© Silvio Knezevic

Wochenmarkt Rohes neues Jahr!

Von
ZEITmagazin Nr. 2/2016

Wie lässt sich das Gefühl am besten beschreiben, das sich im Januar bei vielen einstellt? Vielleicht so: Sehnsucht nach Aufgeräumtheit und Neuanfang. Oder so: Man will jetzt fett- und zuckerarm essen. Erfahrungsgemäß vergeht diese Sehnsucht relativ bald, aber dass in diesen ersten Wochen des Jahres Verstand und Empfindung dasselbe wollen, kann man ja ausnutzen.

Hier also ein Rezept für einen Rote-Bete-Rohkostsalat, das ich von meinem persönlichen Vorbild Mark Bittman, dem langjährigen Kochkolumnisten der New York Times, übernommen habe. Seine Rezepte sind immer einfach nachzukochen, haben etwas Besonderes und sind komplett frei vom genreüblichen Geschwurbel. Außerdem sind sie auf dezente Weise gesund. Vor ein paar Jahren hat Bittman ein Konzept erfunden, das er Eat vegan before 6 nennt. Es ging ihm darum, die pflanzlichen Anteile seiner Ernährung deutlich zu erhöhen. Also aß er bis 18 Uhr vegan, danach, was er wollte. Er nahm einige Kilo ab und war seinen Prädiabetes los. Inzwischen ist er Mitbegründer eines Start-ups: The Purple Carrot liefert einem frische Zutaten für eine Gemüsemahlzeit nach Hause, das Rezept kommt von Bittman. Leider wird dieser Service nur in den USA angeboten. Vielleicht könnte ich so ein Start-up für den deutschen Markt gründen: Wochenmarkt für zu Hause oder so ähnlich. Investoren, bitte melden!

Für den Salat die Beten schälen und per Hand oder elektrisch raspeln (die Streifen sollten dabei nicht breiter als 3 mm sein). Schalotte fein hacken. Beides in einer Schüssel mit Salz, Pfeffer, Senf, Öl und Essig vermengen.

Gehackten Dill (und/oder andere frische Kräuter) dazugeben. Den Salat ungefähr eine halbe Stunde lang ziehen lassen, noch mal abschmecken.

Man kann, wenn man will, zu den Beten auch ein Stück Ingwer in den Salat reiben. Ingwer ist der Lebertran der heutigen Zeit: Er gilt als unglaublich gesund und schmeckt auch so, nämlich nicht nur angenehm – als puste ein frischer, aber starker Wind durch einen hindurch.

Rote-Bete-Rohkostsalat (für 4 Personen)

Zutaten – 500 g Rote Bete, 1 Schalotte, Salz und Pfeffer, 2 TL scharfer Senf, Olivenöl und Essig, gehackter Dill

Dieser Text erschien in ähnlicher Form im ZEITmagazin Nr. 52.

Kommentare

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Rote Beet kann köstlich schmecken. Ich habe immer einen Vorrat an gekochter (eingeschweißter) roter Beete im Haus, die man in jedem Supermarkt bekommt.Jetzt im Winter liebe ich die 'russische' Variante....mit Hering,Apfel, Cornichons,Walnüssen und saurer Sahne....dazu Blinis. In der wärmeren Jahreszeit kombiniere ich Rote Beete gerne mit Orangen, Pinienkernen,Granatapfelkernen. Thymian. Sie ist sehr gesund, ergibt mit anderen Zutaten viele köstliche Variationen.Ein tolles Gemüse.

Da in der Zubereitungsanweisung geschrieben steht, dass die Beten geschält werden sollen, kann man davon ausgehen, dass es sich um frische Früchte handelt, die nicht gekocht sind.
Wenn es sich um eine gute Qualität handelt, läßt sich die frische Bete gut raspeln (Handschuhe nicht vergessen, wenn man nachhaltig rote Hände vermeiden möchte).
Die vorgekochten, im Handel erhältlichen Bete schmecken häufig muffig, ich bevorzuge auch frische Ware vom Wochenmarkt.
Ich rasple neben Roter Bete auch noch Kohlrabi und Karotten und richte diese dann voneinander getrennt auf Blattsalat an.
Mein Dressing besteht aus Yoghurt und Sahne, mit einem Spritzer Essig, Salz, Pfeffer, etwas Knoblauch und frischen Kräutern (Petersilie, Schnittlauch) abgeschmeckt.
Ist dann, wegen Yoghurt und Sahne nicht mehr vegan, aber das ist mir egal.