Gesellschaftskritik Über Kindernamen

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Manuela Schwesigs erstes Kind heißt Julian, das zweite Julia. Irgendwelche Einwände? © Adam Berry/Getty Images
ZEITmagazin Nr. 14/2016

Julia ist ein guter Name. Julia hat ein angenehmes Verhältnis von Konsonanten und Vokalen. Julia ist wie eine weiße Jeans oder diese Werbung für Kokoskugeln. Julia ist sehr in Ordnung, weswegen es uns verwundert hat, dass Familienministerin Manuela Schwesig sich Spott in den sogenannten sozialen Netzwerken gefallen lassen musste, weil sie ihre kürzlich geborene Tochter Julia genannt hat. Ihr Sohn heißt nämlich Julian, und da empörten sich aufgebrachte Kommentatoren: Was für eine einfallslose Wahl, derselbe Name, nur ohne n! Und was dies denn 1. über die familienpolitische Befähigung der Ministerin aussage und ob es da nicht 2. kreativere Namen gegeben hätte. Antwort 1: Nichts. Antwort 2: Kann sein, aber Vorsicht ist immer da geboten, wo es "kreativ" zugehen soll. Ganz besonders dann, wenn es um Kindernamen geht.

Natürlich bleibt einem bei der Namenswahl immer der Weg zurück in vergangene Epochen, zu Kutschen, Puderperücken, Cembalo-Zimmern; und dass in gehobenen Vierteln Eltern ihre Kinder wieder mit Namen aus Weltkriegsbegeisterungszeiten versehen, sollte man nicht überpolitisieren, aber sich doch fragen, ob diese Eltern inzwischen angefangen haben, ihre Kinder zu siezen: Friedrich, wo ist Ihr Schnuller? Lotte-Augusta, hören Sie auf zu schreien! Die Welt klingt dort wieder mehr nach Offizierskasino, wo Ordnung herrscht und Zackizacki und Hamsejedient und Eltern vor ihrem Nachwuchs salutieren. Doch dann kommt der kleine, sehr kreativ und würdevoll benannte Emil in die Kita, und wie heißen seine Freunde? Emma, Emma, Karl, Ida, Emil, Emil, Emma, Anton, Anton, Emma, Anton, Emil und Emil und Karl.

Okay, was wären kreative Alternativen? Vita-Malz? Verboten. Schokominza? Verboten. Popo darf man nicht heißen und Eduscho auch nicht, Don Armani Karlheinz hingegen schon, aber, echt jetzt, Karlheinz? Und wissen wir eigentlich, was in Sachsen-Anhalt im Partytrubel der Landtagswahl passiert, wer da gezeugt und wie er hinterher genannt wird? Süße Babys, die möglicherweise Maria-Pegida heißen oder Eisenknecht-Lügenpresse?

Manche Namensforscherinnen sagen übrigens, Märchen seien im Kommen! Rapunzel und Cinderella. Und wenn die neunziger Jahre bald auch in Kreißsälen wieder hip sind und die Namen unserer Kleinen wieder klingen wie Pflegeprodukte vom Discounter – Selena und Kiara –, dann werden sich die Ersten vielleicht an Manuela Schwesigs sozialdemokratischen Pragmatismus erinnern und denken: Julia, ein sehr schöner Name.

71 Kommentare

Bei den alten Römern war es beliebt, Kinder einfach zu nummerieren (Primus, Secundus, Tertius, Quartus, Quintus usw.) Das mag zwar nicht sonderlich kreativ sein, aber es ist unheimlich praktisch, zumindest bis Decimus. Auch die katholischen Päpste ersetzen Kreativität ja oft durch Ordnungszahlen. Dass man laut Autor Hugendick sein Kind in der BRD nicht Popo nennen darf, finde ich sehr seltsam. Immerhin hat den Bischof Poppo von Brixen dieser Name (allerdings mit zwei p) nicht daran gehindert, sogar Papst zu werden.

Ist Ihnen denn nicht aufgefallen, daß die Römer keineswegs alle Ordinalzahlen bis "Zehnter" zur Namengebung verwendet haben?! Es ging erst mit "Quintus" los; auch "Nonus" wurde ausgelassen (Nonnus war ja auch schon der Opa). Das hing wohl damit zusammen, daß gensspezifische Vornamen (wie Marcus oder Titus) unter den Vorfahren-Paten von Kind 1 bis 4 zur Verfügung standen. Ihr "Poppo" wiederum ist ein anachronistisches Mißverständnis - der Po als Bezeichnung eines Körperteils war die Abkürzung von "Podex", angeblich ammensprachlich aus dem 18. Jh. (vorher sprachen die Kinderfrauen gewiß kein Latein). Poppo/Bobo und ähnliche Varianten waren ursprünglich Kose- und/oder Lallnamen zweigliedriger germanischer Personennamen aus dem Frühmittelalter - wie etwa Uffo für Liudolf, also "Wölfchen".

