anders. Zum einen versucht man so Erbstreitigkeiten zu vermeiden, zum anderen sind solche Konstruktionen steuerlich günstig.

Wobei Stiftungen teils schon eigenartige Subjekte als Erben sind.

Beispiel Werner:

Die Kinder werden enterbt. Der Staat kriegt auch nichts, aber eine anonyme Stiftung, die der Erblasser, Vorschriften hin oder her, gar nicht mehr kontrollieren kann, bekommt alles und irgendwelche Verwalter, die weder mit dem Staat, noch mit der Familie etwas zu tun haben, können auf ewig nach eigenem Gutdünken eine ruhige Kugel schieben. Aus meiner Sicht eine höchst eigenartige Konstruktion!

nun, es geht mir nicht darum, was Herr Werner macht oder andere reiche Erben. Sondern was man machen kann, wenn man mit der Situation unzufrieden ist, dass Vermögen immer in den gleichen Händen bleibt, wie einige Interviewte. Und da halte ich es - wie schon im ersten Beitrag geschrieben - für viel sinnvoller, selbst eine Stiftung zu gründen oder zu bedenken, mit deren Zielen ich mich identifiziere - als höhere Erbschaftssteuer zu fordern. Einfach, damit das Geld auch effizient eingesetzt wird. In Sachen "Effizienz" ist der Staat nun mal ziemlich weit hinten angesiedelt, weniger effizient sind allensfalls "pseudo-gemeinnützige" Einrichtungen, mit denen sich Leute nur selbst bereichern mit 90 % Verwaltungskosten (eigentlich eher Betrug). Aber wer tot ist, kann sich ja nicht mehr bereichern, von daher ist eine Stiftung m.E. eine gute Sache.
Wäre ich so steinreich, wüsste ich jedenfalls ziemlich gut, wie mein Geld Früchte trägt für gute Zwecke - und das wäre nicht, indem ich es Schäubles Nachfolgern (ich hoffe, ich leben noch ein Weilchen) als Steuer anvertraue.

@McSchreck:

@McSchreck:

"kleinstes Problem" impliziert, das das für sie ein Problem darstellt. Ich frage nochmal: Wo ist das Problem? 380 Euro haben mit Luxus überhaupt nichts zu tun und dazu kommt noch die Stigmatisierung als "fauler Arbeitsloser", überhaupt nicht zur Kenntnis nehmend, dass es in unserer heutigen Wirtschaft schlichtweg nicht genügend Jobs für alle gibt.

Gut, wenn sie bei "Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Familienhelfer usw. " (Die sie hier ziemlich pauschal in einen Topf werfen) sparen wollen, dann bitte aber auch nicht beschweren, über verwahrloste Familien und misshandelte Kinder und nicht fragen warum das Jugendamt denn nichts tut. Ohne Mitarbeiter geht das schließlich schlecht.

Wenn sie den Eindruck haben, es wird durch staatliches Engagement "nur noch schlimmer", wie ich es bei ihnen raushöre, wäre ich sehr erfreut, wenn sie dies mit Zahlen untermauern könnten. Sonst bleibst nicht mehr als ein Bauchgefühl.

Dass der Staat generell eher dazu tendiert das Geld ineffizient einzusetzen kann schon sein, insbesondere weil er kein Renditedruck hat, aber das ließe sich doch ändern. In einer Demokratie sind wir alle "der Staat". Wenn ihnen ein Fall von besonders eindeutiger Verschwendung bekannt ist, dann engagieren sie sich doch auf politischer Ebene dagegen. Die Flucht ins Private anzutreten ist doch keine Lösung des Problems.

noch mal an den Demokraten: "Problem" meint, dass der Sozialhaushalt inzwischen mit RIESEN-Abstand der größte Posten des Haushalts ist, immer weiter wächst und man trotzdem nicht den Eindruck hat, dass ich in den unteren Gesellschaftsschichten irgendwas zum Besseren verändert. Im Gegenteil, mit jeder Generation von Hilfsempfängern werden die Probleme größer.

Das heißt nicht, dass ich Sozialarbeit ablehne, wohl aber, dass die jetzige Sozialarbeit unglaublich wenig Erfolg erzielt, erst Recht, wenn man sie in Relation zu den eingesetzten Mitteln sieht. Immer mehr Geld fließt, trotzdem kriegen immer mehr Leute ihr eigenes Leben nicht auf die Reihe und brauchen Hilfe. Deren Kinder brauchen auch wieder Hilfe usw.

Komischerweise scheint das in ärmeren Ländern mit weniger Sozialarbeitern nicht so zu sein, dass die Hilfsbedürftigkeit von Geneeration zu Generation wächst. Woran das wohl liegt??
Allerdings führt dies alles etwas vom Thema weg, wichtig ist für mich, dass ich dem Staat nicht zutraue, mein Geld gut=effizient einzusetzen.

Infrastruktur: weil es im Prinzip immer noch zu wenig Steuereinnahmen sind, wenn man berücksichtigt, dass die Staatsschulden in den letzten Jahrzehnten massiv angestiegen sind (warum wohl). Ausserdem: jede Investition des Staates ist wenigstens eine Investition, ein geparktes Vermögen ist einfach nur Befeuerung irgendwelcher Blasen (bestenfalls).

@McSchreck

@McSchreck

Wie definieren oder messen sie denn "Erfolg"? Natürlich wird der Sozialstaat nicht plötzlich dazu führen, dass alle Menschen aus der Armut befreit werden. Es geht vor allem darum, jedem Menschen ein würdiges Überleben zu garantieren und eben die Schwachen der Gesellschaft zu stützen. Wenn man selbst nicht betroffen ist, merkt man von dem Effekt natürlich nicht viel, aber es macht selbstverständlich trotzdem einen Unterschied.

Wie kommen sie denn darauf, dass die Hilfsbedürftigkeit in der Gesellschaft weiter wächst? Haben sie dafür Zahlen? Und selbst wenn: Könnte es nicht sein, dass heutzutage mehr Leute "ihr Leben nicht mehr hinkriegen" weil es nunmal heutzutage keine Vollbeschäftigung mehr gibt wie zu Wirtschaftswunderzeiten? Und es werden in Zukunft eher noch weniger als mehr Jobs werden. Wie lange sollen die Arbeitslosen noch stigmatisiert werden, als Sozialschmarotzer und verantwortlich für "überbordende Sozialkassen" nur weil es nunmal einfach keine Jobs mehr GIBT, sie aber trotzdem was zu beissen haben wollen?

Zu ihrem letzten Einwand: Wie gesagt, engagieren sie sich doch politisch. Wir leben in einer Demokratie. Hier muss nicht alles Staatliche als gegeben hingenommen werden.

Warum ist es ungerecht, wenn Erben etwas erhalten, was in der Regel der Familie bereits gehörte? Es wurde bereits versteuert, wie es auch geschrieben steht. Wenn mit diesem geerbten Vermögen dann gearbeitet oder gehandelt wird, dann fallen ja auch wieder Steuern an. Und das ist auch gut so.
Erbschaftssteuer ist für mich Enteignung. Triebfeder ist Neid oder fiskalische Geldgier. Wenn ich meinem Kollegen oder Freund ein Essen ausgebe, dann wird doch auch nicht verlangt, einen Teil davon abzugeben, weil er es selbst nicht "verdient" hat. Und wenn ich meinem Kind ein "teures Handy" schenke, ist das dann auch schon unsittlich und muss ich muss einen Teil an andere abgeben? Nur weil ich sterbe muss das Vermögen verallgemeinert werden? Das finde ich hochgradig unsittlich und unmoralisch.

Die Erblasser müsste das gesamte Vermögen verbrassen nur um der Gerechtigkeitsfrage des Wohlstandes möglicher Erben zu entgehen? Aber er könnte es tun. Sind dann alle Nichterben zufrieden?
Ach ja, ich gehöre nicht zu den "Großerben". Ich stehe auf eigenen Füßen.

Wieso argumentieren Sie als "Nicht-Großerbe" hier so emotional gegen eine Erbschaftssteuer? Haben Sie den Artikel gelesen? Es geht nicht um Neid und Gier. Natürlich sollen Sie Ihrem Kind ein teures Handy schenken, am besten gleich drei. Es geht darum, dass mit den geparkten Vermögen ein sinnlose Finanzindustrie befeuert wird, der Gemeinschaft immer mehr Geld entzogen und langfristig eine zwei Klassen-Gesellschaft etabliert wird.
Es geht um Vermögen, was teilweise unter unwürdigen Umständen erworben wurde (http://de.wikipedia.org/w...) und zu dynastischen Zuständen führt.

Es ist überhaupt nichts ungerecht daran, etwas zu erben. Das Problem ist, dass sich Geld von alleine vermehrt (was ab einem gewissen Ausmaß ungerecht ist) und dass es sich dadurch in den Händen weniger sammelt. Das lässt sich bspw. in den USA und Deutschland über die letzten Jahrzehnte gut nachvollziehen.

Drehen wir das ganze doch mal um: Was ist gerecht daran, dass es überall auf der Welt Familiendynastien gibt, die seit Jahrhunderten von ererbtem Vermögen leben, ohne dabei einen Finger krum machen zu müssen? Die werden seit Jahrhunderten von der arbeitenden Bevölkerung durchgefüttert. Offiziell wurde die Aristokratie abgeschafft, inoffiziell hat sich nicht wirklich was geändert.
Was ist gerecht daran, dass der maximale Einkommenssteuersatz bei 45% liegt, die maximale Kapitalertragssteuer aber bei 25%?

Die Vermögen sind in Deutschland und den USA mittlerweile wieder so ungerecht verteilt wie zuletzt 1914. Oder wie 1789 in Frankreich. Die Korrektur wird kommen, wir haben nur die Wahl, ob wir die harte oder sanfte Tour wählen.

Ich finde den Artikel aus mehreren Gründen unsinnig. Es wird suggeriert, dass man nur ordentlich die Erbschaftssteuer nach oben schrauben muss und schon wird das Land gerechter. Das glauben Sie doch selber nicht. Ich erbe auch nichts, aber an meiner Situation oder der der Autorin wird sich nichts ändern, auch wenn die Erbschaftssteuer auf 50% erhöht wird. Selbst wenn - und ich glaube nicht dass das passiert - das Geld dazu verwendet wird, um die Steuern zu senken, werde ich trotzdem nicht in der Lage sein, mir für 600.000 Euro ein Haus zu kaufen und ob der Harz4 Empfänger 50 Euro mehr erhält oder nicht, macht das Land auch nicht gerechter. Das zusätzliche Geld wird irgendwo im Bundeshaushalt versickern.
Und noch etwa lässt der Artikel völlig außer acht. Die durchschnitttliche Lebenserwartung liegt heute bei weit über 80 Jahren, das bedeutet, dass der durchschnittliche Erbe beim Eintritt des Erbfalls irgendwo zwischen 50 und 60 jahre alt ist. Die Weiche, ob aus so jemandem ein fauler Nichtstuer oder ein fleißiger Karrieretyp wird, ist da schon lange gestellt. Das haben die Eltern mit ihrer Erziehung in der Hand. Abgesehen davon finde ich die mitschwingende Aussage, dass nur derjenige, der viel leistet, ein "wertvolles" Leben führt. Ich kenne sehr hart arbeitende Menschen, die die letzten Ekel sind und großartige, aber sehr faule Erben. Die letzteren sind mir lieber.

