Deutschlandkarte Männliche Kinderbetreuer

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ZEITmagazin Nr. 51/2015

Auch Männer können Kinder erziehen, das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Trotzdem arbeiten in Kitas und Kindergärten nur sehr wenige Männer. In Weiden in der Oberpfalz gibt es zum Beispiel gar keine, in Frankfurt am Main und in Kiel ist immerhin jeder siebte Erzieher männlich – der Spitzenwert. Gründe für den Mangel gibt es viele: Kinderbetreuung wird schlecht bezahlt und ist traditionell ein Frauenberuf. Und dort, wo Frauen in der Überzahl sind, fühlen sich Männer unter Umständen als Außenseiter. Dass Männer besonders in bayerischen Kindergärten fehlen, liegt auch daran, dass jeder, der dort mit Hauptschulabschluss Erzieher werden will, erst einmal Kinderpfleger werden muss. Und Kinderpfleger tragen weniger Verantwortung, in der Praxis gibt es fast nur Kinderpflegerinnen. Anderswo haben es männliche Kinderbetreuer leichter, auch dank der Lobbyarbeit von Initiativen wie der Koordinationsstelle "Männer in Kitas" aus Berlin. Und wo Männer erst einmal sind, kommen mehr Männer nach.

48 Kommentare

in der KiTa meiner Kinder gibt es mittlerweile drei Erzieher und einen Erziehungshelfer. Am Anfang musste ich auch mal trocken schlucken, weil in unserer vorherigen KiTa kein Mann beschäftigt war. Es war einfach ungewohnt. Mittlerweile bin ich froh und glücklich, dass die Herren da sind. Deren Umgang mit den Kindern ist weniger "gefühlsdusselig". Es gibt mehr sportliche Aktivitäten. Ja der Umgangston ist manchmal auch einen Tick rauer, aber das tut gerade den Jungs auch mal gut. Und die so genannten Entwicklungsgespräche und Tür- Und Angel Gespräche mit den Eltern zeichnen sich durch eine hohe Sachlichkeit aus. Über berechtigte Kritikpunkte von Elternseite wird nicht großartig diskutiert und relativiert (wie ich es bei einigen Erzieherinnen erleben durfte) - das Problem wird einfach angepackt und gut.

Ich habe in 9 Jahren als männlicher Erzieher keine Erfahrung mit Vorurteilen durch Eltern gemacht, und mich im Gegenteil immer sehr geschätzt gefühlt. Auch und besonders in meiner Zeit in der Krippe.
Aber hier in Berlin ist man da vielleicht schon weiter als auf dem Land, hier ist schließlich auch die Beteiligung der Väter an der Erziehung der Kinder normal.

"Kinder-Erziehung" ist viel zu wichtig . als das man sie den Frauen überlassen darf!
(Provokante aber mMn, leider zu belegende These)
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Was dabei rauskommt ist im Alltag HEUTE recht gut zu sehen/ zu erfahren.
Bis zum Ende der Grundschule oft auch weiter findet man kaum Männer in den dazu gehörenden Berufen!
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Aber zum Männermangel in der "öffentlicher Erziehung" (Kita/Kiga/Grundschule)
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-Massive (in letzter Zeit "gefühlt" schon hysterische) Vorurteile im Bereich Sexualität/Missbrauch.
-Teilweise noch schlechte Ausbildung
-Schlechte Bezahlung
-Keine Aufstiegschancen
-Minimale soziale Anerkennung
....
Mich wundert, das noch so viele Frauen in solchen Sozial- und Pflegeberufen zu finden sind! Herrscht den immer noch in den Köpfen von Mann&Frau das Vorurteil, das "Brutpflege" genetisch angelegt und nicht erlernbar ist?
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Eine Gesellschaft, die ihre wichtigste Grundresource Erziehung, Bildung und Ausbildung so verkommen lässt wie unsere, hat es nicht beser verdient!
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Brummt
Sikasuu

Es gibt hier viele MitforistInnen die einige der wichtigsten Gründe für die geringe Zahl von Erziehern in KiTas anführen, allen voran der "Generalverdacht", der sich jedoch häufig mit der Zeit in Luft bzw in Vertrauen auflöst, wenn man lange genug in einer Einrichtung tätig ist und vernünftige Arbeit leistet.
Die wechselseitige Beobachtung unter KollegInnen gehört dazu, das kann man nicht nur unter dem Aspekt der Mißbrauchsprävention sehen.
Man muß (!) in diesem Beruf hinsehen und mit z.B. der allzu gluckenhaften Kollegin diskutieren, daß dieses Verhalten wenig entwicklungsförderlich ist...

