Stefan Kleins Wissenschaftsgespräche "Schon als Kind habe ich über Außerirdische nachgedacht"

© NASA, ESA/Hubble and the Hubble Heritage Team

Wie könnte Leben fern der Erde aussehen? Wann werden wir ihm begegnen? Und müssen wir uns vor ihm fürchten? Der Kosmologe Ben Moore weiß die Antworten. Ein Interview von

ZEITmagazin Nr. 30/2015

Ein nacktes Paar steht vor einer Weltraumkapsel; die rechte Hand des Mannes ist zum Gruß erhoben. Ich war vielleicht acht Jahre alt, als ich diese Zeichnung in einem Buch meiner Eltern entdeckte, und sie beeindruckte mich tief. Dieses Bild sollte Außerirdischen erklären, wer wir Menschen sind. Es war auf einer Metalltafel eingraviert, die an Bord der amerikanischen Raumsonde Pioneer 10 in den interstellaren Kosmos reiste – der erste Versuch der Menschheit, mit fremden Intelligenzen in Verbindung zu treten. Das war 1972.

Dass es auch anderswo im Universum Leben geben könnte, erschien damals schwer vorstellbar. Heute dagegen spreche alles für Millionen belebte Planeten im All, sagt Ben Moore, der als Kosmologe an der Universität Zürich die Ursprünge der Welt untersucht. Wir treffen uns in einer Ausstellung über Kosmologie in den alten Kulturen im Zürcher Museum Rietberg, wo der aus England stammende Moore gerade Gastwissenschaftler ist. Zur Begrüßung überreicht mir dieser vielseitige Forscher ein Album mit sphärischer elektronischer Tanzmusik, das er gerade als Gitarrist eingespielt hat.

Stefan Klein: Herr Moore, erinnern Sie sich an die Pioneer-Zeichnungen?

Ben Moore: Natürlich. Ich mochte allerdings noch lieber, was die Amerikaner mit der Voyager-Mission ins All geschickt haben: Dieses 1977 gestartete Raumschiff hatte eine goldene Schallplatte mit Geräuschen und Musik von der Erde dabei!

Klein: Inzwischen haben Pioneer und Voyager unser Sonnensystem verlassen. Sie sind gut 15 Milliarden Kilometer in den Weltraum vorgedrungen. Aber die Chance, dass fremde Intelligenzen diese galaktische Flaschenpost finden, liegt ungefähr bei null, fürchte ich.

Moore: Sicher, derzeit erscheinen diese Botschaften sinnlos. Und doch finde ich es inspirierend, sich vorzustellen, dass wir etwas so weit fortgeschickt haben. Es ist doch eine Schande, dass sich noch keine Menschen auf eine solche Reise gemacht haben.

Klein: Wann haben Sie zum ersten Mal über Außerirdische nachgedacht?

Moore: Als Kind. Damals liefen in der BBC die Clangers, eine Serie über mausähnliche Wesen, die in Mondkratern leben, dort nach Goldmünzen suchen und dabei Pfeifgeräusche machen. Später kam Doctor Who mit seiner Zeitmaschine, die aussieht wie diese alten englischen Polizei-Notrufzellen. Er kämpft mit den Daleks, kriegerischen Außerirdischen. Vor denen habe ich mich gefürchtet. Später habe ich alle Science-Fiction-Klassiker gelesen. Im Moment versuche ich, selbst einen Roman zu schreiben.

Klein: Dass Science-Fiction Jungen auf den Geschmack der Wissenschaft bringt, klingt fast wie ein Klischee.

Moore: Schon viele Wissenschaftlerkarrieren haben mit Raumschiff Enterprise begonnen. Ich fand es anregend, mir auszumalen, was es in unserer Galaxie alles geben könnte, jenseits unseres Sonnensystems. Nach meinem Studium hätte ich dann beinahe bei British Aerospace angefangen. Ich träumte davon, Weltraumraketen zu konstruieren.

Klein: Warum taten Sie es nicht?

Moore: Das lag an meinem Vater. Er war Förster. Als Jugendlicher ging ich mit ihm hinaus in die Wälder. Er hatte nie eine Universität besucht, aber er hinterfragte alles. Wie kommt der Saft in die Blätter der Bäume, warum ist der Abendhimmel rot, warum gibt es die Erde? Er las über Schwarze Löcher, und sogar über Quantenmechanik dachte er nach. Als ich 14 war, haben wir zusammen den Doppelspaltversuch aufgebaut, mit dem man zeigen kann, dass Elementarteilchen Materie und Welle zugleich sind. Er wollte das merkwürdige Hell-dunkel-Muster hinter den beiden Schlitzen selbst sehen und verstehen, woher die Photonen eigentlich wissen, welchen Weg sie nehmen sollen. Eigentlich verstehe ich das bis heute nicht. Jedenfalls wollte ich die Rätsel des Universums lösen, über die ich damals mit meinem Vater gesprochen habe.

Womöglich gibt es Leben irgendwo hinter dem Konusnebel im Sternbild Einhorn. © NASA, Holland Ford (JHU), the ACS Science Team and ESA

Klein: Aber heute machen Sie weder Experimente, noch stellen Sie Beobachtungen an, wie Astronomen es tun. Stattdessen simulieren Sie die Entstehung des Universums mit dem Computer. Was kommt dabei heraus?

Moore: Wir versuchen zu verstehen, wie sich die Dinge im Kosmos entwickelt haben. Die Entstehung einer Galaxie, eines Sonnensystems oder eines Planeten lässt sich in Gleichungen nachvollziehen, die Sie von Hand nicht lösen können. Aber mit Supercomputern geht es. Beispielsweise sind die Galaxien im Universum nicht zufällig verteilt, sie folgen einem Muster, dem kosmischen Netz. Dieses Muster hat seinen Ursprung in den Bedingungen während des Urknalls. Als Doktorand arbeitete ich in einer Gruppe, die sich die Frage stellte, ob man, vom Urknall ausgehend, ein Universum berechnen könne, das dem unseren ähnelt. Und das konnten wir. Heute interessiere ich mich dafür, wie Planeten entstehen.

Klein: Gläubige Menschen würden sagen, Sie versuchen dem Schöpfer über die Schulter zu sehen.

Moore: Gott – was meinen Sie damit? Wer an Gott glaubt, hat doch gar keinen Grund, sich für solche Forschung zu interessieren. Das Universum gehorcht Regeln. Was mich schon seit Jahren umtreibt, ist die Frage, ob es trotzdem so etwas wie Zufälligkeit gibt. Wenn sie existieren sollte, dann läge das an der Quantenmechanik ...

Klein: ... den seltsamen Phänomenen, denen man in der Physik der Atome und noch kleineren Teilchen begegnet.

Moore: Wenn es echte Zufälligkeit gibt, wird es uns nie gelingen, unsere Zukunft und unsere Vergangenheit zu berechnen. Unser Sonnensystem zum Beispiel ist erschreckend chaotisch. Während der letzten Wochen untersuchte einer meiner Studenten am Computer, wie es entstanden sein mag. Sobald er nur einen kleinen Asteroiden ein wenig verschob, bildete sich ein anderes Sonnensystem. Vermutlich hätte es in diesem Fall die Erde niemals gegeben.

Klein: Das hieße, wir verdanken unsere Existenz einem unglaublichen Zufall.

Moore: Ja, unser Leben verdankt sich dem Zufall. Aber auch ohne einen Planeten wie die Erde bekommen Sie in den meisten Fällen ein oder zwei Planeten in einem Abstand von der Sonne, der Leben noch zulässt. Auf der Oberfläche solcher Planeten kann es beispielsweise Wasser geben. Nur sind die chemische Zusammensetzung, die Größe und die Gravitation wohl anders als bei uns. So hätte sich unter diesen Bedingungen vielleicht anderes Leben gebildet. Und selbst wenn in unserem Sonnensystem nichts dergleichen geschehen wäre, wenn es die Erde also nicht gäbe, dann gibt es einen ähnlichen Planeten bestimmt anderswo.

Klein: Was macht Sie so sicher?

Moore: Die Tatsache, dass die Erde im All nichts Besonderes ist. Eigentlich ahnten das schon die alten Griechen.

Klein: Immerhin ist die Erde der einzige Ort im ganzen Universum, von dem wir wissen, dass er belebt ist.

Moore: Aber das könnte sich bald ändern. Letztes Jahr haben Astronomen erdartige Himmelskörper gefunden, Felsplaneten, die ihre Sonne in einem ähnlichen Abstand umkreisen wie wir die unsere. Der nächste ist nur zwölf Lichtjahre entfernt. Allein in unserer Galaxie muss es mindestens zehn Milliarden solche erdartigen Welten geben! Einige werden sich im Detail von unserer Erde unterscheiden, aber wir wissen: Jeder Stern ist von Wasser, Kohlenstoff und den anderen üblichen Elementen umgeben. Und mit Weltraumspektrometern werden wir bald in der Lage sein, Sauerstoff und andere Spuren des Lebens in der Atmosphäre dieser Planeten zu finden. In wenigen Jahrzehnten könnten wir außerirdisches Leben entdecken.

Klein: Was würde sich dann ändern?

Moore: Wir würden verstehen, was das Leben eigentlich ist. Wir würden eine bessere Vorstellung davon gewinnen, wie es entstand, woher wir selbst kommen. Den Menschen würden für viele Themen der Religion und Philosophie die Augen geöffnet. Sie würden die Sehnsucht entwickeln, das Universum besser kennenzulernen. Vermutlich würden sie Raumschiffe bauen wollen, um die fremden Welten zu besuchen.

Klein: Erst einmal muss man sie finden. Wie entdeckt man überhaupt Planeten in einem fernen Sonnensystem? Sie leuchten ja nicht.

Moore: Aber durch ihre Schwerkraft zerren sie an ihrer Sonne. Deshalb torkeln Sterne ein bisschen, wenn ein Planet sie umläuft. Diesen Effekt können Astronomen sehen. Außerdem deckt der Planet manchmal das Sternenlicht ab, wie bei einer Sonnenfinsternis. Solche Beobachtungen zeigen: So gut wie jeder Stern am Nachthimmel wird von Planeten umkreist.

Klein: Und was lässt Sie hoffen, auf manchen dieser Planeten sei Leben entstanden?

