ZEITmagazin: Sie sind Community- oder Social-Media-Redakteure, lesen also täglich sehr, sehr viele Userkommentare auf den Internetseiten Ihrer Zeitungen und bei Facebook oder Twitter. Viele Kollegen glauben, Sie haben den schlimmsten Job der Welt.
(große Heiterkeit am Tisch)
Torsten Beeck (Spiegel Online): Manchmal kann mir mein Job auf die Nerven gehen, das stimmt. Aber er ist wichtig und spannend, und ich mache ihn gerne.
David Schmidt (ZEIT ONLINE): Es heißt ja immer in den Redaktionen: Die armen Kollegen müssen irgendwas mit sozialen Medien machen. Dabei übersehen sie, wie großartig unsere Arbeit ist.
Niddal Salah-Eldin (Welt-Social-Team): Man muss sich das vorstellen: Wir lesen jeden Kommentar, das sind bis zu 20.000 pro Tag. Jeden einzelnen. Und zu jedem machen wir uns zumindest kurz Gedanken. Das ist eine riesige Bandbreite an Themen, die uns da begegnet.
Schmidt: Es wirkt auf jeden Fall wie ein Korrektiv. Jeder einzelne Fehler in einem Artikel wird entdeckt. Natürlich wäre es noch schöner, wenn gar keine Fehler drin wären, aber Autoren sind auch Menschen. Die sozialen Medien haben dafür gesorgt, dass der Journalismus besser wurde.
Beeck: Es gibt immer jemanden da draußen in der Welt, der sich bei einem bestimmten Thema noch ein bisschen besser auskennt als der Journalist, der den Artikel geschrieben hat. Und der meldet sich bestimmt.
ZEITmagazin: Welche Eigenschaften muss man mitbringen, um Social-Media-Redakteur zu werden?
Salah-Eldin: Einige Kollegen können ganz tolle Reportagen schreiben und lange Artikel auf den dritten Seiten. Für Social Media braucht man aber noch andere Fähigkeiten. Es braucht zum Beispiel eine ordentliche Portion Humor und Schlagfertigkeit, um mit dem Leser klarzukommen.
Schmidt: Mit der Zeit versteht man, wie jemand tickt, der dir eine wütende Nachricht schreibt oder der plötzlich in der Kommentarspalte ausflippt.
Salah-Eldin: Mittlerweile kann ich das schon auf den ersten Blick beurteilen. Wenn jemand alles in Großbuchstaben schreibt, dann schreit er mich an. Das kam früher, als wir mit dem Welt-Social-Team anfingen, öfter vor. Heute schreibt jemand etwas Fieses, und ein anderer Leser schreibt gelassen darunter: "Da wird die Welt gleich drauf reagieren."
Beeck: Es ist ein bisschen wie in der Schule: Man muss versuchen, die Guten zu fördern und die Krawallmacher, die mehr auffallen, aber in der Minderheit sind, kleinzuhalten.
Schmidt: Hasskommentare sind die absolute Ausnahme. 90 Prozent der Kommentatoren wollen einfach nur zivilisiert diskutieren.
Beeck: Ja, bei uns auch. Und unter hundert Antworten ist vielleicht eine, auf die wir antworten müssen. Trotzdem stellen sich alle vor, dass wir es nur mit dem Hasskommentator zu tun hätten. Er ist natürlich männlich, 55 Jahre alt, trinkt gerne schlechten Wein und sitzt sehr, sehr einsam in seinem Wohnzimmer. Aber wir haben Millionen von Usern, alleine auf der Facebook-Seite von Spiegel Online bis zu 15 Millionen pro Woche. Es gibt aber keine 15 Millionen Fusel trinkenden Idioten in Deutschland.
"Wir wollen es so transparent wie möglich machen."
Lieber Herr Schmidt, eine sehr lobenswerte Absicht und eingedenk, einer im Regelfall erwachsenen, gebildeten und intelligenten Leser- und Kommentarschaft, angemessen.
Wenn Sie aber, wie üblich, den inkriminierten Kommentar löschen, löschen Sie damit auch die Transparenz. Denn niemand, der nicht gerade den Kommentar gelesen hat, kann ihren oft zu allgemein gehaltenen Grund der Löschung nachvollziehen. Manchmal werden gelöschte Kommentare einige Seiten weiter akzeptiert, oder sehr viel schärfer formulierte Kommentare anderer Schreiber akzeptiert.
Mein Vorschlag wäre, die beanstandeten Kommentare kursiv stehen zu lassen und darunter Ihre Bemerkung hinzuzufügen. Ehrverletzende, justiziable Kommentare könnten weiter sofort gelöscht werden.
Und noch einen Vorschlag:
Die Redaktionsempfehlungen schienen mir anfangs ein Gütekriterium. Inzwischen scheint mir, dass sie primär für Zustimmung zum Artikel vergeben werden. Allzu oft frage ich mich, was emfohlene Kommentare zur Auszeichnung qualifiziert, übrigens auch schon bei meinen eigenen "Sternchen". Oft lese ich "unbelohnte" Kommentare die besser bis brilliant sind und manche herausragende Kommentatoren erhielten trotz mehrhundertfacher Beiträge nicht eine Empfehlung.
Das System hat etwas von Schule und gehört meiner Meinung nach nicht in ein Leserforum der ZEIT.
Es sei denn, Sie spendieren pro 20 Sternchen ein Abo der ZEIT. ;-)
Herzliche Grüße, Frl. Clarissa
Man sollte den Begriff "Troll" meines erachtens eng verwenden. Jemand, der rassistische Meinungen äußert, oder andere Nutzer beleidigt, ist kein Troll. Das sind Rassisten und Choleriker.
Ein Troll ist eigentlich jemand, der nicht aus einem Interesse sich zu äußern kommentiert, (Was der Rassist ganz klar tut.), sondern lediglich möglichst starke Reaktionen hervorzurufen. Trolle beziehen daher oft möglichst unbeliebte Standpunkte auf eine möglichst provozierende und logisch inkosistente Weise, weil das Widerspruch hervorruft. Jeder Aspekt des Beitrags ist jedoch dadurch bestimmt.
Selbst die bezahlten Propagandatrolle sind demnach eigentlich keine Trolle.
Diese anderen Fälle stören eine konstruktive Diskussion unter Umständen genau so, aber es sind einfach andere Phänomene.
Bezahlte Propagandaschreiber versuchen ja anscheinend mittlerweile sogar, sich möglichst in den allgemeinen Austausch zu integrieren und dann bei entscheidenden Diskussionen die Meinung stark zu vertreten, für die sie bezahlt werden.