So sieht es aus, welch Kleingeist lastet seinen Ahnen schon an es zu nichts gebracht zu haben und schiebt die Schuld dann auch noch anderen in die Schuhe, bornierter geht es nicht mehr - lieber 10 reiche spleenige Lebenskünstler als einen überambitionierten Beamten. Die Gutmenschenfraktion fühlt sich nur in der Masse starkt, da bleibt als letztes Mittel nur der Griff zum Staat.

@agt69

@agt69
Es geht nicht darum, dass Sie sich dann für 600000 ein Haus kaufen können. Es geht um die Ausgaben, die der Gemeinschaft zu Gute kommen - Schwimmbäder, Bibliotheken, Spielplätze, sanierte Schulen, Straßen, Brücken, öffentlicher Nahverkehr etc. pp. Sehen Sie sich mal um in Deutschland und vor allem die Entwicklung der letzten 30 Jahre. Schauen Sie sich auch mal die Entwicklung der Steuersätze bei Einkommen und Erbschaften an, ruhig auch mal in den USA. Das korreliert.

@mudd1: Da muss ich mich doch fragen, woher Sie Ihren an Naivität grenzenden Optimismus hernehmen. Ich als Wähler soll Einfluß auf die Ausgaben haben? Das klappt vielleicht grade noch auf kommunaler Ebene in kleinen Gemeinden, schon auf Landesebene ist es nicht mehr möglich, geschweige denn beim Bundeshaushalt. Sie sehen doch, wofür das Geld ausgegeben wird: Bankenrettung, Eurorettung, Milliardenkosten durch Merkels überhasteten Atomausstieg, schlecht geplante öffentliche Projekte wie Berlins neuer Flughafen um nur ein paar offensichtliche Beispiele zu nennen. Konnten die Bürger da mitreden? Wenn ja, ist es mir entgangen. Und sobald ein paar zusätzliche Einnahmen da sind, werden sofort Wahlgeschenke an die eigene Wählerschaft verteilt, anstatt einen soliden Haushalt anzustreben. Ich gehe jetzt auf die 50 zu und habe in meinem Leben noch nicht einen ausgeglichenen Haushalt erlebt, weder in wirtschaftlichen Boomphasen, noch in Krisenzeiten. Da wird man eben irgendwann fatalistisch. Ich habe sogar einen Freund, der Bundestagsabgeordneter ist. Selbst der ist frustriert über seine geringen Einflußmöglichkeiten. Als Listenabgeordneter ohne eigenen Wahlkreis ist er Stimmvieh in den Händen der Fraktionsführung.
Geerbtes Geld war irgendwann mal Geld, dass durch harte Arbeit verdient worden ist. Warum das zu einem großen Teil an den Staat fallen soll, anstatt an die Nachkommen, erschließt sich mir nicht. Wer mehr Geld haben möchte, der soll sein Glück als Unternehmer versuchen, anstatt auf staatliche Umverteilung zu warten.

@Ok:

@Ok:
Deutschland gehörte in den letzten 30 Jahren immer zu den reichsten Ländern der Welt mit einer blühenden Wirtschaft. Und trotzdem wurde zusätzlich noch auf Pump gelebt. Es wäre immer schon das Geld dagewesen, um die Kommunen finanziell besser zu stellen, aber leider fehlte dazu der politische Wille. Es ist ja auch nicht so, dass ererbtes Geld dem Fiskus entzogen ist. Das Geld arbeitet und bringt dadurch Erträge, die wiederum besteuert werden, und das jahrelang. Fließt es durch Erbschaftssteuer an den Staat, kann es einmal ausgegeben werden und dann ist es weg.
Ein viel sinnvollerer Weg, um zusätzliche Einnahmen zu generieren, ist das Schließen von Steuerschlupflöchern. Es ist kein Skandal und auch keine schreiende Ungerechtigkeit, dass es reiche Menschen gibt, und dass Erben ohne eigene Leistung an viel Geld kommen. Ein Skandal aber ist es, wenn es reiche Menschen durch schlecht gemachte Gesetze schaffen, sich arm zu rechnen und auf die Erträge aus ihrem Vermögen keine Steuern zu zahlen. Hier sollte man mal anfangen, da gibt es noch viel zu tun.

"Deutschland gehörte in den

"Deutschland gehörte in den letzten 30 Jahren immer zu den reichsten Ländern der Welt mit einer blühenden Wirtschaft. Und trotzdem wurde zusätzlich noch auf Pump gelebt."

Was für eine bestechende Logik! Warum wird auf Pump gelebt? Unter anderem, weil man die Erbschafts- und Vermögenssteuern abgeschafft hat. Und das beste an der Sache ist: Die Ausgaben müssen natürlich trotzdem gedeckt werden und werden anstatt durch Steuern auf Erbschaften und Vermögen jetzt durch Kredite finanziert, die (unter anderem) von Erben und Vermögenden vergeben werden. Also anstatt sich das Geld durch Steuern zu nehmen, bezahlt man anderen die Kapitaleinkünfte. Da ist es wirklich kein Wunder, dass kein Geld da ist.

"Das Geld arbeitet und bringt dadurch Erträge, die wiederum besteuert werden, und das jahrelang. Fließt es durch Erbschaftssteuer an den Staat, kann es einmal ausgegeben werden und dann ist es weg."

Das ist ein ziemlicher Fehlschluss. Das Geld ist nicht weg, sondern wechselt den Besitzer. Vom Erben zum Staat und vom Staat über Ausgaben (bspw. in Bildung oder Infrastruktur) an Unternehmen, Arbeitnehmer usw.
Natürlich muss da die Verhältnismäßigkeit stimmen. Genauso wie bei 100% Einkommenssteuer kein Mensch arbeiten gehen wird, wird sich auch eine zu hohe Erbschafts- oder Vermögenssteuer nachteilig auswirken.

@Mr. Floppy:

@Mr. Floppy:
"Was für eine bestechende Logik! Warum wird auf Pump gelebt? Unter anderem, weil man die Erbschafts- und Vermögenssteuern abgeschafft hat."
Mein lieber Mr. Floppy, ich glaube, Sie reden sich die Sache schön. Zum einen wurde die Erbschaftssteuer nicht abgeschafft, es gibt lediglich Freibeträge und sinnvolle Regelungen zur Steuerfreiheit für das Vererben von Unternehmen. Die Vermögenssteuer gab es bis 1996 und auch davor hat es noch nie einen ausgeglichenen Haushalt gegeben. Die Politik kann einfach nicht mit Geld umgehen, es gibt seit Jahrzehnten gute Vorschläge, die Staatsausgaben zu verringern, vor allem im Bereich der Subventionen, aber da ändert sich nichts. Lieber nimmt man eben neue Schulden auf. An dieser Mentalität ändern sie auch mit höherer Erbschaftssteuer nichts.
Ich kann mich nur wiederholen, sinnvoll und gerecht ist es, für eine vernünftige Besteuerung der Erträge zu sorgen und nicht der Vermögen. Vermögen generiert Erträge und ist somit ein Quell ständiger Steuereinnahmen, solange es nicht gelingt, diese Erträge der Steuer zu entziehen.

agt69, da muss ich doch mal nachhaken: "Das Geld arbeitet und bringt dadurch Erträge..."

Mir ist der Ausdruck vom arbeitenden Geld einmal herausgerutscht, damals, als Zimmerer-Lehrling, vor einem lokalen Gewerkschafts-Typen der alten Schule. Mann, hat der mir den Kopf gewaschen: Geld arbeitet nicht! NICHT! NIEMALS!

Je einen Hundert-Mark Schein (damals gab's noch Mark und Pfennig, aber durch Euro und Cent ändert sich daran nichts) gesehen, der einen Sparren schneidet? Beton mischt? Kartoffeln erntet? Eine LKW-Ladung von Orangen oder Badezimmerfliesen von Alicante nach Hamburg-Wandsbek fährt? Eine Statik-Berechnung für ein zu sanierendes Fachwerkhaus erstellt?

Geld arbeitet NICHT!

Menschen arbeiten.

Der ganze Ideenkomplex vom 'Kapitalertrag' muss mal von Grund auf neu untersucht werden.

@1.Esel: Sie wissen doch genau, was der Satz vom arbeitenden Geld bedeutet. Aber da Sie nachhaken, gebe ich gerne eine kurze Erklärung.
Geld ist ein knappes Gut und stellt als solches einen Wert da, der über dem Nennwert der jeweiligen Banknoten liegt. Wer nämlich kein Geld hat und welches braucht, der ist bereit, einen Aufpreis dafür zu bezahlen, dass er welches zu Verfügung gestellt bekommt. Egal, ob er sich einfach nur ein neues Auto kaufen möchte, ein Unternehmen gründen oder ein bestehendes erweitern möchte. Dieser Aufpreis sind die Zinsen, die an denjenigen fließen, der das Geld zur Verfügung gestellt hat.
Eine andere Möglichkeit ist die, dass derjenige, der das Geld hat, Dinge kauft, die über die Zeit an Wert gewinnen (Gold, Aktien, Kunst,...) und die er dann wieder gewinnbringend verkauft und damit einen Gewinn erzielt.
In beiden Fällen generiert das Geld einen Ertrag, der dann wieder besteuert werden kann, ohne dass der Eigentümer des Geldes auch nur einen Finger im Sinne von klassischer "Arbeit" gerührt hat. Das klingt vielleicht ungerecht aus der Sicht desjenigen, der 8 Stunden für den Mindestlohn harte Arbeit verrichtet, ist aber kein wirrer "Ideenkomplex", sondern völlig normal. Das ganze kann ja auch schiefgehen, der Schuldner geht Pleite oder die gekauften Dinge verlieren an Wert. Die Kapitalerträge sind also ein Risikoaufschlag für den jederzeit möglichen Verlust.

Vielen Dank für Ihre Antwort, agt69. Es ist dies die gleiche Antwort, die ich damals dem Gewerkschafter geben wollte, die er mir aber einfach nicht abgekauft hat.

Die Knappheit des Geldes, das Ihrer Auslegung nach den Zinsertrag gerechtfertigt, ist eine künstlich herbeigeführte Knappheit, die sich z.B. durch die volle Sozialisierung des Erbrechtes, durch die Einführung einer 100% Erbschaftssteuer, sehr effektiv und nachhaltig beheben ließe.

Auf diese Art von ihren künstlichen Beschränkungen befreit, würde die Konjunktur - sprich: wirtschaftliche Tätigkeit, sprich: Wertschöpfung - geradezu explodieren, um sich dann auf einem neuen, humanistisch viel relevanteren Niveau einzupendeln.

