Harald Martenstein Über die Sehnsucht nach moralischer Überlegenheit

© Fengel

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ZEITmagazin Nr. 12/2015

Von Zeit zu Zeit erreichen mich solche Briefe, die Autoren verzichten in der Regel auf eine Anrede.

"Ich glaube, du bist ein Faschist. Diese soup question aus der sich deine erbärmliche Existenz speist, wie du es schaffst mit deinem Gefasel selbst die ZEIT zu infiltrieren in der so respektable Persönlichkeiten wie Fischer und v. Randow relevante Beiträge zur gesellschaftlichen Entwicklung publizieren, da generierst du Mittel aus Beiträgen, derer sich selbst Bild schämen müsste. Warum kehrst du nicht den Hof, vielleicht kannst du wenigstens das und ersparst uns deine vermeintlich philosophischen Ergüsse. Ich meine es nur gut, jeder dort, wo er hingehört."

Lieber Harald S., zuerst möchte ich Ihnen gratulieren, weil Sie diesen Brief unter Ihrem echten Namen abgesandt haben. Nicht jeder Ihrer Gesinnungsgefährten hat so viel Mumm. Ich habe mir Ihr Profil im Internet angeschaut. Sie sind, unser gemeinsamer Vorname deutet ja darauf hin, nicht mehr der Jüngste. Wir haben beide die gleiche Frisur. Sie mögen, wie ich, coole Sonnenbrillen. Würden wir uns sympathisch finden, wenn wir uns zufällig kennenlernen? Nicht auszuschließen. Manchmal mag man Menschen, obwohl sie anders denken als man selbst. Lassen Sie diesen Gedanken ruhig zu.

Was genau Sie so wütend macht, habe ich nicht verstanden. Sie zitieren aus einer Kolumne, in der ich mich über die Nullaussage "Der Islam gehört zu Deutschland" lustig gemacht habe. Aber der Anlass Ihres Briefes ist nebensächlich. Sie schreiben, ich sei ein Faschist und solle, statt publizieren zu dürfen, den Hof kehren. Ich glaube, Ihnen ist gar nicht bewusst gewesen, dass Sie in Ihrem antifaschistischen Überschwang genau die Methoden empfehlen, die faschistische Systeme im Umgang mit ihren Kritikern anzuwenden pflegen. Jeder dort, wo er hingehört. Die Nazis drückten die gleiche Idee so aus: "Jedem das Seine."

Keine Sorge, Harald, dies wird keine Retourkutsche. Sie sind kein Nazi. Sie sind ein Gutmensch. Ich halte das Wort "Gutmensch" nicht für ein Unwort. Ich finde, es beschreibt einen Typus, für den es ein Wort geben muss. Natürlich ist es richtig, für "das Gute" zu sein. Was "das Gute" im Einzelnen ist, wird ewig umstritten sein, aber auf ein paar Sachen können wir uns vermutlich einigen – keine Gewalt, Menschenrechte und so weiter. Der Gutmensch glaubt, dass er, im Kampf für das, was er für "das Gute" hält, von jeder zwischenmenschlichen Rücksicht und jeder zivilisatorischen Regel entpflichtet ist. Beleidigungen, Demütigungen und sogar Gewalt sind erlaubt. Der FAZ entnehme ich die Nachricht, dass die Berliner Antifa, antifaschistische Kämpfer also, eine Apotheke in Neukölln verwüstet hat, weil der Besitzer sich weigerte, die "Pille danach" zu verkaufen. Andere Antifaschisten haben – "in bester deutscher Tradition", wie es in der Zeitung ironisch hieß – einem Verband von Abtreibungsgegnern die Schaufenster zertrümmert und Parolen auf die Hauswand gesprüht.

Neben dem Geschlechtstrieb bestimmt kein Bedürfnis das Handeln des Menschen so sehr wie die Sehnsucht nach moralischer Überlegenheit. Dieser Satz stammt von Franz Werfel. Gutmenschentum ist gefährlich, es macht die Leute gemein, hochmütig und rücksichtslos. Wir alle sollten uns stattdessen lieber ein wenig mehr dem Geschlechtstrieb widmen.

Darf ich mir eine Bosheit erlauben? Auch wegen Menschen wie Ihnen schreibe ich diese Kolumne weiter. Sie, Harald, geben mir tatsächlich das Gefühl, gesellschaftlich relevant zu sein, und sei es nur ein klein wenig.

Harald Martenstein ist Redakteur des Tagesspiegels.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

58 Kommentare

Es sang Lou Reed:

Es sang Lou Reed:

Busload of faith to get by
Busload of faith to get by
Busload of faith to get by, baby
Busload of faith to get by

You can't depend on the goodly hearted
The goodly hearted made lamp-shades and soap
You can't depend on the Sacrament
No Father, no Holy Ghost

...leider moralisch überlegen, wie
ich
der ich mich mit dem moralisch Überlegenen
Martenstein
solidarisieren möchte,
mich nun aber nicht traue,
da ich dann ja
eigentlich doch bin
wie die
die ich nicht mag.
Aaaaargh!

