Harald Martenstein Über Spielplätze und andere Orte der Diskriminierung

© Fengel

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ZEITmagazin Nr. 6/2016

Heute ist dies eine Nachrichtenkolumne, mit sexualpolitischen Nachrichten aus Deutschland. Sie sind alle echt.

Münster. In der Stadt Münster werden jetzt die Kinderspielplätze darauf untersucht, ob sie geschlechtergerecht sind. Die Stadt überprüft mithilfe der Universität 40 bis 50 Spielplätze. Dabei soll ermittelt werden, ob die Spielgeräte ein Geschlecht bevorzugen oder benachteiligen. Die antisexistische Untersuchung dauert ein Jahr, billig wird das bestimmt nicht. Leider steht in der Lokalzeitung kein Wort über die Kriterien, mit deren Hilfe man herausfinden könnte, ob eine Schaukel eher Sympathien für Jungs hat oder eher auf Mädchen steht. Und wenn sich herausstellt, dass ein bestimmtes Gerät, etwa das Klettergerüst, vor allem von Jungs benutzt wird – wie reagieren sie dann in Münster? Werden alle Klettergerüste abgebaut und verboten, wegen Sexismus, Machismus und Chauvinismus? Müssen in Zukunft mindestens 30 Prozent der Kletternden weiblich sein, ansonsten bleibt das Gerät gesperrt?

Regensburg. In Regensburg hat der Stadtplanungsausschuss darüber abgestimmt, ob in den städtischen Bussen die Geschlechtertrennung eingeführt werden soll. Der Antrag kam vom Stadtrat einer freien Wählergruppe. In den Bussen sollte es "Lady-Zonen" geben, in Pink, wo sich kein Mann hinsetzen darf. Der Antrag wurde abgelehnt.

Freiburg. In Freiburg haben einige Clubs Eintrittsverbote für Flüchtlinge erlassen. Es soll dort aus diesem Personenkreis sexuelle Übergriffe gegeben haben, auch über Vergewaltigungsversuche wurde berichtet. So ein pauschales Verbot ist natürlich rechtswidrig. Was können die Clubbesitzer tun? Die Lokalzeitung interviewte dazu die Chefin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders. Sie sagt erwartungsgemäß, dass niemand wegen seiner Herkunft an einer Clubtür zurückgewiesen werden darf. Allerdings sei es möglich, jemandem mit der Begründung den Eintritt zu verwehren, dass er ein Mann sei und schon zu viele Männer im Club sind. Zitat: "Bei Diskriminierungen wegen des Geschlechts lässt das Gesetz einen sachlichen Grund zu. Allerdings muss das dann für alle Männer gelten und nicht nur für Nordafrikaner."

Der Wirt muss also für jeden Flüchtling, den er nicht hineinlässt, gleichzeitig auch einen eindeutig urdeutsch aussehenden Mann zurückweisen, dann ist es juristisch wasserdicht. Wahrscheinlich engagieren jetzt die Freiburger Wirte für ein angemessenes Honorar zwei, drei blonde Jungs, die sich irgendwo in der Nähe in einer Boy-Zone verstecken, bei Bedarf herbeikommen und sich neben den Flüchtling stellen, um sich gemeinsam mit ihm zurückweisen zu lassen, mit der einzigen legalen Begründung: "Ihr dürft hier nicht rein, und zwar nur deshalb, weil ihr Männer seid." Für zehn Euro die Stunde lassen sie sich ununterbrochen zurückweisen.

Da entsteht ein neues Berufsbild. Die blonden Jungs könnten sagen: "Mein Job ist es, ein aus sachlichen Gründen diskriminierter Mann zu sein." Das geht aber nicht, weil der Beruf "diskriminierter Mann" ja für Frauen nicht offensteht und insofern ein sexistischer Beruf ist. Das findet alles in einer Grauzone statt. Von der Süddeutschen Zeitung kam, bezogen auf Regensburg, der Vorschlag, das Geschöpf "Mann" einfach insgesamt zu verbieten. Rechtlich wäre dies möglich, denn Frauen oder Migranten werden durch so ein Gesetz nicht diskriminiert, nur Männer aus sachlichem Grund. Die Männer könnten sich nach dem Verbot von der Gesellschaft einfach ein neues Gender sozial konstruieren lassen.