Suchen Sie doch einfach mal nach Information zum Thema "Steady State Economy".

@agt69: Ich stimme Ihnen zu, die Politik kann nicht wirklich gut mit Geld umgehen. Gerade was Subventionen angeht seh ich's genauso wie Sie. Erbschafts- und Vermögenssteuern sind aber nicht nur eine Einnahmequelle, sondern sollten auch als Umverteilung (als Gegengewicht gegen die natürlich Kapitalakkumulation) wirken. Zumindest in meinen Augen.

@1.Esel: Die Knappheit des Geldes ist nicht künstlich herbeigeführt. Geld repräsentiert Waren/Dienstleistungen und die sind nunmal knapp. Aktuell wird sogar durch die Notenbanken künstlich Geld geschaffen und das Ergebnis ist eine Blase an den Kapitalmärkten, die zu extrem niedrigen Renditen führt. Von Explosion der Wirtschaft kann nicht gerade gesprochen werden.

"Der ganze Ideenkomplex vom 'Kapitalertrag' muss mal von Grund auf neu untersucht werden."

Zumindest aus sich der Betriebswirtschaft gibt's am "Ideenkomplex" des Kapitalertrags nichts zu untersuchen. Eingesetztes Kapital schafft einen Mehrwert im Unternehmen. Da steckt nix besonderes dahiner, Kapital ersetzt Arbeit. Das ist keine Erfindung irgendwelcher BWLer zur Ausbeutung der Arbeiterschaft, sondern etwas völlig logisches und natürliches.

Die Frage ist ja, was die Alternative wäre. Da es um Vermögen geht und nicht um Einkommen, ist ja die Frage, wem dieses zufallen soll. Hier bevorzuge ich immer Privat vor Staat. Wenn der Staat, der schon 50 % der Wirtschaftsleistung Deutschlands beherrscht, nun auch noch das Vermögen vereinnahmt, sind wir bald wieder in Verhältnissen wie in der DDR. Private wissen, dass man Substanz auch erhalten muss, der Staat verteilt lieber Wohltaten und enteckt neue Aufgaben, die ganz dringend erledigt werden müssen, die Sozialindustrie zB wird sicher fündig werden, was man mit dem Geld anstellen könnte, wenn man es erst mal im Sack hat.
Gegen Stiftungen dagegen, wie auf der zweiten Seite als Beispiel genannt, ist wenig einzuwenden. Tatsächlich geht es in Deutschland offenbar derzeit mehr um Vermögenserhalt als um Vermögensaufbau. Also darum, den Reichtum gut einzusetzen. Auch hier vertraue ich Privaten weit mehr als dem Staat. Daher auch der Vorschlag an die reichen Erben, die sich unwohl fühlen: ein Stiftung für einen Zweck, der ihnen wichtig ist, wird man ihnen danken und sie selbst sind "moralisch entlastet" und bewirken gutes.

"Sozialindustrie"?

"Sozialindustrie"?

Was für Wohlstaten verteilt denn der Staat? Meinen sie die knapp 300 Euro Sozialhilfe, die den Betroffenen ein einigermaßen (!) würdiges Überleben sichert? Wieso haben damit nur so viele Leute Probleme, ich verstehs nicht? Klar, es fühlt sich irgendwie besser an, wenn man als Reicher eine Stiftung gründet bzw. viel spendet und sich dann als Wohltäter feiern kann, anstatt einen nüchternen Zwangsbeitrag aus so "unsinnigen Gründen" wie Solidarität zu leisten, und sich vom "böse Staat" was wegnehmen zu lassen...

"Einer für alle, alle für einen"
Das ist nich nur das Motto der Schweizer Eidgenossenschaft sondern auch das Prinzip einer starken und erfolgreichen Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft von Egoisten zerfällt hingegen meist sehr schnell wieder...

Frau Friedrichs kann wohl

Frau Friedrichs kann wohl nicht lesen.Es gibt in Deutschland sehr wohl eine ERbschaftssteuer, die hochgradig ungerecht ist, weil Neffen 30 Prozent ohen Freibetrag zahlen und Betriebserben gar nix.
Da ist der Hinweis in Deutschland sei die Steuer niedrig ja wohl doch ein bisschen arg falsch.
Weiterhin wäre mal interessant, wie die Frau Schönheit oder Intelligenz oder andere vererbte Merkmale besteuern will.
Das ist nämlich auch Chancengleichheit.
Klassische Neiderin.
Und zu ihren hochmoralischen GEsprächspartnern. Die können spenden und brauchen ihre schwere Bürde ja nicht auf alle Erben zu generalisieren.
Auch das ist Anstand.

Da sitzt eine Autorin in Berlin Mitte und ärgert sich wahrscheinlich, wieso andere sich mehr oder weniger Eigentum leisten können, im teueren Bezirk, das wäre ja nicht der Rede wert, wenn es nicht überall herumgereicht würde, die Pseudointellektuellen erzählen sich was von Piketty, den anderen werden Rührstorys aufgetischt, pardon, damits ein jeder versteht, für mich ist das Sozialismus, hatten wir schon, brauchen nicht wieder, ein Staat, der die Gesetze so macht, dass der einzige, dem man ohne zu fragen was schenken kann, der Staat selbst ist, verliert seine Daseinsberechtigung, Revolution gegen Beutelschneider täte da not.

Das hat nichts mit "Rührstories" zutun! Es geht darum, dass sich die Wertschöpfung innerhalb der Gesellschaft mehr und mehr konzentriert zusammengenommen mit der Erkenntnis, das das nichts Gutes bedeutet. Nennen sie mir doch mal einen Staat, der eine große materielle Ungleichheit besitzt und trotzdem niedrige Kriminalität, hohe Lebensqualität und großer allgemeiner Wohlstand (Also im Median) etc...

Ein paar Gedanken zum Thema:

Ein paar Gedanken zum Thema:

1. Die Erben suchen sich immer nur die "schoenen" Jobs aus; Cutter beim Fernsehen, Kinderpsychotherapeutin, etcetera. Der Rest erledigt die Arbeit als Arbeiter bei BMW am Band oder in der Nachtschicht bei Texas Instruments. Sehe ich alles in meinem Bekanntenkreis.

"Die Erben suchen sich immer

"Die Erben suchen sich immer nur die "schoenen" Jobs aus; Cutter beim Fernsehen, Kinderpsychotherapeutin, etcetera."

Sind das schöne Jobs? Ich würde einen Vogel kriegen, wenn ich das machen müsste! Beim BMW am Band habe ich zwar noch nicht gearbeitet, aber u.a. in zwei Gießereien. Ist mir wesentlich lieber als solche Exotenjobs.

Ich finde leider schon das Titelbild falsch. Hier wird vermittelt, dass junge "Schnösel" ohne was zu tun plötzlich Millionäre werden.
Der durchschnittliche Erblasser ist vermutlich meistens schon deutlich älter als 70 und die Erben dürften im Durchschnitt ebenfalls schon an das Rentenalter angrenzen, haben also schon in den meisten Fällen selbst gearbeitet, Steuern bezahlt, Familien gegründet und so weiter.
Ich gehöre irgendwann auch zu den Erben, aber eben erst irgendwann, so in 30 Jahren hoffentlich erst, denn ich wünsche meiner Mutter ein langes Leben, und ich wünsche ihr auch, dass Sie Ihren Reichtum so geniessen kann wie Sie es will. Bis dahin arbeite ich allerdings selbst an meinem eigenen Vermögen.
Das ist genauso hart wie für meine Freunde, die ebenfalls noch nicht bekommen haben oder auch nichts bekommen werden.
Erben ist ungerecht für die die nichts erben. Für mich ist es aber ungerecht zu sehen, dass jemand hart arbeitet, Verantwortung übernimmt und Risiken eingeht, Menschen eine Arbeit gibt und nach seinem Ableben einen grossen Teil des Vermögens an einen hungrigen Staat abgibt. Würde der Staat die Einkünfte aus der Erbschaftsteuer z.B. als "Startkapital" für junge Bürger bereitstellen, dann hätte ich möglicherweise eine andere Meinung dazu.

Wenn es recht ist, dass ein Mensch sich aus eigenerer Hände Arbeit
viel Vemögen anhäufen kann, dann ist es nur billig, dass er es auch
für seine Erben tut.

Das Problem ist eher, dass es sich lohnt, Vermögen anzuhäufen,
während die Gesellschaft für die Besitztstandswahrung die Infrastruktur zahlt.

In einer Gesellschaftsstruktur, die nur dann bestehen kann, wenn von unten
nach oben verteilt wird, ist das Herumdoktern an Symptonen eher müssig. Ein traditioneller Austausch von Besitz wie das Vererben ist für diese Grundlage nicht verantwortlich. In einem solchen staatlich noch weiter einzugreifen wird letztendlich nicht die 10% Vermögenden, sondern diejenigen treffen, die weniger besitzen, aber noch nicht verarmt sind, den Umverteilungsprozess von unten nach oben eher anheizen.

Es gibt kein richtiges Leben im Falschen, sonst diskutieren wir nur noch
um Heucheleien wie im Fall Beate, die ja so gern von ihrem Besitz abgeben
würde, aber nur wenn sie staatlich gezwungen wird ...

An der Position ist nichts heuchlerisch, sie ist sogar äußerst rational.
Es ist ein Unterschied, ob nur ich selbst von meiner großen Erbschaft einen Anteil abgebe, ohne zu Wissen, ob andere das auch so handhaben oder ob ich weiß, dass alle anderen genauso herangezogen werden.
Im ersten Fall, weiß ich, dass der Nutzen durch die Abgabe für mich wesentlich kleiner sein wird als der Gewinn für den Staat. Werden dagegen alle besteuert, dann besteht die zumindest die Möglichkeit, dass der positive Effekt durch die verbesserten Staatsfinanzen sogar die Vorteile überwiegen, die ich als Einzelperson davon habe.
Außerdem ist so sichergestellt, dass ich mich nicht persönlich im Verhältnis zu anderen reichen Erben schlechter stelle.
Klassisches Gefangendilemma eben....
Ich bin überzeugt davon, dass eine erhöhte Erbschaftsteuer dann Vorteile hat, wenn Betriebsvermögen zwar besteuert wird, aber die Steuer auch in Form von stiller Beteiligung geleistet werden kann, so dass die Betriebstätigkeit nicht durch Kapitalabzug oder die Einmischung staatlicher Interessen in das Wirtschaftsgeschen gefährdet wird.

Ich glaube, dass Steuern die Gemeinschaft formen und dass wir über die Bereiche, die wir besteuern, etwas über unser Verständnis der idealen Gemeinschaft aussagen.