Wie Martenstein selbst schreibt, will jeder Mensch ein guter Mensch sein. "Jeder hat sein eigenes 'gut'", sagt die TV-Werbung, die solche Dinge weiß. Aber nicht jeder kann es sich erlauben "jede zwischenmenschliche Rücksicht und jede zivilisatorische Regel" zu mißachten. Das darf langfristig ungestraft nur, wer sich im völligen Einklang mit den Herrschenden bewegt. Der Menschenschlag, um den es hier geht, ist überall in den Medien präsent, steht scheinbar über den Gesetzen, wird als oppositionell und als moralisches Gewissen präsentiert. Tummelplätze sind die aus den neuen sozialen Bewegungen entstandenen Organisationen, mit denen im Westen systemkompatibel die Sozialisten ersetzt wurden, die "unabhängigen" NGOs, die "basisnahe" Zivilgesellschaft.

Karl Marx hätte sicher ein wenig schmeichelhaftes Wort dafür gefunden. Noch Pasolini hat den Typus, der sich dort ausbreitet, recht ordentlich zusammengefaltet. Marionetten des Kapitals, Pharisäer, Muckertum ... Aber "Gutmensch"? Das ist wie ein tausendmal erzählter Witz, der schon beim ersten Mal nicht komisch war. Es gibt nichts Richtiges an diesem falschen Wort, das wie sein rhetorischer Zwilling, "Nazi", nur das bedauerlich niedrige Niveau der meisten Diskussionen bezeugt. Wer eines dieser beiden Wörter benutzt, verliert -- zumindest seinen Anspruch, ernst genommen zu werden. Was den Muckern, und auch das macht ihre Stärke aus, natürlich völlig egal ist.

"In bester deutscher

"In bester deutscher Tradition" (FAZ - ironisch?!) - so ist es, lieber Autor, in ihr wutwürgen zwei ältere Herren einander und reißen dem Gegenüber die Charaktermaske vom Gesicht ("Faschist vs. "Gutmensch"). Wahrhaftig platonische Hasser - Loriot hat sie in die Badewanne verfrachtet. Der Kampf um das Quietsch-Entchen der Deutungshoheit nimmt grundstürzende Formen an: Mit solchen Protagonisten ist nicht viel Staat zu machen; aber sie möchten unbedingt ihren Staat verwirklicht sehen. Wie der konstitutionelle Nazi Heidegger auf den Spuren Platons bei den sizilischen Tyrannen (Kommentar eines Kollegen: " Na, zurück aus Syrakus?!") - gescheitert am "Ideal der Philosophenherrschaft". Des alten Platons "Vortrag über das Gute" ist ja auch merkwürdig statisch - Idiopragie nach wie vor: Immobiles Ständedenken, jeder an seinem Platz. Wo der zu sein hat, bestimmt Harald S. - ein postmoderner Tyrann Dion(ys) in jedem Pegidisten und Antifa-Kämpfer. Auch diese halten (wie die Nazis) nichts von Philosophen (Heidegger im Schanzdienst ein "Ganz-Entbehrlicher") - was manche Geistestäter (nicht nur Eremiten - "Finding Forrester") dazu treibt, die existentielle "Suppenfrage" zu stellen: Für ältere Kids im Roggenfeld, die über die Klippe des Geschlechtstriebes purzeln sollten ("suum cuique" - römisches Recht oder doch das Quieken der Säue?). Aber ach, Werfel ist ein schlechter Ratgeber, zeitlebens im Würgegriff der genieverschlingenden Mutti Alma.

Gutmensch ist zum Hasswort pegida-affiner Geister geworden. Und Gutmensch ist nach wie vor die sprachliche Keule vieler Neo-Neoliberalisten im Antiökowahn gegen Menschen, die den Klimawandel nicht leugnen oder für mehr Steuern auf Superreichtum plädieren oder denen, welchen das globale Toben von aberbillionen Geldeinheiten auf den Finanzmärkten nicht behagt. Und Neonazis verwenden auch gerne den Begriff Gutmensch, denen fällt ja nie etwas eigenes ein.

So, nun sind auch für Harald Martenstein die randalierenden und pamphletisierenden Linken Gutmenschen. Das ist auf jeden Fall einfallsreicher, als es Neonazis kaum je sind. Aber ganz ehrlich: Leben wir nicht in einer Zeit, in der mehr der Gutmenschwahn auf´s Korn zu nehmen ist als das Gutmenschentum?

Bin ich ein Gutmensch, weil ich mich kritisch sehe als Nutznießer von Demokratie und wohlem Konsum in Hinblick auf die Verpflichtung zur Konsumänderung aus Vernunft? Für Harald Martenstein bin ich deswegen noch kein richtiger Gutmensch behaupte ich jetzt einfach mal so. Geht es nicht noch manchmal der Mehrheit der Menschen in den Abendländern so? Selten so gehofft, recht zu haben.