Moore: Moleküle ziehen einander an. Eben dadurch bilden sich Planeten – aber auch Strukturen, die sich selbst vervielfältigen können. Und mehr braucht es nicht, um das Leben in Gang zu bringen: Strukturen, die sich selbst vermehren und dabei Information an die nächste Generation weitergeben. Bei uns sind solche Strukturen entstanden. Warum also nicht in anderen Welten?

Die Galaxie NGC 6240 ist eine kosmische Schönheit, vermutlich voller Leben. © NASA, ESA, the Hubble Heritage (STScI/AURA)-ESA/Hubble Collaboration, and A. Evans (University of Virginia, Charlottesville/NRAO/Stony Brook University)

Klein: Weil andere Welten anders sein könnten. Sie selbst schreiben, wie viel zusammenkommen muss, um einen Planeten bewohnbar zu machen. Beispielsweise verdanken wir unsere Existenz nicht nur der Sonne, sondern auch dem Mond. Ohne ihn würde sich die Erde nicht so stabil um ihre Achse drehen.

Moore: Der Mond hat mich immer schon fasziniert. Seit den neunziger Jahren wissen wir, dass einsame Planeten ohne Monde kippen können. Plötzlich befindet sich der Nordpol dort, wo vorher der Äquator war. Damit ändert sich natürlich das Klima dramatisch, und weil das immer wieder geschieht, kann sich komplexes Leben kaum bilden. Was die Erde vor diesem Schicksal bewahrte, war die Kollision mit einem anderen Planeten vor 4,5 Milliarden Jahren. Dieser Himmelskörper, der so groß wie der Mars gewesen sein muss, schleuderte bei seinem Aufprall eine gewaltige Gesteinsmasse aus der Erde heraus. Daraus wurde der Mond.

Klein: Wir hatten unverschämtes Glück.

Moore: Könnte man meinen. Aber vor ein paar Jahren hat einer meiner Doktoranden dieses Ereignis im Computer simuliert. Er kam zu dem Ergebnis, dass solche Kollisionen in jungen Sonnensystemen häufig stattgefunden haben müssen. Einer von zehn erdähnlichen Planeten muss irgendwann mit einem marsgroßen Planeten zusammenstoßen und kommt so zu einem Mond. Und dann kann das Klima so stabil werden, dass sich mit der Zeit große, sehr intelligente Geschöpfe entwickeln. Darum könnte ich mir vorstellen, dass es in vielen Sonnensystemen hochkomplexes Leben gibt.

Klein: Blicken wir doch noch einmal ganz an den Anfang vor knapp vier Milliarden Jahren zurück. Wir wissen nicht, was genau auf der Erde geschah, als das Leben begann. Was wir allerdings wissen, ist, dass diese junge Erde ein äußerst lebensfeindlicher Ort war.

Moore: Ja, riesige Asteroiden und radioaktive Strahlung bombardierten damals unseren Planeten. Und der Mond war zehnmal näher als heute und muss gigantische Flutwellen ausgelöst haben, durch die Leben nur schwer entstehen könnte. Darum glaube ich auch nicht daran, dass das Leben in einer Ursuppe im Ozean entstand. Vielmehr frage ich mich, ob es nicht in einem Asteroiden zu uns gekommen ist.

Klein: Sie meinen, dass wir Abkömmlinge von Außerirdischen sind?

Moore: Wenn Sie so wollen. Das Innere von großen Asteroiden ist eine ideale Brutstätte: Es ist lehmig, feucht und von radioaktiver Strahlung abgeschirmt. In Asteroiden, die auf der Erde aufschlugen, wurden Tausende komplexe organische Moleküle gefunden: Vorstufen der Erbsubstanz DNA, sogar Zucker. Während ein solcher Asteroid Millionen, vielleicht Milliarden von Jahren die Sonne umkreiste, hätte in seinem geschützten Inneren Leben entstehen können.

Klein: Woher sollte es Energie und Nahrung beziehen?

Moore: Das Innere eines jungen Asteroiden ist warm, denn dort gibt es radioaktiven Zerfall. Nicht alles Leben ist auf Sonnenlicht angewiesen. Kürzlich ist man mehrere Kilometer tief unter der Erde auf Mikroben gestoßen, die im Fels leben und ihre Energie aus dem radioaktiven Zerfall des Gesteins beziehen. Ganze Nahrungsketten in den Ozeanen der Erde beruhen auf Schwefel. Und Expeditionen in die tiefsten Gräben des Pazifiks stießen auf einen geradezu unglaublichen Reichtum von Organismen. Selbst Fische tummeln sich dort. Unter der Eisschicht der gefrorenen Ozeane der Monde von Jupiter und Saturn herrschen übrigens ähnliche Bedingungen. Auch dort könnte es Leben geben.

Klein: Fred Hoyle, ein prominenter Kollege und Landsmann von Ihnen, behauptete schon in den achtziger Jahren, Mikroben seien aus dem Weltraum auf die Erde geregnet. Er behauptete sogar, das Aids-Virus sei aus den Weiten des Alls zu uns gelangt! Im Übrigen, so Hoyle, könnten auch höhere Zivilisationen im Weltraum das irdische Leben entworfen und auf der Erde eingesät haben. Mir scheint, Hoyle wollte ironisch zeigen, wie wenig wir von der Herkunft des Lebens verstehen. Er wurde belächelt. Fürchten Sie nicht, dass es Ihnen ebenso ergehen könnte?

Moore: Hoyle hat diese Reaktionen nicht verdient. Es ist durchaus möglich, dass sich Leben von einem Planeten zum nächsten verbreitet. Wir wissen, dass Trümmer vom Mars auf der Erde gelandet sind. Und nicht nur Mikroben können eine lange Reise durchs All überleben. Vor ein paar Jahren sind winzige Bärtierchen mit einem Satelliten in den Weltraum geflogen. Dort waren sie ungeschützt dem Vakuum, der extremen Kälte des Alls und der kosmischen Strahlung ausgesetzt. Nach ihrer Rückkehr zur Erde waren die Bärtierchen nicht nur wohlauf, sondern vermehrten sich sogar.

Klein: Wie sehen Bärtierchen aus?

Moore: Wie Astronauten aus einer anderen Welt. Sie messen nur einen halben Millimeter, haben acht Beine, und man könnte meinen, dass sie einen Raumanzug tragen. Ein natürliches Frostschutzmittel in ihren Zellen verhindert, dass sie bei großer Kälte zerbrechen. In einer Umgebung ohne Wasser dehydrieren sie. Sie rollen sich dann zusammen und trocknen vollständig ein, als wären sie tot. Tatsächlich kommt der Stoffwechsel beinahe zum Erliegen. Aber sie warten nur darauf, dass sie sich wieder mit Wasser vollsaugen können. Dann leben die Bärtierchen auf, als wäre nie etwas gewesen. Sie sind die perfekten Weltraumreisenden.

Klein: Sie wollen sagen, dass die Bärtierchen aus dem All zu uns gekommen sein könnten?

Moore: Sind sie nicht. Ihre Erbsubstanz zeigt ihre Verwandtschaft mit allem anderen irdischen Leben.

Klein: Und so seltsam sie anmuten – ich würde erwarten, dass außerirdisches Leben noch viel fremdartiger ist.

Moore: Das ist durchaus denkbar. Sie müssen allerdings nicht in fernen Welten suchen, um exotische Lebensformen zu finden. Ich habe immer über die Vielfalt hier auf der Erde gestaunt. Fast alle Arten, die Umwelt wahrzunehmen, sind auf unserem Planeten verwirklicht. Es gibt Insekten mit einer Art von Zahnrädern an den Sprungbeinen, Ruderfußkrebse mit Teleskopaugen und Tiefseefische, die statt einer Augenlinse eine Art Vergrößerungsspiegel haben. Allerdings benutzt kein einziges Tier Radiowellen, um sich zu verständigen. Warum eigentlich nicht? Außerirdische könnten einen Sinn für solche Signale haben.

Klein: Unsere Nerven sind zu träge. Mit Leitungen aus Protein, Fett und Wasser kann man keine Funksignale senden.

Moore: Nerven aus sehr dünnem metallischem Draht wären besser. Damit hätten wir viel kürzere Reaktionszeiten. Und wir könnten in Lichtgeschwindigkeit denken! Dass das Leben auf der Erde keine Nerven aus Draht verwendet, ist eigentlich ein spektakuläres Versäumnis.

Klein: Ich glaube, dass es viele solcher Versäumnisse gibt. Die Evolution sucht nie nach der optimalen Lösung. Sie geht von dem aus, was es gibt, und verbessert es. Was abseits des Vorhandenen liegt, kann sich niemals entwickeln, auch wenn es vorteilhaft wäre. Darum konnte die Natur ihre Geschöpfe nie mit Drahtnerven ausstatten – aber in anderen Welten könnte das Leben einen anderen Lauf nehmen. Dann würden Außerirdische vielleicht aus anderen Bausteinen bestehen.

Moore: Ja. Man braucht Moleküle, die Information speichern, eine Flüssigkeit und ein Baumaterial. Aber das müssen nicht Wasser und Kohlenstoff sein. Silizium in Verbindung mit flüssigem Methan ginge auch. Vielleicht entdecken wir in anderen Welten auch Roboterleben. Ich glaube, wenn die Evolution voranschreitet, werden irgendwann Maschinen entstehen, die sich selbst reproduzieren.

Sind die da draußen vielleicht sogar intelligenter als wir? Der Pferdekopfnebel im Sternbild Orion © NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (AURA/STScl)

Klein: Aber gibt es denn ein Gesetz, wonach außerirdisches Leben besonders hoch entwickelt oder gar intelligent zu sein hat? Leben anderswo könnte auch auf einer simplen Stufe stehen bleiben.

Moore: Ich denke, Intelligenz ist allgegenwärtig. Ist das Leben erst einmal in Gang gekommen, ergibt sie sich automatisch. Gehirne entstanden, damit Tiere Sinneseindrücke besser verarbeiten können – ein evolutionärer Vorteil. Und je größer die Gehirne werden, desto mehr kann man mit ihnen auch andere Dinge anfangen, als nur Signale von Auge, Ohr und Nase auszuwerten.

Klein: Die erfolgreichsten Geschöpfe kommen ohne Hirn aus. 90 Prozent der Biomasse auf unserem Planeten sind Mikroben. Wir Menschen sind nur die Sahne auf der Torte.

