Das Ende einer Beziehung behalten beide Partner lange Zeit im Gedächtnis. © Filippo Monteforte / Getty

Beziehung Besser trennen

Warum tut die Liebe weh, wenn sie geht? Von

ZEITmagazin Nr. 49/2015

Die anderen räumen noch herum, als Thomas das Zimmer betritt. Er setzt sich schnell an den langen Tisch, Blick zur Tür, ein Mann mit reglosem Gesicht. Den Reißverschluss seines braunen Strickpullovers hat er bis unters Kinn gezogen, als wolle er sich darin verstecken.

An diesem Abend sind sie zu zehnt, fünf Frauen und fünf Männer. Jeden Dienstag treffen sie sich in Münster beim Paritätischen Wohlfahrtsverband. Ein Konferenzzimmer, grauer Teppich, Neonlicht. Ein kalter Raum, aber das hat noch niemanden gestört. Wer einmal hier war, kommt meistens wieder. Auf dem Tisch liegen zwei Zehnerpackungen Schokoriegel und eine 300-Gramm-Tafel "Nuss & Nougat", ohne Schokolade geht das hier nicht. Dazu gibt es Holunder-Limetten-Tee.

Sie sind eine Selbsthilfegruppe für Getrennte. Solche Gruppen gibt es praktisch in jeder größeren Stadt, aber zuhören darf man als Reporter normalerweise nicht. Trennungen bedeuten Leid, wer über eine Trennung spricht, gibt Intimes preis. Deshalb sind alle Namen hier geändert. Thomas ist gleich als Zweiter an der Reihe, sie reden immer reihum. Mit seinen 35 Jahren ist er heute der Jüngste hier, der Älteste ist schon über 70.

"Die Ereignisse überschlagen sich gerade", sagt Thomas, als wäre er atemlos. "Ich war gestern beim Notar. Das Haus ist verkauft."

"So schnell?", ruft eine ältere Frau. "Das geht ja turbo."

Vor drei Monaten war Thomas zum ersten Mal da, er war wütend und aufgewühlt. Er arbeitet als Installateur, mit seiner Frau und den beiden Kindern lebt er in einer Vorortsiedlung. Er erzählte, dass er jahrelang an dem gemeinsamen Haus herumgewerkelt hat, die Gartenwege hat er selbst gepflastert. Dann, es war an einem Sommertag, sagte seine Frau plötzlich, dass sie sich trennen wolle – er hatte es kein bisschen kommen sehen. Ob es jemand anderen gebe, fragte er nur. Nein, sagte sie. "Es muss aber noch mehr geben im Leben." Sie ist ein paar Jahre jünger als er, seit zehn Jahren sind sie verheiratet.

Für die anderen ist Thomas der Neue, der interessante Fall. Die meisten hier sind um die 50, fast alle waren lange verheiratet. In dem Alter ist es nicht so leicht, noch einmal neu aufzubrechen, und sie wundern sich, dass ab und zu auch ganz Junge Hilfe suchen, wie die Studentin neulich, aber nach ein paar Wochen war sie wieder weg. Bei manchen ist die Krise schon Jahre her, und sie kommen immer noch. Sie haben hier Freunde gefunden oder wollen ihre Erfahrungen an Jüngere weitergeben, sagen sie. Thomas haben sie geraten, "die Wut loszulassen und verzeihen zu lernen". Aber eigentlich hat man den Eindruck, dass alle ziemlich ratlos sind, als wäre ausgerechnet das eigene Unglück am schwersten zu verstehen.

Liebe gilt als das große Lebensglück. Wenn der Partner der Richtige fürs ganze Leben sein soll und sich dann als der Falsche herausstellt, haben viele das Gefühl, in einen Abgrund zu fallen. Es heißt, eine Trennung nach längerer Zeit setze einem so zu wie sonst nur der Tod eines engen Angehörigen oder der Verlust des Jobs. Aber ist es wirklich so schlimm?

"Das Wochenende war wieder extrem", fährt Thomas fort. "Wenn ich meiner Frau über den Weg laufe, explodiert es. Und wenn ich allein bin, kocht es in mir hoch."