Für so manchen Merkelbürger und Reaktionären bin ich dann eben ein Gutmensch, ein geltungsdrangzerfressener Nichtakademiker, Klimakirchenjünger, Atomangstpropagandaverbreiter, Ökofaschist, wegen dessen ein Ökoüberwachungsstaat dräut und Infam noch dazu. Pamphlet und Gegenpamphlet und so. Sodann, genug geschwafelt und geschwurbelt meinerseits. : - )

Vielen Lieben Dank für diesen sehr gelungenen Artikel!
Ich würde den Begriff des "Gutmenschen" gerne noch ausweiten. Die Kategorie des "Gutmenschen" sind für mich Alldiejenigen, die - wissend oder unwissend - mehr Schaden anrichten als sie Gutes tun. Und da sie ja etwas "Gutes" tun, darauf beharren, dass sie alles "Recht" hätten, die Freie Meinungsäußerung oder sogar den Freien Willen anderer einzuschränken. Ob dies jetzt nun linke/grüne "Nazis" sind, die zum Beispiel in der Ukrainekrise deeskalierend einwirkenden Personen wie den Altkanzlern Schmidt und Schröder das Wort verbieten wollen, oder "Ökofaschisten", die mir vorschreiben wollen, wie ich zu Leben habe. Zum Glück wohne ich seit Jahren nicht mehr in Deutschland, so dass ich mich nicht mehr allzusehr darüber echauf­fie­ren brauche.
Leider ist nicht allzuvielen Menschen bewusst, dass zum Beispiel unsere "Ökofaschisten" nur Steigbügelhalter unterschiedlicher grossindustrieller Interessen sind, wie zum Besipiel der Agroindustrie (Folge: Zerstörung unserer Böder, Reduzierung der Artenvielfalt, Abholzung des Regenwaldes, Verlust der Einnahmequelle von Kleinbauern...) oder z.B. der Dämmmittelindustrie...

hallo,

hallo,
"Die Nazis drückten die gleiche Idee so aus: "Jedem das Seine." "
ich bin leider der meinung, dass sie das auch etwas differenzierter darlegen müssten; sie wissen ja vermutlich selbst, woher das "suum cuisque" kommt, und können die art und weise der nutzung unter "den nazis" (also dem für die anbringung verantwortlichem) einschätzen, da es ja gerade nicht die ideologie widerspiegelte; was man schon daran erkennen konnte, da sich der spruch - im gegensatz zu anderen türsprüchen an den eingangstoren von konzentrationslagern - an die insassen wandte, also als eine ständige verhöhnung (der zumeist politischen gefangenen) gedacht war.
mfg

Moin,

Moin,

da weht aber eine s-teife Briese in Richtung Autor. Aber, wie ich meine zu Unrecht.
Der Glaube, dass die Gute Sache die Mittel heiligt, ist zu kritisieren. Dass, beispielsweise ein Justizminister sich an der Blockade einer rechtmäßigen Demonstration beteiligt ist ein Unding. Da sind die vom Autor zitierten Aktionen fast irrelevant.
Aber im UK und in den USA hebt noch eine ganz andere Hydra ihr Haupt. Dort wird mehr und mehr die freie Diskussion eingeschränkt, weil sich manche der Sensibelchen "getriggert" fühlen könnten und es werden "Safe Spaces" eingerichtet in denen Widerworte nicht mehr zulässig sind. Wäre nicht so schlimm, aber die Safe Spaces werden zusehends auf ganze Campusse ausgeweitet.
Sehr schön in "The Stepford Students" aufgespiesst: http://www.spectator.co.u...
Aber alles natürlich nur gut gemeint, nee klar.
Allerdings dürften die Studenten der späten Sechziger kaum anders getickt haben, wer damals nicht Links war hatte auch kein leichtes Leben, daher würde ich hier eher dem "Nichts Neues unter der Sonne" zuneigen.
CU

Moinmoin,

Moinmoin,
kann dem nur beipflichten. Die beschriebenen "safe spaces" dehnen sich leider nur noch weiter in den öffentlichen Raum aus. Ich wurde mehrfach - in für mich normalen Diskussionen - von meiner amerikanischen Freundin ermahnt, dass ich mit meiner Wortwahl umstehende gegen mich aufbringen könnte. Die "political correctness" dort ist quasi ein selbstauferlegtes Mundverbot und passt sehr gut zur Unart, Probleme am besten erst gar nicht anzusprechen...

Mit dem Ausdruck Gutmensch werden gewöhnlich nicht nur Randalierer erfasst. Die nannte man übrigens vor Jahrzehnten schon „linke Chaoten“, vor allem wenn sie Häuser besetzten oder auf die Polizei losgingen.

Der Ausdruck Gutmensch wird wahrscheinlich am häufigsten verwendet, um auf gute Argumente gegen Rassismus oder Sexismus zu reagieren. Den Leuten fällt dann oft nicht viel mehr ein als die Diffamierung des anderen. „Gutmensch“ ist gewissermaßen die Personifizierung von „Politische Korrektheit“. Der Gleichheitssatz gilt als Meinungsdiktat.

Martenstein ist auch oft nah dran an diesem Diskurs. Wenn er die unsachliche Kritik nicht mag, könnte er sich mit der sachlichen auseinandersetzen. Am besten mit dem Besten, was die andere Seite zu bieten hat. Meines Wissens macht er das nie. Es gehört eben auch zur Strategie derer, die gegen „Gutmenschen“ argumentieren wollen, dass sie sich das Primitive heraussuchen. Martenstein gibt dann gern das gelassene Opfer, das gar nicht begreifen mag, warum ihm das angetan wurde. Das ist seine Masche, die offensichtlich auch gut ankommt.

Die Anti-Gutmensch-Front hat natürlich kein Monopol darauf, sich argumentativ das Leben leichter zu machen. Man sucht sich allgemein gern das raus, was man am leichtesten angreifen kann. Den Schwachpunkt. Und dann auf ihn mit Gebrüll.

Mit dieser Haltung bekommt man gewöhnlich aber eben leichter eine gute Wurfposition auf der Straße als einen Stammplatz im Kommentarbereich der angesehensten Blätter des Landes.