Moore: Ja, aber intelligente Wesen können sich in einer Nische behaupten. Sonst wären wir nicht da. Und irgendwann könnten andere Geschöpfe mit Gehirn das Kommando übernehmen. In einer Million Jahren hat vielleicht der Oktopus das erfolgreichste Raumfahrtprogramm.

Klein: Und was wollen Tintenfische im All?

Moore: Ich meine damit einfach, dass sie in der Zukunft einen sehr hohen Entwicklungsstand erreicht haben könnten. Es würde aber nicht jeder intelligenten Spezies gleichermaßen leichtfallen, diesen Stand zu erreichen. Nehmen Sie zum Beispiel die Elefanten. Sie haben größere Gehirne als wir, Erinnerungsvermögen und sind äußerst mitfühlend. Nur fehlen ihnen die Hände – daher keine Raumfahrt. Die hochintelligenten Delfine hätten das gleiche Handicap.

Klein: Vor allem zeigen die Delfine, wie schwer es für uns ist, eine andersartige Intelligenz zu erkennen. Ihre Lebensweise ist uns so fremd, dass wir nicht einmal wissen, wie klug sie wirklich sind. Würde die Menschheit eines Tages tatsächlich auf intelligente Außerirdische treffen, hätte sie erst recht dieses Problem.

Moore: Wir sind vielleicht gar nicht allzu weit davon entfernt, die Sprache der Delfine zu entschlüsseln.

Klein: Wirklich? Ich kenne niemanden, der Klicklaute versteht.

Moore: Das meine ich auch nicht. Wir müssten das Gehirn der Delfine kartieren und herausfinden, wie es funktioniert. Und das können wir tun.

Klein: Ich weiß nicht, ob das genügt, um sich mit ihnen zu unterhalten. Denkbar scheint mir, dass es so kommt wie in dem Science-Fiction-Klassiker Solaris von Stanisław Lem: Die Menschen begegnen auf einem fernen Planeten einer anderen Intelligenz, aber alle Versuche einer Verständigung scheitern. Ihr Verstand ist nicht in der Lage, das andere Wesen zu begreifen.

Moore: Vielleicht haben wir auch deswegen noch kein intelligentes Leben gefunden, obwohl wir nun schon seit Jahrzehnten mit Radioteleskopen den Himmel nach Funksignalen absuchen: Wir suchen möglicherweise an den falschen Stellen mit der falschen Technik. Eine außerirdische Zivilisation könnte sich ganz anderer Arten der Kommunikation bedienen, die wir leider nicht kennen.

Klein: Nehmen wir einmal an, ein Kontakt mit Außerirdischen käme zustande. Was würden Sie ihnen denn sagen wollen?

Moore: Ich würde vor allem Fragen stellen, die Aliens bitten, mir ihr Wissen zu erklären: Was ist Dunkle Materie? Wie funktioniert das Bewusstsein? Und was kann ich tun, damit mein Bewusstsein nicht nur 80, sondern 1.000 Jahre lebt? Die Frage ist allerdings, was wir täten, wenn wirklich Außerirdische auf dem Weg zu uns wären. Ich fürchte, dann müssten wir ihr Raumschiff rechtzeitig vor der Landung zerstören.

Klein: Sie misstrauen den Absichten möglicher Besucher?

Moore: Wir wissen ja nicht, ob sie uns besser behandeln würden, als wir die Tiere behandeln. Deswegen ist es auch dumm, wahllos Nachrichten in den Weltraum zu funken. Neuerdings kann ja jeder per Crowdfunding für fünf Dollar eine SMS in Richtung benachbarter Sterne absetzen. Allerdings glaube ich, dass es nicht so schlimm kommt. Denn eine Zivilisation, die von einem Stern zum anderen reisen kann, muss auf einer stabilen und friedlichen Gesellschaft beruhen. Wer Krieg führt, hat keine Mittel, um ernsthaft Raumfahrt zu betreiben. Außerirdische, die zu uns reisen können, sollten deshalb in jeder Hinsicht höher entwickelt sein als wir. Solche Aliens möchte ich gerne treffen.

Stefan Klein und Ben Moore (rechts) © Simon Habegger

Ben Moore, geboren 1966 in England, ist Direktor für Theoretische Physik an der Universität Zürich. 2014 erschien sein Buch "Da draußen – Leben auf unserem Planeten und anderswo". Als "Professor Moore" veröffentlicht er Tanzmusik

Stefan Klein, geboren 1965, ist Biophysiker und Autor. Zuletzt erschien von ihm das Buch "Träume: Eine Reise in unsere innere Wirklichkeit". Für das ZEITmagazin führt er regelmäßig Gespräche mit Wissenschaftlern

78 Kommentare

Na ja, Solipsismus ist natuerlich immer eine Loesung, aber nicht unbedingt eine diskussionswuerdige. Neben allem, was google "Solipsismus Kritik" und "critics solipsism" so auswerfen koennte man noch die absurd hohe Imaginationsleistung anfuehren, um sowas wie die derzeitige Physik auch nur ansatzweise im eigenen Bewusssein zu simulieren. Ein Solipsist muesste grundsaetzlich davon ueberzeugt sein, sich sein Universum nicht nur zu imaginieren, sondern dessen einziger und allmaechtiger Gott zu sein.

@ no need for a name

Bevor Sie mit Ihrem Fernglas ins Universum schauen und auf Aliens warten oder Bücher über Stoffwechsel auswendig lernen, sollten Sie sich zunächst einmal damit befassen, wer Sie selber sind. Wenn Sie nämlich diese Frage beantworten können, lösen sich alle weiteren Fragen in Luft auf.

Was ist dieses "Ich", das Sie zu sein glauben. Ist dieses "Ich" vielleicht nur Teil eines Gedankens, der gerade auftaucht, wie zum Beispiel "Ich muss den Müll rausbringen" oder "Ich bin krank". Wo ist dieses "Ich", wenn Sie nicht denken? Wo ist dieses ich, wenn Sie ein spannendes Buch lesen?

Außerdem: Sie gehen davon aus, dass Sie einen freien Willen besitzen und Ihr Leben steuern können.

Aber warum haben Sie dann traurige Gedanken, wenn Sie diese bewusst steuern können? Wenn Sie der Schöpfer Ihrer Gedanken sind, dann beweisen Sie mir das bitte und haben für einen Monat lang keinen traurigen Gedanken mehr. Denn wer würde freiwillig einen traurigen Gedanken wählen, wenn er der Schöpfer seiner Gedanken ist?

Was sieht eigentlich den nächtlichen Trau, wenn Sie im Bett liegen und die Augen geschlossen haben?

Wenn Sie zum Beispiel die Melodie "Alle meine Entchen" im Kopf haben, mit was hören Sie diese Melodie? Ihre Ohren können es ja nicht sein.

Versuchen Sie erst einmal diese Fragen zu beantworten, bevor Sie über den Urknall spekulieren und mit Ihrem Fernglas weiße Lichtpunkte am sogenannten Himmel beobachten.

Ich will Ihnen den Spaß am Forschen doch gar nicht nehmen. :-) Ich wollte Ihnen nur sagen, dass Sie damit das Rätsel der Menschheit nicht lösen können. Mit Esoterik hat das, was ich geschrieben habe, übrigens gar nichts tun. Da würde dieser mit abstrusen Ideen gespickte Artikel und Ihre noch wirreren Kommentare besser reinpassen. "Lol".

@no need for a name:

Da sie ja nicht auf die tatsächliche Realität blicken wollen und bei Ihren "wissenschaftlichen" Betrachtungen den Beobachter vollkommen ausklammern (sie haben keine Ahnung, wie Sie funktionieren bzw. was Sie sind), hier ein paar Links zu wissenschaftliche Betrachtungen bezüglich meiner Thesen. Ich selber entecke in diesen Artikeln zwar auch erhebliche Schwächen, aber in Ihrem Weltbild werden diese wissenschaftlichen Betrachtungen vermutlich einiges durcheinanderbringen:

http://www.zeit.de/2007/3...

http://www.stern.de/panor...

http://www.naklar.at/cont...

http://www.scilogs.de/qua...

In den Artikeln kann ich keine Bestätigung für Ihre Theorien finden. Ich zitiere Sie mal: "Es gibt keine Materie und auch kein Universum, nur das, was Sie gerade unmittelbar wahrnehmen. Und es gibt keine Lebewesen. Es gibt nur dieses eine Leben, das sich selbst wahrnimmt."

Wo finden sie hier Bestätigung in der Quantenmechanik? Einer der von Ihnen verlinkten Artikel sagt z.B: "Das Teilchen und das Messgerät bilden zusammen ein System, das viel zu groß ist, um quantenphysikalische Eigenschaften sichtbar werden zu lassen. Daher dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn es mit den Quanten-Eigenschaften vorbei ist, sobald wir genau nachsehen. Das liegt nicht an einem mysteriösen bösartigen Willen des Teilchens – es liegt schlicht und einfach daran, dass wir und unsere Messgeräte zu groß sind."

Auch Herr Metzinger zweifelt in seinem Interview in keinster Weise am Universum, der Evloution oder dem Vorhandesein von Lebewesen. Vielleicht sollten Sie die Texte nochmal Lesen. Diese Artikel zerstören mein Weltbild also sicher nicht. Ich bin auch niemand der behauptet, dass wir unbedingt einen freien Willen haben und mir ist wohl bewusst, dass die Hirnforschung noch einige Überraschungen zu Tage fördern wird. Das hat aber nunmal nichts mit Ihren abstrusen Behauptungen zu tun.

Bereits einleitenden habe ich im letzten Kommentar geschrieben: "Ich selber entecke in diesen Artikeln zwar auch erhebliche Schwächen..."

Das heißt, für mich haben diese Artikel Relevanz. Wie könnten für mich "Traumwissenschaftler" relevante Aussagen über einen Traum machen können. Das war nur als Denkanstoß gedacht.

Was Sie nicht sehen ist die Einfachheit von dem, was ich Ihnen zu erklären versuche.

Wenn Sie nur für einen Moment Ihre Gedanken, die wie eine Schallplatte den ganzen Tag dieselbe Leiher abspielt, für einen Moment außer acht lassen würden, dann würden Sie sofort erkennen, dass Sie Bewusstsein sind. Nicht Bewusstsein, dass in Ihrem Körper bzw. Gehirn entsteht, sonder Bewusstsein an sich, als das, was gerade da ist.