Harald Martenstein ist Redakteur des Tagesspiegels.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

44 Kommentare

Was ich nicht verstehe:
Laut Gender-Forschung sind doch diese Unterschiede nur sozial konstruiert. Eigentlich sind doch Mädchen und Jungen gleich.

Welchen Sinn macht denn dann diese Spielplatz-Untersuchung? Besteht da nicht die Gefahr, dass Mädchen durch spezielle Angebote für sie gerade wieder in die traditionelle Richtung gedrängt werden?

Wie sich hier wieder einige über einen satirischen Beitrag aufregen, finde ich im übrigen sehr amüsant.

Die Kriterien bei Spielplätzen sind schon klar.
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Die Klettergerüste sehr oft in Blau/Rot gestrichen werden dann wenigstens 1/2 auf Rosa umgespritzt. Soviel Gendergerechtigleit muss sein.
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Gruss
Sikasuu
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Ps. Das neben Sandkasten, Rutsche, Schaukel, Klettergerüst jetzt Puppenstuben und -herde aufgestellt werden, ist aber ein Gerücht!

"Dabei soll ermittelt werden, ob die Spielgeräte ein Geschlecht bevorzugen oder benachteiligen."
Wo ist das Problem? Sofern sich herausstellte, dass das mädchenspezifische Angebot auf Spielplätzen zu gering ist, werden vielleicht mehr Spielgeräte angeschafft, die vornehmlich für Mädchen interessant sind. Was auch für die Jungens dann keine Benachteiligung wäre, sondern ihnen neue, ihren Rollenhorizont erweiternde Möglichkeiten eröffnete.

Die Absurditäten und die Luxusprobleme, und die mediale Dominanz dieser Art Genderismus können leicht zu der Annahme verleiten, alle derartigen Probleme seien hier bei uns bereits geklärt und gelöst. Dabei verstellt man sich mitunter den Blick auf die einfachen, nicht immer angenehmen Realitäten.

Wobei das Anwendungsverhalten bei solchen Geräten oft kulturhistorisch interessanten Wendungen unterworfen ist. Nehmen wir doch mal die in jüngerer Zeit aus der Mode geratene Wippe. Ursprünglich war sie für beide Geschlechter vorgesehen und gern benutzt - in gerichtlichen wie außergerichtlichen Verfahren gegenüber dem männlichen Kleinkriminellen wie auch der unzüchtigen Auftretens bezichtigten Frauensperson. Beide wurden sie in hohem Bogen in den Dorfteich geschleudert. Als Spielgerät war die Wippe vorzugsweise Objekt ungebärdiger Mädchen - man denke nur an die Gymnasialdirektorentochter in "Die Feuerzangenbowle", die ihren vom Vater ermunterten Galan, den Heidelbeerwein-Professor Schnauz, ebendort in Irritationen versetzte (Kommentar des älteren Herrn: "Wenn sie erst drei Kinder hat, wippt sie nicht mehr"). Heutzutage fristet die Wippe ein gendermäßig unbefriedigendes Dasein und wird nur zu gern zur Ausgrenzung mißliebiger, weil irgendwie abweichender Einzelner mißbraucht - Stichwort "Verhungern lassen", die sadistische Mehrheit auf der einen Seite; "Komm doch runter, wenn du dich traust".
All jene Rollenspiele müssen doch wissenschaftlich erforscht werden! Ich vermute mal, dahinter steckt ein Projekt für eine Master-Arbeit zu "sozialen Konstruktionen" am (Achtung!) "Institut für Geographie der WWU Münster".

