Deutschlandkarte Von Thomas Bernhard beschimpfte Orte

ZEITmagazin Nr. 4/2016

Die Idee zu dieser Karte kam uns im Netz entgegen. Dort wurde eine Karte umhergereicht, erstellt vom Suhrkamp Verlag. Sie zeigte viele Städte, welche der österreichische Schriftsteller Thomas Bernhard, der die Tirade zur Kunstform erhob, in seinen Werken beschimpft hat. Wir unterstützen es, wenn sich Literatur und Infografik anfreunden, und baten Bernhards Lektor Raimund Fellinger, die Karte für uns zu vervollständigen. Alle paar Tage fielen ihm neue Städte ein. Am Ende war er so gut wie sicher, dass ihm nichts entgangen ist. Hamburg und Berlin tauchen auf der Karte nicht auf. Sie wurden, das gilt als gesichert, auch nicht beschimpft. In Hamburg hatte Bernhard eine Liebe (die Pianistin Ingrid Bülau). In Berlin war er fast nie. Bernhard war oft auf Reisen, er besuchte viele Städte, die seine Stücke in ihren Theatern aufführten. Diese Städte waren besonders beschimpfungsgefährdet. Aber was heißt gefährdet? In Zeiten des Stadtmarketings kann es nicht schaden, von einem Großschriftsteller beschimpft worden zu sein.

Quelle Raimund Fellinger, Suhrkamp Verlag

Kommentare

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Heldenschwatz ...
Hagenbuch hat jetzt zugegeben, daß ihm der Hosenkauf in Bochum durchaus so abstoßend geraten ist, weil ein kleinbürgerliches Moment, das jedem Stimmenimitator am mitleidslosesten innewohnt, ihn fortwährend ohne das geringste Hirn im dunklen Dunst des Scheiterns verweilen läßt, zumal jedwede grauenhafte Stadt am Meer unzumutbar steril nur abgestandenen faden Literaturbrei aufgetischt hat, den als Sprache und Dichtung zu verunglimpfen die deutsche Dummheit in perverser Hochmütigkeit Triumphe feiert, während überall, wo er an- und verweste, ein Weinflaschenstöpselfabrikant das Maul zur Ungeheuerlichkeit voll nahm, ansonsten nur ein Hund als Zuhörer, der sich nicht um die berühmten Baudenkmäler scherte, zur Klage verhalf, man solle ihm das Gesehene zurückgeben, andernfalls ihn ins berühmte Irrenhaus Bethel nahe Bielefeld (nur beiläufig erwähnt, ha!, denn dieses Museumsstück gibt es ja nicht) gebracht zu haben - darüber gibt es doch gar nichts zu diskutieren - lauter Menschengerümpel, vor widerwärtiger Plumpheit strotzend, Herr in seinem Rad der Geschichte ihn zur Eigenbeweihräucherung am A...lecken soll.

Da-da-da, du liebst mich nicht, ich les dich nicht ... (ist nicht gerade heute vor 100 Jahren der hierzu passende Ismus geschaffen worden?!)