Unter dem Gesichtspunkt ist die folgende Überlegung vielleicht ganz interessant. Wenn man davon ausgeht, dass pro Jahr 250 Milliarden Euro vererbt werden und man nur 20 bis 25 % davon als Steuer dem Staat zur Verfügung stellen würde, könnte man die Einkommenssteuer, ca. 200 Milliarden Euro 2013, um ein Viertel absenken. So gesehen geht, überspitzt formuliert, jeder vierte Euro, den ein Arbeitnehmer abgeben muss, dafür drauf, Erben davor zu bewahren, von ihrem geschenkten Geld etwas abgeben zu müssen.

Es ist auffällig und interessant, dass man das Argument “das Geld wurde schon mal versteuert” nur hört, wenn es um leistungsloses Einkommen von Privatpersonen geht, Erbschaft und Kapitalerträge. Dass Arbeitnehmer auf ihr Einkommen Steuern zahlen, obwohl möglicherweise ihr Arbeitgeber oder einer dessen Kunden schon mal Steuern auf dasselbe Geld gezahlt hat, wundert niemanden, genauso wie mein Supermarkt noch mal Gewinnsteuer zahlt, obwohl ich dort mit meinem bereits versteuerten Einkommen einkaufe.

Es stimmt, dass die Eltern oder der Ehepartner der Erben schon mal Steuern gezahlt haben, aber das war eben eine andere Person. In dem Moment, wo die Verfügungsgewalt auf den Erben über geht, ist es doch ganz natürlich, wenn er für dieses Recht eine Steuer an die Gemeinschaft entrichtet, so wie es jeder Angestellte für seinen Lohn tut.

Natürlich möchte jeder, dass es seinen Kindern mal besser geht, und der Staat sollte Eltern darin unterstützen und nicht davon abhalten, das zu erreichen. Dazu gehören auch Dinge, die etwas kosten, wie eine gute Bildung oder Reisen, um fremde Kulturen zu erfahren, aber wieso auch Luxusgüter für erwachsene eigenständige Kinder dazu zählen sollen, die über den Preis eines Neuwagens hinausgehen, erschließt sich mir nicht.

1. Der Erblasser könnte sein Geld auch verprassen, ohne, dass dies zusätzlich besteuert wird.

2. Was nützlich ist und was nicht können Sie nicht für andere entscheiden, auch wenn Sie das anscheinend gerne tun würden, wie Ihrem Zitat: "Dazu gehören auch Dinge, die etwas kosten, wie eine gute Bildung oder Reisen, um fremde Kulturen zu erfahren, ..." zu entnehmen ist.

Hallo,

Hallo,
die Abschaffung der Erbschaftssteuer durch CDU und FDP unter tatkräftiger Mithilfe der SPD, vor allem aber die erneute Weigerung, für eine angemessene Erbschaftssteuer zu sorgen, ist einer der größten sozialpolitischen Skandale in der Bundesrepublilk. Es gibt wohl kein anderes Industrie-Land, in dem de Fakto keine Erbschaftssteuer gezahlt wird.
Es wird auch von den Politikern gelogen, was das Zeug hält. Beispielsweise wird suggeriert, dass die Betriebe die Erbschaftssteuer zahlen müssen und deshalb Arbeitsplätze verloren gingen. Für diese Unterstellung gibt es keinerlei Beleg. Nicht die Betriebe, die Erben zahlen die Erbschaftssteuer. Wenn sie die nicht können, können Sie die Fa. verkaufen.Der Erwerber sorgt für die Arbeitsplätze, wenn die Fa. gesund ist. Wenn sie nicht gesund ist, macht sie ohnehin Pleite.
Eine angemessene Erbschaftssteuer ist auch wegen der Gerechtigkeit notwendig. In den allermeisten Fällen konnten die großen Vermögen nur angehäuft werden, weil der Staat eine gute Infrastruktur bereitgestellt und das ganze Volk dafür bezahlt hat. Also sollte es normal sein, dass sich die Profiteure an der Finanzierung der Infrastruktur beteiligen.
Das Traurigste an dieser Geschichte ist für mich die Tatsache, dass die Partei, die vor Jahrzehnten noch für soziale Gerechtigkeit eintrat, mittlerweile sich einen "Dreck" um das Volk kümmert. Wieso sich diese Partei wundert, dass sie bei einem Stimmanteil unter 25% gelandet ist, verwundert.
Gruß

@ pdp11

@ pdp11

Ich habe sowas schon erwartet und stellen Sie sich mal vor: Da draußen, also am anderen Ende des Netzes sozusagen, sitzen eine Menge Leute, die sich hin und wieder erlauben einen Fernseher trotz des nicht immer ganz optimalen Programmes anzuschalten und noch schlimmer, ein paar geifernde Foristen haben keine Möglichkeit dies zu verhindern! Was die wohl drum geben würden als nationale Oberzensoren einen zentralen "Ausknopf" zu besitzen?

Das sieht ja durchaus nach einem Lösungsweg für die prophezeiten Schwierigkeiten, der sich die "Sandwich-Generation" künftig in der "überalterten Gesellschaft" stellen muss: Erhöhung der Erbschaftssteuer zwecks einer deutlichen Erhöhung des Steuerzuschusses zur Rentenversicherung. Die jüngst Verblichenen stützen die demnächst Verbleichenden sozusagen, die im Idealfall von der Stütze etwas übriglassen und wieder weitergeben.

Eins stört mich am Artikel allerdings: der Zeigefinger und die Empörung gegenüber den Familiendynastien und dem (Skandal!) Fakt, dass diese oft mehr als ein Unternehmen besitzen. Da sage ich: ja hoffentlich. Denn das bedeutet nichts anderes, als dass Gewinne der Vergangenheit nicht konsumiert, sondern re-investiert wurden und wieder und wieder und wieder Arbeitsplätze geschaffen haben. Diese Entscheidung der Familiendynastien zur Re-Investition statt zum Konsum hat nicht nur sie selbst reich gemacht, sondern ganz Deutschland. Es wäre schön, wenn mehr über diese Möglichkeit reich zu werden, berichtet würde, damit mehr Leute es probieren (und dadurch Arbeitsplätze schaffen). Dass der eine oder andere verzogene Sprössling einer solchen Familie dann doch leistungslos nur konsumiert, bin ich völlig bereit zu akzeptieren.

Daher: Erbschaftssteuer erhöhen, ja, mit gutem Grund (böses Stichwort "Rentnerschwemme"), aber nicht übertreiben und dadurch die Möglichkeit durch generationenlanges (und daher zwangsläufig nachhaltiges) Unternehmertum zu richtig viel Geld zu kommen zerstören.

Ich bin der Meinung man sollte über die Abschaffung der Erbschaftssteuer nachdenken.
Im Gegenzug sollte der Steuersatz auf Kapitaleinkünfte auf etwa 55%-60% angehoben und eine empfindlich hohe Finanztransaktionssteuer eingeführt werden.

Ich empfinde es grundsätzlich nicht als ungerecht, wenn ein Familienunternehmen mitsamt Vermögen steuerfrei an einen Nachkommen vererbt wird.
Denn der Erbe erbt nicht nur einen Haufen Geld, sondern auch das unternehmerische Risiko und viel Verantwortung für die Mitarbeiter des Unternehmens.
Das Gerechtigkeitsproblem liegt nicht in der Art und Weise wie ein Erbe ohne eigene Leistung plötzlich vermögend wird, sondern darin, wie das Kapital, dass er erbt, entstanden ist.
Ist es das Ergebnis unternehmerischer Arbeit, Kreativität, Vision, Verantwortung? Basiert es auf dem Unternehmensgewinn, dem jederzeit ein ggf. existenzgefährdendes unternehmerisches Risiko gegenüberstand?
Oder ist das Vermögen dadurch entstanden, dass Investmentbanker es Tag und Nacht durch die Finanzplätze dieser Erde jagen, um die Spekulationsgewinne anschließend in einer Steueroase zu verstecken?

Solange wir Kapitaleinkünfte niedriger besteuern als Einkünfte aus Arbeit, brauchen wir über die Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit des Erbens gar nicht zu diskutieren.

na ja, wird das Kapital zu hoch besteuert, geht es woanders hin, wie sagte Herr Steinbrück so schön, lieber 25 Prozent von X, als 50 % von nix, oder so ähnlich, davon abgesehen, die meisten zahlen gar nicht mehr als 25 % auch bei den Erwerbseinkünften bzw als persönlicher Steuersatz, viele sogar weniger, da wird Arbeit und Kapital dann sowieso gleich besteuert, wenn man eine Steuererklärung abgibt, werter Mitforist
Ihr Kommentar

Aber wenn der Unternehmer seine hohen Unternehmensgewinne auf Kosten seiner Mitarbeiter, der Umwelt und via unseriöse Steuervermeidung einfährt? Da kenn ich einige neureiche Unternehmer, die jedes Steuerschlupfloch nutzen, ihre Kommune "erpressen", ihre Mitarbeiter schlecht bezahlen und deren Gesundheit am Arbeitsplatz gefährden.

Die Zeche wird dann sozialisiert.

"Wenn man wie er – und wie

"Wenn man wie er – und wie ich auch – keine große Erbschaft erwarten kann, wird man nie gleichziehen. 'Egal, wie viel wir arbeiten', sagt er."

Wer Andere zum Maß für sich selber macht, wird nicht nur nicht weiterkommen; er macht sich auch offen für irrationale gefühle wie Neid und Bitterkeit. Dann sitzen Sie in einem Teufelszyklus.

"spielentscheidend wird, was die Eltern da in der fernen Provinz eigentlich getrieben haben. Und was deren Eltern zuvor getan haben."

Nämlich gearbeitet und gespart. So wie ich jetzt. Wenn meine Kinder und deren Familien einmal davon profitieren, dann habe ich nicht nur kein schlechtes Gewissen - ich freue mich dann sogar; ja schlimmer noch: Ich halte das für wesentlich edler als neidisch einen Anteil am Lebenswerk Fremder zu fordern.

"Deutschland wird sich in den kommenden Jahren zur Erbenrepublik wandeln. Und die wird vor allem eines sein – ungerecht."

Falsch. Ungleich ist nicht ungerecht. Zwangsweise gleich dagegen schon. Auch eine Mehrheit verwandelt nicht Unrecht in Recht. So wenig wie Sie das Recht haben, mir durch Gewalt mein vermögen zu nehmen, so wenig können Sie es per Wahl an den Staat "delegieren".

"(Die Erbschaftsdebatte vor) sollte nicht von Neid getrieben sein. Nicht von der Idee, jemandem etwas wegnehmen zu wollen."

Genau dieser Neid spricht aber aus Ihrem Artikel und Ihre Zwangs-Gleichheit bekommen Sie nicht, ohne Anderen etwas weg zu nehmen.

Vor fast 25 Jahren kam ich zu der Überzeugung, daß man, technisch gesehen, eigentlich das Erbrecht voll sozialisieren sollte - durch die Einführung einer 100% Erbschaftssteuer.

Daß dies bisher nicht geschehen ist und leider noch nicht einmal rationell diskutiert wird, veranlasst zu vielen tiefgründigen Schlussfolgerungen.

Deutschland und Europa wird wohl noch einmal ganz fürchterlich den Bach runtergehen.