Kann mich MasterBlaster nur anschließen. Eine recht armselige Form der Verächtlichmachung ist es, sich am Aussehen, am Partner oder den Kindernamen eines Politikers abzuarbeiten. Gerade Frau Schwesig bietet doch politisch ihre ungeschützte Kehle zum Zubeißen an.

Es gibt zig Dinge, die man an Schwesig kritisieren könnte und zig Gründe, warum sie (beispielsweise mit Maas) zu den Totalausfällen des Kabinett Merkel gehört, aber ausgerechnet die Namenswahl bei ihren Kindern zu kritisieren bzw. mit Häme zu überziehen ist erbärmlich.

Kinder sollten sich spätestens mit 18 offiziell selbst einen Vornamen geben dürfen.Zur Not auch einen Nachnamen,ohne Begründung.
Das kann doch nicht sein,dass man sein ganzes Leben mit dem Namen rumlaufen muss,den man sich nicht ausgesucht hat.Jedesmal mit diesem einen Namen unterschreiben muss,und daran erinnert werden muss,wer einen ohne zu fragen in die Welt gesetzt hat.usw.

Möchten Sie sich mal kurz an meiner Schulter ausweinen? Sie komme mit Ihrem Namen nicht klar, weil Sie nach Super-Mario heißen? Macht nix, wird schon.
Aber Vornamen/Nachnamenumtauschrecht, ich weiß nicht. Gene tauschen geht ja auch nicht.
Also halten Sie durch, hoffen Sie auf Ihre Wiedergeburt. Dann haben Sie ne neue Chance.

Julia und Julian sind doch hübsche Namen! In der Namensgebung für Geschwister erinnert das etwas an Hanni und Nanni und die selige Kinderzeit mit Jugendliteratur von Enid Blyton (Enid wäre btw auch nicht übel). Wenn ich meinen Kindern noch Namen zu geben hätte, dann würde ich viel weiter in die Vergangenheit zurückgehen als in die Zeit von Cembalo-Zimmern oder Weltkriegsbegeisterung. Mit Rückgriff auf die griechische Mythologie hießen meine Sprösslinge heute Orest und Elektra, meinem Eheweib zur ständigen Mahnung.

Also Frau Schweswig Qualifikation als Familienministerin steht zur Debatte nur weil die Namen ihrer Kinder nicht "kreativ" sind, was auch immer Kreativität in diesem Fall bedeuten mag? Es kann ja nicht jeder so kreativ sein, wie Uwe Ochsenknecht oder Franziska van Almsick. Auf jeden Fall klingen "Julia und Julian" besser als "Savannah-Cheyenne und Jimmi Blue."

Sehr amüsant geschrieben! An der stellen mit den vielen Emils und Emmas unterliegen Sie aber einem statistischen Missverständnis: Da sehr vielfältige Namen in Deutschland vergeben werden, kommen selbst die häufigsten Namen nicht mehr sehr häufig vor. Ungefähr 1 Prozent aller Kinder einer Generation tragen zur Zeit den Namen, der sich an Platz 1 der Namensstatistik befindet. Auch nachzulesen hier : http://www.beliebte-vorna...

Bei Namen wie "Friedrich" und "Lotte" denke ich übrigens nicht zuerst an die Zeit des Ersten Weltkriegs, sondern an "Kabale und Liebe" ;)

Bei Frau Schwesig frage ich mich, ob sie römische Traditionen wieder zum Leben erwecken will - damals hießen viele Kinder gleich. Vielleicht hat der große Bruder auch eine Wette gewonnen und durfte den Namen aussuchen.

Übergriffige Social Medialisten!

Wen geht das was an und wozu etwas und jemanden kritisieren, den man gar nicht kennt ausser über die Medien? Und die sich als eine der wenigen Politiker positiv hervortut und Zukunft gestaltet? Wahrscheinlich sind viel dieser "Kritiker" selber kinderlos, so vollkommen ohne Ahnung und per se respektlos. Man kann nur hoffen, dass Frau Scheswig Dinge, die überflüssig - und übergriffig - sind, gar nicht zur Kenntnis nimmt.