Thomas hat dann herausgefunden, dass seine Frau doch eine Affäre hat. Er hat es tatsächlich einfach geträumt. Sie leben mit ihren beiden Kindern in einem Doppelhaus, in der anderen Hälfte wohnt auch ein Paar, und Thomas träumte, dass es der Nachbar ist. Er hat dann seine Frau gefragt, sie stritt es nicht ab. Thomas mochte den Mann eigentlich ganz gern, sie waren vorher öfter mal ein Bier trinken. Aber jetzt ist es ihm unerträglich, dass sie alle unter einem Dach leben. "Wenn ich ihm über den Weg laufe, muss ich mich zusammenreißen, um ihm keine zu scheuern." Nach außen hin tun seine Frau und der Nachbar allerdings so, als sei alles wie immer, dessen Frau weiß es offenbar gar nicht, und auch Thomas will es nicht herumerzählen. In der Vorstadtsiedlung kursieren trotzdem Gerüchte. Thomas gefiel es in dieser Idylle, die ihm jetzt künstlich vorkommt – zu dem Bild gehörten ja auch seine Gehwegplatten. Jetzt regt es ihn auf, dass alle so tun, als wäre da eine heile Welt, obwohl es keine ist. Vielleicht war Thomas nur naiv und unerfahren.

48 Kommentare

Einer meiner Studienfreunde aus unserem Ing./ BWL- Studium (1975- 1980) wird jedes Jahr zu den Ex- Schwiegereltern, seiner Ex- Frau und den gemeinsamen Kindern zu Weihnachten eingeladen; alle 1-2 Jahre ist ein neuer lover seiner Ex- Frau in der Weihnachtsrunde dabei. Ich habe meinem Studienfreund dazuz gesagt, dass er das wie ein Mann durchstehen muss, und die jeweiligen lover seiner ex- Frau sind ja nur Durchgangsposten; er jedoch ist der Vater der gemeinsamen Kinder, was die jeweiligen lover nicht mehr werden können; jetzt geht er das entspannter an. Mein Studienfreund sollte das Weihnachtstreffen mit der Ex locker angehen; er ist ja von ihr geschieden, und mehr kann ihm nicht mehr passieren.

Ich denke jeder Mensch hat seine Grundprinzipien im Punkt Beziehung. Und das ist auch gut so. Aber was mich frustriert und was viele hier ansprechen ist das Thema Sex. Ich bin anfang zwanzig und lebe in einer Beziehung. Das Thema Sex hat für meinen Freund eine mehr als große Bedeutung. Und es gibt gerade nichts was mich mehr wütend macht. Die heutigen jungen Menschen sind mit der aufsteigenden Pornoindustrie und der selbstverständlichkeit von Nacktheit in den Medien aufgewachsen. Jede Frau und jeder Mann muss was besonderes im Bett sein, was leisten und für alles offen sein. Ist man es nicht gilt man als verklemmt. Sex ohne Besonderheit ist ausgestorben, Menschen mit gewissen Vorlieben werden in den Himmel gepriesen. Wenn es mal wenig Sex gibt stimmt gleich die ganze Beziehung nicht mehr und der Fehler wird bei einer Person gesucht. Menschen die viele Partner haben gelten plötzlich als cool und das schlimme ist die Menschen die das mitmachen wissen es, aber finden es total normal wenn der Bettpartner 5 weitere Frauen in den Nächten davor vernascht hat. Das Thema ist in der heutigen Zeit und in den jüngeren Generationen völlig aus dem Ruder geraten. Bei solchen Erwartungen und Idolen kann eine Beziehung auf dauer nicht funktionieren.

Ich sehe da keinen Grund zur Wut, sondern man sollte eher zur Kenntnis nehmen, wenn die Bedürfnisse diesbezüglich sehr unterschiedlich sind und im Idealfall danach handeln. Ich hätte mir keine Langzeitpartnerschaft mit jemandem vorstellen kann, der diesbezüglich konträr tickt, für mich war und ist Leidenschaft und Sex auch wichtig (obwohl ich nicht Anfang 20 bin) und ich war nach einer diesbezüglich unbefriedigenden, jedoch eher kurzen Beziehung mehr als nur froh, als sich herausstellte, dass mein neuer Partner hier sehr ähnlich tickt und wir uns ideal ergänzen.