Auf der anderen Seite ist es zwar richtig, daß mehr Männer als männliche Bezugspersonen im Krippen/Elementarbereich wünschenswert sind, aber wenn die Kollegin die Präsenz ihres Kollegen zum Anlass nimmt ihm männlich konnotierte (Bolzen, Werken, spielerisches Kämpfen etc.) Beschäftigungsangebote für die "schwierigen" Jungs anzuempfehlen oder durch "Motivierung" der Zielgruppe aufzudrängen, dann wird´s schwierig.

Abgesehen davon funktionieren auch in einer KiTa unter den Kolleginnen das gängige Rollenverhalten, Geschlechterklischees/stereotype und natürlich die klassischen weiblichen "Beuteschema".
Ein attraktiver Erzieher ist aber auch für manche, speziell alleinerziehende, Mütter einen Versuch wert...^^
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Wenn man sich so unter den Kollegen umhört, dann bevorzugen die Großstädte und darin Szeneviertel, weil dort offenbar eine höheres Grundlevel an Toleranz vorliegt.

Es besteht gerade seit ca. 10 Jahren auch eine große Verunsicherung bei männlichen Betreuungspersonen, egal ob Kindergärtner, Pfadfinderbetreuer oder was auch immer. Die Angst, dass einem sexuelle Belästigung von Minderjährigen zur Last gelegt wird, ist groß, denn diesen Makel bekommt man nur schwerlich los.
Ich habe erst kürzlich mit einem Pfadfinderbetreuer gesprochen, der sich nun zurückzieht weil man ihm auf Grund von "Vorfällen" gesagt hat, so ginge es nicht. Hintergrund war u.a., dass sich ein Mädchen beim Toben im Wasser an ihn hängte und er sie dann "nicht vorschriftsmäßig" hielt, also die Hand unbotmäßig nah am Gesäß des Mädchens zu finden war und er ferner das Kind nicht schnell genug darauf aufmerksam machte, dass es sich durch sein Verhalten auch in "gefährliche Bereiche" begab, sprich: dadurch, dass es ja an dem Mann "hing", befand sich der Körper des Kindes direkt am Körper des Mannes, der eine Badehose trug. Nur ein Beispiel. Betreuerin übernimmt zehn Kinder für eine nächtliche Wanderung. Kein Problem. Betreuer übernimmt zehn Kinder für eine nächtliche Wanderung und darf nur Jungen mitnehmen, die Mädchen wollen aber gerne mit, eine zusätzliche Betreuerin will nicht mitmachen, also fndet die Wanderung nicht statt - dass nur ein männlicher oder gar zwei männliche Betreuer die Wanderung mit einer gemischten Gruppe durchführen kommt nicht in Frage.
Das würde ich mir als Mann auch nicht antun.
http://www.fr-online.de/p...

Als Frau kann ich es vollkommen verstehen, wenn Männer den Beruf des Erziehers nicht ergreifen wollen.

Ich habe einpaar Wochen mal in einem Kindergarten freiwillig ausgeholfen und war schockiert, als ich rausgefunden habe, dass der einzige männliche Erzieher KEINE Windeln wechseln darf. Ich weiß nicht, ob das so fest vorgeschrieben ist oder nur in diesem Kindergarten praktiziert wurde, aber wieso sollte ich mich als Mann ständig der Verdächtigung auferlegen müssen, ein Pädophiler o.ä. zu sein?

Das ist eindeutig Diskriminierung und zeigt, dass es Männer schwerer haben typ. Frauenberufe zu ergreifen als vice versa.

In bestimmten Städten wird von kommunaler Ebene vorgegeben, dass Männer keine Windeln wechseln dürfen. Ob das verschriftlicht wird, weiß ich jedoch nicht. Nach meiner Einschätzung ist eine solche Vorgabe ungesetzlich.

