Deutschlandkarte Ins Kloster auf Zeit

Wo man in Deutschland zu sich selbst finden kann.
Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 34/2016

Leben im Kloster, das heißt: Aufstehen oft schon bei Sonnenaufgang, Beten, Meditation, Arbeit in Küche, Garten oder Werkstatt. Ein Tagesablauf, den man nicht unbedingt mit Urlaub verbindet. Trotzdem sind Klosterurlaube beliebt. Etwa jedes zehnte Kloster – insgesamt 243 – bietet Gästen die Möglichkeit, am Ordensleben teilzunehmen. "Kloster auf Zeit", diese Idee hatte Anfang der sechziger Jahre ein Benediktinerorden, und schon damals ging es vor allem darum, in schwierigen Zeiten zu sich selbst zu finden. Das Kloster Volkenroda in Thüringen zum Beispiel bietet Aufenthalte von bis zu zwölf Wochen an, für 54 Euro am Tag. Im katholischen Süden und Westen hat man mehr Gelegenheit zur inneren Einkehr als im evangelischen Norden oder im weniger religiösen Osten. Evangelische Klöster gibt es nicht so häufig, weil Martin Luther es ablehnte, dass sich Christen hinter Klostermauern abschotten. Für den Urlauber ist die Religionszugehörigkeit aber gar nicht von Bedeutung: Ob Gäste gläubig oder konfessionslos sind, ist den Klöstern egal.

Quelle: Deutsche Ordensobernkonferenz und Konferenz evangelischer Kommunitäten

Kommentare

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Übrigens zum Thema "zu sich selbst finden" fällt mir noch folgender Beitrag ein:

"Wir Achtsamkeitslehrer legen großen Wert auf die Unterscheidung von Gedanken und Wirklichkeit. Wie ich mit einer Situation umgehe, kann ich mir aussuchen. Das ist die Macht der Gedanken."

"Die Wirklichkeit ist – nach Kopp-Wichmann – das, was ich sehen will. Welche Bedeutung wir Ereignissen geben, hängt von unseren Erfahrungen ab, daraus entsteht eine "innere Landkarte". Wer mit dieser Karte vertraut ist, kann laut Kopp-Wichmann nicht nur einzelne Verhaltensweisen verändern, sondern sein gesamtes Selbstbild. In den Seminaren ruft er den Teilnehmern zum Beispiel einen Satz zu und lässt sich ihre spontanen Reaktionen schildern. "Dein Leben gehört dir!" – mit dieser Phrase fördert der Coach Erstaunliches über das Selbstbild seiner Klienten zutage: Ob sie ängstlich oder optimistisch auf den Satz reagieren, ratlos oder tatkräftig, hängt von ihren Prägungen aus Kindheit und Jugend ab, daran hat sich seit Sigmund Freud nichts geändert. Und nichts ist wirkmächtiger als das Selbstbild, mit dem jemand durch die Welt läuft. Noch dazu, wenn er es – zweite Fehlannahme – für seine wahre Natur hält. [...]"

Hier nachzulesen:
http://www.zeit.de/zeit-m...