Gesellschaftskritik Über die Bush-Dynastie

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Jeb Bush (2.v.l.) mit Bruder George W. (links), Vater George und Mutter Barbara 1999 © John Mottern/AFP/Getty Images
ZEITmagazin Nr. 11/2016

Nach George Bush senior und Sohn George W. Bush sollte nun eigentlich dessen jüngerer Bruder Jeb der dritte US-Präsident der Familie werden. Doch nachdem er bei der Vorwahl in South Carolina schlecht abschnitt, hat er seine Kandidatur zurückgezogen. Für seine Mutter Barbara dürfte das keine große Überraschung gewesen sein: "We’ve had enough Bushes", sagte sie letzten Sommer in einem Fernsehinterview – es waren schon genug Bushs an der Macht. Bush senior hingegen dürfte den Rückzug bedauern, in seiner Biografie nennt er Jeb "unseren Realisten". Die Eltern, so heißt es, hätten George W. immer für den weniger geeigneten Präsidenten gehalten. So etwas würde wohl in jeder Familie zu Konflikten führen.

Jeb: Ich verstehe die Amerikaner nicht. Sie vertrauen ihr Land lieber jemandem an, der einmal fast an einer verschluckten Brezel gestorben wäre.

George W.: Zum hundertsten Mal: Die Brezel hat den Vagusnerv stimuliert! Da würde ein Elefant in Ohnmacht fallen.

Jeb: Und jetzt Donald. Eine schlimmere Version von dir, nur blonder. Und du hast schon ziemlich viel verbockt.

Barbara: Kinder, streitet euch nicht! Die Amerikaner hatten einfach genug von uns. Wir sind zu viele.

George senior: Vielleicht hat es die Menschen einfach verstört, dass da plötzlich ein Bush aufkreuzt, der nicht George heißt.

Jeb: Trumps Sohn heißt auch Donald. Das kann ja heiter werden.

George W.: Jeb, sei froh. Den Job kann einfach nicht jeder machen. Da muss man hart sein. Durchgreifen. Und gleichzeitig locker und unterhaltsam sein. Vor allem wegen der ganzen Spaßbremsen von den UN und der EU.

Barbara: Lass Jeb in Ruhe, George. Er hätte das bestimmt genauso gut gekonnt wie du.

George W.: Genauso gut? So was Nettes hab ich ja schon lange nicht mehr von euch gehört. Als ob ihr je an mich geglaubt hättet ...

Jeb: Brezel.

George W.: Was?

Barbara: Lass George in Ruhe, Jeb.

Jeb: Du hast mir die Tour vermasselt. Nachdem du meiner Kampagne "geholfen" hast, ging es bergab.

George W.: Mein Vermächtnis hat dir überhaupt erst den Weg eröffnet, Kleiner! Ich hatte Ideen. Hey, ich habe den Menschen Demokratie gebracht.

Jeb: Googel mal "Irakkrieg".

George W.: Mission accomplished.

Jeb: Brezel.

4 Kommentare

Die Buschs sind ein beredtes Beispiel dafür, dass es sehr gut ist wenn man es versteht zum richtigen Zeitpunkt aufhören zu können. Bush Senior hörte als in der Welt geachteter Politiker auf. Georg W Bush hatte nicht die richtigen Berater und deshalb die Realitätsirrungen. Jeb Bush hat den besten Schritt seines Lebens gemacht.

Nööö, so nicht. Bush senior ist verdientermaßen von Bill Clinton abgelöst, weil vom Volk abgewählt worden. "It's the economy, stupid" (BC). George W. hatte keine "Realitätsirrungen", sondern eine höchst persönliche Abneigung gegen Saddam Hussein ("He wanted to kill my Dad") - de facto waren Cheney und Rumsfeld am Ruder, an das sie nie gekommen wären, hätte Jeb als Gouverneur von Florida nicht diese skandalöse Benachteilung von schwarzen Wählern auf den Wählerlisten gedeckt.

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