Die Wundertüte Betonvasen

© Alex Walker
Von
ZEITmagazin Nr. 26/2015

Im Restaurant um die Ecke sah die Heidelbergerin Esther Straub, 40, Kerzenständer aus Stein und fand sie viel moderner als Deko-Gegenstände aus Glas oder farbiger Keramik. Und weil sie gerne bastelt, begann Straub, alles Mögliche aus Beton zu gießen. Besonders gut gelangen ihr Betonvasen. Auf ihrem Blog deko-kitchen.de stellt sie ihr Rezept vor: Einen Teil Zement, drei Teile Quarzsand (feinen Sand) und etwa einen Teil Wasser vermischen, das Wasser schluckweise dazugeben. Das Gemisch soll weder zu krümelig noch zu wässrig sein. Anschließend ölt man einen großen Joghurtbecher innen und einen kleinen außen mit Speiseöl ein und füllt in den größeren Becher eine drei Zentimeter dicke Schicht Beton. Die Masse zurechtrütteln, um Luftblasen zu vermeiden. Jetzt den kleineren Becher mittig in den größeren stellen und mit Kieselsteinen beschweren. Nun wird ein Gefrierbeutel zur Spritztüte umfunktioniert: Man füllt Beton hinein und schneidet ein kleines Eck ab. So kann man die Masse leicht in den schmalen Zwischenraum zwischen den Bechern spritzen. Um Luftblasen zu verhindern, mehrmals mit einem Schaschlikspieß hineinstochern. Der Beton muss eine Woche trocknen, dann werden Unebenheiten und scharfe Kanten mit Schmirgelpapier abgerieben. Die Vasen schließlich innen und am Boden mit Klarlack behandeln, sonst zieht der Beton Wasser und verliert Quarzsand. Oder man nutzt die Vase wie Esther Straub als Topf für einen Kaktus. Der braucht kaum Feuchtigkeit.

Man benötigt Zement, Sand, Wasser und Joghurtbecher in den Größen 250 und 500 Gramm

Mitarbeit Corinna Liebreich

Kommentare

2 Kommentare Kommentieren

Ich würde das eher als Mörtel bezeichnen denn als Beton.

Und das Zeug "trocknet" auch nicht, sondern erhärtet hydraulisch (bindet ab). Dabei findet eine chemische Reaktion zwischen dem Zement und dem Anmachwasser statt.
Und falls jetzt die "umgangssprachlich kann man das durchaus so formulieren"-Karte gezogen wird: Diese Reaktion würde unter Wasser exakt genauso verlaufen. Versuchen Sie's mal! Und zum Vergleich würde ich vorschlagen, dass Sie mal irgendeinen anderen Gegenstand zum "trocknen" in ein Wasserbad legen.