Eine Medien-Gesellschaft, in der allein die individualistischen Extreme nachdrücklich wahrgenommen werden, treibt die Gender-Mania-Guerilla die Gleichberechtigung ins Unisex-Klo. Deren Adepten keulen mit den abstrusesten Konstrukten dermaßen auf die durchaus sich emanzipierende Zivilgesellschaft ein, dass fundamentale Werte wie Meinungsfreiheit faktisch bedroht sind [vgl. „Die Debatten-Polizei - An Amerikas Universitäten tobt ein Kulturkampf“, DIE ZEIT Nr. 3/2016, 14. Januar 2016], so dass ein Harald Martenstein mit seiner Glosse quasi zum mutigen Kämpfer für die Zivilgesellschaft wird.

Wie so häufig bei Martenstein folgen all die halbwegs witzigen Ausführungen einer falschen Schlussfolgerung: "Der Wirt muss also für jeden Flüchtling, den er nicht hineinlässt, gleichzeitig auch einen eindeutig urdeutsch aussehenden Mann zurückweisen, dann ist es juristisch wasserdicht. " Das kann man nun wirklich nicht aus dem Statement der Chefin der Antidiskriminierungsstelle ableiten. Erst dieser Fehlschluss öffnet Martenstein endlich wieder Tür und Tor, seine fixe Idee, wir lebten in einem naiv-bescheuerten Land, in dem wir uns ständig zahnarztgattinnenhaft alberne Gedanken über Diskriminierung in Luxuszusammenhängen machen (Clubs, Straßennamen, Spielplätze, ÖPNV), zu verbalisieren. Predictably lame.

kann man nicht? Begründen Sie das doch bitte. Ablehnen weil er Flüchtling ist darf man nicht. Ablehnen, weil schon zu viele Männer im Club sind darf man aber. Daraus kann man - in satirisch überspitzender Absicht - konstruieren, dass Flüchtlinge ablehnen juristisch geht, sofern auch Nicht-Flüchtlinge abgelehnt werden. Funny, just not your kind of funny. So not Harald's problem but yours.

Ha, lieber Herr Martenstein, erwischt - auch Sie gehören zur "Lückenpresse"! Wie konnten Sie nur verschweigen, daß in Münster für dieses Kinderspielplatz-Gendergerechtigkeits-Projekt von städtischer Seite das "Grünflächenamt" (ahhaaa) zuständig ist?! Warum haben Sie ausgelassen, daß das Projekt im Finanz- und Hauptausschuss des Rates der Stadt Münster ohne Aussprache durchgewinkt worden ist? (Ha, der Block der Etablierten). Und das, obwohl heftige Heiterkeit sich bereits im Bezirksausschuss Mitte breitgemacht hatte - "Volkes Stimme" in Gestalt einer frotzelnden SPD-Ratsfrau: "Ich freue mich schon auf die Präsentation des ersten transsexuellen Spielgeräts". Weshalb unterschlagen Sie, daß die "Instrumente der Stadtbücherei zur Förderung der Lesekompetenz bei Kindern und Jugendlichen" (K.Baumeister) in beklagenswerter Weise bei pubertierenden männlichen Jugendlichen immer noch versagen?! Nachrichten über Nachrichten - und sie wollen sexualpolitisch eingeordnet sein. Es gibt viel zu tun - lassen wir es ruh'n (Studentische Weisheit aus Vor-Gender-Zeiten).

Lieber Herr Martenstein,

ist es nicht ein Grund, sich jeden Tag als Mann vor Freude die Hände zu reiben, dass trotzdem die Universitätsabschlüsse zu 50% zwischen Männern und Frauen gleichverteilt sind, 80% der Arbeitnehmer in der Unternehmensleitung Männer sind ?

Und reicht es nicht zu wissen, dass man für gleiche Arbeit als Mann im Gegensatz zur Frau etwa 20% mehr Gehalt bekommt ?

Freut man sich nicht als Mann, dass man die Hauptverantwortung für die nervtötende Haushaltsarbeit zu 87% in die Hände der Frauen legen kann ?