Und wissen wir eigentlich, was in Sachsen-Anhalt im Partytrubel der Landtagswahl passiert, wer da gezeugt und wie er hinterher genannt wird? Süße Babys, die möglicherweise Maria-Pegida heißen oder Eisenknecht-Lügenpresse?

Da würde ich dann eher auf germanische Namen wie "Siegfried", "Wotan", "Brunhilde", "Heidrun" etc. tippen...

"Und wissen wir eigentlich, was in Sachsen-Anhalt im Partytrubel der Landtagswahl passiert, wer da gezeugt und wie er hinterher genannt wird? Süße Babys, die möglicherweise Maria-Pegida heißen oder Eisenknecht-Lügenpresse?"

Ohne irgendeinen wenn auch noch so abstrusen Querverweis auf Pegida oder AfD etc. pp. geht momentan gar nichts mehr, oder? Leute, ES NERVT.

Eltern denken sich immer etwas bei Namengebung ihrer Nachkommen - fragt sich, nur was. Mir gefällt "Das doppelte Julchen" ausnehmend gut - deshalb gleich ein Zitat aus Erich Kästners "Das doppelte Lottchen": "Und noch abends flüstern sie in ihren Betten, Jede entdeckt einen anderen, einen neuen Kontinent. Das, was bis jetzt von ihrem Kinderhimmel umspannt wurde, war ja, wie sich plötzlich herausgestellt hat, nur die Hälfte ihrer Welt!" Und die ließe sich namentechnisch bequem erweitern: Von Julian zu Juliane, von Julia zu Julius ... wenn es denn die Zukunft so mit sich bringt.

Also ich habe aus Versehen mal "David Hugedick" bei Google eingegeben. Die Ergebnisse waren überraschend. Wie sieht es mit einigen seiner Kollegen aus?

Urs Humpenöder (FAZ) klingt schon sehr interessant.

Dirk Pilz (FR) etwas unglücklich.

Ulrich Greiner (ZEIT) für einen Kritiker eher zweideutig.

Matthias Naß (ZEIT)?

Birgit Ochs (FAZ)?

Ulf von Rauchhaupt (FAZ)?

Die Liste ließe sich fortsetzen...

Wer hätte das gedacht, worüber manche Menschen sich die Köpfe zerbrechen. Wenn's mehr nicht ist, dann...

Beide Namen sind schön und Frau Schwesig kann davon ausgehen, dass ihre Kritiker eben nichts anderes zu bieten haben.

So gesehen, wer hat ein Problem damit? Frau Schwesig ganz bestimmt nicht, es gibt ja auch liebevolle Kosenamen, wie Julchen. Und wer eineiige Zwillinge großzieht, hat manchmal Probleme mit den gleichen Näschen.

Das ist ein irrelevantes Thema, mit dem der Verfasser Werbung mit der fotogenen Ministerin für die SPD macht, die in den Umfragen verliert.

Begründnung: Das Thema der Namensgebung von Kindern einer Ministerin zwischen gesellschaftlich relevanten Themen wie Arbeitslosigkeit, Flüchtlingskrise, Kriegen und Krisen en detail zu sezieren ist unglaubwürdig. Es geht nicht um das Thema Namensgebung zweier Kinder -mit oder ohne n- geht, sondern um die Sympathie des Verfassers gegenüber der SPD. Diese hat bekanntlich bei den letzten Landtagswahlen 2x etwas mehr als 10% gewonnen und ist in der Krise. Das Verhältnis zwischen inhaltlicher Unwichtigkeit des Themas und positiver Darstellung der Darstellung ist sichtbar.

Definition von "sachlich" im Duden:
"nur von der Sache selbst, nicht von Gefühlen oder Vorurteilen bestimmt; nur auf die Sache, auf den infrage stehenden Sachzusammenhang bezogen; objektiv"

Schöne Story und großartiges Bild, und geschickter Aufhänger, danke, hätte über die Feiertage mit Terror und kirchlichen Meldungen beinahe vergessen, dass es den durch Wahlen gebeutelten Koalitionspartner noch gibt, an Julia oder Julian als Name finde ich auch nichts auszusetzen, nebenbei.

Ich habe gegen Julia nichts einzuwenden. Für eine Frau bestimmt ein schöner Name! Aber unter Julian stelle ich mir leider keinen ausgewachsenen Mann vor.. Dass seine Schwester fast den selben Namen trägt finde ich nochmal zusätzlich belastend.

Vielleicht bin ich mit "Christian" auch selbst ein wenig von Namen geschädigt, die auf "ian" enden..

