Deutschlandkarte Metzger, Fleischer und Schlachter

ZEITmagazin Nr. 46/2016
© Laura Edelbacher

Grafik: An welchen Orten sagt man wie zum Wurst- und Fleischhersteller?

Nein, keine Sorge, diese Karte zeigt nicht die letzten verbliebenen Metzger. Es gibt sie noch immer in großer Zahl. Und sie heißen mal Metzger, mal Schlachter, mal Fleischer. Üblicherweise richten sich Sprachgewohnheiten in Deutschland nicht nach den Grenzen der Bundesländer, Dialekte sind eben älter als Bundesländer. Auf dieser Karte aber ändern sich die Ausdrücke fast exakt mit den Ländergrenzen: Den das Töten nicht verheimlichenden Begriff Schlachter benutzt man in vier nördlichen Bundesländern, den die Wurst vernachlässigenden Begriff Fleischer in sechs östlichen und den vom lateinischen macellum (Fleischmarkt) kommenden Begriff Metzger in sechs südlichen Bundesländern. Eigentlich hatte der Bundestag 1966 beschlossen, dass der Beruf einheitlich Fleischer heißen sollte. Durchgesetzt hat sich das nicht. Wenn der Deutsche Fleischer-Verband Anzeigen schaltet, ändert er oft die Begriffe in Bayern. Im Norden sagt man übrigens zwar, man gehe zum Schlachter. Auf dem Schild über dem Schaufenster steht aber meistens Fleischerei.

Quelle Atlas zur deutschen Alltagssprache

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