Rassisten und ähnliche Wirrköpfe haben eine sehr starke Überzeugung, die sie vertreten. Sie provozieren nur in einem Umfeld, wo die Meinung nicht akzeptiert wird. Ein Troll provoziert in jedem Umfeld.
ich kommentiere manchmal bei Zeit/Spon usw.
Bei Zeit wird manchmal mein Kommentar gelöscht obwohl er nicht beleidigend ist. Er widerspricht vielleicht nur dem Artikelschreiber.
Z.b. Thema Ghostbusters, wo ich schrieb das die Ablehnung des Filmes kein Sexismus der Männer ist, sondern die Leute (wenn überhaupt das Geschlecht eine Rolle spielte) nur vom Feminismus den der Film vermittelte etwas angekotzt waren. Dazu ein Foto der Filmcrew mit "Girlpower usw." Passte nicht..wurde gelöscht.
Am übelsten ist aber Spon, wo man auf das Gutwill von Spon angewiesen ist, ob der Kommentar veröffentlicht wird. Manchmal hat man das Gefühl, das dort genau abgewogen wird, welche Kommtare man zulässt. Als wolle man z.b. ca. 70% Zustimmung und 30% Ablehnung.
Ja, manchmal kommt das auch hier vor. Es werden aber meist schon sehr wenige Kommentare gelöscht. Gelegentlich verschwindet ein Kommentar mir "am Thema vorbei", der eigentlich schon noch zum Thema passt, oder wo die Diskussion sich zwar vom Thema entfernt hat, aber im vergleich zu anderen Themen auch nicht besonders weit. Es passiert aber nicht besonders oft und gewisse Moderationsfehler muss man wohl akzeptieren.
Auch ist mir in letzter Zeit aufgefallen, dass einige Diskussionen recht schnell gesperrt wurden, obwohl kaum Beiträge gelöscht wurden. Gerade Kritik an feministischen Beiträgen. Da gab es Diskussionen, wo die Mehrheit der Beitragenden dem Artikel widersprach, aber kaum Kommentare gelöscht wurde, weil Beiträge nicht aggresiv oder beleidigend waren.
Die Diskussion wurde dann recht früh geschlossen. Das wirkt so, als hätte man keine Lusts auf all zu viel Kritik oder keine Lust das Thema zu moderieren.
Entschuldigung, wenn ich die fröhliche Welt der WELT und deren Leistung mal deutlich kritisieren muss. Hatte nämlich gerade einen längeren Mail-Verkehr mit dieser, weil auf WELT in meinen Augen tatsächlich zensiert wird.
Dort bleiben zum Teil Anti-Israel-Kommentare stehen
Dort werden Pro-AfD- und Anti-Flüchtlingskommentare (der übelsten Sorte) verteidigt, selbst wenn man unter solche nur die Frage "Wieso?" schreibt. Dann wird eben dieses "Wieso?" entfernt.
Ich kann gerne meinen EMail-Verkehr zur Verfügung stellen bzw. mein Profil bei WELT online und wie dort ganz offensichtlich das konservativ bis rechte Spektrum aufrechterhalten wird und kritische Kommentare dort unterdrückt werden.
Die Antworten von Frau Salah-Eldin sind daher für mich Schall und Rauch. Und vor allem hätte mich mal interessiert, inwiefern dort automatische Systeme zum Einsatz kommen. Denn es ist nun hinlänglich bekannt, dass mit gewissen Tricks selbst übelste Kommentare stehenbleiben. Man muss dann die entsprechenden Schlagworte nur etwas zerlegen, z.B. "Dr.e.ck.s Flü. cht.lings.pa.ck". Und das passiert auf WELT online sehr häufig.
Soviel zum Thema WELT. Ich finde es beschämend, was dort stehen bleiben darf, während die, die sich gegen solchen Unrat wehren oder kritische Fragen dagegen stellen zensiert werden.
Darauf hätte ich gerne von Frau Salah-Eldin eine Antwort.
Die Welt zensiert tatsächlich, anders kann man das nicht mehr nennen. Das ist die Zeit chilliger. Allerdings kann ich dort kein System erkennen. Die absurdest harmlosen Kommentare habe ich dort bereits gelöscht bekommen, während teilweise doch recht scharfe Sachen erst gelöscht wurden, als sie ~70 Upvotes bekommen haben, oder als vermutlich Schichtwechsel bei den Zensoren war.
Aus Leser Sicht wenig ueberraschend. Was soll aber auch dabei rauskommen, wenn Gespraeche innerhalb einer geschlossenen Gruppe gefuehrt werden?!
Man sollte der Gruppe mal Fragen der Kommentierenden vorlegen.
Die "Welt" hat zum Beispiel die Kommentarfunktion vor den letzten Landtagswahlen komplett abgeschaltet. Da haette man mal Fragen zu stellen koennen.
Ich habe von David Schmidt schon mal Nachrichten bekommen, jetzt hat er sogar ein Gesicht.
Hallo Herr Schmidt, freut mich sie zu sehen.
Hier ein Video von der ZEIT.de Community
https://www.youtube.com/w...
Interessanter Einblick in die Welt der Community-Moderation. Ich hätte mir gern, außer den netten Anekdoten, ein paar weitere Hintergrund-Informationen gewünscht. Z.B.:
Gibt es feste Teams, die die Kommentare (K.) bearbeiten? Wie werden die K. unter den Redakteuren aufgeteilt, gibt es da ein System? Arbeiten die K.-Redakteure auch in anderen Sparten der Redaktionen? Gibt es die ominösen "studentischen Aushilfen", die gelegentlich im K.-Bereich mitarbeiten? Wie gehen die Redakteure mit eigenen Fehlern um - gibt es sowas wie eine "Fehlerkultur" in diesem Bereich, so wie in anderen redaktionellen Bereiche auch? Oder geht es - so mein Eindruck - zunächst einmal darum, den gröbsten K.-Mist auszusortieren, und mehr ist nicht drin?
Dies finde ich auch insofern interessant, weil bei ZON seit geraumer Zeit darauf verzichtet wird, K. zu aktiv bewerten, soweit ich feststellen konnte.
Das ist die redaktionelle Arbeit, die für mich viel nützlicher war, als der bloße Schmutzfilter - solche kontaminierten K. erkenne ich selber recht schnell. Nicht aber ohne Weiteres den bereichernden K., der im Wust versteckt bleibt. (Die User-Bewertungsfunktion ist dem gegenüber weitgehend nutzlos.)