Der gegenwärtige Moment gibt keinerlei Hinweis darauf, dass Sie ein Mensch in einem Körper sind.

Sie schauen nicht aus zwei Augen, sondern aus einem großen breiten Fenster. Im direkten Erleben haben Sie gerade nicht mal einen Kopf. ;-)

Die Arme und Füße, die Sie wahrnehmen, sind ein Teil der Szenerie, genau wie der Laptop und der Tisch, auf dem der Laptop steht.

Und dann tauchen Gedanken auf, die sagen: Die Arme und Beine gehören zu meinem Körper, gehören zu meinem Ich. Der Laptop gehört aber nicht zu mir.

Und so entsteht der Traum vom Individuum.

Ich weiß, Sie werden diesen Kommentar jetzt wieder der Lächerlichkeit preisgeben. Und ich kann es Ihnen nicht einmal verdenken.

So, das wird mein letzter Kommentar, muss schliesslich auch mal was arbeiten. Warum zitieren Sie dann solche Texte, wenn diese ihre Behauptungen in keinster Weise stützen? Lustigerweise ist Metzingers Ansicht sogar mehr oder weniger der genaue Gegensatz von dem was Sie sagen (Metzinger: "das imaginäre Bewusstsein als Folge unserer Körperlichkeit". Sie:" imaginäre Körperlichkeit aufgrund unseres Bewußtseins"). Sie machen sich die Welt halt wie sie Ihnen gefällt. Schon ok, aber ich (und vermutlich 99,9% der imaginären Bevölkerung) nehme ihnen das trotzdem nicht ab. So, das letzte Wort haben jetzt Sie!

PS: ich habe die Diskussion trotzdem genossen :)

@no need for a name:

Also Ihr Schreibstil ist jedenfalls viel aufgeregter als meiner. Hört sich jedenfalls viel fanatischer als das "Gefasel" von mir an. ;-)

Obwohl Sie mir eben diesen Fanatismus vorwerfen, sind genau Sie es, der die offensichtliche Realität mit abstrusen imaginären Gedankenkonstrukten überzieht.

Sie könnten mir beispielsweise wahrscheinlich sehr genau erklären, wie der menschliche Hörvorgang funktioniert. Sie würden das vermutlich auf folgende Weise beschreiben: Ein Hund bellt. Dieser Absender erzeugt Schallwellen, welche dann zum Empfänger ins Ohr gelangen usw.......

Ich hingegen betrachte diesen Vorgang ohne Ihn mit einem künstlichen Gedankenkonstrukt zu überziehen.

Wenn Sie das auch machen würden, dann würden Sie feststellen, dass dieses ursprüngliche "Wuff Wuff" absolut gar nichts über den oben wissenschaftlich beschriebenen Vorgang aussagt.

Es ist weder ein Absender, noch ein Empfänger feststellbar. Es ist auch keine räumliche Distanz zwischen Ihnen und dem "Wuff Wuff" erkennbar. Dieses Geräusch ist genau da, wo Sie sind. Nur Gedanken erzählen Ihnen, das dieses Wuff Wuff von einem Hund in 20 Metern Entfernung kommt.

Das Geräusch ist ganz einfach da. Wobei Geräusch ja schon wieder eine Beschreibung für das ursprüngliche "Wuff Wuff" ist.

Jedenfalls ist dieses "Wuff Wuff" einfach da. Es gibt keine örtliche Distanz zu diesem "Wuff Wuff". Sie sind ganz einfach dieses "Wuff Wuff". Das, was gerade da ist.

ja ja schon klar. Sie dürfen gerne glauben was sie wollen. Was mich daran aufregt ist auch nicht ihre Meinung (ich toleriere da so ziemlich alles), sondern dass sie diese in ihrer Arroganz als Wahrheit verkaufen und alles andere als Unsinn abtun. Das ist leider nur lächerlich....Ich kann auch behaupten, dass wir im Ar*** eines riesigen rosaroten Elefanten leben. So sind die Erdbeben und Stürme die manchmal so plötzlich auftreten, eigentlich nur auf dessen kolossale Blähungen zurückzuführen. Nun beweisen sie mir bitte, dass ich falsch liege! Können sie nicht?? Na dann muss ich doch Recht haben! Das ist zumindest ihre Logik. Leider funktioniert es andersrum: wenn ich etwas behaupte, bin ich in der Beweispflicht, sie faseln aber leider nur in der Gegend rum...

Durch das Verwenden von Kraftausdrücken machen Sie Ihre Argumentation nicht schlüssiger. ;-) Da fühlt sich aber jemand mächtig auf den Schlips getreten. Um in Ihrem Sprachgebrauch zu bleiben: "Lol".

Das wir nicht im Hintern eines rosaroten Elefanten leben, kann ich ganz einfach widerlegen: In diesem Moment jetzt ist nichts von einem rosaroten Elefanten zu sehen. Genauso wenig wie ein Gott oder ein Urknall zu erkennen ist.

Ich kann Ihnen alles beweisen, was Sie wollen, weil mein Maßstab nur die Realität und nicht konfuse Gedankengeschichten sind. Das würden Sie aber sowieso nicht gelten lassen. Weil Sie gar nicht verstanden haben, was ich Ihnen sagen wollte.

Viel Spaß bei der Suche nach Aliens! ;-)

PS: Und, sind Sie in der Lage, Ihre Gedanken zu kontrollieren? ;-)

@James Juce: Sie schrieben: "Ihrer Idee zufolge, wären wir reines Bewußtsein, ohne Objekt, also ohne existierenden Gegenstand dessen was man sich bewußt sein könnte."

Genauso ist es. Woher ich diese Sicherheit habe: Weil ich mich nur an das halte, was tatsächlich jetzt gerade erlebbar ist und alle Gedankengeschichten, welche sich mit etwas anderem in der Vergangenheit oder Zukunft beschäftigen, ignoriere. Gedanken sind zwar real, allerdings führt ihr Inhalt oft von der Gegenwart und dem, was tatsächlich da ist, weg.

Ein Beispiel: "Ich" sitze gerade vor dem Laptop. Ist gerade ein wie auch immer gearteter Gott wahrnehmbar? Nein. Ist gerade eine Seele wahrnehmbar? Nein.

Das kann man immer so weiter führen. Wenn man die Gedankengeschichten, welche nichts mit der Realität zu tun haben, ignoriert und nur auf das schaut, was tatsächlich gerade da ist, dann wird die nonduale Realität offensichtlich.

Das Problem an diesem Artikel und den Kommentaren hier ist, dass das entscheidende Kriterium ausgeklammert und übergangen wird: Der Betrachter.

An fremde Galaxien mit eventuellem Leben und den Urknall zu glauben ist für mich genauso dämlich wie die Vorstellung, dass es einen strafenden Gott mit menschlichen Zügen gibt.

Es wird nie möglich sein, dass Wissenschaftler Voraussetzungen dafür schaffen können, das Leben entsteht, und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Weil Leben nicht aus toter Materie entstanden ist.

Es ist genau umgekehrt: Bewusstsein erschafft gerade dieses Bild von einem Laptop oder Smartphone und registriert diese Buchstaben, die das Bewusstsein sich selber schreibt.

Es gibt keine Materie und auch kein Universum, nur das, was Sie gerade unmittelbar wahrnehmen.

Und es gibt keine Lebewesen. Es gibt nur dieses eine Leben, das sich selbst wahrnimmt.

Es ist wie in einem nächtlichen Traum: Die darin vorkommenden handelnden Personen haben nur scheinbar ein eigenes Bewusstsein. In Wahrheit existiert keine dieser Personen. Die Menschen, die Landschaften und die "Storylines" im Traum werden alle vom Bewusstsein erzeugt und sind dieses eine Bewusstsein.

Und dieses Bewusstsein entsteht auch nicht in einem menschlichen Gehirn. Wie soll aus toter Materie Bewusstsein entstehen?

Was ist logischer: Das aus totem "Dreck" Bewusstsein entsteht? Oder das Bewusstsein den Traum vom angeblichen Leben von Menschen auf einem Planeten erzeugt?

Nun, erkennen Sie den paradoxen Kern Ihrer Erklärung? Wenn es wahr wäre was Sie sagen, dass nur Bewußtsein Bewußtsein schaffen kann, bleibt doch die Frage einfach erhalten: wer hat dann das erste Bewußtsein erschaffen? Das ist die alte "Erstbewegerfrage" aus der Philosophie.

Trotzdem haben Sie eine Sache angesprochen die wichtig ist. Das was wir "Leben" nennen wurde aus toter Materie geschaffen. Denken Sie den Gedanken mal von der anderen Seite weiter: vielleicht kann ja auch tote Materie immer nur tote Materie schaffen? Und das was uns mit seinen Attributen als ach so differenziell "lebendig" vorkommt, sind genau so mögliche Attribute des Toten? Vielleicht gibt es gar keinen prinzipiellen Unterschied zwischen tot und lebend, und unsere schwarz-weiß-Sicht darauf war halt hauptsächlich geprägt von den Fährnissen des eigenen menschlichen Schicksals? Oder ganz konkret: was wir lebendig nennen: also eine Maschinerie aus DNA, RNA und Proteinen, ist in Wirklichkeit einfach ein Informationsübertragungssystem, die Materie ist weiterhin tot (die konkrete Materie macht einen Menschen nicht aus, die Materie tauschen wir ständig aus), aber die Information bleibt (weitestgehend) erhalten. Leben entstünde dann nicht aus toter Materie, sondern die tote Materie ist einfach nur das austauschbare Vehikel für die Information.....

Sie haben nicht ganz verstanden, was ich erklären wollte.

Ich habe nicht gesagt, dass nur Bewusstsein Bewusstsein erschaffen kann. Ich sage: Es gibt nur Bewusstsein.

Um das zu erklären, muss ich zum besseren Verständnis wieder auf die Traumanalogie zurückgreifen:

Keiner der im Traum vorkommenden Personen inklusive Ihnen als "Hauptdarsteller" hat ein eigenes Bewusstsein. Es scheint nur so. Wenn Sie nachts davon träumen, dass Sie von einem Tiger durch den Wald davonlaufen und dabei Ihr Kind, das Sie im Arm haben, retten wollen: Haben Sie, der Tiger und Ihr Kind tatsächlich ein eigenes Bewusstsein? Ist der Wald, durch den Sie laufen, aus Materie aufgebaut? Natürlich nicht.