Lustgreis, ich habe vielfach versucht, meine Gedanken zum Thema Erbrecht darzulegen, muß aber leider eingestehen, daß ich bisher im großen und ganzen erfolglos war. Das Problem ist nicht so sehr, daß die Leute nicht mit mir übereinstimmen, sondern daß sie durch ihre jeweiligen Reaktionen zu erkennen geben, nichts verstanden zu haben.

Es geht um ein sehr einfaches zugrundeliegendes Prinzip mit einigermaßen komplexen, mehrschichtigen Konsequenzen.

Natürlich könnte der Mangel an Verständnis daran liegen daß ich für zweieinhalb Jahrzehnte einer völlig abwegigen Idee hinterhergelaufen bin. Dagegen spricht allerdings, daß viele der negativen Folgen, die ich damals rein spekulativ hochgerechnet hatte, tatsächlich in der einen oder anderen Form eingetreten sind.

Ich nahm damals an, daß wenn ich mir so etwas ausrechnen kann, dann würden wohl hoch qualifizierte Wirtschaftswissenschaftler nicht weit hinter mir her sein. Das hat sich aber bisher nicht verwirklicht, weder in Deutschland, noch in meiner langjährigen Wahlheimat (außereuropäisches Ausland), noch sonst wo.

Der französische Ökonom Piketty hat das Buch geschrieben, das ich eigentlich in den frühen 90er Jahren erwartete. Die Diskussion, die Frau Friedrich hier angeregt hat, ist mehr als 20 Jahre überfällig.

Versuchen, Ihre kritischen Denkfähigkeiten mal anzukurbeln kann ich ja trotzdem mal. Wie schon in meiner Antwort an drvoigt in dieser Diskussion, so würde ich gerne auch sie fragen, ob Sie je mal versucht haben sich vorzustellen, was Sie mit Ihrem hart erarbeitetem Geld tun würden, wenn es Ihnen nicht möglich wäre, es an Ihre Kinder zu vererben?

Schätzungsweise würden Sie es selber ausgeben, Ihr Leben genießen, Urlaub in Spanien oder Griechenland verbringen und damit die dortige Konjunktur ankurbeln, usw. usw.

Nun stellen Sie sich vor daß auch alle Ihrer Mitmenschen das gleiche tun.

Wie würde sich die Wirtschaft in einem solchen Lande umorientieren?

Würden Sie wirklich nur den ganzen Tag auf der faulen Haut liegen - oder würden Sie möglicherweise mehr zu tun finden als je zuvor? Wie z.B. mein generell sehr hilfsbereiter Vater, der im Ruhestand kaum eine ruhige Minute fand und mehrfach bemerkte daß er eigentlich gar nicht verstehe wie er je Zeit für seine Arbeit fand.

Verbieten, Lustgreis, will ich Ihnen eigentlich gar nichts, auch nicht das Häuserbauen für Ihre Kinder. Aber die Frage stellt sich schon: warum sind Ihre Kinder eigentlich nicht fähig, ihre eigenen Häuser zu bauen? Hat es möglicherweise etwas mit deren Erziehung zu tun, daß sie nicht ihre eigenen Wege gehen, sondern sich bequem nur auf das Geld der Altforderen verlassen?

In der Natur muss sich jede Generation neu beweisen und das ist auch gut so. Ich werde meinen Kindern keine größeren Geldsummen vererben, sondern das Geld, was ich erarbeitet habe, auch selbst ausgeben. Meinen Kindern will ich nicht die Möglichkeit nehmen, ihren eigenen Weg zu finden, sich selbst zu beweisen und stolz auf das Erreichte zu sein.

Kinder haben in ihrer Jugend nichts vor der Glotze zu suchen, lesen sie Manfred Spitzer. Wie sinnvoll ein fernsehfreier Haushalt sein kann, sieht man am besten am Varoufake. Auch die Benutzung eines Computers mit Internetanschluss, wenn man kein Interesse und Verständnis aufbringt, sollte sich erübrigen - wer ignorant Technologie missbraucht, ist selbst schuld wenn sie ihm auf die Füssel fällt.

"Ich finde erben ungerecht

"Ich finde erben ungerecht und undemokratisch"
""Ich würde am liebsten hohe Erbschaftsteuern zahlen. Aber leider gibt es diese Möglichkeit ja nicht."

Der Frau kann geholfen werden! Es gibt genügend Hilfsorganisationen, die ihr Erbe gern als Geschenk annehmen, z. B. Bethel, falls die sich von dem Geld derart belästigt fühlt.

Ansonsten ist das dummes Geschwafel. Was ist daran ungerecht, wenn ich, statt mein Geld zu verprassen, etwas davon auf die Seite lege und es meinen Kindern vererbe? Warum sollen die von meiner Leistung nicht profitieren dürfen?

Und was den Wunsch nach hoher Erbschaftssteuer angeht: Das dann eingenommene Geld wird ja nicht etwa umverteilt an bedürftige Mitbürger, sondern es wandert in den großen Steuertopf und wird für tausend Dinge verschwendet, die niemand braucht (man lese die jährlichen Berichte der Rechnungshöfe und des Bundes der Steuerzahler über Milliardenverschwendung).

Solange es Bundes- u. Landesregierungen nicht schaffen, dieser seit Jahrzehnten unverminderten und regelmäßig sanktionslosen Verschwendung Einhalt zu gebieten, muss man über Erhöhung der Einnahmen nicht diskutieren, schon gar nicht über Steuern auf mehrfach versteuertes Geld.

Wundern sie sich nicht, die Sozialpolitik und Bildungspolitik der letzten Jahre entspricht genau diesem bessermenschlichen Gejammere, Leistung wird in Deutschland nicht in dem Umfang honoriert wie es eine auf Intellekt und Fortschritt ausgerichtete globalisierte Gesellschaft erwartet. Die Steuerhinterziehung und das Missmanagement unserer Regierung gehen Hand in Hand, sie wundern sich warum sie so wenig vom Brutto übrig haben, schauen sie sich mal unseren Sozialstaat an, und ja auch die Zuwanderung.

Da der Mensch - ob das nun gesellschaftlich oder biologisch bedingt ist - für seine Kinder sorgen will, sollte er ihnen auch etwas vererben dürfen, ohne dass der Staat hier eingreift. Meiner Meinung nach zählt hier auch das Vermögen dazu, von dem man sich ein Haus zum Leben kaufen kann. Ob es nun ein Haus ist, oder das Geld um sich ein Haus zu kaufen, oder auf Grund eines entfernten Lebensmittelpunkts ein "Haus zum Tausch für ein anderes Haus" sollte egal sein. Grob geschätzt sollten heute 500.000€ ohne jegliche Steuerlast vererbt werden können.
Allerdings weitere Gewinne aus Erbe unbedingt versteuert werden, wie beispielsweise beim Vererben einer Firma, wobei der neue Besitzer auf keinen Fall dazu gezwungen werden sollte, die Firma zu verkaufen. Da der Staat hier "etwas möchte" muss er auch Leistung bringen. Erklärung anhand eines Beispiels:
- Eine vererbte Firma erwirtschaftet jährlich einen Gewinn von 1 Mio €
- Der Staat erhebt eine Erbschaftssteuer von 50%
- Der Staat bekommt vom Erben also jährlich 500.000€
- Dafür muss der Staat 50% der Verantwortung übernehmen, also einen Geschäftsführer einsetzen und die Firma am Laufen halten.
- Der Erbe kann mit 500.000 jährlich gut Leben oder sich wieder in die Firma einkaufen oder ganz aussteigen und der Staat muss sich um die Firma oder einen Nachfolger kümmern.

Wie viel sollte der Staat vom Erbe nehmen? Bei hohen Betriebsvermögen mit der Möglichkeit des "Rückkaufs" wäre ich fast geneigt 100% (außer der Freibetrag) zu sagen, wobei der Rückkauf vereinfacht sein sollte. - alles nur ein Gedankenexpediment

Vielen Dank für diesen außergewöhnlich informativen Artikel, Frau Friedrichs. Sie haben damit einen schleichenden, aber sehr gefährlichen Prozess in Deutschland angesprochen, der unbedingt gerechter gelöst werden müsste. Das Problem: unsere Abgeordnetne und ihre Kinder gehören selbst zu den Vermögenden und kehren diese zunehmende Diskontinuität unter den Teppich.

Ich habe einen Stammtischkollegen, der aus ärmlichsten Verhältnissen stammend, sich ein Architektenbüro aufgebaut hat und im Geld schwimmt. Auch dieser sonst hilfsbereite Mensch ist gegen jegliche Erbschaftssteuer, die sein Unternehmen betrifft, mit den üblichen Argumenten. Die Gefahren scheint er nicht zu kennen.

Ich glaube, wenn eine Partei die Ungerechtigkeit und Risiken der jetzigen Erbschafts- und Vermögenssteuer öffentlich problematisieren würde, hätte sie großen Zuspruch, auf jeden Fall meinen.

Es ist ungerecht dass er mit wenigen Gesprächen hunderttausende an Provision einstreifen kann.
Es ist ungerecht dass er das Leben leichter nehmen kann.
Es ist ungerecht dass er zufrieden sein kann.
Es ist ungerecht dass er ein Talent hat und ich hilflos seinen Handgriffen zusehen muss.
Es ist ungerecht dass er sein Erbe bewahren konnte und ich gleich alles verspielen musste.
Es ist ungerecht dass er bei den Frauen, wie auch bei den Männern besser ankommt.
Es ist ungerecht dass ich immer nur will und er einfach gibt.
Usf.

Ich kenne einige di eschon mal was von den Eltern vorabbekommen.
In der Regel ordentloch finanzielle Hilfe für das Reihenhaus wenn das erste Kind da ist. Tauschen möchte ich mit denen nicht!

Denn die frischen Grosseltern vordern knallhart Kompensation!
Die kapern praktisch das Leben ihrern mitte 30 alten Kinder und übernehmen mit mitte 60 die Aufzucht der Enkel.
Da haben die "stolzen Eltern" als Sandwich generation nix mehr zu melden.

Kuriose dinge spielen sich ab:
Man würde doch denken, dass das jubge Paar mit Kind das eigene Leben gestallten sollte/möchte ---- aber nix da Eltern und Schwiegereltern kommen hübsch im Wechseln und zwei Menschen mit ca. 35 haben KEIN eigenen Leben.
Schwiegerpapa gibt das Geld für die Wohnungseinrichtung ---dafür bestimmt Schwiegermamma aber auch was gekauft wird.

Weil Die Vererbende Generation 4 Menschen sind .... die Erbende Genaration (da jeweils einzelkinder) 2 Menschen und das Nesthäckhen 1 Kind .... ist das eine höchst ungesunde Pyramide im Kopfstand.

Ich bin froh, dass ich nix erben werde (ich verdien meine Kohle lieber selber) - ich mag meine Eltern ( und Schwiegereltern) aber wir lassen uns gegenseitig Luft.