ZON macht eine ordentliche Arbeit, auch bei den K.-Redaktionen. Es gibt aber noch Luft nach oben, um ihre hohen Qualitätsmaßstäbe auch in diesem Bereich organisatorisch umzusetzen. Vielleicht auch, indem die K. nicht mehr flächendeckend freigegeben werden.
"Auf ausgleichende Kommentare erhält niemand Antworten." Das habe ich auch vermehrt festgestellt. Und denke daher, dass Kommentatoren mit sehr"pointierten" Aussagen in der realen Welt anders argumentieren wuerden.
"Es braucht zum Beispiel eine ordentliche Portion Humor und Schlagfertigkeit, um mit dem Leser klarzukomme."
Bei manchen beschränkt sich die "Schlagfertigkeit" leider auf Copy & Paste von Formulierungen wie "Entfernt - bitte verzichten Sie auf ..." oder "Entfernt - Kritik an der Moderation richten Sie bitte an ...".
ja und? Da steht man doch drueber?
ich kann mir vorstellen,dass dieser Job amüsant bis haarsträubend ist
allerdings sicher auch anstrengend,diese geballte Ladung an Shitstorm
Nicht immer qualifiziert
Bei ZON wird man gelegentlich mit hanebüchener Begründung zensiert. Die Zensoren sind nicht immer kompetent. Haltlose Unterstellungen wie die, rassistisch zu sein, Spottnamen zu benutzen und "überzogene" Polemik (sic! - das ist so viel wert wie der Vorworf, zu runde Kreise zu machen...) sind ärgerlich. Besonders ärgerlich ist dabei, dass so ein Komentar schnell gelöscht ist, aber viel Zeit bis zur Wiederherstellung vergeht, so dass Letzteres kaum jemand mitbekommt. Hängen bleibt dann nur der vermeintliche Rassismus. Deshalb ist es richtig unfair, Ergänzungen und vor allem Richtigstellungen mit dem schäbigen Spruch, Kritik an der Moderation sei an community@zeit.de zu richten, zu kassieren.
P.S.: Spottnamen werden Menschen gegeben. Ein neues Wort für ein bestimmtes Gefühl ist jedenfalls kein Spottname.
Beeck: Es gibt immer jemanden da draußen in der Welt, der sich bei einem bestimmten Thema noch ein bisschen besser auskennt als der Journalist, der den Artikel geschrieben hat. Und der meldet sich bestimmt.
"Da draußen in der Welt" gibt es sicher nicht wenige, die sich bei einem bestimmten Thema (noch) besser auskennen als der/die jeweilige Journalist/in. Ein Kommentarforum ist allerdings nur ein winziger Ausschnitt, mit dessen Hilfe man evtl. Ergänzungen/Korrekturen etc.
erhält. Ob Kenner des jeweiligen Themas den Artikel lesen und sich anschließend dazu äußern ist wohl sehr viel eher das Produkt einer Zufallskette als ein Automatismus.
Und nicht zuletzt: Einem/r Journalisten/in im Tenor (so verstehe ich die o.e. Äußerung) quasi die Rolle einer "höchste Instanz" zu einem Thema zuzuweisen ist m.E. - ohne das Bemühen um eine sorgfältige Recherche, Einordnung und Bewertung usw. in Abrede stellen zu wollen - Ausdruck einer Selbstüberhöhung.
Entfernt. Wir löschen nach den Regeln unserer Netiquette. Weitere Fragen richten Sie bitte an community@zeit.de - Danke. Die Redaktion/ee
Ein guter Artikel.
Sorry, da gab es wohl ein Mißverständnis. Meine Fragen waren rhetorischer Natur und richteten sich auf die interviewten Mitarbeiter, nicht an das Moderationsteam dieses Artikels. Deswegen verzeihen Sie bitte, wenn ich insistiere und erneut frage:
1.Müssen manchmal Kommentare gelöscht werden, die zwar korrekt sind, aber gegen die Blattlinie verstoßen?
2.Haben Kommentare jemals zu einer veränderten Sichtweise in den Redaktionen geführt?
3.Wie fühlt man sich, wenn - so wie vor 2 Tagen geschehen - ein komplettes Forum mit über 100 Kommentaren abgeschaltet wird, weil dieses die Schwächen des verbreiteten Narrativs überdeutlich machen?
Vgl. http://www.zeit.de/politi...
"Wie fühlt man sich, wenn - so wie vor 2 Tagen geschehen - ein komplettes Forum mit über 100 Kommentaren abgeschaltet wird, weil dieses die Schwächen des verbreiteten Narrativs überdeutlich machen?"
Woher meinen Sie denn zu wissen, warum die das Forum abschalten?
Interessant, ich habe mich wirklich schon gefragt wie es wäre, hier alles Lesen zu müssen Mein Ding wär das nicht. Facebook habe ich keine Ahnung, da will ich erst warten ob sich das durchsetzt, aber das Zon-Forum ist in Ordnung. Zensur habe ich bisher kaum erlebt und das, wo ich mich nach Eigeneinschätzung, weit weg von der Redaktionslinie verorte. Hier kommt man auch mal mit ganz anders gestrickten Leuten ins Gespräch, thx, gute Arbeit und weiter so.
Ach und weil wir gerade bei Kommentaren sind: Die Kommentarfunktion hier bei dem Zeit-Magazin ist ziemlich bescheiden. Zum Einen kann man keine Kommentare "upvoten", zum Anderen zerstört das Schreiben eines Kommentars den Lesefluss, da man komplett zurückgesetzt wird (der Link zu dem aktuellen Kommentar funktioniert nicht).
Noch schlimmer finde ich es allerdings, dass bei Ze.tt Kommentare nur mit Facebook-Account geschrieben werden können. Kann man das bitte mal ändern? Ich sehe nicht ein, dass ich meine Daten an Facebook geben muss, um an einer komplett unabhängigen Stelle im Internet kommentieren zu dürfen. (Dort kann ich das leider nicht anmerken, dafür bräuchte ich ja leider Facebook...)
An so ziemlich jeder großen Plattform mit Upvotes, von Facebook über Youtube bis zu Reddit, sollte eigentlich ersichtlich sein, dass die Funktion einen lächerlichen Popularitätszirkus und eine exponentielle Spirale ungleichberechtigter Darstellung auslöst, die der Vielfalt des Diskurses schaden, sobald standardmäßig nach Upvotes sortiert wird. Als Beispiel für nebensächlichen und damit korrekten Einsatz von Votes fällt mir nur Disqus ein, wo Beiträge trotzdem chronologisch sortiert bleiben.
