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Manufakturen Wie von Hand gemacht

Warum heißen so viele Firmen Manufakturen? Von
ZEITmagazin Nr. 51/2015
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Daran, dass sich Schuhmacher, Eisdielen und Optiker Manufaktur nennen, hat man sich ja gewöhnt. Inzwischen sind diese Firmennamen jedoch von den irgendwie handwerklich Tätigen auf sämtliche Arten von Firmen übergesprungen. Die Firmennamen oder -beinamen, die wir hier abbilden, gibt es wirklich, sie sind ernst gemeint.

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Apps etwa, die noch von Hand gemacht werden, so wie vor 300 Jahren, haben in diesen Zeiten etwas ungemein Beruhigendes. Der Begriff Manufaktur ist nicht geschützt für Betriebe, die weitgehend in Handarbeit ein Produkt serienweise herstellen. Das bedauert der Verband "Deutsche Manufakturen" sehr, er zählt seit Kurzem einen "explosionsartigen" Anstieg der Namen und besteht darauf, dass Blütenblätter in Sekt zu streuen für ihn keine manufakturelle Arbeit darstelle.

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Ein Vorgänger der Manufakturen waren die Werkstätten, vor allem kulturelle Einrichtungen nannten sich einst so (Tanz-, Kino-, Theaterwerkstatt), vermutlich, um der Kunst etwas Bodenständiges abzugewinnen. Heute wird dagegen der umgekehrte Versuch unternommen, aus etwas halbwegs Bodenständigem (Büroarbeit am Computer) etwas Kunstfertiges zu machen.

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Vielleicht rächen sich die Möbelmanufakturen bald für den Namensklau und nennen sich Agentur für Hölzernes. Oder möchte die "Manufaktur für Wortschätze" diesen Namen übernehmen?

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Dieser Text erschien in ähnlicher Fom im Zeitmagazin Nr. 51.

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