Freuen Sie sich nicht darüber, dass die deutsche Sprache das Männliche so in den Vordergrund rückt ?

Zusammenfassend: Freuen Sie sich nicht jeden Tag, dass Sie in dem Geschlechterstereotyp, das privilegiert ist, auf die Welt kommen durften ?

Hat man es dann dauernd nötig, darüber zu lamentieren, dass man so benachteiligt wird ?

Nein, lieber Herr Martenstein, halten Sie die Klappe und seien Sie glücklich, dass Sie Unternehmen leiten, dass Sie 20 % mehr bekommen als Ihre Kollegin, die die gleiche Kolumne schreibt, dass Sie nur 13 % des Staubsaugens vornehmen müssen und ... dass Sie in einem Geschlechterstereotyp zur Welt gekommen sind ...?!

Sie haben mit allen Punkten Recht aber glauben Sie allen Ernstes die Spielplätze in Münster untersuchen zu lassen und Geschlechtertrennung in Bussen (erinnerte mich an ein ganz dunkles Kapitel der amerikanischen Geschichte) ändert daran was?
Leistet man der Emanzipation mit solchem Kokolores eher einen Bärendienst?

zwei einfache Fragen:

- warum erinnern die ganzen Ideen so sehr an die Anfänge der Arpatheid, die ja auch wohlmeinend zum Schutz der armen benachteiligten Schwarzen eingeführt wurden.
- warum erziehen seit 3000 Jahren Frauen männlichen Nachwuchs und trotzdem sind Haushaltsarbeiten, Karrierechancen und Gehalt ungleich verteilt. Gut begrenzen wir die Frage auf die letzten 50 Jahre in der westlichen Welt.

Statistik muss man auch lesen können, hinter den Zahlen... Um mich an einem Beispiel von Ihnen abzuarbeiten: "Und reicht es nicht zu wissen, dass man für gleiche Arbeit als Mann im Gegensatz zur Frau etwa 20% mehr Gehalt bekommt ?" ... Männer und Frauen machen nicht die gleiche Arbeit. 95 % der Menschen die wegen Ihrer Arbeit (Unfall, Berufserkrankung) sterben sind Männer. Fühlen Sie sich auch mal privilegiert ;-)

"ist es nicht ein Grund, sich jeden Tag als Mann vor Freude die Hände zu reiben, dass trotzdem die Universitätsabschlüsse zu 50% zwischen Männern und Frauen gleichverteilt sind, 80% der Arbeitnehmer in der Unternehmensleitung Männer sind ?"

Das könnte vielleicht auch daran liegen, dass Frauen im Durchschnitt mehr Wert auf eine gesunde Work-Life-Balance legen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass es mehr Männer gibt, die der Karriere alles andere unterordnen - was wiederum dazu führt, dass der Pool für Führungspositionen, bei denen man auch gerne mal 80 Stunden/Woche arbeiten darf, überwiegend männlich sein wird. Dh wenn man von gleicher Eignung ausgeht, wird bei fairer (!) Auswahl der Anteil weiblicher Führungskräfte entsprechend niedriger sein.

"Und reicht es nicht zu wissen, dass man für gleiche Arbeit als Mann im Gegensatz zur Frau etwa 20% mehr Gehalt bekommt ?"

Dadurch, dass man diese Lüge aus dem Inventar des Feminismus permanent wiederholt, wird sie auch nicht wahr.

https://www.youtube.com/w...

Bezieht sich zwar auf die Vereinigten Staaten, ist aber im Grunde hier dasselbe.

