© Silvio Knezevic

Wochenmarkt So faul kann Pasta sein

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ZEITmagazin Nr. 7/2016

Ein gelungenes Wochenende: Man wirft Freitagabend die Schuhe in die Ecke, und erst am Montagmorgen zieht man wieder eine richtige Hose an. Manche Altersgruppen mögen das anders sehen. Ich habe mit der Zeit jedenfalls eine ganze Reihe von Rezepten entwickelt, deren Zutaten man auf Vorrat kaufen kann, sodass man tagelang das Haus nicht verlassen muss. Die meisten dieser Rezepte kann ich hier nicht veröffentlichen, weil sie die Grenze des Originellen zum Absonderlichen schon überschritten haben. (Ich meine: Kochen macht wie das Tanzen meist mehr Spaß, wenn keiner zuguckt.)

Diese Pasta ist aber gesellschaftsfähig, denke ich. Auf geheimnisvolle Weise verbinden sich die wenigen Zutaten zu einer geschmackvollen Mahlzeit, sodass man sich problemlos einreden kann, es handle sich um etwas viel Raffinierteres als mit Zitrone gewürzte Butternudeln.

Spaghetti in Salzwasser kochen. Währenddessen Butter und Zitronenschale in einer großen Pfanne erhitzen. Die Butter zergehen lassen, insgesamt alles 5 Minuten lang dünsten. Dann mit Zitronensaft ablöschen. Salzen und pfeffern. 3 Minuten vor Ende der Garzeit die Spaghetti aus dem Topf nehmen und in die Pfanne geben. Zwei Kellen vom Nudelwasser dazugießen. Die Flüssigkeit einkochen lassen. Die Pasta sollte dann gar sein, die Soße angedickt. Mit Salz, Pfeffer und vielleicht etwas Zitronensaft abschmecken, mit geriebenem Parmesan servieren.

Pasta mit Zitrone (für 2 Personen)

Zutaten -  200 g Spaghetti, 50 g Butter, fein gehackte Schale von 1 Zitrone, 2 EL Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Parmesan

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Das sehen die Italiener aber ganz anders, und Pasta ist schließlich ein italienisches Wort, und man sollte seine Bedeutung schon kennen, wenn man es verwendet. Sonst kann man ja Nudeln sagen. Pasta wird nur in Süditalien aus Hartweizengries, Salz und Wasser gemacht, in Norditalien aus Weichweizenmehl (eventuell gemischt mit ein wenig Hartweizenmehl, Eiern, Salz und Wasser). Bekannt sind etwa die Tagliatelle con ragù, Eierteig-Bandnudeln mit Fleischsoße aus Bologna, die in Deutschland meistens zu Spaghetti Bolognese pervertiert werden. Für Italiener fallen auch Spätzle, Maultaschen und Tiroler Schlutzkrapfen unter den Begriff Pasta. Man kann also ruhig ein wenig präziser sein, anstatt den Allerweltsbegriff Pasta zu verwenden.

Hui. Es gibt aber inzwischen auch im Deutschen das italienische Lehnwort Pasta, das mehr oder weniger Nudeln bezeichnet, die zu mehr oder weniger mediterran angehauchten Saucen gegessen werden. Unabhängig davon, was für die Italiener Pasta ist. Hurra, Sprache ist lebendig!

Auweia.

[Ich habe ein paar Standardrezepte, die ich ursprünglich mal aus irgendeinem Kochbuch hatte. Oder von Frau Raether ;-) Muss ich da auch immer die ursprüngliche Quelle angeben, wenn ich eines in meinem Blog poste, auch wenn ich die eigentlich gar nicht mehr weiß?]

Das Rezept stammt mit Sicherheit nicht von Gwyneth Paltrow! Das Rezept stammt aus Süditalien und wir dort schon seit Jahrhunderten gekocht. Es handelt sich um einen der ältesten Rezeptklassiker der Region.
Lustig oder Kopfschütteln zu glauben, dass dies von einer amerikanischen Schauspielerin stammt, nur weil die entdeckt hat, dass man gut Geld verdient, wenn man seinen Namen für Dinge zur Verfügung stellt - und sei es Nudeln.

Darum geht es ja gar nicht, Frau Raether schreibt ja: "Ich habe mit der Zeit jedenfalls eine ganze Reihe von Rezepten entwickelt, deren Zutaten man auf Vorrat kaufen kann, sodass man tagelang das Haus nicht verlassen muss."
Also Freitag einkaufen, was man am WE braucht.
Ist jetzt keine besonders originelle Art, funktioniert aber prima.

Btw: Parmesan habe ich tatsächlich immer im Haus, Bio-Zitronen fast immer.
Zur Not gibt es im Gefrierschrank noch die Parmesanrinden. Die kann man, um Saucen zu aromatisieren, mitkochen. Im Gefrierschrank halten die ziemlich lange.

Ja, das habe zumindest ich immer im Haus. Nicht immer vielleicht die Bio-Zitrone, die geht schon mal 1-2 Tage aus. Aber immer Parmesan, allerdings nicht frisch gerieben sondern am Stück. Gerieben wird der immer bei Bedarf.

Wenn Sie das noch nicht haben und grundsätzlich Pasta mögen, sollten Sie sich das dringend angewöhnen! Parmesan am Stück im Kühlschrank zu haben, hilft einem wirklich immer aus. Dazu noch ein Stück Butter (1) und / oder Olivenöl (2) und man kann notfalls sogar schon ganz ohne anderes auskommen oder hat vielleicht etwas Chiliflocken (3) und(4) /oder (5) Knoblauch parat. Vielleicht auch ein paar Speckwürfelchen (6), die auch - falls vorhanden - um ein Ei (7) ergänzt werden können. Manchmal liegt auch eine Scheibe gekochter Schinken (8) noch herum oder etwas Salami (9). Oder man hat ein paar Blätter Rucola (10) oder Feldsalat (11). Geschickt ist ein Gläschen Pesto (11), das hält Wochenlang. Oder eben die Zitrone (12).

Das sind jetzt ein Dutzend verschiedene Gerichte mit fast einem Nichts an Zutaten. Die lediglich einen Vorrat an Spaghetti erfordern und eben einem Stück Parmesan, das auch 3-4 Wochen hält, so es nicht längst aufgefuttert ist.

Ja Frau Räther, ich auch!

Und - sowohl tanzen als auch kochen klappt viel besser, wenn man sich auf's machen konzentriert und Bedenken wegen der meinung Aussenstehender gar nicht erst aufkommen lässt!

Zum Rezept - lecker. Gehört auch zu meinen Basic's, allerdings mit etwas Olivenöl bei der Butter.
Zum neudeutsch "upgraden" taugen Gambas bzw fast alles an Meeresgetiers...

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