Wenn Sie wach werden, erkennen Sie dann auch, dass dieses Traumgeschehen nie stattgefunden hat und reine Illusion war.

Und in Wahrheit gibt es keine Unterscheidung zwischen einem nächtlichen Traum und dem, was Sie Ihr normales Leben nehmen.

Wenn Sie gerade diese Zeilen lesen, dann unterscheidet sich dieser "Moment" in keinster Weise vom vorhin beschriebenen nächtlichen Traum. Der sogenannte Wachzustand ist nur ein weiterer belangloser Traum. Er erscheint nur etwas konstanter als ein wirrer nächtlicher Traum. Wobei dies wie gesagt nur eine künstliche Unterscheidung zum Zwecke der besseren Erklärung ist.

Sie als Bewusstsein sind alles, was gerade existiert. Zeit und Raum sind lediglich gedankliche Vorstellungen, die in Ihrem Bewusstsein erscheinen und keinerlei Bedeutung haben.

Mal einfach neugierig gefragt: Woher haben Sie denn die Überzeugung (so wie Sie es beschreiben, ja, beinahe die Gewissheit), dass es nur Bewußtsein gibt?
Und noch ne Frage: Sind Sie sich sicher, dass das was wir gerne mit dem Begriff Bewußtsein als etwas ansehen, was gleichsam wie ein Leuchtturm in finsterer Nacht dem Menschen die Dunkelheit erhellt, nicht ein vollkommen überschätze Sache sein könnte? Was und wessen sind wir uns denn eigentlich wirklich bewußt? Also konkret? Das was wir Wahrheit nennen, so interpretiere ich Ihre Zeilen, dessen ist sich ja das was Sie Bewußtsein nennen auch nicht bewußt (denn - Ihre Traumanalogie - wir täuschen uns ja dauernd darüber, wie Sie schreiben).

Ihrer Idee zufolge, wären wir reines Bewußtsein, ohne Objekt, also ohne existierenden Gegenstand dessen was man sich bewußt sein könnte. Wie ein Licht, welches mangels Materie nicht erhellen kann. Kurz gesagt: mir scheint, Ihre Hypothese erklärt nicht allzuviel.

schön, dass es jemand gibt der die Welt verstanden hat... Was für ein Gefasel! Letztendlich argumentieren sie ganz ähnlich wie irgendwelche verblendeten Religionsfanatiker. Etwas behaupten, was gänzlich unbeweisbar/unwiderlegbar ist und alle weitaus logischeren Erklärungen als Unsinn abtun. Und nur so nebenbei: Es ensteht ständig neues Leben aus toter Materie, sowas nennt sich Stoffwechsel + Fortpflanzung (z.B. nimmt die Pflanze CO2 auf und wandelt es mit Lichtenergie in Zucker etc. um, aus welchem wiederum lebende Samen gebildet werden, die zu Pflanzen wachsen...). Aber vermutlich bildet sich die Pflanze das nur ein, sie existiert ja gar nicht.... LOL

@James Juce:

Und ja, Sie haben recht. Bewusstsein verliert sich manchmal selbst im Traum des Lebens und glaubt tatsächlich, dass es als menschliches Wesen in eine Welt, die von Liebe und Hass, Kriegen und Hungersnöten und so weiter handelt, hineingeboren wurde und sich bis zu seinem Tode durchs Leben kämpfen muss.

Es ist so ähnlich wie bei einem guten Film im Kino. Man ist total gefangen vom Inhalt und fiebert mit den Protagonisten mit und zwar so lange, bis der Film endet. Oder bis jemand während des Films zu laut mit der Popcorntüte raschelt. ;-)

Wurde das Interview in englischer Sprache geführt und dann übersetzt?
Anders kann ich mir den Ausdruck "radioaktive Strahlung" nicht erklären.
Wenn zwei Physiker (ok, einer ist Biophysiker) sich unterhalten und tatsächlich diesen Ausdruck verwenden ließe mich das doch etwas an Ihrer Kompetenz zweifeln.

Eine langsame Entstehung des Lebens auf der Erde könnte möglich gewesen sein. Meines Wissens geht man meist davon aus, dass vor der DNA die RNA mit nur einem Strang von vier organischen Basen in beliebiger Reihenfolge, also zum Beispiel ca. eine Billion denkbare Kombinationen bei insgesamt 20 Bausteinen existierte. Hier war das Kopieren der Information weniger zuverlässig, da der Strang mit der annähernd dualen Information gefunden werden musste. Es konnten dann zunächst nur sehr kleine Teile der Information auf das "Kind" übertragen werden. Dem Tod der Organismen entsprach das Zerfallen der RNA durch Hitze oder aus anderen Gründen.

In gewissem Sinne, ja. Es gibt organische Spuren bereits aus Gestein das unmittelbar aus der Aera nach dem "late heavy bombardment" stammt. Das ist der relativ kurze Zeitraum bis von vor ca. 4,1 bis ca. 3,8Mia Jahren, in dem die meisten Mondkrater und Mare enstanden sind. Das LHB hat die Erdkruste mehrfach praktisch vollstaendig durchgepfluegt, und selbst wenn das Leben zu diesem Zeitpunkt von einem der eingeschlagenen Asteroiden kam, war der auch erst kurz zuvor entstanden. Eher ist die Enstehung von Leben aber so wahrscheinlich, dass es fast sofort auftaucht, sobald die Bedingungen guenstig sind. Moeglicherweise ist es auch mehrfach entstanden und wurde durch das LHB wieder ausgeloescht, bevor sich die Produkte der dann letzten Biogenese endgueltig halten konnten (und durch die darauffolgende Dominanz weitere Biogenesen effektiv unterbinden).

Der Einwand mit der fehlenden Fossilisierung jedenfalls zieht nicht unbedingt, Leben, das in einer Form fossilisieren kann, dass man verschiedene Biogenese-straenge unterscheiden anhand der Fossilien koennte, ist im Vergleich zur Biogenese selbst bereits sehr, sehr weit entwickelt: Mikrofossilien fallen jedenfalls sicher nicht in diese Kategorie.

Oh je, wieder mal eines dieser Interviews, die einen direkt in Pipis Villa Kunterbunt zu entführen scheinen. Werde in diesem Leben nicht mehr begreifen, weshalb ausgerechnet Physiker, deren eigener Gegenstandbereich, so wollte man meinen, doch nun wirklich breit genug sein sollte, im Rahmen der Popularisierung dann so penetrant dazu neigen, kein Steinchen unberührt zu lassen. Dabei ist Weniges amüsanter, als wenn ein Physiker dann nicht mal etwa vor dem Thema Sprache halt macht. Für sowas Verrücktes wie ein paar tieferen Eindrücken seiner eigenen Forschung fehlte die Zeit dann. Aber so sei die Frage genehm, weshalb hier überhaupt erst ein Kosmologe interviewt wird, denn - ein Bspl. unter dem Dutzend - zu Delfinen hätte eine Meeresbiologin wohl Erhellenderes zu berichten. Gute Populärwissenschaft geht anders. Zumal Herr Moore jetzt eher keiner ist, den man schon gekannt haben müsste? Mir sagt der Name nichts.

"Gott – was meinen Sie damit? Wer an Gott glaubt, hat doch gar keinen Grund, sich für solche Forschung zu interessieren."
Immerhin, dem stimme ich zu. Die quasi metaphysische Sehnsucht nach Aliens bietet schließlich besten Ersatz, erst recht, wann immer man sie predigen und öffentlich zelebrieren kann. Religion eben.

@James Juce

Ich bei einer dejenigen die Sie als Laien betiteln, aber dennoch bin selbst ich in der Lage ihre Argumention mit einem kurzen Absatz zu zerlegen.

Sie wollen Rückschlüsse daraus ziehen das es im Labor bisher nicht gelungen ist Leben zu erzeugen. Daraus folgt, dass Sie die Grundvoraussetzung stellen, dass das was in einem Planeten-Labor binnen Milliarden Jahren passierte, zwangsläufig auch in einem 20m² Raum mit ein paar Reagenzgläser und einer Eieruhr nachgestellt werden kann, salopp ausgedrückt. Diese Grundvoraussetzung ist durch nichts belegt und verdient noch nicht einmal das Wort Hypothese. Damit fällt alles was Sie auf dieser irrigen Grundvorrausetzung argumentativ aufbauen wollen.

Wenn Sie also selbstbewusst Laien Laientum vorhalten wollen, dann doch bitte erst mal die eigene Argumentation überprüfen.

Sie kennen keines der Experimente, beginnend bei Miller und wollen urteilen? Ich sprach von einem Bauplan. Es hat vielleicht Millionen von Jahre gedauert, bis wir eine Brücke bauen konnten auf der Erde, aber heute, da wir den Bauplan kennen und die Bedingungen, müssten wir theoretisch das Leben in 5 Minuten nachgebaut haben, gerne sogar auf 8 qm. Das ist der Punkt. Wir können gezielt eine Ursuppe herstellen, Blitze gezielt reinjagen oder auch gerne heißes Methan.
Aaaaaaber: Nichts passiert. Also gar nichts. Der Sprung zur sich selbst reproduzierenden Informationseinheit gelingt auf keine Ebene, nicht mal in Spuren. DAS muss zu denken geben, wenn man denken will natürlich.

@James Juce

1. Ich kenne das Miller-Experiment
2. Das im Labor kein Leben nachgebaut werden kann lässt jeden vernünftigen Menschen zu 99,9% zu der Erkenntnis kommen das man schlicht noch zu wenig weiß.
3. Ihre Anforderungen an Experimente klingt so:
Wieso schafft man es nicht im Aquarium das Erd-Wetter von 1978 nachzubilden. Man weiß doch wie das Wetter war.

Frage: Ist das Wetter im Aquarium entstanden, vermuten Sie das ernsthaft?
Das Leben ist in einer Ursuppe entstanden, die mindestens bestimmte Bausteine enthalten haben sollte. DAS sollte man eben nachbauen können. Und das wurde mittlerweile in unzähligen Experimenten und unzähligen Variationen jahre- sogar jahrzehntelang "nachgebaut". Mittelweile wird sogar im virtuellen die Entstehung des Lebens simuliert. Doch das Ergebnis ist immer dasselbe: Es entsteht kein Leben.