Außerdem kann man Kommentare bei ZON durchaus empfehlen.
Erst lesen, dann kommentieren. ;-)
Es geht nicht um ZON, sondern um das ZeitMagazin (zu dem auch dieser Artikel gehört). Und ich habe nie etwas davon geschrieben nach Upvotes zu sortieren, das ist bei Seiten wie StackExchange sinnvoll, bei Diskussionen absoluter Quark.
Na dann ist ja alles in Butter! Also, zumindest mit unserer Auseinandersetzung.
Oft ist es leider so, dass man die wirklich guten Kommentare suchen muss in einer Flut von hingerotztem Nonsense. Es gibt etliche Kommentatoren hier, die verschiedene Standpunkte sehr eloquent darlegen können und mit denen sich interessante Diskussionen ergeben. Leider werden die dann gerne verwässert, weil irgendwelche nichtssagenden Zwei-Zeilen-Kommentare dazwischen geschoben werden. Gerade bei Artikeln mit mehreren Hundert Kommentaren ist das schade, weil kaum einer alles liest und etliche lesenswerte Beiträge dabei untergehen. Vielleicht sollte sich so manch einer verinnerlichen, dass es oftmals reicht, einen Text einfach zu lesen, es muss nicht zwangsläufig eine Duftmarke darunter gesetzt werden.
"Da geht es bald nur noch um Emotionen." Emotionen sind alles was wir haben.
Wir haben auch Verstand.
Ja ich seh das ähnlich.
Haters gonna Hate
Trolls gona Troll
Man kann wenig bis gar nichts dagegen machen, auser sie nicht noch anzufüttern in dem man auf sie Antwortet oder gar versucht zu sich über sie aufzuregen, und wenns gantz schlimm wird schaut ich mir:
https://www.youtube.com/w...
An um wieder etwas zu lachenund mir zu vergewertigen das man eher Mitleid als Wut gegüber ihnen entfinden sollte. Aber sie ebend nicht noch mit Zuwendung noch mehr anregen.
Ich rege Sie dazu an, über Ihren eigenen Text nachzudenken. Jede weitere Implikation meines Textes könnte vorausgesehen und beabsichtigt sein oder auch nicht. Das liegt in Ihrem Ermessen.
Sie machen andere vor sich selbst kleiner um unangreifbar zu sein. Gehen Sie jedoch besser davon aus, dass Ihnen jeder auf gleicher Augenhöhe begegnet, außer denen, die sich für etwas Besonderes halten. Die schauen dann auf Sie herab.
Ohne Moderatoren geht es leider nicht. Wer jemals in einem unmoderierten Forum unterwegs war, der kennt das. Radikale, antidemokratische, sexistische und menschenverachtende Sprüche meist schon im zweiten oder dritten Kommentar.
Das gute am Internet ist, dass jeder sehr schnell und sehr einfach seine Meinung in einem öffentlichem Diskurs mitteilen kann.
Das schlechte am Internet ist, dass es leider auch wirklich jeder macht.
Dabei scheint die (vermeintliche) Anonymität besonders jene anzulocken, die das Bedürfniss haben, mal so richtig Dampf abzulassen. Da werden alle Hemmungen über Bord geworfen, es wird gegeifert und beleidigt, was das Zeugs hält. Die große Bühne für die ewig Zukurzgekommenen... Die im echten Leben wahrscheinlich wenig bis gar nix zu melden haben...
Dabei sind die Leserkommentare und Diskussionen oft mordsspannend. Schön, wenn Moderatoren dafür sorgen, dass die Diskusionen sich innerhalb eines gewissen Rahmens bewegen. Dass jeder eine andere Vorstellung von diesem Rahmen hat, ist klar. Sie können es nur falsch machen und doch machen sie es am Ende sehr richtig...
Volle Zustimmung.
Ein interessanter Blick hinter die Kulissen. Dazu noch ein persönliches Statement von mir an an SPON: Weil wiederholt meine kritischen Kommentare zum Thema Feminismus unkommentiert gelöscht wurden bin ich jetzt hier bei Zeit Online. Dabei halte ich meine Kommentare für sehr kritisch und auch ironisch / zynisch aber sachlich und im Rahmen der Netiquette.
Schade nur, daß immer viele 'politisch unkorrekten' Kommentare entfernt werden.
Kann sich doch jeder seine eigenen Gedanken machen, auch wenn mal Wörter wie Neger oder Zigeuner verwendet werden, sollte das kein Grund zur Zensur sein.
Schlimm genug, daß schon in der KITA das Wort 'Negerkuß' einen Entrüstungssturm der Helikopter-Muttis auslöst. :-)
Ich weiß nicht. Haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, dass "politisch unkorrekte Kommentare" entfernt werden, weil sie z.B. rassistisch, sexistisch, inhaltslos beleidigend sind oder sogar zu Gewalt anstacheln? Würden Sie einen Holocaustleugner stehen lassen? Würden Sie jemanden stehen lassen, der es gut findet, dass die "unzivilisierten Ziegenficker der politschen Ideologie Islam im Mittelmeer ersaufen"? Alles schon gelesen, bevor es gelöscht wurde. Meiner Meinung nach zu Recht. Was bringen einem solche Statements?
Volle Zustimmung, Herr Schwanitz! Leider kann ich hier ja keine Sterne vergeben.
Wann immer ich mir merken konnte, was in einem von der ZEIT zensiertem Kommentar stand, war es ein sachlicher, korrekter, höflicher Kommentar, nie unfreundlich, rassistisch oder sonstwas.
Wann immer ich aber als Kriminalitätsopfer über antischwule Gewalt und dem Täter schrieb, egal wie sachlich formuliert, wurde es zensiert. Auch bei anderen Themen, wie Hillary-Clinton-Vergötterungs-Artikel wird fleißig zensiert.
Ich finde die Kommentare manchmal besser als die Artikel selbst. Der Artikel ist in vielen Fällen nur noch der Auslöser. Die Informationen stehen dann in den Kommentaren. Bei Spiegel online und Fokus online werden Kommentare manchmal, wenn überhaupt, erst nach Stunden veröffentlicht. Die Tagesschau online ist bei kritischen Artikeln manchmal schon vor dem ersten Kommentar überlastet. Ich habe es deshalb aufgegeben dort zu schreiben. Eine Diskussion kommt eigentlich nur bei Zeit online auf. Deshalb ein dickes Lob. Bei der Zeit online wünsche ich mir manchmal etwas mehr Freiheit. Die Unterscheidung von Sarkasmus, Ironie und Satire fällt vielen Redakteuren schwer. Es kommt da immer wieder die deutsche obrigkeitshörigkeit durch. Was ich auch vermisse , dass Erkenntnisse aus den Kommentaren nicht in neue Artikel einfließen. Zu der Rechtschreibung möchte ich nur die Autokorrektur und das noch nicht entwickelte Gehirn, der älteren Leser, für zwei Daumen erinnern.
