© Silvio Knezevic

Wochenmarkt You say Omelette, I say Frittata

Ob man es Omelette oder Frittata nennt, ist egal. Es ist dasselbe Gericht: Ei mit anderen Sachen in der Pfanne. Wir probieren es mit frühlingsfrischem Spargel. Von
ZEITmagazin Nr. 17/2016

Okay, eine Frittata ist einfach eine Omelette. Aber ich habe mir sagen lassen, dass es überhaupt nicht in Ordnung ist, auf einer Rezeptseite ein Rezept für Omelette vorzustellen, weil schließlich jeder wisse, wie man eine Omelette macht. Deshalb nenne ich das Ding bei seinem italienischen Namen – Frittata. Und denkt man bei diesem Wort nicht gleich an diese Eier-Gemüse-Fladen, die man in New York in den italienischen Delis bekommt und von denen man nie wusste, wie sie eigentlich heißen? Nun, sie heißen Frittata. Im Prinzip geht es bei der Frittata, wie so oft in der Küche, um eine Möglichkeit, bereits Gekochtes weiterzuverwerten. Ich habe leider einen so großen Appetit, dass selten etwas übrig bleibt, selbst wenn ich sehr viel gekocht habe. Mein Appetit wächst vielleicht mit der Portion, die er auf dem Teller vorfindet. Deshalb mache ich eine Frittata aus frischem Spargel.

Der Spargel wird in 5 cm lange Stücke geschnitten. Butter und Olivenöl in einer beschichteten Pfanne mit einem Durchmesser von 20 bis 25 cm erhitzen. Den Spargel im heißen Fett braten, bis er gar ist, aber noch Biss hat. Die Eier verrühren. Den Parmesan hineinreiben. Dann Milch unterrühren, salzen und pfeffern. Diese Mixtur über den gebratenen Spargel in die Pfanne geben. Die Eier ungefähr 10 bis 15 Minuten lang bei mittlerer Hitze stocken lassen. Wenn die Ränder fest werden und die Oberfläche noch flüssig ist, kann man die Hitze herunterstellen und einen Deckel auf die Pfanne legen, bis die Frittata durchgegart ist. Am besten stürzt man sie vor dem Servieren auf eine Platte. Zum Schluss mit gehackten Kräutern bestreuen. So eine Frittata kann man mit Erbsen, Spinat, Bärlauch, gekochten Kartoffeln, Pilzen, Ziegenkäse oder Garnelen zubereiten oder eben mit dem, was man sonst noch im Kühlschrank findet.

Frittata mit Spargel (für 4 Portionen)

Zutaten – 200 g grüner Spargel, etwas Butter, etwas Olivenöl, 8 Eier, 50 g geriebenen Parmesan, 100 ml Milch, Salz, Pfeffer, frische Kräuter wie Koriander, Petersilie oder Dill

Kommentare

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Der Unterschied zwischen Omelett und Frittata ist nicht, dass das eine gefüllt ist und das andere nicht. Das Omelett ist auch nicht dünner. Der Unterschied ist der, dass das Omelett (das es ungefüllt, dann meist mit Zutaten im Teig, und gefüllt mit Zutaten auf dem Teig, über die dann der gebackene Teig geschlagen wird) nur auf einer Seite gebacken wird, während die Frittata auf beiden Seiten gebacken wird.

Liebe Zeit,
ich möchte mich gerne als Kolumnist bewerben. Hier eine Arbeitsprobe:
"Käsebrot kann jeder deshalb gibt's heute eine italienische Variante: Panino con formaggio. Einfach ein panino halbieren und den formaggio (deutsch: Käse) vorsichtig auflegen. Panino zuklappen - fertig! Wer möchte, kann den Käse durch alles andere ersetzen, was der Kühlschrank hergibt, gerne auch das Brot. Weitere kreative Rezepte gibt es nächste Woche an dieser Stelle!"

Klar können Sie das so nennen. Tatsächlich sind es aber verschiedene Zubereitungen. Das Rührei muss in irgendeiner Form geschoben oder gerührt werden in der Pfanne. Das Omelett stockt nur auf einer Seite und wird nicht gewendet, die Frittata wird gewendet. Das sind nicht nur Spielereien, sondern die Eimasse schmeckt anders. Wenn Sie das nicht interessiert, weil Sie den Unterschied nicht schmecken oder egal finden, ist das ja völlig OK. Es gibt aber Leute, die interessiert der Unterschied schon. Die wollen ein Omelett, wenn sie das bestellen, und kein Rührei. Für diese Leute ist das dann schon relevant, dass die Begriffe einigermaßen genau verwendet werden. Sie kaufen ja auch Äpfel und Birnen und nicht einfach Obst.