Ja, Sie haben explizit recht: Wir haben noch überhaupt nicht mal ansatzweise verstanden was Leben ist und wie es entsteht. Aber genau deshalb frage ich doch nach: Wie kommt ein Astronom dazu unter diesen Grundvoraussetzungen Leben in fremden Galaxien rein auf statistischen Mutmaßungen vorherzusagen? Verstehen Sie? Da liegt doch der Hase im Pfeffer!

Setzen wir zu geringe 500 Millionen Jahre an die das Leben zum entstehen brauchte, findet ein Experiment was 100 Jahre läuft zeitlich im Masstab 1 : 5Mio statt. Dann setzen wir lächerliche 100 Versuchsdurchläufe an bis man richtige Konfiguration hat. das macht dann 10000 Jahre Forschung. Ganz abgesehen das es durchaus schlicht unmöglich sein kann das Leben in 100 Jahre selbst in der perfekten Suppe entsteht. Abgesehen vom Zeitlich Maßstab haben wir noch den Mengenmaßstab Laborsuppe zu Ozeanen. Ein scheitern per derart extrem verkleinerten Experimenten sagt überhaupt nichts aus.

Was auch immer man für Wahrscheinlichkeiten ansetzt das leben auf einem Planeten entsteht, sie ist größer null, das beweist unsere Existenz. Hunderter Milliarden Galaxien mit hunderten Billiarden Planeten mit Trilliarden sonstigen Himmelskörpern wie Monden ergeben multipliziert mit geringen Wahrscheinlichkeiten eine enorme große Chance für außerirdisches Leben.

Es gibt es kein Ereignis nach dem Urknall im Universum das einmalig ist. Neben dem Entstehen von Leben sind Mechanismen wie Panspermie nicht unwahrscheinlich. Das es außerirdisches Leben gibt ist so Wahrscheinlich wie das es nächstes Jahr mindestens einmal regnet. Beweisen kann man das aber erst wenn es regnet...

Moore: Wir sind vielleicht gar nicht allzu weit davon entfernt, die Sprache der Delfine zu entschlüsseln.

Klein: Wirklich? Ich kenne niemanden, der Klicklaute versteht.

Was ist mit den Buschmännern in der Kalahari. Die kommunizieren teilweise mit Klicklauten. Einfach die beiden Spezies zusammenbringen und sehen, was wird.

Notebook. Fürs Smartphone reicht meine Sehschärfe nicht mehr aus. Aber klar, über die "Höhlenwand" lässt sich trefflich diskutieren. Hat aber nichts damit zu tun, ob wir uns die Frage stellen, nicht Produkte anderer kosmischer Intelligenzen zu sein und denen nun zeigen, wie man wieder zurückkommt und ihnen gleich noch Rezepte mit auf den Weg bringt, wie sie Gemüse im Raumschiff anbauen, die Photosynthese künstlich herstellen und Wasser produzieren können. Stellen Sie doch mal eine Kosten-Nutzen-Rechnung für die Raumfahrt der vergangenen 50 Jahre auf.

Der eigentliche Witz ist ja, dass das "Sußerirdische" sich schon lange Mühe gibt, eine Verbindung zu uns herzustellen. Da es aber keine 3 Augen am Hintern hat und nicht grün ist, wird es samt seiner Mitteilungen verkannt. Statt dessen schicken wir treuherzig Schallplatten in den Äther.

@James Juce: Das glaube ich nicht! Bislang haben alle neuen Erkenntnisse bestätigt, dass sich die Gegebenheiten unseres Sonnensystems in unzähligen anderen Sternensystemen in ähnlicher Weise wiederholen. Man dachte früher auch, dass es ein unwahrscheinlicher Zufall sei, dass überhaupt Planeten entstehen. Dann glaubte man, Doppelsternensysteme könnten keine Planeten haben, usw. All das musste man revidieren. Das man noch nicht mehr erdähnliche Planeten gefunden hat, dürfte vor allem an deren Kleinheit liegen, wir treten gerade erst in den technischen Level ein, bei dem es möglich wird, sie zu finden (und haben auch prompt welche gefunden!). Unser gesamtes Verständnis der Naturwissenschaften basiert darauf, dass die Naturgesetze universell sind und das bedeutet, dass gleiche Voraussetzungen zu gleichen Ergebnissen führen. Die Frage ist nur, wie viele Voraussetzungen eintreten müssen, damit der Sprung von unbelebter zu belebter Materie nötig ist, aber ich vermute, gar nicht mal so viele. Die wahre Komplexität des Lebens entfaltet sich erst nach diesem Übergang. Und alleine in unserer Galaxis haben wir 400 Milliarden Labore in denen in gewaltigen Zeiträumen von Milliarden Jahren diese Versuche immer wieder wiederholt werden können. Selbst wenn 99,99...% davon scheitern, bliebe immer noch eine gewaltige Anzahl von Erfolgen. Dagegen sind die paar Experimente die menschliche Wissenschaftler gemacht haben, nichts.

@vonZeitzuZeit

Bei dem was man heute über Planeten weiß - das ist ja eine ganz junge Wissenschaft - gebe ich Ihnen völlig recht!

Aber bitte bedenken Sie auch folgendes: Es mag ja zig Planeten geben ähnlich wie die Erde, wenn es selbst auf der Erde nicht gelingt nochmal Leben zu erzeugen, was nützt es? Bedenken Sie bitte auch: wir kennen den Bauplan! Es sollte nichts einfacher sein als Leben zu erzeugen. Aber es gelingt nicht. So als hätten Sie den Bauplan für eine Brücke minutiös studiert, aber es gelänge Ihnen nicht mal einen einzigen Pfeiler zu setzen. Das ist schon sehr, sehr erstaunlich an sich. Die meisten Menschen verstehen leider nicht, wie unglaublich erstaunlich das ist.

Ich frage mich (absolut areligiös) immer häufiger, was in diesem unfassbaren einen Moment auf dieser Erde los war, als hier plötzlich aus dem Nichts Leben entstehen konnte. Immer weniger verstehe ich es und immer mysteriöser finde ich es, je mehr ich über das Leben weiß.

Da liegen sie falsch. Wir kennen den heutigen Bauplan (DNA code etc.), das hat aber mit der Entstehung des Lebens erstmal gar nichts zu tun. Es ist quasi ausgeschlossen, dass das Leben von heute auf morgen entstanden ist, sondern es war höchstwahrscheinlich ein langwieriger, vielstufiger Prozess über mehrere Millionen Jahre bis hin zur ersten richtigen Zelle wie wir sie heute kennen (den einen "unfassbaren Moment" gibt es also vermutlich nicht). Das Problem ist, das Wissenschaftler die sprichwörtliche Nadel im (gigantischen) Heuhaufen suchen, da wir nicht wissen, welche Bedingungen und Zwischenstufen nötig sind, damit sich einfache organische Moleküle zu selbst replizierenden Zellvorläufern etc. zusammenlagern (einige Variablen sind z.B Temperatur, pH Wert, Salzkonzentration, UV Strahlung, Druck, Reaktionsoberflächen...). Es gibt quasi unendliche Möglichkeiten und ich wäre fast schon schockiert wenn es einem Forscher gelänge, das Leben neu zu erschaffen, da wir nur spekulieren können, wie und wo genau es entstanden ist. Dennoch gibt es einige plausible Szenarien dafür, welche sich aber aufgrund der unzähligen Variablen nicht einfach mal so schnell im Labor beweisen lassen.

Ich finde das Interview und den Meinungsaustausch wirklich gut! Sehr viele Denkanstöße, sehr inspirierend. Man muss nicht von allem überzeugt sein (z.B. bin ich mir nicht so sicher, ob es wirklich so wahrscheinlich ist, dass das Leben nicht [auch] auf der Erde entstanden sein kann...), aber faszinierend sind die ausgetauschten Gedanken schon.

Allerdings wäre meine erste Frage an Außerirdische, wie sie es geschafft haben, hier her zu kommen.

@James Juce
Der Fehler im System...oder besser in Ihrer Argumentationskette: Sie unterstellen den Menschen (und besonders der Wissenschaft und den Wissenschaftlern) mehr, als sie in der Lage sind zu verstehen und zu schaffen. Dass man das Erzeugen von Leben in Laboren bis heute nicht geschafft hat, beweist keineswegs - ja, ist nicht einmal ein signifiakntes Indiz -, dass das Leben im Universum außerhalb der Erde gleich oder nahe Null ist. Es beweist lediglich die Unzulänglichkeit der heutigen Wissenschaftler, des heutigen Verstehens und Begreifens des Universums. Und das, obwohl man heute viel weiter ist als noch z.B. vor 100 Jahren. Lichtjahre weiter, um es mal so auszudrücken.

In unserer Milchstraße alleine gibt es wie viele Sterne? 150 Mrd.? 200 Mrd.? Wie viele Galaxien gibt es im Universum? 100 Mrd.? 500 Mrd.? 1 Billion?

Wie unwahrscheinlich ist es da, dass einzig auf der Erde Leben entstand? Dass die Menschheit alleine sein soll, in der Lage, über die Komplexität des Universums nachzudenken, Raumfahrt zu entwickeln? Ich antworete: Sehr unwahrscheinlich!

Haben Sie den Artikel nicht gelesen. Da ist u.a. die Rede davon, dass es wohl eher normal ist innerhalb entstehender Sonnensysteme, dass sich Planeten wie die Erde entwickeln, ja sogar auf gleiche oder ähnliche Art zu Monden kommen, dass Modelle dies gezeigt haben.

Selbst wenn man jedes Ausschlusskriterium berücksichtigt, müssen danach am Ende Milliarden Welten übrigbleiben, die Leben hervorgebracht haben...

@mugu1

Ich habe Biologie und Physik studiert und bin selbst Wissenschaftler. Ich kann also zumindest halbwegs wissenschaftliche Artikel lesen. Ich sage das nur, damit Sie mein Statement nicht als "wissenschaftsfeindlich" motiviert betrachten.