Den Begriff Gutmensch, kann man kontovers diskutieren, ihn mit linken Gewalttätern in Verbindung zu bringen, ist schlicht Unsinn.
Und Martenstein nimmt immer die Rolle des Opfers ein.
Wahrscheinlich sitzt er in seinem Haus, bei einem Glas Rotwein (vllt. trinkt er auch Bier), einem guten Essen und jammert, wie schlecht doch alles ist.
Er gehört zu denen, die einfach jammern müßen, um sich wohl zu fühlen.

Wutbürger & Gutmensch

Wutbürger & Gutmensch
Sie sind überall sie schreiben Blogs in Saudi, sie protestieren in China, in Moskau und bei uns, sie sind die Lieblinge der Gutmenschengemeinde, Pussy Riot und der Wurstel "die" Mann mit Bart und jedem Deutschen seinen Migranten... wir sind sind Numero Uno. Mann sind wir gut.

Wutbürger & Gutmensch

Wutbürger & Gutmensch
darf man aber nicht in einen Topf werfen!
Das eine ist ein Wort des Jahres, das andere ein Unwort des Jahres. Hat die Sprachpolizei festgestellt. Das ist ein entscheidender Unterschied!
Das eine Wort sollte also aus dem Sprachgebrauch getilgt, das andere dagegen möglichst häufig verbreitet werden.
Wer die böse Vokabel im Munde führt, gehört gemaßregelt, wer die preisgekrönte Wortschöpfung benutzt, bekommt einen Orden.
Öffentliche Debatten müssen nämlich professionell gelenkt werden.

Ziemlich billige Masche, Herr Martenstein.

Sie schreiben, dass das Wort "Gutmensch" für sie kein Unwort ist und denken sich, für einen bestehenden Begriff, eine eingene Definition aus.
Selbstverständlich ist "Gutmensch" ein Unwort, welches zum Beispiel gern benutzt wird, in einer Diskussion den Gegenüber persönlich anzugreifen. Ein Paradebeispiel des "argumentum ad hominem".

Sie versuchen ihre Wut über das (unverschämte) Schreiben des Herrn S. hinter einer vermeintlich unaufgeregten Herangehensweise zu verstecken. Das scheitert, da sie sich nicht nur widersprechen ("Keine Retourkutsche") sondern auch noch die Leute, die sie oft zurecht kritisieren, mit Verbrechern in einen Topf werfen. Wie ein kleines Kind, welches vor Wut blind um sich schlägt.

Wären sie wirklich so überlegen, wie ihr Text suggerieren soll, dann würden sie solche Ausfälle wie die des Harald S. ignorieren oder persönlich beantworten. Aber ein Auseinandersetzen mit Kritik ohne Rachegedanken ist anscheinend nur etwas für Gutmenschen.

Herr Martenstein, ihr Artikel ist schlecht.
Nazi be- und verurteilen Menschen, nach Herkunft, Geschlecht, Religion .. , Persönlichkeit und Handeln, spielen kaum eine Rolle. Harald aus dem Brief (kurz: HaB) beurteilt aber genau das, ihre Persönlichkeit, insbesondere, ihr Artikel. Das mag beleidigend und herablassend sein, ein Vergleich mit Nazi-Methoden, ist totaler Unsinn.
Auch ihre Definition des Gutmenschen, hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. Dies mit gewaltätigen Linksextremisten, in einen Topf zu werfenm, ist eine weitere, unsachliche Verallgemeinerung.
Zumindest was den Inhalt ihrer Artikel angeht, hat HaB leider Recht. Und als im Ländle lebend, kann ich ihnen versichern, mit Hofkehren ist jeder mal dran, nur bornierte Chauvis drücken sich davor.

hi,

hi,
einer der hauptfeinde des nationalsozialsten war der politische gegner, der kommunist, der weltverschörerische kapitalist, etc.
es ging also eben genau um politisches handeln und die herausgebildete persönlichkeit.

der spruch, den herr martenstein anbringt, das *suum cuique* war ja gerade in einem lager befestigt, in dem ein großer teil politisch gefangener, sowie auch asozialer, häftlinge einsaß.

"Auch ihre Definition des Gutmenschen, hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. Dies mit gewaltätigen Linksextremisten, in einen Topf zu werfenm, ist eine weitere, unsachliche Verallgemeinerung."
den satz kann ich nicht ganz nachvollziehen - wieso hält es einer genaueren betrachtung nicht stand? inwieweit ist herrn martenstein als kolumnisten "unsachliche Verallgemeinerung." verboten - ihnen dann jedoch erlaubt?

LG

@Heyneusrykk

@Heyneusrykk
Ein Spruch ist ein Spruch, den sollte man schon im Zusammenhang sehen und der ist völlig unterschiedlich.
Gutmenschen: Wenn man sie den als was schlechts sehen will, sind meiner Ansicht nach, besserverdienente, bornierte Besserwisser, die Anderen vorschreiben wollen, wie sie zu leben haben (was teilweise nur möglich ist, wenn man genung Geld hat). Linke Gewalttäter, sind auch Idioten, aber von Gutmenschen doch weit entfernt, außer das sie sie ihre Auffassung, mit Gewalt duch drücken wollen, es sind Extremisten.
Herr Martenstein sollte schon bewußt sein, welchen Flachschippen, er mit solchen Artikeln den Boden bereitet.