Meinen Sie das jetzt echt ernst? Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?
Glauben Sie allen Ernstes, an den von Ihnen beschriebenen Mißständen würde sich etwas ändern, wenn man Spielplätze "gendert"? Das Problem der aktuellen Ausprägung des Feminismus, ist das Verzetteln in genau diesem Unsinn. Nicht nur viele Männer finden das mittlerweile völlig nebendran, was da abläuft. Es ist einfach nur lächerlich!
Und anders herum, gibt es eine Menge Menschen, die eben nichts dagegen haben sich Haushalt und Heimwerken auf traditionelle Art zu teilen. Sind das alles Teufel oder Dummköpfe in Ihren Augen?
Der Feminismus hat sich verrannt und ist einer Sackgasse. Daran daß sich wesentliches nicht ändert, ist zum Teil auch der Tatsache geschuldet, daß man versucht mit völlig falschen Mitteln Dinge durchzudrücken. Quoten sind so ein Beispiel. Kontraproduktiv auf lange Sicht. Es gibt leider auf dieser Welt mehr Probleme als die, die der Feminismus beschreibt.

Nur weil die Zahl der Uniabschlüsse im Verhältnis jetzt so ist, muss das in der Unternehmensleitung nicht so sein. Die meisten Chefs sind nach 25-35 Berufsjahren oben. Ihr argument wäre nur eins, wenn vor 25-35 Jahren das Verhältnis so wäre, aber Überaschung: War es nicht. (Abgesehen davon, dass es im Bereich Wirtschaft und MINT von den Zahlen ganz anders aussieht...Germanistinnen werden nunmal nicht CEO)
Diese 20% Lüge ist seit zig Jahren widerlegt, weil da andere Faktoren ein Rolle spielen, die man raus rechnen muss.

"Freut man sich nicht als Mann, dass man die Hauptverantwortung für die nervtötende Haushaltsarbeit zu 87% in die Hände der Frauen legen kann ?"

Erstens sind das private Entscheidungen und zweitens kann ich mir tausende ebenso nervtötende Dinge vorstellen - z.B. meinen Job oder die meisten anderen.

Zur zweiten Frage: Was die Haushaltsarbeiten angeht, kann man Ihnen in Teilen recht geben. Was Karrierechancen und Gehalt angeht, ist die Frage größtenteils obsolet.
Allerdings ist Ihre Antwort prototypisch für das Problem: Der Mann entzieht sich der Verantwortung, wenn es um diese Punkte geht.

Busse mit Frauenzonen habe ich schon 1983 gesehen - in Pakistan. Die haben sogar mitten im Bus ein Gitter eingebaut, mit einem kleinen Schlupfloch für Kinder.
Jetzt sehe ich das mit ganz anderen Augen ! :-) Liebe feministinnen und GenderologInenn, da könnt Ihr euch in den islamischen Ländern sicher noch mehr gute Ideen abschauen. (Ironie off)

Wirklich? Wo denn zum Beispiel?

Glauben Sie ernsthaft, dort wird nicht genauso gewaltsam gegen Jungen gehandelt?
Der allergrößte Teil der Gewaltopfer ist nach wie vor männlich. Das mag z.T. auch daran liegen, dass Gewalttäter im kriminellen Millieu auch schnell selbst Opfer werden, und es nicht so viele weibliche Hell's Angels gibt, aber der einseitige Fokus auf Gewalt gegen Frauen ist einfach chauvinistisch.

Das Plakat hängt in Deutschland mit deutschem Text und einem hübschen Mädchen mit Migrationshintergrund, oder wie das auf PC-deutsch jetzt gerade heißt. Was soll das? Das Geld für diese Aktion hätte man besser einer Kinderhilfsorganisation in Indien überlassen!

Sie wissen aber schon das dieses Plakat eben von einer Organisation stammt die explizit versucht in Ländern die auf Grund ihrer extrem patriarchalischen Gesellschaft wirklich ein sehr starkes Gefälle im körperlichen Umgang zwischen Jungen und Mädchen bzw. zwischen Frauen und Männern pflegen Besserung zu schaffen oder?
Oder wollen sie etwa behaupten die Lage von Mädchen wäre in Teilen der dritten Welt, Islamischen Ländern und Ländern wie Indien nicht durchschnittlich schlechter als jene von Jungen?
Sie können einer Organisation die einen bestimmten Zweck erfüllen will wohl kaum vorwerfen sich nicht noch um die Millionen von anderen Missständen weltweit zu engagieren.