Sie haben recht, es ist in den letzten Jahren in Mode gekommen, die Wahrscheinlichkeit für außerirdischen Leben statistisch zu "berechnen". Ein methodisch ziemlich schlimmer Fehler. Was wir Leben nennen, beruht (n=1) ausschließlich auf der Beobachtung der Phänomene hier auf der Erde. Wie wollen Sie da Statistik machen? Es wäre so, als würden Sie errechnen wollen, wie wahrscheinlich es beim Roulette ist, dass 20 mal hintereinander die "36" fällt. Dazu würden Sie dann aber nicht an den Roulettetisch gehen, sondern beim Black-Jack Statistik machen.
Verstehen Sie, was ich meine?
Unsre Sichtweise auf das was wir "Leben" nennen ist noch vollkommen egozentrisch und völlig dominiert von den Erfahrungen die wir auf unserem Planeten damit gemacht haben. Das kann man nicht einfach ohne jedes Wissen aufs gesamte Weltall ausdehnen.

Übrigens: ich dachte vor 20 Jahren auch noch, dass es das Leben im Weltall sehr oft geben müsste. Jetzt, wo ich molekularbiologisch viel mehr weiss, halte ich das für vollkommen ausgeschlossen.

Naja, vollkommen ausgeschlossen ist es offensichtlich mal nicht, wenn es Leben auf der Erde gibt.
Natürlich reden wir hier nur über Plausibilität. Aber wenn es in der Milchstraße Milliarden Orte wie die Erde gibt, und im Universum Billionen, ist es halt plausibel anzunehmen, dass irgendwo das gleiche wie hier passiert ist.
An die Einmaligkeit zu glauben, ist seit jeher Kennzeichen von Religiösen. Dass die in den letzten Jahrhunderten schon ein paar Einmaligkeiten aufgeben mussten (alles kreist um die Erde, Erde einziger Planet etc.) sollte Warnung genug vor geozentrischen Weltbildern sein.

@James Juce:
Das Problem mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung ist, dass man da mit Faktoren rechnen muss. In diesem Falle kennen wir die Faktoren schlichtweg nicht. Wir wissen, dass die Häufigkeit, mit der auf der Erde Leben entstanden ist grösser oder gleich 1 in 5 Mrd Jahren ist. Leben kann sich durchaus mehrfach parallel in homologen Grunsstrukturen entwickelt haben oder eine Lebensform ist z.B. durch die andere verdrängt worden. Dass man dafür keine Beweise hat, bedeutet in der Hinsicht wenig.
Nehmen wir vorsichtigerweise an, Leben bräuchte durchschnittlich 5 Milliarden Jahre für seine Entstehung (was für die Erde schon nicht mehr gelten würde, weil die ältesten Fossilien ca. 2 Milliarden Jahre alt sind).
Also, völlig wirre, statistisch nicht zu rechtfertigende Annahme, basierend auf einem einzigen Planeten mit Leben innerhalb von wenigen bisher gerade mal oberflächlich erforschten: Alle 5 Milliarden Jahre entsteht Leben auf einem erdähnlichen Planeten. Bei 10 Mrd. erdähnlichen Planeten würde also im Durchschnitt 2 mal pro Jahr Leben in unserer Galaxie entstehen. Damit wäre die Wahrscheinlichkeit, dass dort draussen Leben ist, ziemlich dicht bei 1

@J-R
Nein, hier ist nichts Spekulation. Das Leben hat sich auf der Erde exakt 1 mal entwickelt. Das sieht man ohne den geringsten Zweifel daran, dass alles Leben exakt dieselbe DNA-RNA-Maschine hat, bis hin zum DNA-Editing und der Methylierung der Histone usw.
Fossile kennen wir auch nicht nur seit 2 Milliarden Jahren, die ältesten Fossilfunde sind mindestens 3,5 Milliarden Jahre alt.
Das Entscheidende aber ist: Wir Menschen sind experimentell nicht in der Lage das Leben "nachzubauen" obwohl wir das unschätzbare Glück haben den Bauplan zu kennen. Es gelingt nicht - keinem auch nur Ansatzweise. Aminosäuren, ja, die entstehen sehr schnell in einem geeigneten Medium. Aber was leider viele Laien und Astronomen nicht verstehen: Ein paar Aminosäuren haben mit dem Leben so wenig zu tun wie ein paar Kohlenstoffatome. Kennzeichen des Lebens ist es in eine Welt, die bis dahin nur aus Materie besteht und gar keine Information als Grundeinheit kennt, plötzlich Information als treibende Kraft zu etablieren. Genau das macht das Zusammenspiel aus DNA, RNA und Proteinen. Unglücklicher Weise, entsteht aber keines dieser Moleküle ohne die bereits informell aktive Mitwirkung der anderen. Und zufällig - also ohne dezidiertes Informationssystem - entsteht als Ergebnis unzähliger Experimente GAR NICHTS. Die Biologie-Laien machen sich es bis heute viel zu einfach damit über "Leben" zu spekulieren. Den meisten ist nicht mal klar was miRNA ist oder wie eine mRNA reguliert wird.

@ James Juce
Da haben sie ja durchaus bei so manchem Recht, aber halt nicht bei ihrer Schlussfolgerung, dass die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung des Lebens gegen Null geht. Das können sie schlichtweg nicht wissen und der noch ausstehende experimentelle Beweis für die Entsehung des Lebens ist sicherlich kein gutes Argument dafür ("the absence of evidence is no evidence of absence"). Und btw, ich bin kein Biologie-Laie (sondern Prof. für Physiologie/Biochemie).

Das das Leben nur einmal(?) entstanden ist, ist dann verständlich, wenn man berücksichtigt, dass der heutige Zustand der Erde gegenüber der Ur-Erde stark verändert ist. Er ist bereits von dem Leben, dass sich durchgesetzt hat, stark überprägt (Stichwort: Sauerstoffatmosphäre) und das, was wir als so angenehm empfinden (Luft zum Atmen) war für die Mehrheit frühen Lebens tödlich. Die Umwelt der Ur-Erde war viel reaktiver, die Anzahl ablaufender Reaktionen und Molekülrekombinationen viel höher als heute - sozusagen ein ständig brodelnder Suppentopf. Auf der Ebene von Atomen und Molekülen fanden unzählige Rekombinationsexperimente statt, die in unserer oxidierten Umwelt so gar nicht mehr möglich sind. Ich denke es sind viele Formen von Protoleben entstanden - bis der Typus auftauchte, der diese Umwelt mit seinen Abfallprodukt Sauerstoff nachhaltig veränderte, um nicht zu sagen, vergiftete. Am Ende konnte sich eben nur dieser Stamm des Lebens behaupten und entwickelte sich in die Biosphäre, die wir heute kennen...

Das das Leben nur einmal(?) entstanden ist, ist dann verständlich, wenn man berücksichtigt, dass der heutige Zustand der Erde gegenüber der Ur-Erde stark verändert ist. Er ist bereits von dem Leben, dass sich durchgesetzt hat, stark überprägt (Stichwort: Sauerstoffatmosphäre) und das, was wir als so angenehm empfinden (Luft zum Atmen) war für die Mehrheit frühen Lebens tödlich. Die Umwelt der Ur-Erde war viel reaktiver, die Anzahl ablaufender Reaktionen und Molekülrekombinationen viel höher als heute - sozusagen ein ständig brodelnder Suppentopf. Auf der Ebene von Atomen und Molekülen fanden unzählige Rekombinationsexperimente statt, die in unserer oxidierten Umwelt so gar nicht mehr möglich sind. Ich denke es sind viele Formen von Protoleben entstanden - bis der Typus auftauchte, der diese Umwelt mit seinen Abfallprodukt Sauerstoff nachhaltig veränderte, um nicht zu sagen, vergiftete. Am Ende konnte sich eben nur dieser Stamm des Lebens behaupten und entwickelte sich in die Biosphäre, die wir heute kennen...

"Gegen Null" war tatsächlich etwas provokativ, da gebe ich Ihnen gerne recht. Was das Fehlen von Evidenz betrifft, bin ich jedoch nicht ganz Ihrer Meinung. Ich denke schon, dass es Evidenz gibt. Nehmen wir mal an, Sie müssten die Behauptung untersuchen, dass es im Fußball schon mal vorgekommen sei, dass 2 Tore auf einmal fielen. So als habe sich der Ball vor der Torlinie geteilt oder die Anzeige einfach willkürlich einen Treffer verdoppelt. Was machen Sie? Klar, Sie schauen sich alle Spiele an, die jemals in ausreichender Qualität dokumentiert wurden. Und siehe da, Sie können keinen einzigen Doppeltreffer feststellen. Nun, wie viel Evidenz ist das für Sie?

Ihr Vergleich hinkt doch etwas. Beim Fussballspiel können wir solch eine Behauptung leicht anhand tausender Spiele überprüfen und somit statistisch signifikant widerlegen. Die Voraussetzungen für die Entstehung des Lebens kennen wir aber höchstens ansatzweise, zudem haben wir nicht ein einziges vernünftiges Untersuchungsobjekt (da selbst die Erde vollkommen anders aussah als sie heute ist und wir nicht genau wissen, wo genau bzw. wie das Leben entstanden ist), wir sehen nur das Ergebnis. Ich bemühe mich mal um einen ähnlichen Vergleich: Wie stellen fest, dass Bälle im Tor liegen ("Leben ist entstanden"), aber konnten nicht beobachten wie sie im Netz gelandet sind ("Wie ist das Leben entstanden?"). Zudem sind wir (noch) nicht in der Lage, das Tore schiessen nachzustellen („Experimentelles Erschaffen von Leben im Labor“). Daher können wir auch keine Aussage treffen, ob solch ein Ereignis zwangsläufig oder extrem unwahrscheinlich ist. Dass heisst natürlich auch, dass irgendwelche Berechnungen über die Anzahl ausserirdischer Zivilisationen etc. wenig Sinn ergeben. Ich empfehle das Buch von Christian de Duve (Vital Dust: Life as a Cosmic Imperative), der das Leben sogar als komische Zwangsläufigkeit versteht. Auch wenn ich da seine Sicherheit nicht teile, so schildert er dennoch sehr plausibel wie das Leben schrittweise (!) entstanden sein könnte (Stichwort „RNA-World“). Nicht auszuschliessen sind auch gänzlich andere Lebensformen die ohne DNA, Proteine etc existieren.