Teilweise kann ich die Befürchtungen der Eltern irgendwie nachvollziehen, denn es gibt ihn nun mal, den sexuellen Missbrauch, der in der Mehrheit von Männern ausgeübt wird. Dennoch finde ich es einerseits befremdlich, wenn man im Sinne der Eltern einen "potentiellen (männlichen) Sexualstraftäter" verbieten möchte, dass dieser die Windeln der Liebsten wechselt und man andererseits gerade diesem "potentiellen Sexualstraftäter" die Obhut der Kinder anvertraut.

Interessant ist, dass das "Windelwechselverbot" die vorverurteilende Meinung u.a. dadurch verstärkt, dass sich zum einen das Verhalten der Männer dahingehend ausrichten wird unter keinen Umständen eine Windel zu wechseln und zum anderen das Handeln der männlichen Erzieher immer vor dem Hintergrund des Geschlechts betrachtet wird. Ein Mann könnte sich schon allein dadurch verdächtig machen, dass er sich im Wickelraum befindet.

Bei einer Erzieherin wird das Küsschen auf die Wange oder das Knuddeln des Kindes meist ganz anders bewertet als bei einem Mann. Wie einfach es ist einen nicht ausgesprochenen und sich verselbständigenden Verdacht zu äußern... da kann schon das Hochziehen der Augenbrauen genügen, wenn bspw. eine Erzieherin davon erfährt, dass Erzieher X gerade alleine bei Kind Y ist.

Wer einmal miterlebt hat, wie schnell einem Mann angehängt werden kann, dieser hätte da mit Kindern etwas gemacht. -
Der weiss, warum kaum ein Mann bereit ist, dieses Risiko einzugehen und dann beruflich (und oft genug auch privat) vor dem Nichts zu stehen.
Es dürfte für einen Mann wohl kaum einen größeren Schleudersitz-Beruf geben

in der tat, die männer sind daran schuld dass sie es so wenige von ihnen in z.b. kitas gibt. so ist das eben wenn sich menschen ihren beruf mehr oder weniger frei aussuchen dürfen. deswegen gibt es in manchen berufsfeldern ein ungleichgewicht der geschlechter.
wer das ändern möchte,möchte die leute zwingen einen beruf zu wählen der sie eher nicht interessiert.
übrigens: netter versuch! denn es gibt zwar einige menschen die behaupten dass z.b. mehr frauen mint studieren würden wenn es dort mehr frauen gäbe. aber es darf bezweifelt werden dass dies ein faktor ist der die berufswahl von männern/frauen nennenswert beeinflußt......

Ich bin ja nun schon etwas ältere Datums und erinnere mich, dass in den 70er und 80er Jahren Kindergärtner weit häugiger waren als heute - es waren ja auch noch nicht so viele Frauen berufstätig.

In den 90ern gab es dann einen beiten Exodus von Männern aus diesem Job, weil staatlich und parteipolitisch geförderte Einrichtungen das Thema "Missbrauch" auf eine Art und Weise in die Öffentlichkeit brachten, dass Männer, die mit Kindern umgingen, automatisch unter Generalverdacht gerieten. Sogar die eigenen Väter (was sich bis in manche Scheidungsschlacht hinein instrumentalisieren ließ),

Fairer Weise muss man aber auch sagen, dass es in Kreisen der Reformpädagogik wie christlicher Einrichtungen tatsächlich viele männliche Pädophile gab. Berechtigte Vorwürfe und infame (es gab beides) waren faktisch oft nicht zu unterscheiden. Über weiblicher Pädophilie (die es auch gibt) ruht nach wie vor das Feigenblatt allgemeinen Schweigens.

Viele Jüngere erinnern sich nict mehr an diese Zeiten. Aber dasses eine habitualisierte innere männlicher Abwehr geen den Umgang mit Kindern geben kann, ist etwas Neues und zurückzuführen auf diese bis heute nicht aufgearbeiteten Kampagnen.

Ales andere (Lohn und Ansehen) ist sekundär - sonst würde ja auch kein Mann bei der Müllabfuhr oder bei McDonalds arbeiten.

Ich habe 2 Jahre als Integrationshelfer an einer Grundschule gearbeitet. Hätte mit nun mittlerweile 34 Jahren gerne noch die Möglichkeit gehabt, Erzieher zu werden. Aber keine Chance, die Jobcenter stecken einen lieber ins 10. Bewerbungstraining. Hinzu kommt noch, dass man als Mann immer unter Beobachtung steht. Die Lehrerinnen ander Grundschule, haben den Kindern verboten mich zu umarmen. Da fühlt man sich als Mann gleich abgestempelt.

