Deutschlandkarte Repair-Cafés

Von
ZEITmagazin Nr. 21/2015
© Jörg Block

Sogenannte Repair-Cafés – zu Deutsch "Reparatur-Cafés" – verbinden zwei große Trends miteinander: die neue Lust am Selbermachen und den Kampf gegen die Wegwerfkultur. Die Idee stammt aus Amsterdam, wo die Umweltjournalistin Martine Postma 2009 den ersten Reparaturtreff dieser Art organisierte. Das Konzept ist simpel: Ehrenamtliche, die handwerkliches Geschick und Werkzeug besitzen, helfen anderen, ihre kaputten Sachen zu reparieren – den Wasserkocher, der nicht mehr richtig kocht, den Staubsauger, der nicht mehr anspringt, das T-Shirt mit der aufgerissenen Naht. Dinge eben, die üblicherweise schnell auf dem Müll landen – anders als früher, als Shopping noch keine Freizeitbeschäftigung war und Haushaltsgeräte Jahrzehnte überdauert haben. In über 200 Repair-Cafés wird in Deutschland nun fröhlich gemeinsam geschraubt, gelötet, geklebt und genäht. Häufiger im Westen als im Osten. Ach so: Kaffee gibt es in den Repair-Cafés natürlich auch.

Quelle repaircafe.org

5 Kommentare

Finde ich sehr gut.

Finde ich sehr gut.
Manchmal sind die Geraete wirklich mit simplen Reparaturen noch zu retten.Vor allem...die alten Geraete haben oft eine bessere Qualitaet als die neuen,schade wenn man sie nicht voll ausschöpfen kann.

Dass es im Osten kaum diese Art von "Werkstätten" gibt, hat einen ganz trivialen Grund: Der gemeine Ü-40-Ossi hat schon mit der Muttermilch aufgesogen, dass man Dinge SELBST repariert und nicht einfach wegschmeißt oder Dienstleistern die Sache überlässt. Das ging auch gar nicht, denn es herrschte zum einen Mangelwirtschaft und zum anderen gab es keine privaten Reparaturbetriebe. Die Floskel, dass der Ossi "aus Sch...ße Bonbons machen" kann, kommt schließlich nicht nicht von unfgefähr. Das ist schon ein Anachronismus, dass der Wessi jetzt einen "Trend" aus dem Reparieren macht, wofür er den Ossi nach der Wende nach Herzenslust ausgelacht hat...

Das ist exakt das, was ich auch dachte, als ich den Hinweis auf die Dichte der Repair-Cafes im Osten der Republik gesehen habe. Im Osten gab es zusätzlich noch echten Werkunterricht und später "Produktive Arbeit". Der Umgang mit Werkzeug und ggf. richtigen Maschinen wurde einem früh beigebracht.

Meine Güte! Das es WErkstätten gibt wo man selber an seinem Auto rumbsteln kann ist schon lange bekannt, oder wo man sich Werkzeug leiht, wie Hilti etc.. Aber in Zukunft Geht man in die Reparaturwerkstatt und fragt mal kurz nach: Wie reparier ich die Gasheizung! :-) die ist irgendwie nicht richtig eingestellt. Und unten im Keller da tropft es aus der Wand, soll ich die Wand aufstemmen und das defekte Rohr mitbringen? :-)

Nein, es geht nicht um die Gasheizung. Es geht vor allem um kleinere elektronische Geräte, teilweise mit Mechanik. Diese kann man oft mit etwas Geschick und Kenntnis und vor allem dem richtigen Werkzeug noch reparieren. Wenn es sich um etwas ältere Modelle handelt, kann es durchaus sein, dass diese Geräte noch sehr lange halten (vgl. Toaster, Kaffeemaschinen, ggf. Waschmaschinen). Bei den neueren Geräten kann man leider meist davon ausgehen, dass diese sich nicht reparieren lassen (verschweißt und nicht zu öffnen) oder sowieso demnächst irgendetwas anderes daran defekt ist.

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