Dem muss ich leider zustimmen. Es gibt wenige Artikel, die sich wirklich differenziert und informiert mit Positionen auseinandersetzen, egal zu welchem Thema (Einige, sehr lobenswerte Ausnahmen bestätigen die Regel). Ein Artikel ist für mich inzwischen nur noch im Zusammenhang mit seiner Kommentarspalte informativ. Ansonsten ist es viel zu leicht irgendwelchen Mist zu behaupten und gegensätzliche Argumente zu ignorieren.
Das heißt natürlich nicht, dass die Kommentare grundsätzlich besser sind, aber sie vermitteln zumindest meist einen besseren Eindruck von der tatsächlichen Diskussion.
Zu dem Löschen würde ich noch anmerken: Ich finde es schon sehr gut, dass Zeit Online kenntlich macht, an welcher Stelle ein Kommentar gelöscht wurde. Sehr vorbildlich!
Eventuell fände ich es aber noch besser, wenn gelöschte Kommentare nur ausgeblendet werden würden (und z.B. die Antwortmöglichkeit deaktiviert). Das würde für noch mehr Transparenz sorgen und könnte Kommentare á la "Zensur von anderen Meinungen" entkräften.
Mir geht es anders. Gerade wenn ich auf Zeit einen Artikel zu den Themen Islam, Flüchtlinge, Feminismus, Veganismus, Gendertheorie, Russland oder Amoklauf/Terroranschlag und dann die Kommentare dazu lese, finde ich die Kommentare meist weit niveauloser als den Artikel. Ich habe eher den Eindruck, dass eine Gruppe von wenigen Hundert schreibfreudigen Rechtskonservativen sich hier gegenseitig hochliked, egal wie inhaltsleer die Phrase ist, die sich gegen den Artikel ausspricht. Oft merkt man sogar, der Topkommentator hat den Artikel gar nicht gelesen, geschweigedenn sich inhaltlich damit auseinandergesetzt, nur um in den ersten Kommnetaren zu stehen und sich möglichst viele Sterne abzuholen. Da geht es meist nur um politische Selbstvergewisserung und Selbstbestätigung, mehr nicht.
Die Idioten, die irgendwelche inhaltsleeren Phrasen absondern ohne den Artikel zu lesen gibt es immer. Die muss man einfach überlesen.
Wenn man davon absieht, dann findet man aber doch immer wieder Kommentare, die absolut valide Punkte vorbringen. Insbesondere Punkte, die im Artikel schlicht weggelassen werden.
Von der Art der Äußerung sind Kommentare natürlich "niveauloser", vom Inhalt her nicht unbedingt. Vielleicht kommt das Ihnen aber auch vor allem deshalb so vor, weil Sie meist eher der Meinung des Artikelschreibers sind. ;-)
Volle Zustimmung: seit FAZ und SZ keine Kommentare mehr zulassen, bin ich da nicht mehr gewesen. Kommentare runden idR einen guten Artikel ab.
Wie der Postillon schon mutmaßte , sei die Kommentarfunktion der Welt ein Trick, um Rechte und Spinner aus dem Netz weg auf einen Punkt zu konzentrieren. Man kann von der Welt halten, was man möchte, allerdings finde ich die Politik, den Lauten und Pöbelnden über deftigen Konterhumor den Wind aus den Segeln zu nehmen, sehr, sehr angenehm.
Wie sieht das eigentlich Praktisch aus: Arbeiten die Social-Media-Teams im Schichtbetrieb rund um die Uhr?
Ich bin seit Monaten gesperrt, d.h. meine Kommentare hier bei der Zeit werden erst nach Bewertung frei gegeben, also wenn die Diskussion weiter fort geschritten ist. Wer liest denn noch ältere Kommentare?
Das nervt mich, weil ich nicht mehr die Rückmeldung der anderen Kommentatoren bekommen kann. Ich habe mich sogar schon beschwert. Da wurde dann ein Kommentar eingefügt, als hätte ich tatsächlich noch die Möglichkeit am Gespäch teilzunehmen, sonst ist alles beim Alten geblieben.
Fair geht anders.
Neues Nutzerkonto eröffnen, die ersten paar Kommentare überprüfen lassen, gut ist. Es gibt exakt für solche Zwecke Anbieter von Wegwerf-Emailadressen, die nur 10 Minuten funktionieren und im Browser dargestellt werden, um den Aktivierungslink aufzurufen.
Tja, pech würde ich mal sagen. Sollte dir für die Zukunft eine Lehre sein.
@DIN EN ISO: genau, mach es solchen Leuten noch einfacher, damit sie ihre unkonstruktiven Kommentare in die Welt posaunen können.
Das ging mir auch so, wobei mir nicht klar war ob ich als Neuling oder wegen Kommentaren gesperrt war, ging aber auch über Monate.
Ich habe dann an community@zeit.de geschrieben und nun, bin ich entsperrt :-)
Ich mache die Meinungsäußerung liebend gern einfacher, denn in ihr liegt einer der größten Werte des Internets. Was Sie konstruktiv oder nicht finden, ist Ihre Sache. Und wer im "Tja, Pech würde ich mal sagen"-Haus sitzt, sollte nicht mit Anschuldigungen der Unkonstruktivität werfen.
Ich mag die Welt überhaupt nicht, aber wenn ich doch mal was von den auf Facebook sehe und die üblichen AfD-/Pegida-/RT-Kommentare sehe, bin ich immer wieder positiv überrascht über das humorvolle Niveau der Moderation.
Ich finde es interessant zu lesen, dass die Redakteure der Meinung sind, Männer würden öfter die Grenzen überschreiten. Denn dies reflektiert die Auffassung, Männer sei stärkere Varianz als Frauen angeboren, auch ersichtlich an einer größeren Standardabweichung in den IQ-Glockenverteilungskurven der Geschlechter, und suggestiert zudem, es habe Auswirkungen auf das Verhalten.
Nein, es bedeutet nur, dass einfach wesentlich mehr Männer überhaupt einen Artikel kommentieren. Ich behaupte mal, dass das Verhältnis Männer:Frauen in den Kommentarspalten mindestens 80:20 ist.
