© Alex Walker

Wundertüte Einkochen

Der Kühlschrank ist leer, die Geschäfte sind zu, der Magen knurrt. Wie wäre es mit leckerem Gulasch? Hoffentlich haben Sie diesen Winter schon eingekocht. Von
Aus der Serie: Wundertüte ZEITmagazin Nr. 46/2015

Sonntagabend. Draußen ist es kalt, der Magen knurrt – jetzt ein Gulasch! Aber die Geschäfte sind geschlossen. Ulrike Dorau aus Herzogenaurach würde in diesem Fall in die Vorratskammer gehen, drei Weckgläser aus dem Regal nehmen und genau das auf den Tisch bringen, was sie begehrt: Gulasch mit Kartoffeln und Bohnen. Auf ihrem Blog Einkochhelden erklärt sie, wie man Gerichte haltbar machen kann. Sogar Frikadellen, Kuchen oder Brot eignen sich zum Einmachen.

Besonders wichtig ist es, steril zu arbeiten. Am einfachsten sterilisiert man Gläser, indem man sie mit einer Schale voll Wasser (für den Wasserdampf) bei 140° C zehn Minuten in den Backofen stellt. Die Deckel kocht man zehn Minuten in einem kleinen Wassertopf ab, Gummiringe drei Minuten in Essigwasser. Dann füllt man fertig gekochtes Essen in die Gläser. Dabei gilt: Milchprodukte und Bindemittel dürfen nicht mit eingekocht werden, Zwiebeln müssen vor dem Einkochen stark angebraten werden. Beim Einfüllen darauf achten, dass der Rand sauber bleibt. Und weil alles heiß abgefüllt wird, könnten die Gläser zerspringen. Dorau rät deshalb, sie nach dem Sterilisieren auf ein Küchenhandtuch zu stellen, das in warmes Wasser getaucht wurde. Nach dem Einfüllen sollten die Gläser zügig verschlossen werden: Bei Einweckgläsern den Gummiring auf den Glasrand legen, Glasdeckel drauflegen und mit Verschlussklammern befestigen.

Erst jetzt geht es ans eigentliche Einkochen – wahlweise im Einkochautomaten, einem großen Topf oder einem tiefen, mit Wasser gefüllten Blech im Backofen. Das Wasser sollte anfangs etwa so warm sein wie das Essen in den Gläsern, es wird dann bei niedriger Hitze zum Kochen gebracht. Sobald in den Gläsern kleine Luftbläschen aufsteigen, beginnt die Einkochzeit. Tabellen, wie lange welche Lebensmittel einkochen müssen, findet man online etwa beim Land- und Hauswirtschaftlichen Informationsdienst. Zum Abkühlen stellt man die Gläser schließlich auf ein Geschirrhandtuch. Jetzt noch die Gläser beschriften und ab ins Regal damit. Je nach Inhalt sind sie sechs bis zwölf Monate haltbar.

Kommentare

10 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

"Sonntagabend. Draußen ist es kalt, der Magen knurrt – jetzt ein Gulasch! Aber die Geschäfte sind geschlossen."

Ja, so ein Pech.
Gab es nichts zu essen?
Warum nicht?
Nicht eingekauft?
Oder muss es jetzt unbedingt das Gulasch sein, weil einem der Gedanke gerade in den Kopf kommt?

Wie groß muss denn die Vorratskammer mit den eingemachten Speisen sein, wenn jeder plötzliche Gedanke erfüllt sein will?

Btw: In jedem Haushalt gibt es Kühlschränke und/oder Gefrierschränke/Truhen. Da kann man prima Lebensmittel für längere Zeit aufbewahren.
Auftauen dauert etwas länger als Eingemachtes zu erhitzen, aber auch keine Ewigkeit.
Der Aufwand beim Einmachen ist doch recht groß, in der Zeit kann man prima einkaufen.
Man kann in unserem Land zwischen 8°° und 22°° problemlos einkaufen, wer es in den 14 Stunden nicht schafft, hat auch keine Zeit zum Einmachen, fürchte ich.
Gibt ja noch Pizza Taxi, Maggi Kochstudio, Konservendosen oder andere Fertigprodukte.

Sie müssen das doch gar nicht verstehen. Wenn Ihnen das Zeug aus dem Tiefkühler schmeckt - bitteschön. Manch einer hat keinen Platz für einen Geffrierschrank, außerdem gibt es Gerichte, denen das Einfrieren nicht bekommt. Und die Leute, die Essen einkochen, stehen bestimmt nicht so sehr auf Pizza-Taxi, Maggi oder Fertiggerichte. Das ist doch gerade der WItz, dass man wissen will, was ist drin im Essen. Wenns Ihnen schnurz ist - lassen Sie es doch einfach und schmelzen sich ne Pizza.

Lebensmittel haltbar machen ist eine ganz wunderbare Sache, wenn man mehre Personen schnell und günstig, gesund und lecker satt machen will. Ich wecke bspw. immer vor dem Skiurlaub ein. Ich möchte nicht meiner Familie Tiefkühlpizza oder sonstigen Frass antun. Ich kann nicht jeden Tag mit 6 Leuten essen gehen und ich habe nicht vor nach dem Ski fahren erstmal eine Stunde da stehen und zu kochen. Das Geschäfte abends und am Sonntag zu haben ist gut so in Bayern. Jeder vernünftige Mensch kann planen und Dinge für sich am besten lösen - wenn es das einwecken ist, warum nicht. Wir werden heute ein großes Glas Apfelmus öffnen, selbstgemacht und im Regal seit 2 Monaten. Klar kann man es kaufen - schmeckt aber nicht gleich. Und wer schon mal Apfelmus selbst gemacht hat, weiß, dass sich einfach und schnell eine große Menge machen lässt. Also, danke für den Tipp mit dem Blog.