Zitat: "Der FAZ entnehme ich

Zitat: "Der FAZ entnehme ich die Nachricht, dass die Berliner Antifa, antifaschistische Kämpfer also, eine Apotheke in Neukölln verwüstet hat, weil der Besitzer sich weigerte, die "Pille danach" zu verkaufen. Andere Antifaschisten haben – "in bester deutscher Tradition", wie es in der Zeitung ironisch hieß – einem Verband von Abtreibungsgegnern die Schaufenster zertrümmert und Parolen auf die Hauswand gesprüht."

Der ganze Artikel ist für mich belanglos, wenn sie anhand dieses Beispiels die Heuchelei des Gutmenschentums beleuchten wollen. Ihre Argumentation steht auf der gleichen Grundlage von Vorurteil und Undifferenziertheit, die sie den "Gutmenschen" vorwerfen.

Das Erstaunliche ist doch dass diese Menschen glauben gegen das Establishment zu kämpfen und tatsächlich nciht wissen dass sie längst selber das Establishment repräsentieren. Typischer Fall von "offene Türen einrennen".
Die Tatsache dass es sich bei diesen Leuten meistens um "Linke" handelt, hat mich lange Zeit beschäftigt. Doch dann musste ich meine Arroganz aufgeben und erkennen dass Intelligenz nichts mit "Linken" und "Rechten" zu tun hat. Insofern bezeichne ich mich weiterhin als links, jedoch will ich mit diesem neuen Typus absolut nichts zu tun haben. Dieser neue Typus kümmert sich nicht um Fakten, es geht um das eigene "Gefühl". Meistens sind es Menschen die irgendwas mit Feminismus zu tun haben, die ganze Zeit aufgebracht sind und nicht imstande sind ruhig zu argumentieren. Sie bevorzugen eher das Gekreische.

Und falls Sie, Herr Martenstein, nicht so einen großen Namen hätten und gegen diese Leute wöchentlich so schreiben würden, dann wissen Sie vermutlich dass sie schon längst keinen Job mehr hätten. Denn dieser neue Typus ist vor allem in den Medien sehr stark vertreten.

Das Wort Gutmensch habe ich noch nie gegenüber Mitmenschen verwendet, weil ich mir nicht sicher bin was es bedeutet, bzw. wie es vom Adressaten gedeutet würde.

Es gibt gute Menschen im Sinne einer positiven menschlichen Eigenschaft.
Darunter kann ich mir etwas vorstellen.
Als mir das Wort „Gutmensch“ erstmals zu Ohren kam, dachte ich an eine sprechfaule Abkürzung für eben „guter Mensch“.
Später vermutete ich, mit der Titulierung „Gutmensch“ wolle man jemanden wohlwollend darauf aufmerksam machen, er sei naiv zu glauben, Freundlichkeit, Ehrlichkeit und Entgegenkommen würde (das mit dem in den Wald rufen..) ganz automatisch und zwangsläufig entsprechend erwidert.
Ganz neu aber auch abenteuerlich für mich ist nun Ihre Interpretation, nach der „der Gutmensch glaubt, dass er, im Kampf für das, was er für "das Gute" hält, von jeder zwischenmenschlichen Rücksicht und jeder zivilisatorischen Regel entpflichtet ist.“

Auch neu für mich ist nun, dass laut „seppD“ das Wort „Gutmensch“ von den Nazis zur Diffamierung politischer Gegner eingeführt wurde.

Welche Definition stimmt nun. Jedenfalls lag ich wohl gefühlsmäßig richtig, mir dieses für mich vermeintlich neumodische, aber wohl doch alte Wort nie zu Eigen machen zu wollen. Dem Grundsatz folgend, dass man nicht jede alte oder neue aufgeschnappte oder angelesene Phrase und Sprechblase übernehmen muss, vor allem dann, wenn deren Sinngehalt nicht ganz klar ist.

Auch ohne sie kann man sich mit seinen Mitmenschen ganz gut verständigen.

Das Problem mit "Gutmensch"

Das Problem mit "Gutmensch" ist meines Erachtens, daß dieses Wort mehr über den Adressierenden aussagt als über den Adressaten - "Gutmensch" zu sein ist, ähnlich wie "Judenfreund", nichts Verwerfliches - wer wäre nicht gern ein besserer Mensch?
Aber andere so zu bezeichnen ist nichts als ein Ausdruck von Hilflosigkeit, von argumentativem Notstand.
YMMV

Im Namen und im Glauben an der Gerechtigkeit und Moral sind und werden die größte Verbrechen begangen. Der Kamp für das Gute wäre viel effektiver und weniger schadeneinbringennd, wenn man nicht mit einer selbstgefählichen Miene aus einem höhen Podest spräche, sondern wenn man runterkommen und miteinander sprechen würde.
"Die Wahrheit stiftet nicht soviel Nutzen
in der Welt wie ihr Schein Schaden."
- La Rochefoucauld

Da mögen sie recht haben, eine der kürzesten und prägnantesten Differenzierungen zum Thema, die ich bisher gelesen habe. Aber etwas anderes stößt mir schon übel auf: "Gutmensch" ist so mit Verachtung, Hohn und Ablehnung gesättigt, dass der wirklich gute Mensch, oder besser: der wirklich gute Teil im Menschen, den es doch wohl auch gibt, davon beschädigt wird. Wer will, ja wer kann noch einfach und aufrichtig gut sein, wenn ihm die Umwelt die untergründige Lügenhaftigkeit und verquere Vorspiegelung falscher Motivationen sprachlich so leicht unterstellen kann? Zumindest ist das eine zeitgemäße Erschwerung....
"Gut" verkommt so zum Schimpfwort - und deshalb ist "Gutmensch" die Vorstufe einer sprachlichen Perversion und zu Recht als Unwort in die deutsche Sprachgeschichte eingegangen.

