Deutschlandkarte Nichtraucher

Von
ZEITmagazin Nr. 1/2016
© Laura Edelbacher

Drei Viertel der deutschen Erwachsenen rauchen nicht, überzeugte Raucher gibt es nur noch wenige. Deutschland entwickelt sich zum Nichtraucherland. Doch zwischen den Bundesländern bestehen deutliche Unterschiede: Bei den Männern schwankt der Nichtraucher-Anteil je nach Bundesland zwischen 65 und 73 Prozent, bei den Frauen zwischen 76 und 83. Tendenziell gibt es im Süden mehr Nichtraucher als im Norden. In Berlin, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern gibt es die wenigsten – was unter anderem Rückschlüsse auf die dortige relativ hohe Arbeitslosenquote zulässt. Der Raucheranteil ist nämlich unter Erwerbslosen größer als unter Erwerbstätigen. Auch Alter und Bildungsniveau spielen eine Rolle. Und die Art des Berufes: Den Vorsatz, mit dem Rauchen aufzuhören, wird man zum Jahreswechsel nur selten von Apothekerinnen in Sachsen und von Hochschullehrern in Bayern und Baden-Württemberg hören. Sie sind am wahrscheinlichsten ohnehin schon Nichtraucher.

Quelle Tabakatlas Deutschland 2015


12 Kommentare

Frauen sind in nahezu allen Fällen die Personen, welche Kinder kriegen und sind quasi spätestens hier gezwungen aufzuhören, oder wenigstens zu unterbrechen. Das Rauchen sehr gefährlich ist, sollte jedem Menschen in Deutschland bekannt sein. Und auch hier ist es primär die Frau, welche durch die Erziehung und Nähe zu den Kindern die Vorbildfunktion übernimmt und Laster eher aufgibt. Das alles führt natürlich zu einem Frauenbild, welches negativer durch das Rauchen beeinflusst wird, als es bei den Männern der Fall sein würde. In diesem Fall von einer Art Unterdrückung zu reden halte ich deshalb für falsch. Es hat ganz einfach biologische Gründe.

Bezüglich der sozialen Ächtung. Auch dies hat relativ einfache Gründe. Früher war nicht in dem Ausmaß bekannt, was für Folgen Rauchen für die Gesundheit und damit vor allem auch für die Volkswirtschaft hat. Wir dürfen nicht vergessen, dass der Staat erst mal in jeden Menschen viel Geld investiert. Und dafür möchte man natürlich, dass die Menschen lange arbeiten und viel konsumieren. Es ist also ganz normal, dass man dies dann früher oder später ächtet.
Hinzu kommt, dass man vom Rauchen abhängig wird. Das nicht Aufhören wird also als Schwäche angesehen.
Den rebellischen Charakter hat das Rauchen schon fast verloren. Es sind heute eher die Verbrecher, welche man in Hollywood etc. mit Zigaretten sieht. Und nicht wie früher die freiheitsliebenden Helden. Den bekannten Antihelden Status hat es aber noch beibehalten.

Würden Apotheken die elektrische Zigarette auf Kosten der Krankenkassen an noch rauchende Mitbürger verteilen, und würden die Ärzte intensiv dafür werben, dann könnte man mit sehr wenig Geld unheimlich viel für die Gesundheit erreichen. Rauchen aufhören ist nämlich ziemlich leicht, wenn man auf die elektrische umsteigt. Und nein, allen Lügen und Kampagnen zum Trotz, es wurden bislang keine hohen Risiken des Dampfens oder krebserregende Stoffe gefunden. aj

rauchen war eines der ersten "opfer" der political correctness. vor einigen jahrzehnten hat noch jeder selbst enschieden ober er/sie raucht oder nicht. mittlerweile scheint die gesellschaft eine art auftrag zur missionierung zu haben. nicht nur das rauchen, sondern alles was ungesund und / oder nicht ins gesellschaftliche bild des perfekt angepassten bürgers passt wird sanktioniert. beim rauchen fing's an (s. rauchverbot bayern), übergewicht, fleisch-esser, autofahrer, mopedfahrer, kinderlose, unverheiratete etc. werden dann als nächstes dran sein.

