Deutschlandkarte Wo die Flüchtlinge leben

ZEITmagazin Nr. 22/2015

Kommt jemand als Flüchtling nach Deutschland, darf er sich seinen Wohnort nicht aussuchen. Ein Verteilungsschlüssel, der sich nach dem Steueraufkommen und der Bevölkerungszahl in jedem Bundesland richtet, entscheidet, wo er untergebracht wird. Das kann eine Wohnung in Dortmund, ein Container am Stadtrand von München oder eine ehemalige Kaserne auf dem Land in Hessen sein. Erst mit einer Aufenthaltserlaubnis darf etwa die Syrerin von Hamburg zu ihrer Tante nach Thüringen ziehen. Das Privileg, bei ihrer Ankunft in Deutschland nicht getrennt zu werden, haben nur Ehepartner sowie Eltern und ihre minderjährigen Kinder. Auf unserer Karte sind Flüchtlinge mit allen Aufenthaltstiteln zusammengerechnet: anerkannte, abgelehnte und (noch) nicht anerkannte Asylsuchende – aus Syrien, dem Irak, Eritrea und anderen Ländern. Rund 700.000 zählte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Ende 2014. Die meisten leben in Nordrhein-Westfalen. Das Verhältnis von Flüchtlingen zu Einwohnern ist dort 1 zu 87. In Sachsen beträgt es 1 zu 238. Für diejenigen, die bleiben dürfen, beginnt ein neues Leben – irgendwo in Deutschland.

Quelle BAMF

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Der Irrsinn in Tüten. Bei der Verteilung der Anstragsteller gilt der bescheuerte Königsteiner Schlüssel, bei dem das Land NRW ungeachtet der tatsächlichen Wirtschaftskraft wieder einmal den größten Anteil übernehmen darf.
Wenn die Flüchtlinge dann eine Aufenthaltserlaubnis haben, ziehen diese natürlich dort hin, wo es am ehesten Arbeitsmöglichkeiten gibt: In die Großstädte mit Industrie, bzw. Orte, an denen ungelernte Arbeitskräfte noch am ehesten einen Job bekommen. Bereits vorhandene Verwandtschaft spielt ebenfalls noch eine Rolle.

So ziehen diese Leute dann in solche Städte, wie Bremen, Duisburg oder Gelsenkirchen, die bereits jetzt schon vorm finanziellen Kollaps stehen.

Es ist überfällig diesen Königsteiner Schlüssel endlich mal in die Rundablage der Geschichte zu verwerfen und bei der Verteilung Flüchtlinge sowohl stärker die Wirtschaftskraft, als auch die bereits aufgenommen bzw. zugereisten Flüchtlinge zu berücksichtigen.

"Kommt jemand als Flüchtling nach Deutschland, darf er sich seinen Wohnort nicht aussuchen."

Nun, das gilt sogar unter bestimmten Umständen für deutsche Staatsbürger. Man lese den Artikel 11 GG: (1) Alle Deutschen genießen Freizügigkeit im ganzen Bundesgebiet.
(2) Dieses Recht darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes und nur für die Fälle eingeschränkt werden, in denen eine ausreichende Lebensgrundlage nicht vorhanden ist und der Allgemeinheit daraus besondere Lasten entstehen würden ...

So wollte man schon immer Armutszuzug und Belastungen von Kommunen verhindern.

Das muss man hier also nicht dramatisieren.

Interessant ist indessen die gesamten Anzahl von ca. 700.000 Personen, die Deutschland bereits versorgt.