Entweder gab es einen Grund dafür, dass die Kinder Sie nicht umarmen durften, wovon ich NICHT ausgehe oder das Verhalten der Lehrerinnen war schlicht und ergreifend diskriminierend. Stellen Sie sich nur mal vor, was die Kinder ihren Eltern gesagt und vor allem was sich die Eltern dazu gedacht haben könnten.

Ich kann mich noch an eine kurze Diskussion mit einer ehemaligen von mir hoch geschätzten Lehrerin erinnern. Sie verteidigte die Vorgaben unserer Schule, dass zwar einerseits die begleitenden Lehrer bei Klassenfahrten ausschließlich weiblich sein dürfen, Männer hingegen jedoch nicht ohne Begleitung weiblicher Kolleginnen betreuen durften. Obwohl die Lehrerin sich ansonsten höchst empathisch zeigte, sah sie darin überhaupt kein Problem.

Artikel wie diese dienen doch nur dem Zweck, den Männern eine Gehirnwäsche zu verpassen. Haushalts- und Familienarbeit, "Freude an der Väterrolle" und ähnlicher Quatsch! Wahrscheinlich ist die feministische Bewegung erst zufrieden, wenn man Männern eine Gebärmutter einpflanzen kann, um auch bei Schwangerschaft und Geburtsschmerz Geschlechterparität herzustellen!

Dieser Beitrag ist an Naivität kaum zu überbieten. Ich will jetzt gar nicht darauf eingehen, dass "Kindergärtnerin" keine Berufsbezeichnung ist und von vielen der hochqualifizierten Erzieherinnen als abwartend empfunden wird. Zumal Erzieherinnen ja nicht nur in Kindergärten tätig sind.
Der Grund warum so wenig Männer diesen Beruf ergreifen liegt auf der Hand, er ist gesellschaftlich nicht ausreichend gewürdigt, gilt als unmännlich und man verdient so viel wie ein Hilfsarbeiter - nur das man als Hauptschüler praktisch keine Chance hat - da endet die Karriereleiter als Sozialassistentin. Vier bis fünf Jahre Ausbildung, davon nur eines vergütet und ein anschließendes Einstiegsgehalt von knapp 2000 Euro brutto, sind da nicht verlockend. Dann kommt noch einer Vorbei und nennt einen "Kindergärtner" ... Da rümpft sogar die Kampf-Emanze heimlich die Nase und sucht sich lieber nen männlicheren Schreiner.

Hier wird viel vermutet und viel angebliche Diskriminierung von Männern beklagt, wissen tut aber anscheinend niemand etwas.
Ich bin seit 9 Jahren Erzieher in Berlin, wurde noch nie des sexuellen Missbrauchs beschuldigt (und kenne unter meinen männlichen Kollegen auch keinen, dem das passiert ist), bin bei Eltern und Kolleginnen als kompetente Fachkraft anerkannt und bei den Kindern beliebt. Die Reaktionen aus meinem sozialen Umfeld und auch von flüchtigen Bekannten auf meinen Beruf sind durchweg positiv und trotz des niedrigen Gehaltes habe ich eine tolle Frau gefunden und eine Familie gegründet.
Das ist natürlich auch nicht generalisierbar, aber zumindest mal eine Perspektive aus der Praxis.

Warum behauptest du, dass niemand etwas wisse? Die Kommentatoren hier sind ja anonym bzw. pseudonym, also kannst du genauso wenig wissen ob jemand hier etwas weiß, erlebt hat. usw. wie jemand überprüfen kann ob deine Aussage stimmt.
Vielleicht stimmt beides, vielleicht nichts...
Du sagst ja selbst "nicht generalisierbar", wieso meinst du dann, dass andere aber nichts wissen können?