Nein, das heißt nur, dass Männer eher Dampf ablassen können und Aggressionen auch mal rauslassen. Von Männern wird in dieser Gesellschaft immer noch Dominanz, Aggressivität und Selbstbehauptung verlangt, auch wenn eine Minderheit von Intellektuellen das gerne abstellen würde. Von Frauen wird eher das Gegenteil verlangt: zuhören, Verständnis zeigen, schön sein. Versuchen Sie mal als Frau sich dominant und aggressiv selbst zu behaupten. Das wird immer noch nicht gern gesehen.
Individuelle Zensur: ich lese Kommentare recht gern. Manche Foristen Nerven mich oft durchgehend über alle Themen. Es wäre schön, wenn man als Leser solche Foristen individuell blocken könnte. Dann könnte der betroffene Foristen weiter proleten, im Extremfall liest das keiner mehr, ohne dass der Forist es merkt - aber er hat Dampf abgelassen.
blockieren halte ich für keine gute Idee. Es entgehen einem vielleicht doch interessante Gedanken im eigenen Kopf.
Zu ZON, wie wäre es Kommentare komplett zu löschen, wenn der dritte und vierte Kommentar mit rund 10 Kommentierungen gelöscht sind und ich nur lesen kann, dass alle diese Kommentare entfernt sind, naja, dann können diese auch gleich weg oder? Wozu soll ich denn lesen, dass alles gelöscht ist.
(Ggf. den ersten gelöschten Kommentar stehen lassen, um eine gewisse Abschreckung zu erwirken).
Im Gegenteil, ich finde es sehr angenehm, dass alle Kommentare stehen bleiben. Zum Einen kriegt man dadurch ein Gefühl für den Umfang der Löschung. Zum Anderen erhalten die Betroffenen selbst eine Rückmeldung, dass ihr Kommentar angekommen ist und warum er gelöscht wurde (Manchmal ja schlicht, weil er auf einen gelöschten Kommentar eingeht).
ich finde es gut, dass der Ausdruck Troll/Trollkommentar nicht nur als bequemes Argument für das Unbequeme benutzt wird. Das bemerkt sonst häufiger.
Kommentare sind für mich mittlerweile fast so wichtig, wie der Artikel selbst.
Wobei sich das bei den Medien unterscheidet.
Bestes Beispiel ist hier Heise.de
Absolute Freiheit bei den Kommentaren und User Bewertungsmöglichkeit.
Die Grünen Kommentare lohnen sich meist zu lesen die roten sind ironisch und oder Schwachsinn.... :-) Kann aber auch Spass machen.....
So gut wie bei jedem Artikel erfährt man durch die Kommentare etwas....
Fehler im Artikel, oder spezifische Informationen die die Grundannahme des Artikels in Frage stellen.....
Das schlechteste Beispiel ist Spiegel Online.....
Kommentarfreischaltung dauert so lange, dass Diskussionen nicht möglich sind und Veröffentlichung erscheint absolut willkürlich..... dazu kommt eine unglaublich schlechte Sortierung der zusammenhängenden Gespräche.....
Für mich das Negativbeispiel überhaupt....
Aber die Seite an sich ist eine der Besten in Deutschland und das Bedürfnis deren Artikel zu kommentieren mit am größten..... Passt schlecht zusammen.....
Ja, ich bin bei SpOn auch so gut wie raus, die Sysops dort können es einfach nicht lassen, Freischaltungen zu offensichtlich nach eigener politischer Präferenz (oder Vorgaben?) zu handhaben. Bei ZON ist das (noch) deutlich liberaler und Löschungen werden (durchaus nachvollziehbar) begründet. Auch was die Artikel selbst betrifft, überrascht mich ZON durchaus mal in die eine, mal in die andere Richtung, während bei SpOn bei bestimmten Themen eine dermaßen stupide Einseitigkeit vorherrscht (ich sag' nur "Putins Annexion, Putins Annexion, Putins Annexion"), wo Starschreiber Bidder seine Russophobie pflegt, dass es nur noch langweilt.
Und wie auch schon andere hier schrieben: Oft genug sind die Userbeiträge ergiebiger und gehaltvoller als der auslösende Artikel. Wäre schön, wenn es auch mal die "professionell" schreibende Zunft zum Nachdenken bringt.
Anfangs dachte ich, daß diese Löschungen mit Einfügen eines Kommentars wie "Entfernt- bitte äußern Sie sich konstruktiv zum Artikelthema" halbautomatisch per Knopfdruck passieren. Mittlerweile habe ich aber ein paar mal Tippfehler in den "Entfernt"-Texten gesehen.
Die werden also tatsächlich wohl individuell geschrieben. Oder werden am Ende die Tippfehler von der Software eingefügt, damit wir das glauben sollen?
" Oder werden am Ende die Tippfehler von der Software eingefügt, damit wir das glauben sollen?"
Ja - und da gibt es dann zwei Möglichkeiten (von denen ich weiß), kommt immer auf den Wochentag an: Chemtrails oder Illuminaten.
K.A. ob hier mit Bots gearbeitet wird. Aber wenn sind die tatsächlich so programmiert, da die gelegentlich Fehler einstreuen, damit es menschlicher wirkt.
Spiegel.de kommentiere ich nicht mehr, wird oft nicht veröffentlicht, keine direkte Möglichkeit auf Kommentare zu antworten, kann man nicht up/down Voten, aber auch sind die Artikel - wie ich finde- zu einseitig. Die Welt finde ich sau gut, denn die machen es wirklich mit viel Humor. ZON ist auch nicht schlecht ;-)
sehe ich auch so. Heise.de ist da schon seit Jahren weiter. ZON sollte sich dort noch etwas inspirieren lassen. SPON braucht da wohl noch länger.
Moin,
Wenn Sie wirklich alles lesen, was an Kommentaren gepostet wird, bekommen Sie dann eigentlich Schmerzensgeld oder Gehalt?
Ich tippe auf Schmerzensgeld mit Bullshitzulage.
Sonderlich transparent erscheint mir die ZON Moderation nicht, da immer nur Satzkonserven als "Begründung" genannt werden. Da der Kommentar in den meisten Fällen komplett gelöscht wurde, kann man als Dritter nicht nachvollziehen, ob die Löschung berechtigt war und welche Kriterien allgemein gelten. Und nein, mir wurde noch kein Kommentar wegzensiert.
Entfernt. Bitte kommentieren Sie den Inhalt des Artikels. Die Redaktion/ee
Unsinn, ee.
Eine Diskussion hier im Forum umfasst auch die Reaktion auf die Beiträge anderer Teilnehmer.