Das Problem ist ja wohl nicht der Name "Julia" selbst; da dürfte kaum jemand daran Anstoß nehmen. Wenn zwei Geschwister aber fast denselben Namen haben, kann das im Alltag schon schwierig werden. Wenn Mama stets sorgfältig artikulieren muss. Und sich selbst dann nicht sicher sein kann, dass die Rangen ein "n" hören (wollen), wo keines ist - oder umgekehrt ...

Schöner Artikel, ich klopfe dem Autor auf die Schulter und bin ganz seiner Meinung. Der Spott in den sozialen Netzwerken ist oft berechtigt, aber man kann es auch übertreiben. Vielleicht ist die Namensgebung von Schwesigs Kindern nicht superkreativ, aber sicher kein Grund für Spott und Häme.

Wieso jemand meint die Namender Kinder der Ministerin in den soziaen Netzwerken kommentieren zu müssen ist mir schleierhaft. Ihr Artikel Herr Hugendick gefällt mir übrigens sehr gut. Dass es Moden bei den Vornamen gibt ist bekannt. Ich vermute übrigens aufgrund Ihres Vornamens zwischen 20 und 26 höchstens 28 Jahre sind. (Kleine größenwahnsinnige Spekulation. Nichts für ungut). Die meisten Menschen der Mittelschicht und gehobenen Mittelschicht nehmen meist Namen der Großelterngeneration. Nicht weil sie sich bewusst verpflichtet fühlen, sondern weil z.B. Emma, Jacob, Martha, Gretha und der zeitlose Johannes sich wieder frisch anfühlen. Ich denke aber die Kaisernamen Wilhelm und Heinrich werden nicht mehr kommen. Oder wer weiß? Fritz und Otto sind schwer im Kommen. Die weniger gebildeten Schichten nehmen Namen, die sie gut finden von Leuten, die sie verehren oder um den Kind durch einen eleganten Klang eine besondere Würdigung zu geben.

Ihre Namenswahl finde ich logisch und gleichzeitig ist es Geschmackssache. Mir wäre es egal, was das "Netz" über mich denkt, denn das "Netz" interessiert mich nicht und es hat mir bisher nicht die Hand gedrückt.
Wenn sie ihre Kinder so nennt, dann ist das ihre Sache. Auch sie hat das Recht dazu. Wenn das "Netz" sich dem Gruppenzwang unterordnen möchte, dann ist es die Sache des "Netzes" und nicht des Einzelnen.

Jeder hat nun einmal seine Hasser und Neider. Bei der Namenswahl sollte einem aber immer klar sein, dass irgendwann von den Kindern die Frage kommen wird, warum wurde ich so oder so genannt.
Da aber die Haters in der Anonymität sind, brauchen sie sich ja keine Gegenkritik gefallen lassen. Vielleicht heißen ihre Kinder ja Odin oder Justin, Freya oder Selena. Ob Kinder nach Popsternchen oder alten germanischen Göttern zu benennen, sehr viel kreativer ist, brauchen sie sich nicht zu beantworten.

"....Gesellschaftskritik
Über Kindernamen
Von David Hugendick ..."

Dear Die Zeit

I dachte das Die Zeit eine Familienzeitung ist.

Der Name de Reporters gibt einen falschen Eindruck.

Huge (English) = enorm (Deutsch)

One definitions of dick in English:
NOUN
vulgar slang
A man’s penis.

David HugePenis? Nicht gerade das beste Lectuere fuer Kinder.

... und da mein Verweis (wg. hier besonders unangebrachter Tilgung seitens der Red.) ins luftige Nichts führt - nochmals die Etymologie zum niederrhein-westwestfälischen "Hugendick": soll heißen "Hochdeich" oder wenigstens "Hoher Teich" (wie etwa "Fischdick" = Fischteich).

Was geht es Foristen an, wie Frau Schwesig ihre Kinder nennt?

Emil finde ich echt gut. Emil und die Detektive, witzig und sympathisch.
Alles Gewöhnungssache: Oskar und Noah finde ich inzwischen auch richtig gut.

Zu meiner Zeit hießen alle Susanne oder Claudia oder Thomas oder Michael.
Gut dass es immer wieder neue Moden gibt.

