Mirko Borsche und Konstantin Grcic Das Licht der Liebe

Konstantin Grcic und Mirko Borsche sind Designer und Freunde. Jetzt haben sie zusammen eine Leuchte entworfen, bei der Discofeeling aufkommt
ZEITmagazin Nr. 16/2016

Lampen werden dazu hergestellt, Helligkeit zu spenden. Doch in den interessantesten Situationen des Lebens ist klares Licht manchmal das, was man am wenigsten braucht. Das ist beispielsweise einer der Gründe, warum Menschen ganz gern zum ersten Mal unter Discokugeln in Clubs miteinander knutschen und weniger oft in Sparkassenfoyers. Allzu viel Realität ist manchmal gar nicht so hilfreich, eine leichte Vernebelung schon.

Nun gibt es endlich eine Lampe mit dem richtigem Licht zum Verlieben – sie ist das Ergebnis einer Designerfreundschaft. Konstantin Grcic und Mirko Borsche (der auch Creative Director des ZEITmagazins ist) haben Epocsodielak entworfen. Es ist ihr erstes gemeinsames Produkt. Epocsodielak ist eine technische Skulptur, die kaum Helligkeit spendet – aber sonst eigentlich alles andere draufhat, was einen Abend gut machen kann: Sie hat einen Laser, ein Stroboskop, vier Bühnenspots, 16 einzeln bewegliche, bunte LED-Spots, zwei 600-Watt-Lautsprecher und eine Nebelmaschine. Das Leuchtobjekt ist ein Einzelstück, das während des Salone del Mobile in Mailand gezeigt werden wird. Alle Elemente sind in einem mannshohen schwarzen Metallrahmen montiert, es genügt ein Smartphone und eine Playlist, um jeden Raum in ein Ton-Licht-Inferno zu verwandeln. Epocsodielak ("Kaleidoscope" rückwärts geschrieben) ist eine epische Übertreibung – und gleichzeitig ein Kommentar dazu, wie wenig wir heute von Leuchten erwarten. Während fast alle technischen Apparate miteinander vernetzt werden und jedes Handy heute ein Multifunktionsgerät ist, soll eine Lampe immer noch meist nur eine Sorte Licht emittieren. Epocsodielak möchte im Grunde also zum Nachdenken über Design anregen. Schade nur, dass man in Gegenwart dieses Geräts auf praktisch alles Lust hat – nur nicht darauf, viel zu denken.

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