Deutschlandkarte Schallplattenläden

ZEITmagazin Nr. 6/2017
© Laura Edelbacher

Karte: Wo Läden überwiegend Vinylplatten verkaufen (ohne Onlinehandel). Genannt sind Orte mit mindestens zwei Geschäften

Es gab mal eine Zeit, in der die empfindlichen schwarzen Scheiben aus Vinyl das Speichermedium Nummer eins waren, mit dem man Musik in guter Qualität hören konnte – wenn sie nicht zerkratzt waren oder Staub an der Nadel klebte. Erstaunlicherweise erlebt diese archaisch anmutende Technik heute einen Boom. Seit zehn Jahren steigt der Absatz von Schallplatten wieder, 2016 wurden in Deutschland so viele verkauft wie seit Anfang der neunziger Jahre nicht mehr: 3,1 Millionen Stück. Verblüffend ist auch, dass es in Zeiten des Onlinehandels noch überall Plattenläden gibt, 476 insgesamt. Und diese sind keineswegs alle Relikte aus ferner Vergangenheit: Grove Records in Bayreuth oder Vinyl Garage in Mönchengladbach etwa öffneten erst voriges Jahr. Die meisten Pilgerorte für Vinyl-Verehrer befinden sich mit 89 Läden in Berlin. Warum diese Begeisterung? Vielleicht, weil Platten einfach gut klingen. Oder weil viele Fans ihre liebste Musik gern wieder anfassen und ins Regal stellen wollen. Vor allem die von Legenden: Die meistverkaufte Platte 2016 war Blackstar von David Bowie.

Recherche: Anton Dorow, mit Informationen von recordstores.love

Kommentare

89 Kommentare Seite 1 von 7 Kommentieren

Ist wohl richtig, dass man eine 100 Jahre alte vinyl-platte noch abspielen kann, aber will man das auch? Meine älteste CD ist von 1987, exakt 30 Jahre alt und fühlt sich pudelwohl. Kann ich vom Vinyl selben Alters nicht uneingeschränkt sagen. Festplatten haben ihre Limitationen, aber die kennen wir, kann man mit umgehen – ich sage nur Datensicherung.