Ich bin ganz ehrlich: Mich stören Menschen nicht, die es einfacher haben. Problematisch wirds für mich, wenn es immer mehr Menschen immer schwerer haben.
Daran muss sich ein Staat messen lassen und dementsprechende Regelungen treffen.

Ungerecht sind Steuern immer, für ein funktionierendes Staatswesen aber unerlässlich.

Ich habe nix geerbt (aufgewachsen in der Ostzone eben) aber ich vererbe. Und ich halte eine zusätzliche Besteuerung von Erbschaften für groben Unfug.
Man muss sicher die gesamte Verteilung der Steuerlast neu strukturieren, weniger Steuern auf Arbeit und Konsum, dann kann man auch bereits vorher versteuertes "Erbgeld" versteuern. Aber Leistung muss sich lohnen mit Blick auf spätere Generationen.
Es war immer ein Vorteil für die industrielle Entwicklung in D, dass Erbe nicht besteuert wurde. Denn auch für mich gilt, dass ich das alles, was ich aufgebaut habe, eben nicht für mich gemacht habe und mache - sonst könnte ich mich jetzt in Ruhe zurückziehen, sondern eben für meine Kinder. Das war und ist der Hauptantrieb überhaupt. Wenn erben sich nicht lohnt, dann driften wir in D wieder dahin ab, dass der Anreiz gering ist, hart weiter zu arbeiten.

drvoigt, Sie haben eben nichts begriffen und ich bezweifle, dass Sie Ihren Kindern damit einen Gefallen tun. Was hat Vermögen erben damit zu tun, dass die Erben dann hart arbeiten? Um noch mehr Vermögen anzuhäufen und noch härter zu arbeiten oder arbeiten zu lassen?

Letztlich gibt es auch eine andere Seite des Vermögens: es ist immer auf Kosten Anderer oder der Umwelt entstanden, beim einfachen Handwerker, Beamten wie beim Großindustriellen. Aber das Verhältnis muss passen!

drvoigt, darf ich Sie fragen, ob Sie je mal versucht haben sich vorzustellen, was Sie mit Ihrem hart erarbeitetem Geld tun würden, wenn es Ihnen nicht möglich wäre, es an Ihre Kinder zu vererben?

Schätzungsweise würden Sie es selber ausgeben, Ihr Leben genießen, Urlaub in Spanien oder Griechenland verbringen und damit die dortige Konjunktur ankurbeln, usw. usw.

Nun stellen Sie sich vor daß auch alle Ihrer Mitmenschen das gleiche tun.

Wie würde sich die Wirtschaft in einem solchen Lande umorientieren?

Würden Sie wirklich nur den ganzen Tag auf der faulen Haut liegen - oder würden Sie möglicherweise mehr zu tun finden als je zuvor? Wie mein, generell sehr hilfsbereiter Vater, der im Ruhestand kaum eine ruhige Minute fand und mehrfach bemerkte daß er eigentlich gar nicht verstehe wie er je Zeit für seine Arbeit fand.

Ganz ehrlich, diese ganzen Argumente gegen eine Erbschaftssteuer sind doch total verlogen:
1): "Das Geld wurde ja schon besteuert": Ja, es gibt auch noch eine andere Steuer wo das der Fall ist, nennt sich MEHRWERTSTEUER.
Hier zahlt sogar ein und dieselbe Person zwei Mal Steuern auf das Geld während bei der Erbschaft erst der "Vererber" die Einkommenssteuer und dann der Erbe die Erbschaftssteuer zahlt.

2): Es ist irgendwie "Pietätos": Ganz ehrlich, jemand der NICHT erbt sondern sich das Geld für seinen Lebensunterhlt auch nach dem Tod eines Angehörigen selbst erarbeiten muss, muss doch auch ganz selbstverständlich auf dieses Einkommen Steuern zahlen. Selbst dann wenn ihm das Arbeiten schwer fällt weil er noch trauert. Das kümmert doch auch keinen.

steht da:

steht da:

"Beate sagt: "Ich würde am liebsten hohe Erbschaftsteuern zahlen. Aber leider gibt es diese Möglichkeit ja nicht."

Aber klar gibt es die Möglichkeit, Beate, Du kannst immer spenden, die Stadt nimmt es gerne, oder mache eine Stiftung auf, und schieb Dein Erbe in den Stiftungsstock, alles gemeinnützig, und gut, aber dann ist es weg, und Deine Kinder werden Dich eines Tages fragen, warum hast Du das Erbe von der Oma nicht uns vermacht (sie will es ja, sonst lägs nicht mehr bei der Bank) Mietwohnung, kein Geld, aber maximale ethische Ansprüche, oder auch ideologische Verbortheit, je nach Sichtweise, davon können wir uns nichts kaufen.

"Das bedeutet, dass die

"Das bedeutet, dass die Gesellschaft vermögender geworden ist – und mehr von Kapitalerträgen lebt. Allerdings ist dieses Kapital nicht breit verteilt: Die Hälfte der Deutschen besitzt weniger als 16.000 Euro."

Ich finde 50 % ist schon breit verteilt, die Autorin war wohl noch nie in Moskau, oder andern Städten der Welt, da gibt es wirklich gravierende Unterschiede, Nonsens ist auch der Verweis auf die 16000 Euro, da hier Äpfel und Birnen verglichen werden, in Bangladesch sind 16000 Euro schon viel Geld, und auch bei uns darf man nicht nur auf die Barvermögen schauen, sondern muss das Sozialwesen, die Gesundheitsversorgung, Renten und Pensionsansprüche einbeziehen, vor einem Jahr hat man noch gemeckert, weil es bei der Bundesbankstudie, welche den Italienern, Zyprioten oder Spaniern und Franzosen bis zu dreimal so hohe Nettovermögen bescheinigte, wie den Deutschen, nicht einbezogen war.

und weiter geht es...

und weiter geht es...

nochmal, der Spitzensteuersatz bei der Erbschaftsteuer ist nicht 30 %, sondern 50, werte Autorin, damit liegt Deutschland europaweit gesehen auf dem dritten Platz, peinlich, weil ja ein Drittel der Staat überhaupt nichts nimmt, weiter,

"Forscher des Max-Planck-Instituts haben herausgefunden: Je tiefer die Kluft zwischen Arm und Reich ist, desto unzufriedener sind die Bürger mit der Demokratie, desto weniger vertrauen sie den politischen Institutionen, desto niedriger ist die Wahlbeteiligung."

ist so pauschal auch Nonsens, mit Verlaub, man schaue einmal auf den Human Developement Index, oder die Gini Koeffizienten, man kann von Deutschland nicht erwarten, überall die Nummer eins zu sein, wenn wir wie es ist bei beiden Positionen beispielsweise immer unter den ersten 10 Ländern von 180 weltweit sind, dann ist die Situation hier eben gerade nicht ungerecht, wenn es nirgends gerechter ist, nicht mal hinter dem Mond, dann ist es hier nicht ungerecht, per se. Es ist der Autorin natürlich unbenommen, daran zu glauben, dass ein zB Leader in einem südamerikanischen Land für mehr Gerechtigkeit sorgt, bitte schön, jeder kann es ausprobieren.

Wie undurchdacht der Artikel ist, kann man auch mit einem kleinen Beispiel illustrieren, der Lars die Beate und meinetwegen der Sven sind alles Waisen, haben also nix zu erben, aber Beruf und Leben steht vor ihnen, der erste hat schon fünf Jahr gearbeitet und ein Berufsunfähigkeitsversicherung, die Beate hat keine Versicherung aber auch schon 3 Jahre gearbeitet, der Sven hat erst zwei Jahre gearbeitet, aber auch keine Versicherung, die drei fahren mit Achterbahn, fliegen raus, der Betreiber ist nicht versichert oder pleite,

dann kriegt jetzt der Lars vollbehindert vielleicht 2000 Euro lebenslang im Monat, die Beate nur 800 vom Staat, und der Sven gar nichts,

so ist es, und jeder hatte Einfluss, das zu vermeiden.

Und zum Vergleich, der Theo hat reich geerbt, ist aber schwach im Kopf, und gibt das Geld bei der Spielbank aus,

der hat dann auch nichts.

Nach unserem Grundgesetz hat der Staat jedem die gleichen Chancen zu vermitteln, aber nicht alles Geld einzusammeln, und jedem neu zu verteilen, das wäre auch gar nicht möglich, der eine braucht mehr, weil er behindert ist, der andere weniger, der nächste ist fleißig, der letzte faul, warum soll da beliebig der eine zu Lasten des anderen leben, jeder ist zunächst mal für sein Leben selbst verantwortlich.

Das Argument mit dem bereits versteuerten Einkommen, aus dem dann noch einmal Erbschaftssteuern gezahlt werden sollen, was damit ungerecht sei, ist zwar wohlfeil aber leider unsinnig.
Wir zahlen alle Verbrauchsteuern und die Mehrwertsteuer aus bereits versteuertem Einkommen!
Merke: Getretener Quark wird breit, nicht hart.

Die Mieter Nation Deutschland besteht zum Großteil aus Habenichtsen. Der Wunsch, der Genuß von Geld und Vermögen solle doch etwas mit Gerechtigkeit, sprich harter Arbeit, zutun haben, ist absurd. Jede vormals mittellose Millionärsfrau, jeder Spekulant, und jeder üppig entlohnte Regional-Bankenvorstand weiss das ebenso, wie Leute die Kinderlieder aufschreiben und Schnie-und Schnappie ihren Reichtum verdanken oder sich in Buchform über Enddärme und deren Charme auslassen oder gegen Honorar für irgendwelche Indiskretionen bezahlt werden. Ist erstmal genug Vermögen im Umlauf, sind die Wege daran zu kommen sehr mannigfach und haben immer seltener mit harter Arbeit zutun. Die Abkoppelung von Leistung und Arbeit muss aber nicht nur oben stattfinden sondern auch nach unten, in Form eines Grundeinkommens für sehr viele Menschen. Das wäre dann die Gerechtigkeits-Ausgleichs-Abgabe für alle Schlechtergestellten. Bei denen kommt aber leider nichts an, weil der Staat an der protestantischen Arbeitsethik festhält.

Übrigens, wenn der Lars jedes Jahr 10.000 spart, und am Ende seines Lebens mit Zinsen mehr zu vererben hat, als der Fiskus freilässt, dann ist er schlicht selbst schuld, die Beate macht es da besser, sie spart auch jedes Jahr 10.000, gibt aber schon zu Lebzeiten was an die Kinder, das ist völlig normal, der eine gibt mehr, der andere weniger, der eine studiert, der andere nicht, der nächste wird depressiv, der andere wird ein Überflieger, so ist das Leben, wenn alles gleich sein soll, müssen wir Kinder ausschließlich in der Retorte und in künstlichen Gesellschaften halten, wie die nächstbeste Gärtnerei, nur, das wäre wohl ein Verstoß gegen Art. 1, hier ginge Art. 1 Art 3 GG evident vor.