Natürlich gibt es im Laufe von vielen Jahren genug andere Themen, die einen fordern, umso wichtiger ist für mich, dass es bei der Basis einige stimmige Punkte gibt, die beide auch durch die Krisen tragen. Das ist bei uns derselbe Humor, einige geteilte Interessen und eben auch die körperliche Kompatibilität.

Wenn sich bei Ihnen eine solche Schräglage offenbart, wäre es wohl besser, zuerst das ehrliche Gespräch zu suchen und danach die Konsequenzen zu ziehen. Auf Dauer stelle ich mir solche Differenzen sehr frustrierend vor und werden wohl bei beiden nur Wut, aber keine intakte Verbundenheit erzeugen. Das ist nicht der Sinn einer Liebesbeziehung.

Ich (Frau) bin seit über 20 Jahren glücklich verheiratet und glaube, dass eine glückliche zufriedene Beziehung eine Mischung aus Romantik, Realitätssinn und vielen Gesprächen ist.

Jede Beziehung hat ihre Höhen und Tiefen. Wichtig ist es, nicht aufzuhören, miteinander zu reden und dem Partner zu zeigen, dass man ihn liebt und damit meine ich auch, ihm das körperlich zu zeigen durch tägliche Umarmungen und Küsse.

Es ist wichtig, dem Partner seine Bedürfnisse zu sagen und - wenn einem das sehr wichtig ist - diese auch einzufordern. Genauso ist es wichtig, auf die Bedürfnisse des Partners einzugehen. Es ist ein ständiges Geben und Nehmen.

Loyalität ist in meinen Augen auch eine sehr wichtige Komponente. Es gibt Bereiche innerhalb einer Ehe, die man nicht mit der besten Freundin oder der Mutter bespricht, sondern direkt mit seinem Ehemann. Ich noch verstanden, weshalb manche Freundinnen von mir so mitteilsam sind, ich würde das als Vertrauensbruch sehen, wenn mein Mann mit anderen Menschen intime Details unseres Ehelebens bespricht und rede ich auch nicht darüber.

Wie existenziell eine Trennung ist, liegt wohl auch immer daran, wie tief die Liebe und Verbindung zu dem Menschen war. Wenn man aus eher pragmatischen Gründen zusammen war, wird eine Trennung zwar keineswegs erfreulich sein, aber anders ablaufen, wie bei einer Verbindung, die aufgrund von starker Anziehungskraft, Seelenverwandtschaft und einer nie zuvor empfundenen Tiefe zustande gekommen ist.
Nicht jede Liebe ist gleich, nicht jeder Mensch durch den nächsten zu ersetzen. Was ich mich mit meinem Mann habe, war und ist einmalig, ich hatte davor genug andere Beziehungen, aber nie ein nur annähernd tiefes Gefühl, wenn unsere Beziehung vorbei sein wird, wäre ich in der Tat auf eine Weise getroffen, die vieles in Frage stellt. Oder um Beckett zu zitieren "ich kann nicht weitermachen, ich werde weitermachen".

Bin (Mann) völlig bei Ihnen.

Allerdings ist es hilfreich, wenn man sich gegeseitig nichts vormacht, sondern die Einstellung so vertritt, wie sie ist. Sonst kann es schon bei ersten realen Herausforderungen zu erstaunlichen Wandlungen der tiefen, beidseitig empfundenen und geäußerten Liebe kommen.

Sie haben das schön beschrieben: alles Gute für die Zukunft, möge alles möglichst lange so bleiben, wie Sie es gerade empfinden.

Die ominöse Zahnpastatube und "sie schlagen nicht mehr wie eins" - das in Kombination beschreibt es ganz gut. Die "Unruhe" ist nichts Neues, aber die rechtlichen Bedingungen haben sich inzwischen (luja sog i!) geändert. Heute sucht das Töpfchen eben mehrfach und mehrseitig nach seinem Deckelchen - aber es sucht.

