Unter Strom Mirko Borsche mag keine Wecker und testet trotzdem einen

© Lexon
ZEITmagazin Nr. 37/2016

Wenn es eine Umfrage gäbe, welches Haushaltsgerät das verhassteste ist, würde ganz sicher der Wecker gewinnen. Der Wecker versucht wirklich alles, um in unserer Gunst ein klein wenig aufzusteigen – aber egal, ob er schöner aussieht, sanfter piepst oder sich rücksichtsvoll unserem Biorhythmus anpasst, im Zweifel muss er immer damit rechnen, an die Wand geknallt zu werden. Tragisch, irgendwie.

Mirko Borsche

Creative Director des ZEITmagazins, schreibt jede Woche die Kolumne Unter Strom

So ist das leider auch bei mir. Ich hasse es, unsanft aus dem Schlaf gerissen zu werden. In meiner Aufwachpanik habe ich schon so manchen Wecker zerstört, weil ich zu stark draufgehauen oder ihn gleich vom Nachttisch gefegt habe. Am schlimmsten ist es, wenn ich sehr früh einen Flieger kriegen muss. Dann schlafe ich schlecht und suche ständig den Knopf, der das Display zum Leuchten bringt, um zu schauen, wie viel Uhr es ist, und um zu überprüfen, ob der Wecker auch wirklich gestellt ist. Danach kann ich aber erst recht nicht mehr schlafen.

Der Wecker Flip von Lexon hat mein Dilemma etwas gemindert. Um den Alarm einzuschalten, dreht man ihn einfach um, sodass die Seite oben ist, auf der "on" steht. Zum Ausschalten dreht man ihn auf die "off"-Seite, es ist also immer sehr klar, ob er an ist oder nicht. Weil er mit Gummi ummantelt ist, rutscht er dabei nicht aus der Hand. Wenn ich nachts sehen will, wie lange ich noch schlafen kann, reicht ein leichtes Antippen der Oberfläche, um kurz das Display aufleuchten zu lassen. Eine Snooze-Funktion gibt es auch. Alles gut und schön also. Aber ein Wecker ist ein Wecker ist ein Wecker. Ich respektiere seinen guten Willen. Doch wirklich mögen kann ich ihn einfach nicht.

Technische Daten

Material: Gummi, Kunststoff; Größe: 2,9 x  6,5 x 10,5 cm; verschiedene Farben erhältlich; Preis: ca. 30 Euro

Kommentare

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Manchmal ist es besser, nicht zu wissen, wie lange man noch schlafen kann (bzw. wie lange man schon versucht, einzuschlafen), sonst wird man nur noch nervöser. Deswegen gibt es in meinem Schlafzimmer gar keine Zeitanzeige. Mich weckt mein Telefon; da kann ich selbst bestimmen, welcher Ton gespielt wird (den wechsel ich übrigens regelmäßig in der Sorge, dass sich mein Unterbewusstsein irgendwann daran gewöhnt und es überhört, aber stets sind es sanfte Klänge), und vorallem liegt es auf der Kommode so weit vom Bett entfernt, dass ich aufstehen muss, um es auszustellen. Resultat: Ich kann mich nicht erinnern, jemals verschlafen zu haben.