Folgendes ist für den aufgeklärten Großstädter und Weltbürger vielleicht nicht ganz nachvollziehbar:
Bis in die 1970er hinein war es in bayerischen Dörfern ganz normal, den Ältesten nach dem Heiligen zu benennen, dem die Dorfkirche geweiht ist. Da heissen 10-15% der Männer Ü35 zB. Vitus oder Veit, die Frauen Maria. Historisch über die Gräber auch langfristig so ablesbar. In Augsburg war der Name Afra jahrhundertelang überrepräsentiert.
Heute ist im oben erwähnten Dorf die Kitschwelt auch eingeschlagen: Celine Leberl, nur ein Beispiel.
Da ist Frau Schwesig geradezu geschmackvoll in der Namenswahl.
Googelst du http://chantalismus.tumbl...

Allzu großes Frohlocken ob der Namengebung "Veit" ist freilich nicht angebracht - gerade die unehelich geborenen Buam wurden nach dem Ortsheiligen benannt: Wer hätte auch sonst für sie einstehen sollen, wenn sich die biologischen Väter, diese Lauser, aus dem Staube gemacht hatten?!

Das Netz erregt sich, wunderbar, dann der Rest ja OK. Zum Thema, beide Namen finde ich alleinstehend absolut in Ordnung, beide in diesem Zusammenhang empfinde ich fast schon kreativ, alles eine Sache der persönlichen Sichtweise.

So und nun, wenn es wieder soweit ist, vernünftige Politik machen.

Vielleicht geht es hier unterschwellig tatsächlich um die Politik der Angsthasen, die intuitiv erkennen, dass die Eltern von Julia und Julian mit der Namensgebung schon dokumentieren, dass in ihrer Familie Geschlechtertrennung out ist und nicht in ihr Weltbild gehört!

So gesehen Bravo! Die Eltern, Julia u. Julian werden noch oft über diese Anekdote ihrer Namensgebung schmunzeln. Ich weiß das, als eineiiger Zwilling, die beiden gleichen Näschen wurden immer belächelt und trugen zu keinem Unrecht bei. Wenn das keine optimale Politik ist, was kann dann die Welt noch erwarten?

Sie haben Recht, irgendwer meckert immer und via Netz wird auch alles öffentlich. Nur weil sich irgendwelche Leute im Netzt aufregen, muss das noch nicht relevant sein. Bei manchen Leuten fragt man sich sowieso, ob Sie nichts anderes zu tun haben, als im Netz herumzustänkern.

Und Karl-Heinz ist auch nur wieder eine eine "Diagnose". Profilierung ist da seltener Triebmotor, wohl eher das Profil ... es soll ja auch noch Leute geben, die an den freien Willen glauben, also frei im Sinne von arbiträr, durch nichts deteminiert. Dass einer Frau Schwesig einfache Namen zusagen und diese nunmal nicht Kevin oder Mandy lauten zeugt IMHO zunächst vom persönlichen Profil dieser Frau, die weder aufgesetzt Elite demonstrieren noch wie von Ihnen vorgeworfen sich profilieren will, sondern dem Kind einen brauchbaren, einfachen Namen mitgeben will. Und warum? Weil ihre persönliche Geschichte als Sammlung aller Erfahrungen und Eindrücke diese Tendenz per Bauchgefühl präferiert und sich das dann als "Wille" ausdrückt.

Muster für Namen von mehreren eigenen Kindern gibt es auch so genug. Mehr Kreativität steckt auch dann nicht dahinter.

Pardon! Sie haben recht, aber ich bin gerade beim Schmökern über diesen Artikel gestolpert und hatte spontan das Bedürfnis, meinen Unverständnis über die Hervorhebung solcher Banalitäten kundzutun.

Es passiert mir aktuell einfach zu viel Sch*** auf der Welt....
Bin wohl aktuell nicht Feuilleton-kompatibel....

Ich mag Frau Schwesig nicht. Wenn sie ihre Kinder aber Julian und Julia ist das völlig in Ordnung.
Und ja, es gibt leider Häufungen von Namen, weil sie gerade modern sind. Zu meiner Zeit waren es Uwe und Dirk, heute eben Emil und Max. Viel schlimmer aber ist ein Name, der dem Kind (gewollt oder ungewollt) ein Label verpasst, es ausgrenzt. Daran sollten Eltern denken und ihre Eitelkeiten etwas zurückstellen.

Und darüber sind die Traditionalisten im Bergischen Land heute noch tieftraurig: Ihr schöner Grafenname Adolf - Leitname der bergischen wie der märkischen Territorialherren seit dem 11. Jh. - für immer geschändet (dummerweise hieß auch der berüchtigte Eichmann aus Solingen/Remscheid so ... dagegen kam der redliche Bundestagsabgeordnete, Adolf Müller-Remscheid, Vorbildfigur für Herrn Müller-Lüdenscheidt, nicht an).

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