"Es heißt, er wolle genauer

"Es heißt, er wolle genauer unterscheiden zwischen Firmenvermögen, das sinnvollerweise Arbeitsplätze garantiert und deshalb weiterhin verschont bleiben soll, und dem Privatvermögen, dessen Besitzer ihrer Verpflichtung, Erbschaftsteuer zu zahlen, von nun an nicht mehr gar so leicht entkommen sollen"
Hier stimmt nichts, Lohnsummenregelung gibt es längst, Cash GmbH Konstrukt ist auch schon lange verboten, und im übrigen werden hohe Vermögen sowieso jetzt schon mit bis zu 50 % besteuert, steht in § 19 ErbStG.

Danke für den Artikel, Frau Friedrichs!
Offensichtlich geht vielen Pro-DynastikerInnen die Düse, weil sie Angst haben, dass sich ihre Nachgeborenen als Nichtsnutze herausstellen könnten, die es nicht aus eigenen Fähigkeiten heraus schaffen, sich Wohlstand zu erarbeiten. Anders lässt sich der Reflex gegen (hinreichende) Erbschaftsteuern nicht erklären.

Sehr guter Artikel. Ich teile Frau Friedrichs Aussage "Noch vor wenigen Jahren hatte ich folgendes Bild des Landes, in dem ich aufgewachsen war: das eines modernen Staates, der jedem Lebenschancen bietet und jede Anstrengung belohnt."

Das ist eine Illusion, die man spätestens dann verliert, wenn man jahrelang verzweifelt eine Wohnung für eine Familie mit mehr als einem Kind sucht. Mit "anständiger" Arbeit bleibt es für viele ein Traum, den Kindern auch nur ein eigenes Kinderzimmer zu ermöglichen.

Den sozialen Sprengstoff zu ignorieren, der sich infolge der Desillusionierung vieler Nicht-Erben ansammelt, ist schon irgendwie fahrlässig...

Sie haben recht, wenn sie sagen, dass insbesondere die Wohnungssituation für junge Familien gelinde gesagt angespannt ist. Meine Frau ist Ärztin und wäre sie Alleinverdienerin müssten wir in den Plattenbau am Rande der Stadt ziehen. Menschen mit "einfacheren" Berufen können es gleich vergessen ihre Kinder ohne beträchtliche Unterstützung der Solidargemeinschaft über die Runden zu bringen.

Doch falsch finde ich, dass man hier tendenziell Erben und Vererbende zu Mitschuldigen dieser Situation erklärt.

Die Erbschaft wurde aber bereits versteuert. Ich werde auch später zwei kleine Wohnungen erben, in denen meine Familie lebt. Das haben sie mit dem Geld gekauft, das sie verdient und versteuert haben. Das dürfte für die meisten Erbschaften gelten. Daher ist es falsch, dass der Staat nochmal die Hand halten soll. Viel eher sollte der Staat dafür sorgen, dass der Erwerb von Wohneigentum günstiger wird, damit man sich eine Wohnung/Haus auch ohne Erbschaft im Hintergrund leisten kann.
Auf Gerechtigkeit kann man als deutscher Bürger, der eine kostenlose Bildung erhalten hat und in einem reichen Land mit einem Sozialnetz lebt, sowieso nicht pochen. Was soll dann der Minenarbeiter in Afrika sagen?

@Kilatron: wer macht sich denn auf Kosten anderen einen faulen Lenz? Es geht hier ja nicht um Leute, die ein Einfamilienhaus erben oder ein kleines Familienunternehmen. Es geht um Menschen, die immense Summen und teilweise Konzerne erben, und dafür nichts tun. Klar können sie nichts dafür und hatten einfach nur Glück in eine reiche Familie hinein geboren zu sein, aber ich kann auch J.P. Merzs Haltung verstehen: Reiche Erben profitieren durch die von hart arbeitenden Steuerzahlern finanzierte Infrastruktur und tragen selbst kaum etwas zur Gemeinschaft bei, wenn von der Erbschaft nichts versteuert wird. Und zu dem Argument das wäre ja schon versteuertes Geld kann ich nur sagen, dass sehr reiche Menschen sehr wohl wissen, wie sie ihr Geld eben nur minimal versteuern und jedes Schlupfloch nutzen. Auch da hatte die Gesellschaft nicht wirklich viel davon.

Natürlich ist Erben, über eine gewisse Bagatellgrenze hinweg, ungerecht. Da sich Vermögen viel leichter über bereits vorhandenes Vermögenen, als durch die eigene Arbeit erwirtschaften läßt, bekommen wir schon seit längerem dynastische Zustände. So verliert der Kapitalismus, dessen Credo ja eigentlich Reichtum durch Leistung ist, seine Legitimation. Den Geldadel wird es noch schneller hinwegfegen, als den klassischen Adel, weil wir uns dieses Zinseszinsmodell, welches die Grundlage dieses Reichtums bildet, schon lange nicht mehr leisten können. Die Blase wird platzen mit katastrophalen Folgen. So bekommt man eine Idee, warum das alte Rom implodiert ist.

Mal zur Kontrastierung: In NL liegt der Freibetrag bei Vererbung an Kinder bei nur 46.266 Euro. Alles darüber bis ca. 118.000 Euro wird mit 10% besteuert, und alles darüber dann mit 20%. Man merkt sofort: Kleinere Erbschaften werden da benachteiligt, und das Sparen - zB zur Absicherung einer guten Ausbildung für die Kinder - wird einem vermiest. Es ist fast so, als zwinge der Staat den Bürger, sein Geld auszugeben, etwa auch für Immobilien, was aber wieder nur zur Folge hat, dass die Immobilienpreise perverse Höhen erklimmen. Besonders deutlich wurde das, als zuletzt Schenkungen an Kinder bis zu 100.000 steuerfrei möglich waren (sonst darf man einmalig nur ca. 25.000 schenken), steuerfrei aber nur (sic!), wenn das Geld von den Kindern zur Tilgung einer Hypothek o. Kauf o. Renovierung einer Wohnung verwendet wurde. Eigentl. eine völlige Idiotie, den Wohlhabenderen auf diese Weise wieder ein Steuergeschenk zu machen.

Und weiter geht es, hier stimmt mal wieder nichts, ich kann es beschwören und belegen, Punkt nächstens, der überlebende Ehegatte hat nicht nur einen Freibetrag von 500.000 Euro, sondern noch einen besonderen Freibetrag von 256.000 Euro, die Autorin hat wahrscheinlich nie ins Gesetz geschaut, §§ 16 und 17 ErbStG, Punkt nächstens, dass sich die erbende Generation nicht am Produktivvermögen beteiligt, ist auch Quatsch pardon, erstens gibt es ja sgn Firmenerben, wenn den Betriebsvermögen nach wie vor begünstigt ist, warum sollte dann einer aussteigen, und das ganze als Privatvermögen zu viel höheren Sätzen versteuern als nach gegenwärtig 13a und b ErbStG, und weiter, auch die, die keinen Betrieb erben aber hoch erben, erben vielfach nicht Grundvermögen, sondern Wertpapiere, nun investiert nicht auch nicht jeder in Häuser, oder Gewerbeeinheiten, also muss er das Geld wieder investieren, oder das Wertpapierkonto fortführen, und da zur Zeit die Zinsen und Renten gegen Null gehen, wird er in Aktien investieren, Aktien sind aber Beteiligungen an Firmen, welche produzieren, also wir er mit zwanzig oder dreißig Aktien auch wieder Firmeninhaber, hier stimmt wirklich gar nichts, in diesem Bereich, uniformiert, keine Ahnung von Gesetzeswortlaut, und darüber hinaus noch praxisfern, erst mal bitte Steuerberater oder Vermögensverwalter oder Banken befragen, bevor man hier unseriöse Behauptungen aufstellt.

Es ging im Artikel nur um die reine Erbschaft und deren Freibeträge, nicht auch noch um den zusätzlichen Versorgungsfreibetrag. Dieser ist zudem sehr variabel, weil man diverse Versorgungsbezüge abziehen muss. Allerdings ließe sich sagen, dass in diesem Versorgungsfreibetrag noch ein weiteres Steuergeschenk enthalten ist oder sein kann...

Scheinheilige Beate

Scheinheilige Beate

Das Geld bewusst aus dem Kreislauf nehmen ist so ziemlich das Blödeste, was man machen kann, wenn man Erben als ungerecht und undemokratisch empfindet. Gib es aus, Beate! Hau es auf.den.Kopp.! Der einzige Profiteur ist Deine Bank. Die fährt jetzt die Rendite rein, weil sie Dein Geld weiter verleiht. Jetzt macht die Bank 10% Rendite und Du nix.

Das sehe ich anders. Man kann das Geld auch so anlegen, dass „auch andere“ davon profitieren. Man kann günstigen Wohnraum schaffen (oder erhalten) oder man kann Arbeitsplätze schaffen, indem man mit dem Geld Unternehmensideen finanziert. Sprich: Wer Vermögen hat, muss sich damit auseinandersetzen, wie er sein Vermögen anlegt. Selbst wenn es investiert wird, damit es sich vermehrt, kann dies dennoch verantwortungsvoll geschehen.

Ein reichlicher dümmlicher Artikel, pardon, ich bin vom Fach, Rubrik Neidartikel weils modern ist, ich nenne mal drei Punkte, damit es auch begründet wird, erstens macht es keinen Sinn, hier mehr Erbschaftsteuern zu erheben, als in anderen europäischen Staaten, dort wird teilweise überhaupt keine erhoben, und heute morgen mussten wir noch erfahren, dass die etwa griechischen Rentner höhere Bezüge haben als die deutschen, steht bei Focus, außerdem ist das Erbrecht durchs Grundgesetz gewährleistet, würde es überbesteuert, wäre es nicht gewährleistet nach Art. 14 GG, und drittens hat die Autorin die gleichen Startchancen wie andere, aber eben einschließlich der Generation, die schon was hinterlässt, aber sich erst einmal was erarbeitet hat, (heute kann ja einer mit SAP?, Google und Facebook etc, zehnmal schneller reich werden, als ein Krupp oder Flick) das muss gar nicht eine viel ältere sein, manche sterben plötzlich und früh, also ist das Argument der Ungleichbehandlung falsch, es wäre richtig, wenn es etwa kein Bafög gäbe, oder kein Hartz IV, oder keine Stipendien, oder keine Bundesländer ohne Studiengebühren, außerdem kann sie ja genauso zu den gleichen Steuersätzen Vermögen zu Lebzeiten verschenken, mit welchen andere im Erbfall besteuert werden, es ist immer lästig, Artikel von mehr oder minder Laien zu lesen, zu Themata, mit welchen sich gerade bei Art. 3 GG das Bundesverfassungsgericht schon hundertemal beschäftigt hat.

Lieber Herr Demetrios, fassen Sie doch Ihre Widerrede in einem ausführlichen (Leser)Artikel zusammen, anstatt immer mal wieder einen Kommentar in die Rubrik zu brüllen. So liest sich das nämlich einfach nicht mehr angenehm.