Lieber Herr Martenstein,

Lieber Herr Martenstein,
Sie verfügen als Journalist in einem online-Medium über ein großes Privileg. Ist Ihnen das bewusst?
Sie bekommen Ihre Beiträge direkt und unmittelbar von der Leserschaft gespiegelt. Wenn Leser sich über Ihre Beiträge aufregen, also damit in Resonanz gehen, dann weil es sie selbst in ihrem So-Sein angeht. Das ist erst einmal gut. Schlecht wäre, es würde niemanden interessieren und die Kommentarspalte bliebe leer.
So geht auch mich Ihr Thema etwas an. Sie erhielten sonst diese Zeilen nicht. Als jemand, der häufig mit Schlechtmenschen zu tun hat, möchte ich mit Ihnen die Erfahrung der Ganzheit teilen. Paradox, nicht wahr? Die Erfahrung der Ganzheit teilen.
Der Mensch ist ein gespaltenes Wesen. Er weiß es aber meist nicht. C. G. Jung verwandte dazu die Begriffe Persona und Schatten. Worüber sich der Mensch erregt, betrifft nie die ihm bewusste Persona. Es betrifft immer das, was der Mensch auch ist, aber von sich nicht weiß, weil es im Keller seiner Psyche ein Leben in Dunkelheit und an Ketten fristet. Der Mensch wird aber nicht ganz, nicht heil, wenn es ihm nicht gelingt, diesen Gefangenen zu erlösen. Wie ist es überhaupt möglich etwas über sich zu erfahren, von dem man nichts weiß?

Dafür gibt es den "Spiegel".

Dafür gibt es den "Spiegel". Sie dürfen wütende Briefe an sich als Spieglung Ihrer Wut im eigenen Inneren betrachten, die sie nicht zulassen, ja wahrscheinlich nicht einmal im Bewusstsein haben. Natürlich gilt das auch umgekehrt, für ihre wütenden Kommentatoren. Jeder bekämpft beim Anderen die Anteile, die er bei sich selbst nicht sieht. Sie sind sich also mit Harald S. im Wesen ähnlich, wie sie bereits vermuteten. Nicht in der Erscheinung. So ähnlich, dass Sie ihm und damit ihrem eigenen Wesen, einen ganzen Beitrag widmen. Sie arbeiten am gleichen Thema. Das "richtige" Gefühl gegenüber Herrn S. wäre schlicht Dankbarkeit, dass er Ihnen zeigt, was Sie bei sich nicht sehen. Dann hätten Sie vermutlich nicht einmal das Verlangen, ihm zu antworten, weil sein Beitrag keinen Affekt in Ihnen erzeugt. Eine Zumutung, ich weiß.
Vielleicht erhalten Sie irgendwann keine Zuschriften dieser Art mehr. Das würde bedeuten, Sie hätten diesen Gefangenen ihrer Psyche aus seinem Verließ befreit, ihm einen Platz in ihrem Bewusstsein gegeben und damit vom Gegner zu Verbündeten gemacht.
Lebend sterben – In die Welt der Toten absteigen – Wiederauferstehen. Das ist das österliche Geheimnis. Möge es sich Ihnen erschließen.

Herzlich, Nevyn

Hömma Harry, ganz unter uns, über die Gutartigkeit echaufiert sich derjenige, dessen Bösartigkeit ihn antreibt. Bereits Tucholsky formulierte: "Das Gegenteil von Gut ist nicht böse, es ist Gut gemeint!" Vor allen Dingen, wenn es um Mummenschnz und Aberglaube(David Hume) des Glaubens geht. Womit Du Dein Geld verdienst, verlangt jedoch vehement nach Schopenhauer: Die höchsten Bestrebungen des menschlichen Geistes vertragen sich nun ein Mal nicht mit dem Erwerb! (Parerga u. Paralip., I7I, Diog., 1977, S.175) Schöne Brauchtumsfeiertage!

Das Problem ist, dass Gutmensch nicht für Menschen verwendet wird, die zivilisatorische Regeln fallen lassen und dafür ein "gutes Ziel" als Vorwand verwenden.
Es wird verwendet, um Menschen, die sich für "gute Ziele" einsetzen, zu unterstellen, sie würden sich der harten Realität verweigern, und wären daher Traumtänzer, die Aufgrund dieser Realitätsverweigerung eher Schlechtes als Gutes erreichen.
Meist wird der Begriff verwendet, wenn die Sache selbst nicht angreifbar ist. Gutes, auch wenn man sich immer darüber streiten kann, was das ist, passiert aber in der Regel nicht, ohne dass sich jemand irgendwann dafür einsetzt.
Man kann natürlich versuchen, den Begriff nun anders zu prägen. Ob das funktionieren wird, ist eine andere Frage.

