© Silvio Knezevic

Wochenmarkt Gemüse trotz Phlegma

Vielleicht ist es der Zucker, der in den Wurzeln steckt, der im Ofen geröstetes Gemüse so unwiderstehlich macht. Es ist vielleicht das einfachste Essen der Welt. Von

ZEITmagazin Nr. 12/2016

Es beginnt die Jahreszeit der allumfassenden Lustlosigkeit. Die Zeit, in der man darauf wartet, dass der Winter wider Erwarten einmal ein Ende haben wird. Die Zeit, in der man anfängt, Wollschals oder überhaupt Wolle zu hassen. Der verbliebene Elan könnte gerade noch reichen, um so ein Blech mit Ofengemüse herzustellen. Ich bereite es an vier Abenden in der Woche zu, wobei es Varianten gibt, die mir selbst und anderen den Eindruck vermitteln, es gebe jeden Abend etwas anderes zu essen. Ein Gemüse, das im Ofen geröstet wird, entwickelt einen besonderen Geschmack. Ich weiß nicht genau, woran das liegt. Es könnte mit dem im Gemüse enthaltenen Zucker zu tun haben, der durch das Rösten karamellisiert. Im besten Fall entsteht eine Kruste, und innen ist das Gemüse weich.

Den Ofen auf 190 Grad vorheizen. Die Karotten schälen, der Länge nach vierteln, ebenso mit den Pastinaken verfahren. Den Kürbis ungeschält in ungefähr 1 Zentimeter breite Schnitze schneiden. In einer Schüssel mit Öl, Honig, Kumin, Salz und Pfeffer vermengen. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech das Gemüse verteilen, darauf achten, dass es mit dem Olivenöl benetzt ist. Mit Alufolie abdecken und 20 Minuten backen. Dann Alufolie entfernen und weitere 20 Minuten backen. Mit Zitronensaft und dünn geschnittenen Minzblättern vermengen.

Kommen wir zu den Varianten. Zum einen kann man natürlich andere Gemüsesorten hinzugeben, zum Beispiel Fenchel, Paprika, Süßkartoffeln. Zum anderen kann man, wenn das Gemüse aus dem Ofen kommt, gekochte Kichererbsen, gegarten Dinkel oder Reis unterheben und meinetwegen auch ein bisschen was von diesem omnipräsenten jungen Ziegenkäse, auf den sich aus irgendeinem Grund die Bürger des gespaltenen Landes, das Deutschland geworden ist, einigen können.

Ofengemüse mit Honig (3 Portionen)

Zutaten – 200 g Karotten, 200 g Pastinaken, 200 g Hokkaido-Kürbis, 100 ml Olivenöl, 3 EL Honig, 1 TL Kumin, Salz, Pfeffer, 2 EL Zitronensaft, frische Minze

Kommentare

7 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Geht auch ohne Gemüse.
Schälrippchen, Hühnerflügel, Hähnchenunterschenkel und Putenflügelspitzen statt des Gemüses verwenden und Spass haben.

Und weil wir nachhaltig kochen, gibt es morgen, übermorgen und die Tage danach die Reste der Tiere in allen möglichen Varianten. ;-)

PS: Ofengemüse ist geil, kommt hier auch öfter in vielen Variationen auf den Tisch, bzw die Teller.

Geht auch prima mit Kartoffeln, gern gemischt mit verschiedenem gemüse. bei mir ist Kartoffel, Paprika und Zwiebel (Schalotten oder geviertelte "normale")eine beliebte Mischung. Wobei ich auf das abdecken mit Folie auch verzichte. Zeitgleich kann man prima Hähnchenschenkel oder Flügel mitgaren. Bei meiner Familie das "convinient" Dinner. Honig ist auch nur eine Option, hab ich persönlich bisher nur an Hähnchen gemacht.