Wer will denn heute noch Raucher sein? Die soziale Ächtung ist einem gewiss, wenn man Nikotinkonsum einräumt. Andererseits hat es fast etwas Rebellisches, wenn man trotzdem zugibt, dass man raucht. Nur, der Mainstream mag auch keine Rebellen. So werden bei der Umfrage wohl einige Raucher zu Nichtraucher geworden sein, zumal es chic ist, Raucher zu mobben. Ich bin Raucher, selbst wenn ich tagelang auf Zigaretten verzichte, bin ich und bleibe ich Raucher. Am schlimmsten sind die Raucher, die auf Dauer nicht rauchen und ihre Sucht durch Aggression unterdrücken.

Zu schade, dass Rauchen quasi ausschließlich mit dem wegatmen von Zigaretten gleichgesetzt wird. Wer eine Pfeife oder einen aromatischen Zigarillo genießen möchte, muss das wohl zuhause in den eigenen 4 Wänden tun.

Wir wurden sogar einmal in einer Raucherkneipe, in der wir 2 kleine Zigarren ausgepackt hatten, gebeten, nicht zu rauchen - das würde die Zigarettenraucher stören.

Ja, in Island und Schweden z.B. Das sind m.W. aber zwei Beispiele für eine verschwindend geringe Zahl von Ausnahmen, denn die Regel ist natürlich andersrum. Warum, dürfte rasch einleuchten, so wir bedenken, dass Frauen de facto überall den Kürzeren ziehen, was Einkommen/materiellen Reichtum betrifft, und Rauchen nun mal bezahlt sein will, vielerorts ein Luxus ist. Es hat aber natürlich auch soziokulturelle Gründe, sowohl bezogen auf das jew. Selbstverständnis der Geschlechter, als auch auf ihr Verhältnis zueinander und Erwartungen, Stichwort Gleichberechtigung: In nicht wenigen Regionen könnten Sie als Frau gar nicht rauchen, selbst wenn Sie wollten.

Demzufolge könnte man erwarten, dass sich das Verhältnis dort umso (relativ) ausgeglichener darstellt, wo diese Unterschiede am Geringsten ausfallen und die Menschen generell am wohlhabendsten sind. Und tatsächlich ist dem so, weshalb mir Schweden und Island auch kein Zufall scheinen, zumal ähnlich reiche Länder in der Hinsicht ähnlich dastehen: GB, Dänemark, Norwegen. (Deutschland ja auch, das Gefälle ist so krass nicht). Ebenso stimmig ist, dass im verglw. ärmeren (und patriachaleren) Osteuropa heute noch wesentlich mehr Männer rauchen als Frauen. Eine interessante Ausnahme, die ich nicht ohne weiteres erklären kann, scheint Serbien.

Hey riurja,
Du hast schon viele richtige Dinge gesagt, jedoch hast Du etwas Entscheidendes vergessen. Frauen sind in nahezu allen Fällen die Personen, welche Kinder bekommen. ;) Deswegen sind sie quasi spätestens hier gezwungen aufzuhören, oder wenigstens zu unterbrechen. Das Rauchen sehr gefährlich ist, sollte jedem Menschen in Deutschland bekannt sein. Und auch hier ist es primär die Frau, welche durch die Erziehung und Nähe zu ihren Kindern die Vorbildfunktion übernimmt und Laster eher aufgibt. Das alles führt natürlich zu einem Frauenbild, welches negativer durch das Rauchen beeinflusst wird, als es bei den Männern der Fall sein würde. In diesem Fall von einer Art Unterdrückung zu reden halte ich deshalb für falsch. Es hat ganz einfach biologische Gründe. Ob das richtig, falsch, gut, oder schlecht ist, muss jeder selbst entscheiden. ;-)

Neuere Kommentare anzeigenNeuere
Ältere Kommentare anzeigenÄltere