Ich bin Herrn Martenstein dankbar für seine Definition. Sie beschreibt exakt, wie ich den Begriff Gutmensch zeit meines Lebens gebraucht und kennengelernt habe.
Mir fehlten bislang so treffende Worte dafür.
Einige Schreier, die jeden Begriff für ihr eigenes Gutmenschentum missbrauchen, ändern daran nichts. Denn auch die machen nichts anderes: Sie werfen zivilisatorische Regeln wie die des Diskurses über Bord, um Andere zu diffamieren und rechtfertigen dies damit, dass diese Angegriffenen ja Böses täten.

Gutmenschen wie wir ... Wußten Sie, lieber Autor, daß Verbalpöbler sich selbst beleidigen, wenn sie den "Gutmenschen" jene Kampfvokabel überbraten? Das Schmähwort ist ein mißverstandener Germanismus, übersetzt aus ... Goodman.
Kein Gentleman war er, den Zeiten von Frühparlamentarismus, Oxbridge-Hochmut und Dickens-Milieus entsprungen. aus den Töpfchen einander klassifizierender Stände. Zum Landadel gehörte er nicht, über den Goodmen standen auch die Yeomen, Freibauern mit Privilegien, standesbewußt gegen oben und unten. Goodman war ein mittelprächtiger freier Besitzer von Gut und Habe, der sich von Handwerkern, erst recht von armen Unterschichten peinlich abgrenzte; als Freeholder und Husbandman durfte er heiraten. Auch ein Master war er nicht- wie verkommene younger gentry sons oder adelige Bastarde. So geriet Goodman in den Ruf, engstirnig sein Eigen zu verteidigen, borniert bis über die Ohren. "Gutmensch" bei Forbes (1985) - ein Gewerkschaftsboss.
Viri boni kannten schon die Alemannen - sie unterschieden sich als Freie von Gutknechten. Und verschei..ert wurden sie auch: Guetmon ischt Kuatmon. Nix Nietzsche oder Freimaurer - man erinnere sich an Goethes motzige Ballade "Gutmann und Gutweib" (vertont von Löwe und Wolf) - somit im Fokus "anständiger" Bildungsbürgerlichkeit. Der (damals noch) Anti-Spießer G. hatte was übrig für arme Migranten, die sich bei Besitzbürgern Pudding und Schnaps genehmigten. Gute Güte, Göthe, Sie Gutmensch, Sie!

Sehr geehrter Herr Martenstein.
Ist es nicht bedauerlich, dass ein Mann mit Ihrer Lebens- und Berufserfahrung nicht geschafft hat, dieses unsägliche Schubladendenken abzulegen?
Da schreibt Ihnen jemand einen Brief, in dem das Wort "Faschist" vorkommt und Sie ziehen eine Schublade auf.
Ach ja, Gutmensch.
Gutmenschen sind die, die immer alles besser wissen, die Welt retten wollen, Blumen essen, Frauen verstehen und Dich am Ende Faschist nennen.
Oder so.
Das ist billig, aber vielleicht ist es ja auch nur die bewusste Provokation eines alten, weißen Mannes, der mit der Welt nicht mehr zurechtkommt, weil bei seinem Erscheinen nicht alle ehrfürchtig zu Boden sinken.

Jemanden Gutmensch zu nennen ist nicht besser, als jemanden Faschist zu nennen, weil es jeweils als Beleidigung verwendet wird.
Mag sein, für Sie ist Gutmensch kein Unwort, dass sagt aber nichts über das Wort, sondern sehr viel über Sie aus.

Liebe Grüße
Klaus Wolters

"Jemanden Gutmensch zu nennen

"Jemanden Gutmensch zu nennen ist nicht besser, als jemanden Faschist zu nennen, weil es jeweils als Beleidigung verwendet wird."

kann ich nicht zustimmen - das eine wird in deutschland geahndet - dafür gibt es dann das stgb.
das andere ... nicht.

und wenn sie ihren text so einleiten:
"Ist es nicht bedauerlich, dass ein Mann mit Ihrer Lebens- und Berufserfahrung nicht geschafft hat, dieses unsägliche Schubladendenken abzulegen?"

und dann eine moralische strafpredigt loslassen...
...tja - dann wollen sie als gutmensch der martensteinschen definition noch ernstgenommen werden? rly?

Lg

So wie Sie "Gutmensch"

So wie Sie "Gutmensch" deffinieren kann ich dem zustimmen, das Problem ist ehr, dass der Begriff so nicht verwendet wird sondern zur Diffamierng weswegen ich ihn sehr wohl für ein "Unwort" halte.
Das Gegenteil von "Gutmensch" ist auch nicht "Schlechtmensch" sondern Extremzyniker. Meist verwenden Leute diesen rechten Kampfbegriff die es frustriert aufgegeben haben für eine bessere Welt einzutreten und jeden der es weiter tut als naiv abstempeln wollen.
Dieser "Gutmensch" muss einfach falsch liegen, weil man sonst ja selbst ein Versager wäre.

Das die Menschen unterschiedliche Meinungen haben ist trivial und dass das eigene Empfinden als höherwertig angesehen wird ebenfalls. Gefährlich wird es dann, wenn diese Trivialitäten nicht mehr wahrgenommen werden und die Höherwertigkeit der eigenen Gesinnung nur noch durch die Herabwürdigung des Gegenüber betont werden kann.
Gutmenschen malen ihre Überzeugung mit der Farbe der Ausschließlichkeit an und ein "Dazwischen" gibt es nicht. Deswegen muss der "Gegner ", denn als solcher wird er empfunden, herabgewürdigt werden, deswegen liest man das Wort "Faschist" oder "braune Gesinnung" oder ähnliches immer wieder ungestraft in den Kommentaren. Man hat so sehr Recht, dass es nur noch ein kurzer Weg zur notwendigen Umerziehung des Gegenüber ist. Diese Menschen durchschauen gar nicht, dass sie nur die Antipoden der wirklichen Faschisten sind.