Wenn man das so liest, inkl. der Kommentare, will man ja kaum noch eine neue Beziehung anstreben. Frau ist häufig unzufrieden, weiß aber nicht woran es liegt, sucht die Schuld beim Partner und kann gleichzeitig ihre Bedürfnisse nicht artikulieren. So ist man(n) ziemlich machtlos. Aber man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben...Drei Sachen sind m.E. nach unabdingbar: DIe Neziehung darf nicht einfach so zur Disposition stehen, Kommunikation muss klappen und Sex muss klappen. Unterm Strich beide müssen was tun.

Die sind alle so wahnsinnig sachlich und organisiert. Aber wo ist die Liebe?!? Wo ist die Trauer, wenn der Partner weg ist, vielleicht auch nur verreist? Wo ist die Sehnsucht nach dem Partner? Warum sind alle so abgeklärt? Als nach einigen Tagen gemeinsamen Urlaubs meine heutige Frau zu sich nach Hause fuhr und ich nicht wusste, ob ich sie jemals wiedersehe, war ich einige Tage voll aus der Welt. Ich verbrachte Nächte voller Angst und flennte bisweilen wie ein kleiner Schuljunge. Ich setzte alles daran, sie zu überzeugen mit mir zu leben und ich schaffte es. Heute sind wir zusammen und wir haben ein gemeinsames Kind und ihre Tochter aus erster Partnerschaft, wegen der es auch knallharte Konflikte gab. Die wir aber alle gelöst haben. Weil wir uns lieben und auch ihre Tochter hat vielleicht mehr Achtung vor mir als vor der Großmutter, die ihr immer recht gibt, weil sie Konflikte scheut. Das wichtigste ist, aus meiner Sicht, Liebe. Sich klar darüber sein, dass man selbst nur dann etwas wert ist, wenn man für andere da ist und bereit, etwas von sich selbst aufzugeben.

Verliebt ist man gleich - Trennung dauert oft Jahre. Alte Beziehungsmuster funktionieren in den modernen Gesellschaften immer weniger und haben in den alten schon nicht funktioniert. Die meisten Leute können alleine schon nicht glücklich sein, die Grundvoraussetzung für eine glückliche Partnerschaft.

Woran die Liebe scheitert? Zu wenig Sex einerseits (zunehmend mehr Männer sind pornosüchtig und impotent, ohne Witz) und andererseits dem anderen nicht wichtig genug sein (fürs Gespräch, für den Sex, für die gemeinsame Zukunft, fürs Geben, für die faire Arbeitsteilung, für die Abstinenz von was auch immer).

Kann man es den Leuten verübeln ? Wenn ich mir so die Tagesnachrichten anschauen vergeht mir jegliche Lust auf die Zukunft. In China atmen die Kinder beim Spielen Krebs ein während wir unsere Privatsphäre an den meist bietenden verkaufen und das lustigste am Ganzen , anscheinend juckts keinen und wir feiern feuchtfröhlich weiter unseren geplanten Massenkonsum an diesen festlichen Tagen. Nennt mich ruhig pornosüchtig, Sexualleben oder Beziehungen ? Seit Geburt Fehlanzeige. Bin ich stolz drauf ? Natürlich nicht , aber wen juckt es schon ? So lange ich einen Job habe , Steuern zahle und der gesellschaftlichen Ordnung folge falle ich nicht auf unter der Masse an Menschen. Glücklich bin ich nicht , daran wird eine Beziehung auch nichts ändern. Letztendlich bleibt da nur das Ertränken der Sinne in Alkohol und anderen Drogen um wenigstens momentan das Gefühl der Hilfslosigkeit zu unterdrücken und sowas wie Glück zu imitieren. Wow , wird sich der Leser denken , wie depressiv/pessimistisch kann man sein ? Eigentlich ist ja nur das meiste wahr und wird von meinen Freunden (mitte 20) auch so verstanden bloss wie will man das auch verstehen wenn im Durchschnitt jeder zweite Deutsche 50 ist =)

Mit Mann-Frau-Verallgemeinerungen wird man in diesem wie in jedem anderen Fall nicht weiterkommen, da es sowohl was sexuelle Bedürfnisse, wie auch jene in Bezug darauf, was man sich von Liebe, Partnerschaft und Zusammensein erwartet/erhofft/ersehnt, vorwiegend individuelle Unterschiede gibt.