Naja, ein bisschen können wir doch schon nachprüfen, und haben es doch auch sehr tatkräftig getan, oder. Es wurden Millionen von Fossilien gesammelt, mittelweile gelingt es sogar immer häufiger mittels optimierter PCR-Technologie DNA zu rekonstruieren. Das Ergebnisse dieser stichprobenartigen Suche: Immer nur eine einzige Genese.

Sie denken ja auch darüber nach: Nehmen wir mal an, dass Leben wäre parallel noch öfter entstanden, aber in anderer Form als der einzig rezenten wider untergegangen. Wo sind die Fossilien? Die Ausbreitung des Lebens wie wir es heute kennen muss selbst im Meer Millionen von Jahren gedauert haben, da hätte paralleles Leben anderer Art ebenfalls lange zeit gehabt fossil zu werden.

Und warum entsteht aktuell kein neues Leben mehr. Vor allem, wenn man glaubt es sei geradezu statistisch zwangsläufig? Sogar dann nicht, wenn man alle Wege abkürzt und Aminosäuren, Nukleotide, ATP, usw. bei energetisch günstigsten Bedingungen inkubiert?

Das muss Ihnen doch auch zu denken geben?

spannende Diskussion und ja, sowas gibt einem zu Denken. Hier ein paar mögliche Antworten:

"Nehmen wir mal an, dass Leben wäre parallel noch öfter entstanden, aber in anderer Form als der einzig rezenten wider untergegangen. Wo sind die Fossilien?"
--> In den ersten Milliarden (!!) Jahren entstanden ausschliesslich einzellige Lebewesen, diese bilden aber nunmal keine Fossilien. Demnach könnten wir solche potentiell ausgestorbenen, andersartige Lebensformen auch nie entdecken (Die Mehrzelligkeit ist eine relativ späte Erfindung der Evolution). Selbst wenn wir Fossilien andersartiger Lebensformen bereits in den Händen hielten, würden wir das vermutlich nicht herausfinden! DNA Tests sind ja nicht möglich. Auch kann es sein, dass solche Fossilien/Lebensformen so gänzlich verschieden sind, dass wir sie bisher gar nicht als solche wahrgenommen haben? Wer sagt denn z.b., dass einzig die DNA als Informationsspeicher dient und nicht eine andere Substanz?

"Und warum entsteht aktuell kein neues Leben mehr?"
--> Vielleicht weil die Vorausetzungen hierfür nicht mehr gegeben sind? Die Erde hat sich nunmal drastisch gewandelt im Laufe der Zeit. Auch gilt es zu bedenken, dass quasi alle erdenklichen ökologischen Nischen bereits von Lebewesen besetzt sind, die Millionen Jahre Zeit hatten sich optimal an ihre Habitate anzupassen. Die neuen Lebensformen könnten sich mit ziemlicher Sicherheit nicht durchsetzen und würden sofort wieder verdrängt werden!

Ich bin mit meiner Schätzung über die ältesten Fossilien eher vorsichtig gewesen. Je nachdem, wie konservativ man denkt, akzeptiert man keine indirekten Nachweise von Stoffwechselaktivitäten. Je länger es nach Entstehung der Erde gedauert hat, desto komplizierter dürfte die Sache sein sein. Wenn hier Leben entstand, kurz nachdem die Erde zu glühen aufhörte, unterstützt das ihre These nicht gerade.
Sie und ich können sowohl über die damaligen Umweltbedinungen, als auch die Art, wie Leben zu dem Zeitpunkt funktioniert hat, nur spekulieren.
Ich denke, wir haben da unterschiedliche Ansatzpunkte. Bei Ihnen scheint es, boshaft überspitzt ausgedrückt, die Denkweise zu sein: Wir Biologen wissen schon alles übers Leben und wir wissen nicht, wie es entstand und können es auch nicht nachbauen. Das Leben, wie wir es kennen, enthält auch lauter Komponenten, die sich gegenseitig zu bedingen scheinen, wie Henne und Ei. Also werden wir das nie verstehen und nachbauen können. Und darum ist das auch ein extrem seltener Vorgang.

Gibt es einen vernünftigen Grund, dass Leben ohne DNA nicht vorstellbar ist und dass ein Informationsspeichersystem, wie DNA in einem weiteren Schritt der Evolution entwickelt wurde und die vorherigen Methoden abgelöst/verdrängt hat? So ein Vorgang ist eigentlich sehr typisch in der Evolution.

Eine Bitte noch zum Schluss: Bitte unterlassen Sie das Anzweifeln fachlicher Kompetenz bei Ihren Mitschreibern. Argumentum ad hominem hilft in einer sachlichen Debatte nicht.

"Moore: Ich würde vor allem Fragen stellen, die Aliens bitten, mir ihr Wissen zu erklären: Was ist Dunkle Materie?"

Es mag ja möglich sein, einen Dialog aufzubauen und eine gemeinsame Verständigungsbasis zu finden. Mathematik und Physik (etwa das Periodensystem der Elemente) gelten auch für Außerirdische. Es sollte also möglich sein, eine Art Übersetzungscode zu entwickeln. Ich stelle mir das nur etwas schwierig vor, wenn auf jede Antwort geschätzte 1000 Jahre gewartet werden muss. Bis man soweit ist, sich über Dunkle Materie unterhalten zu können, dürften Milliarden Jahre vergangen sein.

Leute, das wirklich Unfassbare ist, das auf der Erde in 5 Milliarden Jahren genau ein einziges Mal, zu einem völlig außergewöhnlich irrwitzigen Moment Leben entstanden ist. Bis heute konnte das in keinem Labor nachvollzogen werden. Alle frühen Experimente Leben zu erzeugen gelten heute als völlig gescheitert. Heute, am 11.08.2015, ist es unverständlicher denn jemals zuvor, wie überhaupt Leben entstehen kann. Das ist das größte Rätsel des gesamten Universums.

Also: die Wahrscheinlichkeit, dass da draußen weiteres Leben ist, ist ganz dicht an Null!

"Also: die Wahrscheinlichkeit, dass da draußen weiteres Leben ist, ist ganz dicht an Null!" Finden sie es nicht ein bisschen anmaßend solche Behauptungen aufzustellen? Die Wahrheit ist, das niemand weiss wie wahrscheinlich das Entstehen von Leben ist und welche Voraussetzungen genau dafür nötig sind (obwohl es einige plausible Szenarien und Modelle dafür gibt). Daher kann man weder sicher sagen, dass das die Entstehung von Leben extrem unwahrscheinlich ist, noch dass es eine Zwangsläufigkeit darstellt. Das die Nachstellung im Labor bisher nicht geklappt hat, kann wohl kaum als Beweis für ihre Hypothese dienen.

Tut mir leid, aber ihre Grundprämisse ist vermutlich falsch. Tatsächlich gehen viele Wissenschaftler davon aus, dass Leben in der Urgeschichte unseres Planeten mehrmals entstanden und dann wieder ausgestorben ist, auf welchem Entwicklungstand auch immer. Nur weil sich unsere heutige Existenz auf bestimmte, milliarden Jahre alte Organismen zurück führen lässt, heißt das noch lange nicht, das davor gar nichts war.

Sie meinen "Leute, das wirklich Unfassbare ist, das auf der Erde in 5 Milliarden Jahren genau ein einziges Mal, zu einem völlig außergewöhnlich irrwitzigen Moment Leben entstanden ist. "

Das lässt sich so nicht feststellen. Denn was würde passieren, wenn sich heute irgendwo (z.B. in einer Pfütze, einem Kondenswassertropfen an einem Rohr, im Erdboden oder in Tiefsee) nochmal Leben entsteht?
Aller Wahrscheinlichkeit würde es sich nicht durchsetzen, weil die betreffenden Nischen für Leben längst von weiter entwickeltem Leben besetzt sind. Den gleich wieder ausgestorbenen Einzeller (wahrscheinlich ist proto-Leben sogar noch einfach als) würde auch niemand finden.

Entsprechend wissen wir nur, dass die Entstehung und Behauptung zusätzlichen Leben AUF EINEM SCHON BELEBTEN PLANETEN nicht besonders wahrscheinlich ist (denn zumindest hier ist es nach dem ersten Mal nicht nochmal erfolgreich passiert).

Irgendwie rührend. In vielerlei Hinsicht ist Prof. Moore doch ganz der kleine Junge geblieben... diese ungebrochene Grandiosität. Und wenn er "ausserirdisches" Leben braucht, um zu verstehen, was das Leben eigentlich (sic!) ist, soll er es -frei nach Theodore Rozak- doch da suchen, wo jedes noch so unbedarfte Wesen sie findet, nämlich da, wo die Freude am hellsten leuchet ;-)! Und wenn Prof. Moore glaubt, dass wer an Gott glaubt, keinen Grund hätte, sich für Kosmologie zu interessieren, sitzt er -und möglicherweise nicht nur hier- einem fetten Irrtum auf.

Gruss

The Moose

Wer an Gott glaubt, geht von vornherein von einer Voraussetzung aus, für die es nicht die geringsten Hinweise gibt. Zumal, wenn es ein theistischer Gott ist, der irgendwie auffällig menschliche Eigenschaften haben soll, trotz seiner vermeintlichen Allmacht. Religion und Wissenschaft unter einen Hut kriegen zu wollen, ist Blödsinn. Entweder, man forscht ergebnisoffen oder man biegt sich die Realität so hin, dass sie zum "Glauben" passt. Letzteres tun sowohl die "gemäßigten" Theisten, als auch die Fundamentalisten, nur in verschiedener Ausprägung. Das einzige, was noch eine gewisse philosophische Qualität besitzen mag, wobei auch dies lediglich eine unelegante Hypothese wäre, ist der deistische Ansatz. Den Theismus hingegen kann man angesichts des heutigen Wissensstandes als obsolet entsorgen.

Leute, das wirklich Unfassbare ist, das auf der Erde in 5 Milliarden Jahren genau ein einziges Mal, zu einem völlig außergewöhnlich irrwitzigen Moment Leben entstanden ist. Bis heute konnte das in keinem Labor nachvollzogen werden. Alle frühen Experimente Leben zu erzeugen gelten heute als völlig gescheitert. Heute, am 11.08.2015, ist es unverständlicher denn jemals zuvor, wie überhaupt Leben entstehen kann. Das ist das größte Rätsel des gesamten Universums.

Also: die Wahrscheinlichkeit, dass da draußen weiteres Leben ist, ist ganz dicht an Null!

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