Unter Strom Mirko Borsche testet Bluetooth-Kopfhörer beim Sport

ZEITmagazin Nr. 9/2016

Erinnern Sie sich noch an die schwarzen, gekräuselten Telefonkabel? Die stets zu einem unentwirrbaren Klumpen verdreht waren, sodass man den Hörer kaum abheben konnte? Wie man sich im Kabel verhedderte und den Apparat runterriss, wenn man sich zu sehr bewegte? Ja, ist lange her. Aber manchmal denke ich daran, wenn ich unterwegs mit Kopfhörern Musik höre oder telefoniere. Dauernd bleibe ich irgendwo hängen oder reiße mir das Handy aus der Tasche raus. Das Kabel nervt. Da fand ich schon mal gut: Die Kopfhörer mit dem in den Abgründen irgendeiner Marketingabteilung entstandenen Namen "adidas Sport adistar Bluetooth by Monster In-Ear" sind mit dem Telefon über Bluetooth verbunden. Nur miteinander verbindet die beiden Ohrstöpsel ein Kabel, das im Nacken liegt und bei Bewegung nicht stört. Soll es auch nicht, denn die Kopfhörer wurden fürs Sportmachen entwickelt.

Ich habe sie gleich mal einem Stresstest unterzogen. Sie wissen ja bereits, dass ich boxe. Da mein Boxtrainer dazu tendiert, eine für mich schwer zu ertragende Mischung aus Rihanna, Alicia Keys und Guns N’ Roses aufzulegen, höre ich beim Aufwärmen lieber meine eigene Musik. Die Stöpsel sitzen bei mir bombenfest, und Alicia und Co. verschwinden hinter Acid Rock. Da die Kopfhörer nach außen nicht viel Sound rauslassen, könnte ich theoretisch sogar Helene Fischer hören, ohne von meinen Boxkollegen schief angeguckt zu werden. Theoretisch! Der Sound ist jedenfalls um Längen besser als der von Kopfhörern, die bei Smartphones mitgeliefert werden. Das hat auch mein Sohn schon gemerkt, der sie sich gleich ausgeliehen hat. Ich bin mir nicht sicher, ob ich sie jemals wiedersehe.

Technische Daten:

Akkulaufzeit: ca. fünf Stunden; USB-Ladekabel und verschieden große Ohrstöpsel werden mitgeliefert; Preis: ca. 100 Euro

Mirko Borsche, Creative Director des ZEITmagazins, schreibt jede Woche die Kolumne "Unter Strom"

Kommentare

17 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

>immer drauf achten das die Bluetooth Kopfhörer den neuen
>aptx Standart unterstützen.

Nur, wenn das Smartphone das auch kann. Was aufgrund der proprietären Natur von AptX leider nicht sichergestellt ist. So unterstützen CM-Distros beispielsweise kein AptX.

A2DP ist aber qualitativ auch okay, gerade beim Sport dürfte es keinen großen Unterschied machen.

Wow ...ganz was neues :)

Im Ernst, ganz praktisch das kabellose Gedöns... aber ein must-have... dazu noch beim Sport?
Ich steh nicht auf Dauerberieselung. Ich höre Musik, ich konsumiere sie nicht. Beim Sport brauch ich gar keine Musik.
Auf der Straße bin ich eher genervt von den ganzen "Autisten" mit ihren Headphones, die ihre Umwelt und ihre Mitmenschen nicht mehr wahrnehmen.

>Aha, das Bluetooth Kopfhörer existieren hat die Zeit
>jetzt auch schon bemerkt.

Genau das habe ich mir auch gedacht.

Diese sogenannten "Produkttests" von Herrn Borsche sind jedes Mal unfreiwillig komisch. Ich vermute, er schreibt sie nur, um Freebies einsacken zu können. Normalerweise macht man sowas mit einem Blog oder einem Youtube-Channel. Warum die ZEIT ihn gewähren lässt, verstehe ich nicht.