Bei Beziehungen ist jedenfalls oft spannend, dass nicht gerade wenige Menschen im anderen offenbar eine Art Ausgleich suchen, das führt oft zu Ungleichgewicht und Spannungen. Woran das liegt, habe ich mich nicht erst einmal gefragt, ich nehme an, es hat mit Mustern aus der Kindheit, der Wiederholung von Schmerz und Kränkungen zu tun, wobei diese Muster natürlich darauf ausgelegt sind, irgendwann aufge-löst zu werden und wenn das gelingt, ist man nicht nur zusammen ein Stück heiler geworden, sondern kann auch mit mehr Ausgewogenheit weitere Hürden meistern.
Schuldzuweisungen oder das Beschwören von Stereotypen gehört jedenfalls weder zu den erfolgreichen Bewältigungsstrategien, noch sorgen sie für persönliche Weiterentwicklung. Also vielleicht mal was anderes versuchen. ;)

Das Leben wäre eigentlich eine wunderbare Sache-wenn wir es uns Menschen gegenseitig nicht immer so schwer machen würden. Leichter tut sich natürlich die/der, dem eine Trennung nicht so Nahe geht, den es nicht aus der Bahn wirft-der tut sich in den heutigen Zeiten leichter. Wer sich natürlich plagt, den kostet es immer wieder enorme Kraft wieder etwas Neues zu beginnen. Ich denke eher das ein häufiger Trennungsgrund das Einschlafen des sexuellen ist. Mag ich den anderen nicht mehr, dann möchte ich mit dem auch nicht mehr schlafen. Dann reizt das Neue wieder-und da sich bald jeder trennt, braucht man sich dabei nichts mehr denken, wenn man es auch selber tut. Warum anstrengen, macht doch bald jeder. Die Hürden sind gefallen. Fraglich ist sowieso ob Mann und Frau so perfekt zusammenpassen.

drum pruefe wer sich ewig bindet....
heutzutage streiten sich die Menschen wegen Kleinigkeiten, wieso sind die Menschen denn so unzufrieden? Das sollte sich jeder fragen bevor man den Partner immer beschuldigt. Der ist oft gar nicht schuld, manchmal hat man auch Phasen und die gehen auch wieder vorbei, immer dran denken besonders wenn Kinder im Spiel sind, das bedeutet auch Verantwortung, die brauchen ein stabiles Elternhaus. Ich bin seit 17 Jahren verheiratet, noch gluecklich und sicher manchmal koennte dies oder das noch besser sein ...und Krisen hatte ich auch schon einige aber warum sich nicht einfach mal zufrieden geben mit dem was man hat und es einem gut geht?

"aber warum sich nicht einfach mal zufrieden geben mit dem was man hat und es einem gut geht?

Tja, wenn eine(r) der beiden merkt, "dass da NOCH MEHR geht"... Man hat das Gefühl, sie seien alle auf der Suche nach einem Jackpot, und können mit nichts weniger als das zufrieden leben.

Es macht mich traurig, zu sehen, wie sich die Menschen und ihre Lebensumstände verändern. Das klingt sehr distanziert, obwohl ich ja auch in dieser Gesellschaft lebe und Teil von ihr bin.
Was mir jedoch vermehrt auffällt, ist, was er Artikel in Kürze beschreibt: Die Suche nach dem vermeintlich perfekten Partner wird scheinbar endlos betrieben, das Gesuchte jedoch nie gefunden.
Apps wie Tinder, LOVOO und andere unterstützen diese Sucheinstellung und bieten dazu noch eine "nützliche" Filterfunktion.
Das Aussehen wird immer entscheidender, andere Eigenschaften rücken in weite Ferne, wenn es um den ersten Eindruck geht.
Vielleicht fällt es mir als schmalgewachsene Person, die seine Zeit weniger im Fitnessstudio, sondern eher vor dem Klavier oder vertieft in einem Buch verbringt, mehr auf als einem Personal-Coach. Dennoch ist es mein Eindruck, der vor allem hier in einer norddeutschen Großstadt wächst und wächst.

Ein Argument, das man immer woeder hört. Ich frage mich, ob es nicht einfach daran liegt, dass viele keinen Partner mehr "brauchen". Was Sie schreiben, kann man ja auch positiv ausdrücken, oder? Die Menschen nehmen nicht mehr den nächstbesten. Sie sind weder finanziell noch sozial noch sexuell auf einen Partner angewiesen. Alles wonach sie suchen ist a little love und wenn es nur noch um das Gefühl geht, ist es doch logisch, wählerischer zu sein oder?