Auf "heute kann ja einer mit SAP?, Google und Facebook etc, zehnmal schneller reich werden, als ein Krupp oder Flick" geht der Artikel übrigens ein: das bleibt in Deutschland im Vergleich eben aus.

Die Hauptproblematik an der ganzen Sache sind nicht die Erben, sondern der Neid Derjenigen, die sich unter dem Deckmäntelchen der angeblichen Gerechtigkeit auf anderer Leute Kosten ein schönes Leben machen wollen.

Das, liebe Nasaauer, wird nicht passieren, denn die Politik weiß ganz genau, dass diese Klientel unersättlich ist. Gerechtigkeit herrscht für diese pseudogerechten Erbenneider erst, wenn sie selber reich, und die Anderen arm sind.

Die Hauptproblematik wird doch am Ende des zweiseitigen Artikels angegangen. Das immer weiter wachsende Gefühl von Ungerechtigkeit in weiten Teilen der Bevölkerung; mit erwähnten Konsequenzen. Es gibt neben der direkten Umverteilung (und das ist Sicherheit die unrealistischste aller Möglichkeiten hier anzupacken) genug andere Wege das Geld breitenwirksam einzusetzen.

Ich kann Toljad nur zustimmen. Die Gerechtigkeit ließe sich beliebig erweitern, und natürlich müsste sie weltweit greifen. Es wäre dann eigentlich sinnvoll, jegliches Erbe, das an einer Stelle in der Welt anfiele, sofort an eine Stelle des Planeten zu transferieren, wo es gerade den größten Mangel geben würde. Sprich, das Erbe eines New Yorker Milliardärs ginge an die verarmten Fischer des Tschadsees. Wäre nicht erst dann der gerechtigkeit genüge getan. Was diese Vorgehensweise aber überehen würde, wäre die Eingebundenheit von "Individuen" in überpersonale Einheiten. Z.B. Staaten, Regionen, Großfamilien und eben unsere heutigen Kleinfamilien. Diese Eingebundenheit bestimmt im wesentlichen unser ökonomisches Handeln. Hier im Schwäbischen gilt dies noch, man "schafft" dass es den Kinder mal besser gehen soll. Letztlich ist dies das Geheimnis des wirtschaftlichen Erfolges der Region, dass aus Handwerksbetrieben Mittelständler werden, bis hin zu großen Marktführern. Das Abgreifen des Staates in diese Beziehungen schwächt uns alle, und führt letztlich zu Verarmung!

Gott gönne Ihnen Ihren Neid, Frau Friedrich.
Ja, ich habe auch geerbt, ein kleines Einfamilienhaus. Das Erbe ist vollständig für die Pflegekosten meiner Eltern draufgegangen und hat dennoch nicht gereicht.
Daher werde ich meinen Kindern nicht mehr so viel vererben können.
Im übrigen gehe ich davon aus, dass diese zu vererbenden Vermögen i.d.R. bereits versteuert wurden. Es gibt bei uns nicht nur Betrüger.
Welche Steuern hätten Sie denn gerne noch und wofür?

Hauptsache von Neid sprechen, lesen Sie doch erst mal den Text richtig.

Frau Friedrichs hat sich alle Mühe gemacht zu erörtern, dass es weder um den "Klein-Erben" geht noch um den Akt des Erben an sich.

Es geht um um die !Relation! in der Besteuerung und die Langzeitfolgen für die Gesellschaft, die daraus entstehen.
Zu einer Gesellschaft, die den Gehaltsunterschied zwischen Manager und Putzfrau mit Leistung erklärt, passt es nicht, weitgehend "kostenlos" zu erben.
Wenn sich Leistung lohnen soll, dann macht 40% Steuern auf Einkommen, 25% auf Kapitalerträge und auf 0% Erbe keinen Sinn - das hat mit Neid überhaupt nichts zu tun.Viel mehr wird deutlich, dass man Leistung nur dazu benutzt, dem Arbeitnehmer zu erklären, warum er was nicht hat, aber nicht mit Leistung erklärt, warum einige alles haben.

Rechnen Sie es sich doch mal aus, ob Sie mit einer pauschalen Versteuerung von 30% (unter der Annahme, dass Sie heute 40-45% Einkommenssteuer zahlen) auf alle Einkommen (inklusive Erbe) die Pflege Ihrer Eltern nicht hätten besser bezahlen können.

Deutschland wird mehr und mehr zu einem Land ( das ist auch statistisch nachweisbar, Stichwort Investitionsquote), wo das Geld, was eigentlich investiert werden müsste, in Form von Wertpapierdepots, Immobilien und Stiftungen weitergereicht wird, wo es dann leistungslos mit dem DAX oder dem Mietpreisspiegel Einkommen erzeugt, welches dann wiederum geringer besteuert wird.

Einkommenssteuer (Steuer auf erbrachte Leistung) runter, Erbschaftssteuer (und Kapitalertragssteuer) rauf

Hier noch die biologische Sichtweise: Evolutionstechnisch ist das Vererben nicht so schlecht wie es auf den ersten Blick scheint. Natürlich pflanzen sich so auch "LooserInnen" verstärkt fort. Der Evolution kann dies aber nützen da Letztere ja immerhin die Gene eines erfolgreichen Vaters oder einer erfolgreichen Mutter in sich tragen. Bei fortgesetztem Misserfolg sollte das Vermögen spätestens nach der dritten Generation aufgezehrt sein. Und hier beginnt der Auftrag der Politik!

Sehr geehrte Frau Friedrichs,

Sie schreiben selber, dass Sie keine große Erbschaft zu erwarten haben, wollen aber, dass andere von ihrem Erbe abgeben. Würde man ihre Logik erweitern, müsste jeder Deutsche Geld an ärmere Länder abgeben, denn er oder sie hatte ja nur Glück in Deutschland eine besser bezahlte Arbeit zu haben.
Warum gönnen Sie ihren vermeintlichen Freunden nicht ein wenig Lebensglück, welches in der Regel hart erarbeitet und versteuert wurde?
Fällt Ihnen das so schwer?

Ich gönne jedem sein Erbe. Die Frage, die sich mir aber stellt ist: Wie finanzieren wir den Staat. Von mir aus können alle um mich herum Millionen erben und obwohl ich nichts erben werde, wäre ich nicht neidisch. Jetzt kommt aber der für mich entscheidende Punkt: Ich zahle auf den größten Teil meines Einkommens den Spitzensteuersatz. (selbstständig, min. 80 Std./Woche, Jahre ohne Urlaub, keine Feiertage, oft kein Wochenende, ...) Bei mir schlägt der Staat voll zu und ich finanziere den ganzen Erben die Infrastruktur in der sie leben. Da ich in Bayern lebe, gibt es um mich herum relativ viele Menschen, die mit 18 Jahren 100.000,- Euro geschenkt bekommen haben, mit 25 Jahren eine eigene Wohnung von den Eltern bekommen haben und Aussicht auf weitere Immobilien und hohe sechsstellige bis siebenstellige Barvermögen haben (im Herbst des Lebens). Selbst arbeiten diese Leute oft nicht sooo viel bis eher durchschnittlich. Mich stört es nicht, dass die reicher sind als ich und dass ich mit meinen eigenen Händen niemals so viel erarbeiten kann wie sie. Mich stört aber, dass ich den Staat am Laufen halte und sich die Erben ausklinken und fast nur noch konsumieren. Mein Wunsch: 25 % auf jedes Einkommen – Arbeit, Kapitalerträge, Erbe, ...

Erbe wird ja gerade nicht hart erarbeitet. Dieser Einwand hat auch nichts mit Neid zu tun, sondern mit Gerechtigkeitsempfinden. Ist bei mir auch so, und ich werde wohl relativ viel erben. Ich empfinde die geringe und spät greifende Besteuerung in D als ungerecht. Allerdings gibt es auch die Gegenseite: So kann ich vom Erbe zB. eine gute Ausbildung für meine Kinder sichern. Ergo wäre ein Mittelweg das Mindeste, und demnach wären die Freibeträge u. Staffelung in D imho doch reformbedürftig.

Ich finde den Artikel aus mehreren Gründen unsinnig. Es wird suggeriert, dass man nur ordentlich die Erbschaftssteuer nach oben schrauben muss und schon wird das Land gerechter. Das glauben Sie doch selber nicht. Ich erbe auch nichts, aber an meiner Situation oder der der Autorin wird sich nichts ändern, auch wenn die Erbschaftssteuer auf 50% erhöht wird. Selbst wenn - und ich glaube nicht dass das passiert - das Geld dazu verwendet wird, um die Steuern zu senken, werde ich trotzdem nicht in der Lage sein, mir für 600.000 Euro ein Haus zu kaufen und ob der Harz4 Empfänger 50 Euro mehr erhält oder nicht, macht das Land auch nicht gerechter. Das zusätzliche Geld wird irgendwo im Bundeshaushalt versickern.
Und noch etwa lässt der Artikel völlig außer acht. Die durchschnitttliche Lebenserwartung liegt heute bei weit über 80 Jahren, das bedeutet, dass der durchschnittliche Erbe beim Eintritt des Erbfalls irgendwo zwischen 50 und 60 jahre alt ist. Die Weiche, ob aus so jemandem ein fauler Nichtstuer oder ein fleißiger Karrieretyp wird, ist da schon lange gestellt. Das haben die Eltern mit ihrer Erziehung in der Hand. Abgesehen davon finde ich die mitschwingende Aussage, dass nur derjenige, der viel leistet, ein "wertvolles" Leben führt. Ich kenne sehr hart arbeitende Menschen, die die letzten Ekel sind und großartige, aber sehr faule Erben. Die letzteren sind mir lieber.

Ich bin ganz ehrlich: Mich stören Menschen nicht, die es einfacher haben. Problematisch wirds für mich, wenn es immer mehr Menschen immer schwerer haben.
Daran muss sich ein Staat messen lassen und dementsprechende Regelungen treffen.

Ungerecht sind Steuern immer, für ein funktionierendes Staatswesen aber unerlässlich.

Ich habe nix geerbt (aufgewachsen in der Ostzone eben) aber ich vererbe. Und ich halte eine zusätzliche Besteuerung von Erbschaften für groben Unfug.
Man muss sicher die gesamte Verteilung der Steuerlast neu strukturieren, weniger Steuern auf Arbeit und Konsum, dann kann man auch bereits vorher versteuertes "Erbgeld" versteuern. Aber Leistung muss sich lohnen mit Blick auf spätere Generationen.
Es war immer ein Vorteil für die industrielle Entwicklung in D, dass Erbe nicht besteuert wurde. Denn auch für mich gilt, dass ich das alles, was ich aufgebaut habe, eben nicht für mich gemacht habe und mache - sonst könnte ich mich jetzt in Ruhe zurückziehen, sondern eben für meine Kinder. Das war und ist der Hauptantrieb überhaupt. Wenn erben sich nicht lohnt, dann driften wir in D wieder dahin ab, dass der Anreiz gering ist, hart weiter zu arbeiten.

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