Die Frage muss ich jetzt stellen:
Was tun die Frauen dafür, dass in diesem frauendominierten Berufsfeld die Männerquote erfüllt wird? Ach ja: das Argument, dass es zu wenig Bewerber gibt, zählt nicht, denn auch bei Aufsichtsratsposten ist das ja nur ein Scheinargument...

ich kannte einen Erzieher der hat aufgrund der Vorverurteilung der Männer im Hinblick auf den Erzieherberuf seinen Job gewechselt.
Aus dem Bekanntenkreis habe ich auch schon negative Reaktionen erlebt, als eine Mutter von einem Erzieher geredet hat.
Ein Wahnsinn als Mann solch einen Beruf zu wählen!

Wenn sich die Menschen von ihren Illusionen, ihrem Weltbild und den Vorurteilen anderer Menschen lösen können und nur bei sich bleiben, dann wäre dieses ganze Thema nicht mit einem Wort Diskussionsfaehig.. Danke und fasst euch an eure eigene Nase

Wo soll das Problem sein? In Deutschland herrscht freie Berufswahl. Und wenn sich mehr Frauen als Männer für den Beruf des Kindergärtners entscheiden, ist das zu respektieren. Wie kommt man nur immer auf die Idee, dass in sämtlichen Berufen Geschlechterparität zu herrschen hätte?

Die negativen Auswirkungen von fehlenden männlichen Bezugspersonen in der nichtgymnasialen Schul/Kindergartenausbildung sind doch längst dokumentiert. Unterricht wird von Frauen für Mädchen ausgelegt, die Jungs werden mit Medikamenten ruhiggestellt oder als Problemmacher abgestempelt und kommen halt nicht aufs Gymnasium. Man sieht es in Geschlechterverhältnissen an weiterführenden Schulen und Universitäten. Nirgendwo wäre eine Geschlechterquote dringender als hier, jedoch schweigt die große Öffentlichkeit gekonnt drüber. Dass es auch vor allem Eltern sind, die ihr Kind nicht zu einem Kindergärtner geben wollen, wird ebenfalls totgeschwiegen - und das obwohl 50% der Missbrauchsvorfälle von Frauen ausgehen. Erinnert mich an Airlines, die Männern das Boarding verwehren, weil der Nebenplatz von einem alleinreisenden Kind besetzt ist und man spontan keinen weiblichen Tauchpartner finden konnte.

"Ich glaube auch nicht, daß die Bezahlung ausschlaggebend für den Männermangel in Erziehungsberufen ist, sondern die im Kommentar #1 angesprochenen Gründe."

Da dürfte eine Reihe von Gründen zusammenkommen. Die im ersten Kommentar genannten sind zweifellos sehr wichtig. Aber hinzu kommt, dass Erzieher kein typischer Männerberuf ist. Wenn ich einmal unter küchenpsychologischen Gesichtspunkten die Karte betrachte, sehe ich, dass in den städtischen Ballungsräumen der Anteil von Männern deutlich höher ist, als auf dem Land. Vielleicht, weil die Hemmschwelle, einen "Frauenberuf" zu ergreifen, in den Städten weniger hoch ausfällt?

Und die Bezahlung ist zweifellos ein Problem. Als Erzieher oder Grundschullehrer sind Sie in Frankfurt oder München ein armer Schlucker, mit allen Konsequenzen für das soziale Ansehen und auch für die Partnerwahl. Denn Frauen, auch in gebildeten Kreisen, suchen sich bevorzugt Partner, die deutlich mehr verdienen, als sie selbst. Da sind Sie als Erzieher nicht gerade erste Wahl...

Es sollte jeder selbst entscheiden dürfen, was Er oder Sie später im Beruf machen möchten. Die Bezahlung ist hoffentlich nicht der Grund weshalb man Erzieher(in) wird, sondern die Freude am Erziehen und die Interaktion mit Kindern. Für Sie als Autor, mag die niedrige Quote Ausdruck eines Mangels sein. Für mich ist dies kein Mangel, sondern realität auf Grund der natürlichen Gegebenheiten von Mann und Frau. Sie können dem natürlich versuchen entgegen zu wirken, mit Quoten(??) oder technischen Mitteln, aber das finde ich künstlich und abnormal. Persönlich vertraue ich Frauen mehr, in der Kindererziehung als Männern. Das hängt sicher auch mit potentiellem Kindermissbrauch zusammen und ich hoffe, dass die Kita meiner Kinder dies berücksichtigt. Die Chance Kindern ein männliches Vorbild zu geben, gibt es noch außerhalb der Kita und hoffentlich zu Hause.

