Deutschlandkarte Studentinnenverbindungen

Nicht nur Männer, auch Frauen schließen sich während des Studiums in Verbindungen zusammen.
ZEITmagazin Nr. 13/2015

Studentenverbindungen sind für viele ein Relikt aus vergangenen Zeiten, Einrichtungen, in denen konservative Männer antiquierte Rituale pflegen, trinken und fechten. So weit die Klischees. Eines von ihnen widerlegt unsere Karte: Nicht nur Männer, auch Frauen schließen sich Verbindungen an. Wir zeigen jene 50, die ausschließlich Studentinnen aufnehmen. Wie die ersten akademischen Damenverbindungen, die während der NS-Zeit verboten wurden, haben auch sie sich lateinische Namen gegeben, sowie Wappen, Erkennungsfarben – und Wahlsprüche. Zum Beispiel Vivat amicitia nostra, "Es lebe unsere Freundschaft" (AV Laetitia zu Tübingen). Die Gründe, sich einer Verbindung anzuschließen, sind auch Kontakte und gemeinsame Interessen. Bei der Akademisch-Musischen Damenverbindung Caecilia zu Hamburg etwa ist das Interesse die Musik. 33 der 50 Verbindungen entstanden seit dem Jahr 2000. Die Generation Y ist also so konservativ wie ihr Ruf. Auch die Frauen erfüllen gewisse Klischees.

Recherche Anton Dorow

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Jungfrauwen wider die Passawer Kunst ...
Vorab die passend faustische Frage an das akademisch-verbindlich verfaßte Gretchen: "Nun sag', wie hast du's mit der Bibition?" Die Gefahren des schnöden Alks in einer allem Geistigen aufgeschlossenen Communitas ... ja, ja, der Jugend unschuldige Spiele. "Ob auch Jungfrawen solchen Conversationibus ohne Gefahr unnd sicherlich koendten beywohnen", fragt sich im "Jus Potandi oder Zechrecht" nicht nur der Autor Blasius Multibibus (alias Richard Brathwaite) 1616, sondern auch seine Übersetzerin "per nobilissimam et literatiss. virginem Joannam Elisabetham de Schvvinutzki , Philologam, Philophilam". Womit bewiesen wäre, daß wieder mal eine Frau hierzulande die wahre Feder geführt hat, wenn es um rechte Sittlichkeit am Trinktisch ging. Gemischte Veranstaltungen ... ein trauriges Kapitel von Ausschweifungen aller Art. Dagegen helfen nur thematisch und personell geschlossene Damenkränzchen?! Sexstreik (Lysistrata), Frauerpauer (Amazonia), gestrandete Männer aufsammeln (Nausikaa), Birds and Bees (Meriana), Musenhof (Parnassia), Athene als loser Rostfarbiger Dickkopffalter (Atrytone) - alles verständlich. Aber warum Leaena, die athenische Hetäre, in Gestalt der Löwin, die sich lieber die Zunge abbiß, als über die Revolution zu reden?? Auch das Trinken ohne Zunge fällt bekanntlich schwer ...