© Silvio Knezevic

Wochenmarkt Günstiges Gemüse

Von
ZEITmagazin Nr. 9/2016

Sellerie und Safran: Diese Suppe besteht aus einem sehr günstigen Gemüse, das mit einem sehr teuren Gewürz aromatisiert wird. Mir kommt es so vor, als sei das eine ganz besondere Spielart des Snobismus, dessen Regeln ich aber leider nicht begreife.

Wie auch immer, mir schmeckt diese Suppe einfach. Zumal Butter und Sahne drin sind, und um an diesen beiden Zutaten Gefallen zu finden, muss der Gaumen nicht geübt sein.

Für die Suppe die Sellerieknollen schälen und in 2 cm große Würfel schneiden. Zwiebel hacken und in Butter in einem großen Topf anschwitzen. Salzen und ungefähr 5 Minuten lang unter Rühren dünsten. Dann Sellerie dazugeben und mit Wasser ablöschen. Eine großzügige Prise Salz hinzufügen. 15 bis 20 Minuten lang bei geschlossenem Deckel köcheln lassen, bis die Selleriestücke weich sind. Das Gemüse abgießen, den Fond auffangen. Die Safranfäden im Mörser zerstoßen und zum Sellerie geben. Sellerie pürieren, die Sahne und so viel von dem Fond dazugeben, dass eine Suppe entsteht. (Meistens ist das der gesamte Fond.) Mit Salz und Zitronensaft abschmecken.

Und was macht man mit dem Safran, der übrig bleibt? Hier ein paar Vorschläge: einen extravaganten Kartoffelsalat. Eine Bouillabaisse (aber ohne mich, ich weiß halbwegs, wie es geht, kriege es aber trotzdem nicht hin). Einen Kuchen – es gibt zum Beispiel im Libanon einen Grießkuchen namens Sfouf. Safran passt auch gut zu Blumenkohl, und wo Blumenkohl ist, ist Ottolenghi nicht fern. Er löst die Fäden in ein wenig heißem Wasser auf, reibt damit und mit ein bisschen Olivenöl die Blumenkohlröschen ein und gibt diese dann mit roten Zwiebeln und Sultaninen in den Ofen.

Selleriesuppe mit Safran (6 bis 8 Portionen)

 Zutaten - 1 kg Sellerieknollen, 1 große Zwiebel, 30 g Butter, Salz, 1 l Wasser, ½ TL Safranfäden, 1 Becher Schlagsahne, etwas Saft einer Zitrone

Kommentare

8 Kommentare Kommentieren

"Mit Sellerie und Safran ist es ein besonderer Genuss. "

Eben nicht. Weil es weder nach Safran noch nach Sellerie schmeckt. Wer gerne panscht, sollte Selleriepulver ins Wasser schütten und einige Safran-Fäden dazugeben. Das Ergebnis ist von geschmacklichen ähnlichem Charakter. Und wer es noch nuancierter möchte, sollte etwas Seifenpulver dazugeben.

Ich bin ein Geschmackspurist. Die Natur hat ihren Produkten einen Geschmack mitgegeben. Wenn ich ihn nicht mag, esse ich es nicht. Ich spiele nicht den lieben Gott, den Geschmack zu verbessern, sondern unterstreiche ihn nur mit dazu fähigen Gewürzen. Das ist Kochkunst.

Als Maler kann man auch alles übertünchen. Nur ist man dann kein Maler, sondern Anstreicher.

Hui, da spricht der Obermeister aller Kochkünstler...

Sicher, sowohl Sellerie als auch Safran sind starke Aromen, aber warum nicht zwei starke kontrastieren lassen?
Muss nicht jedem schmecken, und wie Sie schon fstgestellt haben:
Wenn es nicht schmeckt isst man es nicht!

Aber erhobene Zeigefinger haben in der Küche nicht viel verloren, finde ich.

"Experimentiere, scheitere, lerne daraus und habe Spaß!"

SO geht kochen...

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Daß man die Basics beherrschen sollte bevor man mit den Experimenten anfängt versteht sich von selbst!