Bei der hohen Anzahl von Alleinerziehenden, und das sind zu über 95% Frauen, ergibt sich die Chance auf männliche Vorbilder kaum. Ich sehe es bei mir, ich bin der einzige alleinerziehende Vater im Gegensatz zu 35 alleinerziehenden Müttern in unserer Kita. Da bin ich ganz froh, das wir inzwischen schon zwei Erzieher haben. Und meine Tochter findet beide gut.

Sie vertrauen also Frauen mehr mit der Begründung, dass sie in jedem männlichem Kindererzieher einen potentiellen Missbrauchstäter sehen !
Ungeheuerlich und tatsächlich die wohl zutreffendste Begründung für den eklatanten Mangel an männlichen Erziehern.
Übrigens sind es überwiegend Frauen, die für Kindstötungen verantwortlich sind ...

"Geht es um anderer Leute Kinder, überlassen sie das lieber den Frauen."

Nicht ganz richtig. Man denke an die vielen Kuckuckskinder ;-)

Spaß beiseite: Was soll denn diese Moralkeule? Genauso könnte man fragen, warum Frauen technische Berufe meiden (wenn ich an mein Elektrotechnikstudium mit 5% Frauenanteil zurückdenke). Da sagt doch auch keiner, dass Frauen das logische Denken lieber den Männern überlassen ;-)

Der Männermangel in Erziehungsberufen ist Hausgemacht, und eine direkte Folge einer schon fast bösartigen Abwertung von Männern in dieser Gesellschaft.
Die größte Gefahr für Männer in diesen Berufen ist eine Falschbeschuldigung, Behauptung genügt, und Mann hat ein Riesenproblem.
Im übrigen würde kein Mann mit Verstand die Gender Ideologie vertreten, die sich in den Erziehungsberufen breit macht.

Ich glaube auch nicht, daß die Bezahlung ausschlaggebend für den Männermangel in Erziehungsberufen ist, sondern die im Kommentar #1 angesprochenen Gründe. Dabei wäre es längst Zeit für eine Quote. Gerade für Jungs halte ich männliche Bezugspersonen für sehr wichtig in der Persönlichkeitsentwicklung.

Fremde Kinder zu betreuen ist so ziemlich der schlechteste Rat, dem man einem jungen Mann bei der Berufswahl geben kann. In unserem Kindergarten wurde ein motivierter junger Berufsanfänger aufgrund seines Geschlechts von den Eltern abgelehnt. Der Mißbrauchsvorwurf steht ständig im Raum, in vielen Kitas dürfen männliche Erzieher nicht einmal ohne offene Tür die Windeln wechseln. Der Erzieherverband sprach schon vor Jahren vom "Damoklesschwert" des sexuellen Mißbrauchs, welches über jedem männlichen Erzieher schwebt. Warum sollte sich das jemand antun?
Übrigens: Der Vorwurf, das Männer das Erziehen fremder Kinder lieber Frauen überlassen, dürfte viele Scheidungsväter sauer aufstoßen, denn die dürfen nicht einmal ihre eigenen Kinder erziehen.

Genau das sind auch meine Erfahrungen auf diesem Gebiet: ständiges Misstrauen und Generalverdacht lassen kein entspanntes arbeiten zu, man verkrampft immer mehr und macht Fehler. Ich habe daher komplett das Berufsfeld gewechselt. Zudem muss man aufpassen, dass man(n) durch eine Arbeit, bei der man ständig von fast ausschliesslich weiblichen Kollegen misstrauisch beäugt wird, nicht seinerseits Vorurteile gegen Frauen entwickelt. So wichtig es also wäre, mehr Männer im Bereich der Vorschulichen Erziehung und Betreuung zu haben, kann ich aus meiner Erfahrung heraus leider nur sagen: Jungs, lasst es lieber.

Gynækologen haben das gleiche problem und gehen damit um, in dem im untersuchungszimmer immer (wenn auch dezent und im hintergrund) eine mta anwesend ist.
"Der Mißbrauchsvorwurf steht ständig im Raum, in vielen Kitas dürfen männliche Erzieher nicht einmal ohne offene Tür die Windeln wechseln. "
diese praxis ist nichts andres als das was gynækologen tun und nur empfehlenswert.

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