Als männlicher Flüchtling würde ich mich zu einem Tanzkurs anmelden. Die sachlichen Gründe wären mal interessant zu hören.

Übrigens könnten Flüchtlinge und sachlich zurückzuweisende blonde Jungs aus Deutschland da ein Geschäft draus machen. Wo kein Flüchtling Einlass begehrt, das muss nämlich auch kein Profi in der Schlange stehen. Na gut, von 10 Euro die stunde ist jetzt nicht die große Provision drin, aber es ist ein Einstieg.

Der Tanzkursanbieter wird Ihnen als Flüchtling das Tanzen beibringen, wenn Sie den Kurs bezahlt haben und genügend Taxitänzerinnen frei sind. Außerdem wird im Tanzkurs auch nicht so viel Alkohol getrunken, der am häufigsten Grund für Ärger unter Männern wie Frauen ist. Allerdings kennt der Tanzkursanbieter keinen Spaß, wenn die Taxitänzerinnen belästigt werden, dies ist für den Kursanbieter geschäftsschädigend. Dann heißt es Kündigung.

Verklemmte männliche Heranwachsende zur Raison bringen, war in der Vergangenheit viel einfacher. Da reichte beim Tango ein energisch über die Tanzfläche gerufenes Machtwort der Kursleiterin: "Herr XY, das nächste Mal lassen Sie Ihren Kellerschlüssel aber zuhause!" Heute müßte man den Tango wohl gar nicht erst ins Programm nehmen.

"Der Tanzkursanbieter wird Ihnen als Flüchtling das Tanzen beibringen, wenn Sie den Kurs bezahlt haben und genügend Taxitänzerinnen frei sind."
Gibts heutzutage Taxitänzerinnen? In the old times wurden die Typen dafür bezahlt.

Wie so häufig bei Martenstein folgen all die halbwegs witzigen Ausführungen einer falschen Schlussfolgerung: "Der Wirt muss also für jeden Flüchtling, den er nicht hineinlässt, gleichzeitig auch einen eindeutig urdeutsch aussehenden Mann zurückweisen, dann ist es juristisch wasserdicht. " Das kann man nun wirklich nicht aus dem Statement der Chefin der Antidiskriminierungsstelle ableiten. Erst dieser Fehlschluss öffnet Martenstein endlich wieder Tür und Tor, seine fixe Idee, wir lebten in einem naiv-bescheuerten Land, in dem wir uns ständig zahnarztgattinnenhaft alberne Gedanken über Diskriminierung in Luxuszusammenhängen machen (Clubs, Straßennamen, Spielplätze, ÖPNV), zu verbalisieren. Predictably lame.

Ha, lieber Herr Martenstein, erwischt - auch Sie gehören zur "Lückenpresse"! Wie konnten Sie nur verschweigen, daß in Münster für dieses Kinderspielplatz-Gendergerechtigkeits-Projekt von städtischer Seite das "Grünflächenamt" (ahhaaa) zuständig ist?! Warum haben Sie ausgelassen, daß das Projekt im Finanz- und Hauptausschuss des Rates der Stadt Münster ohne Aussprache durchgewinkt worden ist? (Ha, der Block der Etablierten). Und das, obwohl heftige Heiterkeit sich bereits im Bezirksausschuss Mitte breitgemacht hatte - "Volkes Stimme" in Gestalt einer frotzelnden SPD-Ratsfrau: "Ich freue mich schon auf die Präsentation des ersten transsexuellen Spielgeräts". Weshalb unterschlagen Sie, daß die "Instrumente der Stadtbücherei zur Förderung der Lesekompetenz bei Kindern und Jugendlichen" (K.Baumeister) in beklagenswerter Weise bei pubertierenden männlichen Jugendlichen immer noch versagen?! Nachrichten über Nachrichten - und sie wollen sexualpolitisch eingeordnet sein. Es gibt viel zu tun - lassen wir es ruh'n (Studentische Weisheit aus Vor-Gender-Zeiten).

