Die Wundertüte Eine Sonnenuhr bauen

© Alex Walker
Von
ZEITmagazin Nr. 25/2015

"Eine normale Uhr hat doch jeder", dachte sich Ömer Bekar und machte sich an die Konstruktion einer Sonnenuhr für seinen Garten. Bekar ist Unternehmensberater aus Bremen, in seiner Freizeit bastelt er leidenschaftlich gern mit seinen Kindern – die Bau- und Bastelanleitungen hat er auf seiner Internetseite bauplan-bauanleitung.de dokumentiert.

Am leichtesten anfertigen lässt sich eine Sonnenuhr für eine Wand, die nach Süden ausgerichtet ist. Zunächst gilt es, sowohl den Längen- als auch den Breitengrad des Ortes herauszufinden, an dem die Uhr zum Einsatz kommt. Berlin zum Beispiel liegt auf dem 13. Längengrad und dem 52. Breitengrad. Auf einem rechtwinkligen Holzbrett zeichnet man zwei bis drei Zentimeter unterhalb der Oberkante eine parallele Linie, die West-Ost-Achse. Von deren Mittelpunkt aus trägt man eine senkrechte Linie ein (im Bild grün). Nun wird die sogenannte Bezugslinie (im Bild rosa) in einem bestimmten Winkel zur West-Ost-Achse eingezeichnet: Diesen Winkel erhält man, indem man den Längengrad von der Zahl 15 abzieht – in Berlin ergeben sich also 2 Grad. Der Scheitelpunkt des Winkels ist am rechten Brettrand, das heißt, der Winkel öffnet sich nach unten links.

Die Uhr kann lediglich die Zeit von 6 bis 18 Uhr anzeigen. Die Marken für diese Uhrzeiten liegen auf der Bezugslinie. Die Sonne wandert dann pro Stunde um 15 Grad. Deshalb trägt man, ausgehend vom Mittelpunkt der Bezugslinie, alle Stundenmarken in 15-Grad-Schritten ein. Man zählt die Stunden gegen den Uhrzeigersinn: Die Morgenstunden liegen auf der linken Bretthälfte, die Uhr zeigt Sommerzeit an.

Damit die Zeit unserer Sonnenuhr nichts anhaben kann, sollte das Holz mit Klarlack lackiert werden, so ist es vor Verwitterung geschützt. Erst danach wird der Zeiger angebracht. Er soll schräg auf der Holzplatte stehen, genau über der grünen Linie. Der Winkel zwischen Zeiger und Brett entspricht dem Breitengrad, in Berlin also 52 Grad. Der Zeiger wird auf dem Mittelpunkt der West-Ost-Achse angebracht.

Als Material eignet sich ein dünner Metallstab, dessen Ende über einer harten Kante in den passenden Winkel gebogen wird. Man bohrt ein Loch, das dem Durchmesser des Stabes entspricht, gibt Kraftkleber hinein, bringt den Zeiger an und hält ein paar Minuten fest, bis der Kleber anzieht. An die Wand hängen, jetzt muss nur noch die Sonne scheinen.

Das braucht man: Eine Holzplatte, 60 x 40 x 1,50 cm, einen Metallstab, 40 cm lang, Bleistift, Geodreieck, Bohrer, Acrylfarben, Holzlack, Kraftkleber

Mitarbeit Corinna Liebreich

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