Unter Strom Mirko Borsche testet ein E-Bike, das gar nicht aussieht wie ein E-Bike

© Ampler Bikes
ZEITmagazin Nr. 45/2016
Mirko Borsche

Creative Director des ZEITmagazins, schreibt jede Woche die Kolumne Unter Strom

E-Bikes sind ja eigentlich nichts für mich. Ich liebe mein Rennrad, und, ganz ehrlich, ich finde, dass man auf den meisten E-Bikes wie ein Depp aussieht – was an den Rädern liegt, nicht am Fahrer. Also habe ich das E-Bike "Hawk" von Ampler einfach mit ins Büro genommen, als Bürorad sozusagen. Gleich am ersten Tag sollte unser Praktikant für uns Fotos an der Staatsoper machen, und ich habe ihn mit dem Hawk losgeschickt. An der Isar fuhr er die gleiche Strecke wie ein Rennradfahrer, der in voller Montur trainierte. Unser Praktikant überholte ihn dauernd, und da er nicht aus München ist und sich nicht verfahren wollte, fragte er den Rennradler, wenn der ihn an der Ampel wieder eingeholt hatte, mehrmals nach dem Weg. Der Rennradler wurde zusehends schmallippiger und war deutlich angefressen, dass er gegen unseren Praktikanten nicht ankam, obwohl der sich kaum anstrengte. Er hatte einfach nicht erkannt, dass er gegen ein E-Bike angetreten war.

Das lag daran, dass die Räder von Ampler nach meinem Empfinden wirklich ein Fortschritt sind, was Style und Technik bei E-Bikes angeht. Der Motor des Rads steckt im Hinterrad und ist nicht zu sehen, genauso wie der Akku, der im Unterrohr eingebaut ist. Für ein E-Bike ist das Hawk mit 14 Kilo auch nicht besonders schwer. Das Rad kommt aus Estland und wird von einer kleinen Firma im Direktvertrieb verkauft. Alles ganz sympathisch, finde ich.

Übrigens kann man den E-Bike-Modus über einen Knopf, der auf der oberen Stange sitzt, ausschalten. Falls Ihnen mal nach Sport zumute ist. Zumindest bis zur nächsten Steigung.

Technische Daten

Gewicht: 14 kg; Kette und Bremsen: Shimano; Motor: 48 V, 250 W; Akku-Reichweite: circa 70 km; Preis: 1.990 Euro

Kommentare

89 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren