Deutschlandkarte Namensgeber von Alpenvereinshütten

Anlaufstelle sein für hungrige, müde oder schutzsuchende Bergsportler

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ZEITmagazin Nr. 52/2015

Auf dem Westgipfel der Zugspitze thront in 2.959 Meter Höhe das Münchner Haus. Es ist eine der am höchsten gelegenen Alpenvereinshütten mit deutschem Ortsnamen, übertroffen wird sie nur von der Zwickauer Hütte in Südtirol. Die bayerische Hauptstadt und die Stadt in Sachsen sind deshalb Paten, weil die Hütten von den dortigen Sektionen des Deutschen Alpenvereins erbaut wurden. 355 solcher Sektionen gibt es insgesamt. Die Ulmer Sektion gründete etwa die Ulmer Hütte am Arlberg, die Kieler Sektion die Kieler Hütte bei Ischgl, die Dessauer Sektion die Dessauer Hütte im Elbsandsteingebirge. Die meisten Hütten sind nach Orten in Süddeutschland benannt, denn dort ist der Alpenverein aktiver. Die Hütten sollen eine Anlaufstelle sein für hungrige, müde oder schutzsuchende Bergsportler. Viele sind über 100 Jahre alt und gehören noch heute jenen Sektionen, die sie damals gründeten. Es ist also recht wahrscheinlich, dass man, wenn man die Münchner Hütte besucht, auch Münchner dort oben trifft.

Recherche Anton Dorow

Kommentare

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„Gezwungenermaßen“ trifft es nicht wirklich. Sie werden als Gast zurückgewiesen, wenn das Haus voll ist *und* Sie nach menschlichem Ermessen in der Lage sind, gefahrlos eine andere Unterkunft zu erreichen. Bei Einbruch der Dunkelheit oder Entkräftung wird das mit Sicherheit nicht passieren.

Allerdings müssen Sie bei Überfüllung mit einem Ruheplatz auf dem Fußboden rechnen.

"Die Hütten sollen eine Anlaufstelle sein für hungrige, müde oder schutzsuchende Bergsportler."

Viele Hütten, die im Winter nicht bewartet sind, haben einen Winterraum, der zur Benützung offen ist. Allerdings gibt es für die hungrigen, müden oder schutzsuchenden Bergsportler durchaus Verhaltensregeln. Beispielsweise gehören Hunde nicht auf die Matratzen, lässt man einen kleinen Obolus zurück, der zur Deckung der Unkosten dient, hinterlässt den Winterraum ordentlich, verriegelt die Tür bei der Abreise richtig und verfeuert nicht zuviel Holz. Leider beherzigen viele 'Bergsportler' diese Regeln nicht mehr. Über kurz oder lang werden darum viele im Winter nicht bewartete Hütten ihre Winterräume auch schliessen, so dass der Wanderer in der Not vor einer vollständig verschlossenen Hütte steht.

Ähm, die Recherche war jetzt eher etwas oberflächlich. Zur Geschichte der Alpenvereine (DAV, ÖAV): http://www.alpenverein.de...
Zum Münchner Haus: http://muenchnerhaus.wach...
Die verschiedenen Jahrgänge des Alpenvereinsjahrbuchs bieten darüber hinaus wesentlich fundiertere Infos.

Die Städte sind übrigens nicht zwingend Paten der Hütten, auch wenn die Hütten so heissen. Die Namen kommen von den namensgebenden Sektionen (die es u.U. schon lange nicht mehr gibt). Auf der Prager Hütte werden Sie z.B. eher keine Prager treffen. Patenschaften bestehen, müssten aber einzeln recherchiert werden. Ursprünglich waren viele der Hütten kleine und teilweise primitive Unterkünfte der Sektionen (also der Münchner, Ulmer usw). daher der Name. Für so etwas hat sich kein Bürgermeister zu einer Patenschaft hinreissen lassen. Ein Gegenbeispiel wären alpine Paläste wie z.B. die Berliner Hütte.
Sektionen wie "Oberland" oder "Bayerland" haben übrigens auch entsprechend benannte Hütten, andere Hütten sind nach Persönlichkeiten oder der Landschaft (z.B. Karwendelhaus, Falkenhütte) benannt. Insofern ist es fraglich, was aus der Karte mit den Städtenamen gelesen werden kann.

=> Das Thema ist durchaus interessant, ohne Recherche im Archiv kommt aber nur so ein Stadt-Land-Fluss-Artikel heraus.