Sprechen Sie mal mit Herrn Schmidt darüber!
Die Kommentare werden zu wenig moderiert. Die wenigen interessanten Kommentare ertrinken in einem Meer von Nichtigkeiten und Provokationen.
Moderation ist der Tod authentischer Kommentare.
Auch zum Kommentieren auf Facebook, das ich nicht nutze, angewiesen zu sein, fände ich doof.
Ich lese nur Zon, weil da eben nicht unsichtbar herum manipuliert wird.
Einen Wunsch hätte ich allerdings noch. Wenn man gesperrt wird, wäre es praktisch, wenn man selbst noch eine gewisse Zeit Zugang zu seinen Kommentaren hätte, um zu lernen und zu dokumentieren, warum und wofür man rausgeflogen ist. Denn ich vergesse immer meine Kommentare auf meinem Rechner zu speichern, wenn ich sie schreibe. Ich müßte dashier jetzt irgendwo hin kopieren, um später noch zu wissen, was ich schrieb...
Ich will Ihnen ja nun wirklich nicht zu nahe treten, aber gerade Sie selbst sind bei einigen außenpolitischen Themen nicht frei von Nichtigkeiten und Provokationen.
Mir gefallen Kommentare zu praktischen Themen: Autos, Waschmaschinen, Rasenmäher, Geldanlage, Rente, Immobilien. Da kommt oft sehr viel Wissen und Anregung zusammen.
Wieso darf hier eigentlich ein Moderator von SPON, das ja Forumsbeiträge erst nach Kontrolle "freischaltet" und damit den Diskussionsverlauf massiv beeinflusst, mitdiskutieren?
Das ist mit den ZO-Forum überhaupt nicht zu vergleichen.
Zur WELT kann ich nichts sagen, die lese ich nicht.
Vermutlich, weil es nicht um die Foren auf den entsprechenden Seiten geht, sondern um Facebook & Co.
Also dort, wo jeder Nutzer kommentieren kann.
Ich glaube, da haben Sie etwas missverstanden.
Bin damals auch von SPON weg. Sachliche Kommentare kamen oft nicht durch, wenn sie nicht zur Autorenmeinung passten oder offenbar zu kritisch waren. Mittlerweile wird bei kontroversen Themen schon gar kein Forum mehr aufgemacht. Da kann man sich das Forum auch gleich sparen. Die ZEIT geht da einen viel liberaleren Weg. Mehr Transparenz, mehr Übersicht. Für mich die Nachrichtenseite mit dem momentan besten Forum - nachdem viele andere Foren wie SPON, SZ, FAZ, u. a. massiv zurechtgestutzt wurden.
Aber wir haben Millionen von Usern, alleine auf der Facebook-Seite von Spiegel Online bis zu 15 Millionen pro Woche.
Einige Leser von uns haben vor mehr als einem Jahr den Welt-Praktikanten auf Facebook erfunden. Sie machen Screenshots von unseren Welt-Antworten und posten die dann.
Da finde ich es richtig, wenn man sich auch mal Abstand nimmt, um sich wieder zu sammeln. Dann leben wir damit, dass auf Facebook die Kommentare eine Stunde lang nicht gelesen werden.
Wir arbeiten eben immer. Weil es sich nicht mehr trennen lässt. In dem Moment, wo man Facebook auf hat, arbeitet man irgendwie.
Bei unseren Usern ist es ein eigener Sport, Top Comment bei Facebook zu werden, also der Kommentar, der bei Facebook ganz oben steht.
Wir heben manchmal gute Kommentare bei Facebook hervor, indem wir sie noch mal teilen.
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Nö, finde ich nicht. Da geht es ziemlich oft explizit um Facebook.
Bei Welt kenn ich mich auch nicht aus. Habe die Seite auch noch nie angesteuert. ;)
"Wir kriegen die Leute aber nicht mit Information. Lange Reportagen werden gelesen. Aber hinterher werden sie geteilt, nicht kommentiert."
Aha. Eine wertvolle Information. Wir sollen also "gekriegt" werden, und die neutrale, sachliche Berichterstattung, nach denen sich inzwischen jeder sehnt, taugt dazu nicht.
"Zu einer Reportage eine Meinung zu haben außer "Ich hab’s gerne gelesen" ist viel schwieriger als zu einem Kommentar."
DESHALB also haben wir nur noch von persönlichen Meinungen strotzende Artikel. Es gilt also, je mehr wir uns provoziert fühlen, umso erfolgreicher der Schreiber. Tut mir leid, aber angesichts dieser himmelschreienden Kurzsichtigkeit möchte ich mir die Haare raufen. Kurze Prognose: Über kurz oder lang werden die vernünftigen Leser bei solch einer Politik wegbleiben, und nur die Raufis bleiben übrig. Der SPIEGEL ist hierfür das beste Beispiel, und ich möchte die ZEIT herzlich bitten diesem Trend, den sie nun auch immer mehr folgt, konsequent den Rücken zu kehren!
Aber wenigstens wurde es jetzt mal klar ausgesprochen.
Ich stimme zu.
Mit Ausnahme der Leserkommentare. Die bisher veröffentlichten finde ich ziemlich irrelevant.
Richtig, diese Aussage habe ich in der Eile glatt überlesen. Das macht doch ein wenig nachdenklich und entspricht den Befürchtungen vieler Leser es würde lieber Meinung gemacht als informiert, recherchiert und hinterfragt. Bitte gegenhalten ZON!
Er meinte Leserartikel, nicht Leserkommentare.
Deutlicher wird sich eine Bestätigung kaum präsentieren, aber meine Kritik macht sich vor allem an der Verklärung fest, die ZO-Foren seien dem Dialog geschuldet und die Kommentare der Aufklärung verpflichtet. Das stimmt ganz so nicht mehr. Userkommentare entstehen nicht in einem Vakuum.
Mir gefällt dieser Artikel. Und mir gefällt, was und wie Ihr es tut und wie Ihr darüber sprecht - Kompliment !
Den Rest gleich draußen bei einer Raucherpause auf dem Hof...
Man muss sich das vorstellen: Wir lesen jeden Kommentar, das sind bis zu 20.000 pro Tag. Jeden einzelnen. Und zu jedem machen wir uns zumindest kurz Gedanken. Das ist eine riesige Bandbreite an Themen, die uns da begegnet.
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Ich hätte geschworen, Sie verwenden eine ausgeklügelte Software zur Unterstützung.
Wenn SIe wirklich alles lesen (müssen), dann bitte ich Sie hiermit offiziel um Verzeihung für den 95% Mist-Anteil in meinen Kommentaren.
