Power Bank Unter Strom

ZEITmagazin Nr. 51/2015

Die Drei-Prozent-Phase ist unangenehm. Sie tritt ein, wenn ich am späteren Nachmittag unterwegs bin und mein Smartphone mir eine Akkuleistung von wenigen Prozent signalisiert. Ich fühle mich dann in meiner digitalen Existenz bedroht. Vielleicht geht noch eine letzte E-Mail, ein Anruf, letzte Worte. Dann verschwindet man. Mit Smartphone ist das Leben flexibler geworden, gleichzeitig hat es uns zu Zombies gemacht, die nach WLAN gieren. Und wer kein Ladekabel dabeihat, der hat ebenfalls ein Problem. Ich wusste gar nicht, was für ein Rüpel ich sein kann, wenn ich mich um eine Stromquelle balge. Das Smartphone hat mich gleichzeitig in die Zukunft und in die Steinzeit versetzt.

Besser ist es, sich einen Ersatzakku zu besorgen. Allerdings sind diese Akkus meistens hässlich, und es ist schade, ein schön designtes Smartphone mit einem so unansehnlichen Ding zu betreiben. Eine wohltuende Ausnahme ist die Power Bank, die die Designerin Pauline Deltour für die Firma Lexon gestaltet hat. Sie ist klein wie eine Zigarettenschachtel – für einen Exraucher wie mich ein vertrautes Format. Sie hat eine Aluminiumhülle und ist in vielen Farben erhältlich, etwa Gold, Burgunderrot, Anthrazit oder Kobaltblau. Das Schönste aber ist das breite Gummi um das Gehäuse. Unter ihm kann man Dinge festklemmen, die sonst in der Tasche herumfliegen, Scheine oder Kreditkarten. Ich habe die Power Bank nun immer bei mir. Man braucht nur noch ein USB-Kabel, schon läuft das Handy wieder – und wird zugleich geladen. Einziger Nachteil: Die Ausrede "Mein Akku war leer" taugt nicht mehr.

Technische Daten

Power Bank von Lexon (2600 mAh); Design: Pauline Deltour; Serie: Fine; USB- und Micro- USB-Anschluss; Maße: 8,7 x 6 x 1,3 cm; Gewicht: 139 g; Material: Aluminium; Preis: 49 Euro

Mirko Borsche, Creative Director des ZEITmagazins, schreibt jede Woche die Kolumne "Unter Strom"

Kommentare

6 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

2600 mAh sind eine abwegige Leistung bei den heutigen Smartphones.

5000 sollten es zumindest sein, weil der Akku dann auch für Reisen taugen würde. Besonders wenn man auch noch ein Tablet mitführt.

Mein Huawei G7 hat allein schon 3000 mAh. Der Ersatz-Akku reicht also nur für den Notfall. Für Reisen müßte ich dann noch einen extra haben. Dafür ist der Preis zu hoch. Das Design ist aber ok.

Ein Ersatzakku braucht man in der Regel nur dann, wenn absehbar ist, daß man in einer längerfristigen Situation dringend erreichbar sein muß oder will,
in der keine Stromquelle zur Verfügung steht. So wie bei einem Ausflug in die Berge oder so. Im Alltag ist man meist nie länger als 1 bis 2 Stunden von der nächsten Steckdose entfernt.

Noch zwei Hilfen
1. Handy immer in einer Rettungsfolie von Ort zu Ort transportieren, damit werden alle Metakoordinaten geschluckt und sie werden ein mobiles Funkloch. eine Folie hat 2x1,5 Meter und reicht mehrfach gefaltet für 3-4 Smartphones kostet 50ct.
Und nutzen sie es nur im Büro und zu Hause. Damit können sie sich viele Freunde machen, die auch dir ins Gesicht sehen.