© Silvio Knezevic

Wochenmarkt Gute Vorsätze

Von

ZEITmagazin Nr. 3/2016

Dies ist ein Rezept für diejenigen, die ihre guten Vorsätze nicht schon wieder vergessen haben und sich im neuen Jahr gesund ernähren wollen. Es reicht aber übrigens schon, sich halbwegs gesund zu ernähren. Wenn zum Beispiel eine von drei täglichen Mahlzeiten zum großen Teil aus Gemüse bestünde, hätten viele schon viel gewonnen. Doch einer verbreiteten Meinung nach schließt eine wirklich gute Ernährung ganze Nahrungsmittelgruppen aus. Demnach reicht es nicht, wenig Kuchen zu essen, wenig Würstchen, wenig Tütensuppe – nein, all das muss aus der Küche für immer verschwinden. Und ein Lebensmittel, das als gesund gelten will, muss gleich mehrere gute Eigenschaften aufweisen, also "Superfood" sein, was bedeutet, dass ein Apfel nicht mehr genügt, es sollten Açaí-Beeren sein.

Nichts gegen magisches Denken, aber den Sinn einer solchen Ernährung hat mir bislang noch niemand erklären können. Man kann meiner Ansicht nach morgens sehr gut ein Schokocroissant essen, abends diesen scharf angemachten Weißkohlsalat und trotzdem behaupten, man ernähre sich sehr gesund.

Das Rezept stammt aus einem Kochbuch mit dem Titel Japanische Küche für zwei, das bedauerlicherweise nur noch antiquarisch erhältlich ist.

Die Stiele aus den Kohlblättern entfernen. Blätter in schmale Streifen schneiden. Die Gurke in feine Scheiben hobeln. Kohl und Gurke in eine Schüssel geben, mit Salz bestreuen und 30 Minuten oder länger ziehen lassen. Dann die Flüssigkeit mit der Hand aus dem Gemüse pressen.

Die Chilischote dazugeben, durchmischen, mit Sojasoße abschmecken. Ich presse manchmal noch eine kleine rohe Knoblauchzehe und ein bisschen Ingwer dazu, schmeckt auch sehr gut, ist aber wahrscheinlich sehr unjapanisch.

Japanischer Weißkohlsalat (für 2 Personen)

Zutaten – 200 g Weißkohl (die inneren Blätter bevorzugen), ½ Salatgurke, 1 TL Salz, 1 kleine rote Chilischote (entkernt und gehackt), etwas Sojasoße

10 Kommentare

Klingt lecker. Reicht denn das marinieren in Salz, um den zähen/harten Weißkohl zart zu machen?

Ich würde es außerdem mit Spitzkohl versuchen, der ist kleiner und zarter als Weißkohler.

In China habe ich übrigens Gurken mit jeder Menge gepresstem Knoblauch als Salat bekommen, so abwägig ist die Kombination im asiatischen Raum also nicht (ja, ich weiß, China ist nicht Japan, die Küchen sind unterschiedlich).

Naja, ist jetzt nicht so schwer. Kohl kann man einfach aufessen.
Als Suppe, als Gemüse, als Salat. Es gibt viele Möglichkeiten.
Suppe bietet sich an, die kann man auch einfrieren und später noch essen.

Singlehaushalte müssen da etwas flexibler sein als eine Großfamilie, man will ja nicht 5 Tage am Stück das Gleiche essen.

Bis auf das Soja und das Salz also eigentlich nur Balaststoffe. Einseitige Ernährung wird damit nicht ausgeglichen.
Aber Hauptsache der Gesundheitsreligion gehuldigt. Wenn der Salat einem schmeckt, dann soll man ihn essen. Ist doch nichts dabei.

Gute Ernährung zeichnet sich wohl dadurch aus, dass man möglichst wenig verarbeitete Lebensmittel zu sich nimmt. Wer sich etwas Zeit nimmt, kann aus frischen Zutaten leicht gute und ausgewogene Mahlzeiten herstellen.
Von jedem etwas, insgesamt nicht zuviel.

Den Salat werde ich mal probieren, liest sich erstmal gut. Wenige Zutaten, wenige Handgriffe. Dazu passt in Sojasauce, Stärke und Sesam mariniertes Rindfleisch (sehr dünn geschnitten und scharf angebraten).
Wer viel Hunger hat, macht noch etwas Reis oder Reisnudeln dazu.

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