© Silvio Knezevic

Wochenmarkt Im Ganzen gebackener Sellerie

Von
ZEITmagazin Nr. 44/2015

Gibt man den Dingen nur genügend Zeit, kann selbst aus etwas Unschönem Schönes werden. Glauben Sie nicht? Dann probieren Sie das Sellerierezept aus dem neuen Kochbuch Nopi von Yotam Ottolenghi: im Ganzen gebackener Sellerie. Der Koch, für den eigentlich keine Zutatenliste lang und außergewöhnlich genug sein kann, überrascht bei diesem Rezept mit Schlichtheit. Es verlangt neben einem großen Knollensellerie gerade mal zwei weitere Zutaten, die man in der Regel sogar zu Hause hat: Olivenöl und Salz. Ist die Grundlage für dieses Gericht denkbar einfach, umso spezieller ist seine Zubereitung. Während der Ofen auf 190 Grad vorheizt, den Knollensellerie gründlich putzen. Den Wurzelansatz entfernen und die Knolle auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Dann die Schale mit Olivenöl einreiben, mit Salz bestreuen und die Knolle in den Ofen schieben.

Nach drei Stunden ist die Verwandlung vollbracht: Aus dem runzeligen Gemüse ist ein duftender Prachtkerl geworden, der die Wohnung mit einem herrlichen süß-erdigen Duft durchzieht. Vielleicht erschrickt manch einer bei einem so hohen Energieaufwand. Ottolenghi behandelt den Knollensellerie wie einen Sonntagsbraten. Aber es lohnt sich! Vor allem, wenn man erst die knusprig herbe Schale durchbrochen und vom butterweichen Kern probiert hat. In Spalten geschnitten, ist dieser Sellerie eine gute Alternative zu Pommes. Zusammen mit Crème fraîche und Zitronenscheiben eignet er sich aber auch als Vorspeise. So oder so sollte man ihn mit ein paar Tropfen Olivenöl und Salz servieren.

Gebackener Sellerie (für 6 Personen)

Zutaten – 1,2 kg Knollensellerie (geputzt und Wurzelansatz entfernt), 1EL Olivenöl plus 2 TL zum Servieren, 2 TL grobes Salz plus 1 Prise zum Servieren

Kommentare

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So ein Blödsinn. Da wird die Enttäuschung schon vorprogrammiert. Sellerie ist weder »Fleischersatz« noch eine »Alternative zu Pommes«, sobald er in eine ähnliche Form geschnitten wird.

Das Wort »Fleischersatz« ist schon Ausdruck der Vorstellung, dass ein »richtiges« Essen Fleisch braucht und wenn es vegetarisch sein soll, dass Fleisch irgendwie ersetzt werden muss.
So eine Denkweise kenne ich eigentlich eher aus der Generation jetziger Senioren.

Gemüse ist auch sehr lecker, mit Bezeichnungen wie »Alternative« oder »Ersatz« wird ein interessantes Gericht abgewertet, das ist völlig unverständlich, denn gerade Vegetarier oder Veganer wissen ein gutes Gemüse als Gemüse zu schätzen und nicht als »Ersatz« - im Gegenteil, wenn ich kein Fleisch essen will, dann will ich auch keinen Ersatz, der irgendwie ähnlich sein soll sondern Gemüse. Jemand dagegen, der eigentlich gerne einen Braten essen würde, wird durch von so einem Sellerie als Ersatz vermutlich eher enttäuscht sein.

-> " im Gegenteil, wenn ich kein Fleisch essen will, dann will ich auch keinen Ersatz, der irgendwie ähnlich sein soll sondern Gemüse." <-
Sollte man denken.
Ich habe aber durchaus Vegetarier im Freundeskreis, denen Fleisch an und für sich schmeckt, die aber keines essen, weil ihnen die Tiere leid tun.
Da werden dann solch unsägliche Dinge wie vegetarische Wurst oder Veggie-Hackfleisch verzehrt - einfach nur gruselig.