Unter Strom Mirko Borsche testet einen Roboter, der Kunststücke macht

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ZEITmagazin Nr. 11/2016

Ich gehörte als Kind zwar zu den BMX-Fahrern und nicht zu den Skateboardern, aber natürlich weiß ich, was ein Ollie ist: der einfachste Skateboard-Sprung, sozusagen der Basis-Trick. Nach diesem Sprung hat die Firma Orbotix ein Spielzeug benannt, den Sphero Ollie: ein ferngesteuerter Roboter, der aussieht wie eine Getränkedose mit Gummirädern. Ich habe ja neulich hier eine Drohne getestet und dabei gemerkt, dass ich mit solchen Spielzeugen eigentlich nichts anfangen kann. Die Drohne hat mich schnell gelangweilt, und natürlich bin ich auch aus dem Alter für den Ollie seit, äh, einigen Jahren raus – aber als er durch mein Büro flitzte und von einer selbst gebauten Sprungschanze abhob, konnte ich mich wirklich wieder hineinversetzen in den Jugendlichen, der ich mal war.

Gesteuert wird der Ollie recht unkompliziert über eine App, und mit ein bisschen Übung kann man ihn 360-Grad-Spins machen oder auf einem Reifen fahren lassen. Das ist schon alles. Es ist eben ein Spielzeug. Als ich es mit ins Büro gebracht habe, wollten es alle unbedingt mal ausprobieren. Der Ollie ist ziemlich robust, kommt auch draußen einigermaßen klar und schafft es über kleine Hindernisse oder Unebenheiten. Sogar meine Wohnungstreppe ist er anstandslos runtergefahren. Mein älterer Sohn hat den Ollie durch die Wohnung gejagt, er wollte gar nicht mehr aufhören. Musste er dann aber, denn blöderweise standen da gerade zwei Bilder im Raum auf dem Boden, die ich noch nicht aufgehängt hatte. Da musste ich dann doch sehr deutlich sagen: Jetzt ist Schluss! Und der Jugendliche in mir war genauso schnell wieder weg, wie er gekommen war.

Technische Daten

Sphero Ollie von Orbotix; Geschwindigkeit: bis zu 6 m/Sek.; aufladbar mit USB-Kabel (mitgeliefert), für Android und iOS; Preis: ca. 100 Euro

Mirko Borsche, Creative Director des ZEITmagazins, schreibt jede Woche die Kolumne "Unter Strom"

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