So ist es, Herr Martenstein. Mir gehen diese Gutmenschen, welche die Tolleranz (das Wort ist richtig geschrieben) mit der Schaufel gefressen haben, auch auf die Nerven. Ihr Motto: "Dir werden wir den Pazifismus schon einprügeln."
Den Widerspruch im Satz merken sie natürlich nicht.
Übrigens: es sind nicht die Dummen, die so viel Elend über die Welt bringen, sondern die Schlauen, die sich die Blödheit der Dummen zu Nutze machen.

Ich teile Ihre Meinung zu den Menschen, die meinen moralisch höher zu stehen und daraus ihre Legitimation zu Gewalt und menschenverachtenden Methoden anwenden zu können.
Gerade die Antifa ist ein gutes Beispiel. [...] Leider werden diese sog "Gutmenschen" auch noch durch die Medien und Politik gedeckt, sogar finanziell gefördert, weil sie gegen reeechts sind. Wer gegen reeechts ist, darf sich in unserer Gesellschaft jede menschenverachtende Handlung erlauben.. Danke H. Martenstein, dass Sie das thematisieren.

Gekürzt. Bitte belegen Sie Ihre Aussagen mit stichhaltigen Quellen, andernfalls handelt es sich dabei um Spekulationen mit dem Zweck, andere zu diffamieren. Danke, die Redaktion/lh

Der Begriff Gutmensch

Der Begriff Gutmensch
wurde von den Nazis zur Diffamierung politischer Gegner eingeführt. Wer diesen Begriff unreflektiert zur Diffamierung Andersdenkender gebraucht disqualifiziert sich selbst. Und soll ein Schlechtmensch ein erstrebenswertes Ideal sein?

"Neben dem Geschlechtstrieb

"Neben dem Geschlechtstrieb bestimmt kein Bedürfnis das Handeln des Menschen so sehr wie die Sehnsucht nach moralischer Überlegenheit."

Und "Gutmensch" wäre dann das Schimpfwort, zu dem wir noch greifen können, nachdem wir resigniert feststellen mussten, dass es mit der moralischen Überlegenheit dieses Mal wohl nichts werden wird?

"... Wir alle sollten uns stattdessen lieber ein wenig mehr dem Geschlechtstrieb widmen."

Lieber Herr Martenstein, ernsthaft, können Sie sich ausrechnen, wie der Inhalt des von Ihnen zitierten Leserbriefes ausgesehen hätte, wenn der Verfasser Ihrem Rat gefolgt wäre?

Eben. Ihnen auch frohe Ostern... ;)

Lieber Martenstein,

Lieber Martenstein,
Ihre Definition des Gutmenschen ist mir etwas zu simpel. Ist der "Gutmensch" nicht eher das Schreckgespenst derer, denen moralische Erwägungen ein ständiger Stachel im Fleische sind, weil sie gern ihren Egoismus ausleben wollen, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen? Die Gutmenschen nerven oft genug, aber wie sähe die Welt ohne sie aus? Würden Sie in einer Welt voller Martensteins leben wollen? Ich nicht!

Das entscheidende Problem ist, dass der "Gutmensch" meist gar nicht weiß, dass er an sich nichts dafür kann, dass er ein Gutmensch ist, Genau so wenig, wie der Schlechtmensch. Es ist halt schon ein Vorzug, wenn man im gutebtuchten Bildungsbürgertum aufwuchs, wenn man früh mit Humanismus und Menschenrechten sozialisiert wurde. Wenn man mal Sex gekriegt hat, weil einen die Frauen so sozial finden.
Ganz anders der Schlechtmensch, der nur Anerkennung fand, wenn er Autoreifen zerstach, oder dem sein Vater eine in die Fresse haute, wenn er mal die Nachbarin freundlich grüßte. Wie auch immer, wir sind alle hochgradig geprägt von den Einflüssen, denen wir ausgesetzt waren. Wir können im wesentlichen nichts dafür, ob wir nun Gutmensch oder Schlechtmensch sind. Dies zu erkennen, wäre schon einmal ein fruchtbarer Ansatz für den Gumenschen. Bloß blöd, dass dann das Gefühl der eigenen Überlegenheit flöten gehen könnte, man nicht mehr in Zeitungskommentaren und Leserbriefen auf die Schlechtmenschen schimpfen könnte, sondern sich mit weitaus Komplexerem beschäftigen müsste. Vielleicht könnte ja die Erkenntnis reifen, dass der Schlechtmensch nicht von mir, dem Gutmenschen, zu trennen ist, sondern dass wir Teil des gleichen Systems sind.

Der Begriff Gutmensch

Der Begriff Gutmensch
wurde von den Nazis zur Diffamierung politischer Gegner eingeführt. Wer diesen Begriff unreflektiert zur Diffamierung Andersdenkender gebraucht disqualifiziert sich selbst. Und soll ein Schlechtmensch ein erstrebenswertes Ideal sein?

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