© Louisa Clements

Sonntagsessen So ein Käse!!!

Häppchenplatte, Knusperapfel und Zimt in der Suppe: Als Sonntagsessen gibt es Gerichte mit Wellnessfaktor. Der Salat wird mit Blauschimmelkäse in der Soße herausgeputzt. Von
Aus der Serie: Sonntagsessen

"Bis ich zwölf war, wusste ich nicht, dass etwas anderes als Olivenöl existiert." Klingt erst einmal nicht nach einer Kindheit in Kanada, doch tatsächlich hat Louisa Clements viele Sommer bei ihrer griechischen Familie verbracht. Aufgewachsen ist sie in Toronto, wo die Jahreszeiten ungnädiger sind als im mediterranen Raum. Jetzt im Herbst genießt sie ihre Heimatstadt noch mehr als sonst. "Von September an ist die Luft knackig kalt und riecht stellenweise nach Kaminfeuer", schwärmt die 24-Jährige. "Ringsum leuchten die Wälder wie eine Thanksgiving-Tafel. Beim Spazierengehen knackt das Laub unter den Füßen." Im Winter wird es aber so kalt, dass sie lieber zu Hause in der Küche bleibt und kocht.

Louisa Clements startetet schon mit 17 Jahren ihren Blog Living Lou, dessen Motto "Im Einfachen liegt das Besondere" zugleich ihr Mantra fürs ganze Leben ist. Einfach besonders, das kann zum Beispiel eine Tomate sein. Wenn sie nach einem langen Arbeitstag in der TV-Branche hungrig ist, wird daraus ein deftiges Tomaten-Schmorgericht. Unerlässlich dabei ist frisch geriebener Parmesan. "Ich liebe Käse."

Von Kuh bis Schaf

So wie Griechenland für sein Olivenöl bekannt ist, ist es die kanadische Provinz Ontario für ihre Vielzahl an hochwertigen Käsereien. Auch deswegen entscheidet sich die Bloggerin für eine Käseplatte als Hauptgang ihres Sonntagsessens. "Dann habe ich eine Ausrede, um mich mal wieder in meinem Lieblingskäseladen beraten zu lassen, wo ich regelmäßig zu viel Geld ausgebe." Daneben gibt es noch einen praktischen Grund. Die Kanadierin liebt ausgiebige Abendessen mit Freunden, hat allerdings in ihrer Wohnung keinen Platz für einen großen Tisch. So eine Käseplatte macht sich gut auf der Küchenanrichte, und in der Küche finden, wie man weiß, sowieso die besten Partys statt.

Die erste Regel einer solchen Käseplatte lautet: Vielfalt. Wichtig sind verschiedene Texturen (von weich über schnittfest bis hart), Sorten (Kuh, Schaf, Ziege) und Reifegrade (von Frischkäse bis zum monatelange gereiftem). Am besten schön regelmäßig aufgeschnitten, denn das Auge isst bekanntlich mit. Wer mag, setzt mit Rohmilchkäse Akzente. Die zweite Regel lautet: Qualität. Abgepackter Käse aus dem Supermarkt reicht niemals auch nur in die Nähe der Ware vom Fachhändler.

Dazu trinkt man Wein, und auch da sollte nicht gespart werden. Entgegen der allgemeinen Meinung funktionieren Weißweinsorten meist besser als Rotwein. Auch Schaum- und Süßwein sind vielversprechende Alternativen. Aber über Geschmack sollte man nicht streiten: Auch griechischer Rotwein ist erlaubt.

Rezept für die perfekte Käseplatte

Zutaten:

  • Brie, in Keilform geschnitten
  • gereifter Cheddar, gewürfelt
  • Boursin
  • Havarti, gehobelt
  • mit Parmesan ummantelte Salami, in Scheiben geschnitten
  • scharfe ungarische Salami, in Scheiben geschnitten
  • Prosciutto, zu Röllchen geformt
  • Frucht- und Nusscracker
  • Grissini
  • Salzbrezeln
  • Oliven
  • Trauben
  • Aufstrich aus geräuchertem Lachs

Wurst und Käse in verschiedene Formen und Größen schneiden. Zuerst die Käsesorten auf einer sauberen Holzplatte drapieren. Mit der Wurst fortfahren, dann mit Trauben garnieren. Oliven und Lachsaufstrich in separate Schüsseln geben. Dazu Wein servieren.

Die Kürbissuppe wird mit Zimt und Muskatnuss abgeschmeckt. © Louisa Clements

Die Gefahr besteht, dass die Gäste jetzt bereits satt sind. Wenn ja, kann man sich ganz der leichten Konversation widmen. Wenn nicht, folgt der zweite Gang, eine cremig-scharfe Kürbissuppe.

Der Pflücksalat macht mit Blauschimmelkäse in der Soße satt. © Louisa Clements

Clements’ Pflücksalat greift das Käsethema noch einmal auf, in Form einer herzhaften Blauschimmelkäsesoße.

Erst gebraten, dann geschmort: So bekommt das Huhn Aroma. © Louisa Clements

Von der kalifornischen Kochlegende Julia Child hat die 24-Jährige das Schmoren gelernt. Unerlässlich ist für sie ihr dutch oven, ein in den USA und Kanada weit verbreiteter, gusseiserner Topf. Darin gelingt dieses Schmorhühnchen mit weißen Bohnen und Kohl.

Gibt's auch in glutenfrei: Apfelauflauf mit viel Streusel © Louisa Clements

Auf Deutsch würde man Apfelauflauf sagen. Bleiben wir beim angelsächsischen Original: So wie das Laub unter den Füßen knuspert dieser Apple Crisp auf der Zunge.

Kommentare

5 Kommentare Kommentieren

Netter Artikel zum Thema Käseplatte, aber Ihr Kommentar ist daneben: "Aber über Geschmack sollte man nicht streiten: Auch griechischer Rotwein ist erlaubt."

Scheinbar sind Sie in Sachen Wein nicht auf dem Laufenden, denn die griechische Weine erzielen längst gute bis sehr gute Platzierungen in internationalen Wettbewerben. Also lassen Sie bitte Ihre Vorurteile daheim, so wirken Sie glaubwürdiger.

> Entgegen der allgemeinen Meinung funktionieren Weißweinsorten meist besser als Rotwein.
Wieder eine Verallgemeinerung. Es gibt leichte, mittlelschwere und schwere Rotweine, genauso wie es bei Weißweinen zartfruchtige, fruchtbetonte, körperreiche und edelsüße gibt. Die Geschmacksspanne ist so groß, dass man nicht mit einem Satz pauschal die Eignung von Weißwein hervorheben kann.

Sie sprechen von Weißweinsorten und nicht von Weißwein. Meinen also, dass ein Blanc de Noirs (der von Rotweisorten gekeltert wird), nicht so geeignet ist, wie ein Weißwein, der von Weißweinreben, z.B. Sauvignon Banc, gekeltert ist?