Lieber Herr Martenstein,

ist es nicht ein Grund, sich jeden Tag als Mann vor Freude die Hände zu reiben, dass trotzdem die Universitätsabschlüsse zu 50% zwischen Männern und Frauen gleichverteilt sind, 80% der Arbeitnehmer in der Unternehmensleitung Männer sind ?

Und reicht es nicht zu wissen, dass man für gleiche Arbeit als Mann im Gegensatz zur Frau etwa 20% mehr Gehalt bekommt ?

Freut man sich nicht als Mann, dass man die Hauptverantwortung für die nervtötende Haushaltsarbeit zu 87% in die Hände der Frauen legen kann ?

Freuen Sie sich nicht darüber, dass die deutsche Sprache das Männliche so in den Vordergrund rückt ?

Zusammenfassend: Freuen Sie sich nicht jeden Tag, dass Sie in dem Geschlechterstereotyp, das privilegiert ist, auf die Welt kommen durften ?

Hat man es dann dauernd nötig, darüber zu lamentieren, dass man so benachteiligt wird ?

Statistik muss man auch lesen können, hinter den Zahlen... Um mich an einem Beispiel von Ihnen abzuarbeiten: "Und reicht es nicht zu wissen, dass man für gleiche Arbeit als Mann im Gegensatz zur Frau etwa 20% mehr Gehalt bekommt ?" ... Männer und Frauen machen nicht die gleiche Arbeit. 95 % der Menschen die wegen Ihrer Arbeit (Unfall, Berufserkrankung) sterben sind Männer. Fühlen Sie sich auch mal privilegiert ;-)

Meinen Sie das jetzt echt ernst? Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?
Glauben Sie allen Ernstes, an den von Ihnen beschriebenen Mißständen würde sich etwas ändern, wenn man Spielplätze "gendert"? Das Problem der aktuellen Ausprägung des Feminismus, ist das Verzetteln in genau diesem Unsinn. Nicht nur viele Männer finden das mittlerweile völlig nebendran, was da abläuft. Es ist einfach nur lächerlich!
Und anders herum, gibt es eine Menge Menschen, die eben nichts dagegen haben sich Haushalt und Heimwerken auf traditionelle Art zu teilen. Sind das alles Teufel oder Dummköpfe in Ihren Augen?
Der Feminismus hat sich verrannt und ist einer Sackgasse. Daran daß sich wesentliches nicht ändert, ist zum Teil auch der Tatsache geschuldet, daß man versucht mit völlig falschen Mitteln Dinge durchzudrücken. Quoten sind so ein Beispiel. Kontraproduktiv auf lange Sicht. Es gibt leider auf dieser Welt mehr Probleme als die, die der Feminismus beschreibt.

Wirklich? Wo denn zum Beispiel?

Glauben Sie ernsthaft, dort wird nicht genauso gewaltsam gegen Jungen gehandelt?
Der allergrößte Teil der Gewaltopfer ist nach wie vor männlich. Das mag z.T. auch daran liegen, dass Gewalttäter im kriminellen Millieu auch schnell selbst Opfer werden, und es nicht so viele weibliche Hell's Angels gibt, aber der einseitige Fokus auf Gewalt gegen Frauen ist einfach chauvinistisch.

Sie wissen aber schon das dieses Plakat eben von einer Organisation stammt die explizit versucht in Ländern die auf Grund ihrer extrem patriarchalischen Gesellschaft wirklich ein sehr starkes Gefälle im körperlichen Umgang zwischen Jungen und Mädchen bzw. zwischen Frauen und Männern pflegen Besserung zu schaffen oder?
Oder wollen sie etwa behaupten die Lage von Mädchen wäre in Teilen der dritten Welt, Islamischen Ländern und Ländern wie Indien nicht durchschnittlich schlechter als jene von Jungen?
Sie können einer Organisation die einen bestimmten Zweck erfüllen will wohl kaum vorwerfen sich nicht noch um die Millionen von anderen Missständen weltweit zu engagieren.

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