Ein interessanter Ansatz, den ich mit ins neue Jahr nehmen werde. Wenn das aber wahr ist, dass ein Partner nicht mehr nötig sei, wäre das eine traurige Erkenntnis für mich.
Glauben kann ich das noch nicht. Denn die Welt ist so kalt, so unfair - oder scheint es zumindest zu sein. Wachsender Leistungsdruck seitens des Berufes oder auch der Gesellschaft machen uns kaputt, machen aus uns Maschinen. Wir sind tüchtig, fleißig, bemüht. Aber was bleibt?
Sehen wir uns doch mal in anderen Ländern um. In Spanien fällt mir jedes Jahr wieder auf, dass die Menschen dort viel gelassener sind. Und auch offener! Sie öffnen sich der Welt, weil man ihnen Raum gibt. Vielleicht ist es die Lebenseinstellung, die den Spaniern dieses Geschenk gibt, Offenheit zu zeigen. Zeigen zu können.
Wer sich öffnet, ist verletzlich, heißt es so schön. Aber was dahintersteckt ist: Wer sich nicht öffnet, hat Angst verletzt zu werden.
Jeder von uns sehnt sich nach Liebe! Wählerisch sein ist ok, aber wer die Wahl hat, hat die Qual. Und zudem macht es den Charakter kaputt. Es gibt ein kolumbianisches Sprichwort, das sinngemäß so viel heißt wie: der Mann musste schnell zur Arbeit, weil er verschlafen hat. Es fuhren von seiner Haltestelle viele Busse ab. Die ersten ließ er fahren, weil sie nicht schnell genug fuhren, marode aussahen. Immer mehr Busse ließ er ziehen, bis schließlich der letzte abfuhr.
Das sagt doch alles aus.Diese Welt muss offener werden! In jeder Hinsicht! Politisch, sozial, gesellschaftlich!

„und dass für gewöhnlich die Frauen die Unzufriedenen sind. In zwei Dritteln aller Fälle sind sie es, die die Scheidung einreichen. „

Der Artikel beschreibt die Realität.
In der Regel sind es meistens die Frauen, die sich trennen wollen. Da viele Frauen gar nicht wissen, warum sie sich für einen bestimmten Partner entschieden haben oder die Wahl aus emotionalen Gründen erfolgte, erkennen sie erst sehr spät, dass es doch nicht passt. Da unzufriedene Menschen häufig bei anderen Menschen die Fehler suchen, anstatt bei sich, wird sich das Problem auch nicht lösen lassen.
Bei der Partnerwahl werden Frauen häufig zunächst von Dingen beeinflusst die im Alltag eigentlich völlig unwichtig sind (z.B. Humor). Zwar achten sie auch auf andere Dinge, aber der Humor dürfte die entscheidende Rolle spielen.
Einem Mann hingegen ist es egal, ob eine Frau viel oder wenig lacht. Wichtiger sind das äußere Erscheinungsbild und der Charakter. Da sich die Charaktereigenschaften kaum ändern und sich das Erscheinungsbild die Waage hält (beide werden ja älter), wird der Mann selten auf die Idee kommen, sich von dieser Frau zu trennen.
Sobald sich die Frau emotional nicht mehr zu ihrem Partner hingezogen fühlt, weil sie plötzlich von Dingen genervt wird, auf die sie früher gar nicht geachtet hat, wird sie darüber nachdenken, ob er noch der richtige Partner für sie ist. Dann kommt eine Lawine ins Rollen, die nicht mehr aufzuhalten ist.

Danke für diesen interessanten Gedanken!
Eine Sache lässt mich grübeln: Du sprichst von einer unaufhaltbaren Lawine. Meinst du damit, dass ein Ende der Beziehung nicht mehr abzuwenden ist, auch nicht, wenn die bisher ungenügende Kommunikation "nachgeholt" wird?

Ich finde schon, dass Humor und zwar gerade im Alltag wichtig ist.