Verzeihung :)
Ich wundere mich, dass sie alles lesen.
Die meisten meiner Kommentare werden von Hilfskräften aus Indonesien geschrieben, und von einem Programm auf Rechtschreibung und Inhalt geprüft.
Dass wollte ich auch erst praktizieren.
Verzichtete dann aber zugunsten einer authentischen Originalität.
Danke euch für die Aufklärung!
Schön zu hören, dass es auch normale Nutzer gibt.
Es bleiben im Nachhinein doch die Kommentare der Trolle im Gedächtnis.
"Schmidt: Hasskommentare sind die absolute Ausnahme. 90 Prozent der Kommentatoren wollen einfach nur zivilisiert diskutieren."
10% sind keine absolute Ausnahme. Das ZON Forum leidet daruner, dass nicht vorab moderiert wird. Dadurch gibt es für meinen Geschmack sehr viele Beleidigungen.
Eine Vorabmoderation ist i.d.R. der Tod jeder Debatte. Stellen Sie sich das mal im realen Leben vor. Menschen kommen zusammen und zu diskutieren und müssen bevor sie sich äußern bei einem unbeteiligten Dritten die Erlaubnis zum Kommentar einholen.
Außerdem glaube ich, dass Ihre Definition von "Beleidigung" sehr weit gefasst ist. [...]
Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich und respektvoll. Die Redaktion/ja
Einspruch!
Dieser Verzicht auf die vorherige Moderation macht das ZO-Forum einmalig.
Wenn Sie damit nicht klarkommen, haben Sie viele, viele andere Foren, die alle mit einem mehr oder weniger engen Sieb arbeiten, zum Ausweichen.
Und ich glaube, mich erinnern zu können, dass ich mich schon über ehrabschneidende Bemerkungen vom User keats geärgert habe - ich kann aber damit leben.
Das Beispiel hinkt: Wenn ich diskutieren will, gehe ich auch nicht auf den Marktplatz und höre mir jedes Geschwafel an, sondern ich suche mir - in der Regel - aus, mit w e m ich diskutieren will. Gerne mit jemandem, der eine total
a n d e r e Meinung vertritt, wenn er/sie sachlich argumentieren kann, aber ganz sicher nicht mit jemandem, wo ich v o r h e r wegen 'ideologischen Tunnelblicks' schon weiß, was jetzt kommt. Da bin ich über eine Instanz, die wenigstens den gröbsten Müll schon mal aussortiert, ganz froh.
Aus diesem Grund hab' ich Heise schon abgeschrieben: Lesenswert ist da in der Regel nur das rot Markierte, weil das meistens d i e bedachten Artikel sind, wegen denen der virtuelle Pegida-Aufmarsch Blut spuckt...
Er sagt, 90 Prozent seien zivilisiert. Das heißt ja nicht, 10 Prozent seien Trollkommentare.
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur mit sachlichen und konstruktiven Beiträgen an der Debatte. Die Redaktion/kno
Dann sage ich auch mal danke!!
Also bei ZEIT ist die Moderation sehr gut. Auch wenn ich selbst des öfteren zensiert werde ;-)
Bitte weiter machen.
Meine Zustimmung, Die Zeit realisiert gelebte Demokratie. Weiter so !
ja, ich kann das bestätigen. ZON schreibt wenigstens Begründungen. Bei SPON ist die Zensur wirklich ziemlich willkürlich. Die beiträge, und Beiträge die ziemlich harmlos sind, tauchen erst gar nicht auf.
da stimme ich Ihnen zu. Bei der "Zeit" wird jetzt schon hochprofessionell administriert.
Aber:
Das war z.B. am Anfang, bei Beginn der Flüchtlingskrise, so nicht. War jemand dagegen, wurde er rasch als muslimfeindlich eingestuft, und kam nicht weit! (Sperre)
Das war in Deutschland aber auch ein ungewöhnlicher "Rausch", indem sogar Angela Merkel drin war, habe ich so hierzulande noch nie erlebt.
Aber inzwischen kann man nicht mehr klagen ! Danke schön.
Ich denke die lassen muslimfeindliche Dinge stehen um der Methode der counterspeech Raum zu lassen, weil Zensur denjenigen wieder nur Auftrieb gibt.
Es kommt halt drauf an, wie man kritisiert.
Kritik an einer Religion heißt ja nicht, ich will den nicht leben lassen.
Das ist sowieso so ein "Reizthema". Ich persönlich diskutiere nicht mehr in Themen wo es um "Gott und Glauben" geht-nicht möglich :-))
unglaubliches Reizthema, wenn dann auch noch die Kirche dazukommt. :D
Ich lese alle. Lest.
Geschriebenes, das nicht gelesen wird, ist sinnlos.
Die Umkehrung gilt aber _nicht_ :-)
Interessanter Einblick in die Welt der Community-Moderation. Ich hätte mir gern, außer den netten Anekdoten, ein paar weitere Hintergrund-Informationen gewünscht. Z.B.:
Gibt es feste Teams, die die Kommentare (K.) bearbeiten? Wie werden die K. unter den Redakteuren aufgeteilt, gibt es da ein System? Arbeiten die K.-Redakteure auch in anderen Sparten der Redaktionen? Gibt es die ominösen "studentischen Aushilfen", die gelegentlich im K.-Bereich mitarbeiten? Wie gehen die Redakteure mit eigenen Fehlern um - gibt es sowas wie eine "Fehlerkultur" in diesem Bereich, so wie in anderen redaktionellen Bereiche auch? Oder geht es - so mein Eindruck - zunächst einmal darum, den gröbsten K.-Mist auszusortieren, und mehr ist nicht drin?
Dies finde ich auch insofern interessant, weil bei ZON seit geraumer Zeit darauf verzichtet wird, K. zu aktiv bewerten, soweit ich feststellen konnte.
Das ist die redaktionelle Arbeit, die für mich viel nützlicher war, als der bloße Schmutzfilter - solche kontaminierten K. erkenne ich selber recht schnell. Nicht aber ohne Weiteres den bereichernden K., der im Wust versteckt bleibt. (Die User-Bewertungsfunktion ist dem gegenüber weitgehend nutzlos.)
ZON macht eine ordentliche Arbeit, auch bei den K.-Redaktionen. Es gibt aber noch Luft nach oben, um ihre hohen Qualitätsmaßstäbe auch in diesem Bereich organisatorisch umzusetzen. Vielleicht auch, indem die K. nicht mehr flächendeckend freigegeben werden.