Aber ich stimme Ihnen zu, dass Frauen öfters nicht wissen, warum sie sich verlieben, schließlich werden sie dabei offenbar auch von ihrem eigenen
Zyklus massiv beeinflusst. Deshalb ist es der größte Witz, wenn ausgerechnet sie den Männern reflexartig eine hormongesteuerte Lebensweise vorwerfen.

Zu Ihren Beobachtungen würde ich eine eigene hinzufügen:
Es scheint - trotz allem Gerede von etwas besonderem (siehe die Aussagen der Paare) eine Lust am Herumnagen zu geben: er wird ständig herausgefordert, als wolle sie sehen, wie weit sie ihn damit bringen kann, und wo seine Grenzen sind. (ich erlebe immer wieder Paare, bei denen sie ihn in aller Öffentlichkeit aus dem Stand - themenfrei - anblafft)
Geht er stets locker damit um, stärkt er seine Position. Aber in dem Moment, in dem er beim ersten Mal die Nerven zeigt, ist sein Ende besiegelt. Merkt er den Punkt, sollte er wissen, was ihm blüht.

Im Übrigen - sie wird sich meistens ungerne trennen, bevor die Alternative ausrechnend in aller Stille ausgekundschaftet.

Eine Frau ist für den Empfang und die Auswahl programmiert. Sie liebt das, was ihr Bild von ihm ihr verspricht. Entspricht er dieser, ihrer Vorstellung doch nicht (wobei sich die Vorstellung selbst ändern kann...), stellt sie plötzlich fest, dass ihre sog. "Liebe" verflogen.

Und dann kann es urplötzlich eiskalt, und ziemlich unehrlich werden.

So zum. meine pers. Beobachtung.

Boah ey, ...

Gemeint war damit auch die eigene (nicht wenige) Erfahrung, und die vergleichbare Erfahrung aus dem Freundeskreis, ergo alles, was ich bisher "beobachten" konnte.

Die Betonung auf "persönlich" sollte zum Ausdruck bringen, dass ich sehr wohl an andere Erfahrungen glaube (meine sind auch nicht alle gleich), und nicht alle über einen Kamm scheren möchte - weder Männer, noch Frauen.

Ich weiß nicht.

Humor ist in erster Linie ein Indikator für Intellekt und Warmherzigkeit. Beziehungsweise für die Fähigkeit eines Menschen zwischen den Zeilen zu lesen, Brüche zu erkennen und Wahrheit zu bennen.
Denn Humor ist im Grunde stets ein Ventil für Wahrheit.
(Darum gelten die Deutschen ja auch als "Humorlos", die älteren ethnischen Deutschen aus der alten BRD ertragen oft nicht, dass es einen Unterschied zwischen dem, was wir kollektiv (herbei)reden und dem, was tatsächlich ist.)

Wenn eine Frau Humor hat, dann kann ich mir eher sicher sein, dass sie weiß, wer sie ist und wer ich bin.

Außerdem hat man(n) eine bessere Zeit, wenn man(n) gut unterhalten ist.

Ihre Beobachtung ist dennoch richtig, nur nicht auf ein Geschlecht zu reduzieren.

Ich weiß bis heute nicht, warum zur Hölle ich mit der oder der Freundin zusammengekommen bin. Und geblieben bin.
Eigentlich ist es unfassbar frustrierend auf Frauen zu stehen. Ich würde das sofort bleiben lassen, aber dann treff ich welche und will die dann unbedingt haben. Verrückt, oder?

Na, ja bissl Pauschal, oder?
"Selbsthilfegruppen sind für Verlierer.
Gegen Liebeskummer hilft am besten eine neue Frau (oder ein neuer Mann)."

"Werde wieder Herr deiner selbst". ist schon besser. Wenn die Selbsthilfegruppe
eben dazu führt, dass "Werde wieder Herr deiner selbst" einsetzt, ist nichts verloren dabei. Dann kann auch die neue Beziehung kommen.

"Werde wieder Herr deiner selbst". Das ist der beste Satz des ganzen Artikels. Männer sollten aufhören, wie weichgespülte Waschlappen vor den Frauen herumzurutschen und sie nicht mehr so wichtig nehmen. Heute kann Frau ihr eigenes Leben leben und Mann auch.

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