© Silvio Knezevic

Wochenmarkt Gegen das Schietwetter

Von
ZEITmagazin Nr. 10/2017

Der Winter dauert jetzt schon so lange, als gäbe es den Sommer gar nicht, als wäre er nur eine so alberne Menschensehnsucht wie das Schlaraffenland. Nach einem Jahr wie dem vergangenen ist es natürlich schwerer geworden, über das Wetter zu klagen, denn immerhin werden wir hier nicht von Verrückten regiert, und das sollte uns dankbar machen. Man braucht fürs Jammern also neue Argumente. Ich empfehle einen längeren Aufenthalt in Hamburg im Februar. Es gibt hier eine spezifische Form von Regen, eine Art kalte Sprühwolke, die der Wind so geschickt lenkt, dass das ganze Gesicht erst einmal gründlich befeuchtet wird – bevor es schockgefroren wird. Der kollektive Wahnsinn der angeblich so vernünftigen Hamburger besteht darin, dass sie, darauf angesprochen, so tun, als sei das normal. Aber ich kann in dieser Jahreszeit der Unlust auch einen konstruktiven Beitrag leisten: ein Schmorgericht! Nachdem ich nämlich nun über Monate jedes Fleischstück in Rotwein geschmort habe, ist mir aufgegangen, dass Bier auch eine gute Schmorflüssigkeit ist, genauer gesagt Schwarzbier, das malzig schmeckt und etwas süß. So entsteht eine kräftige Soße, in die man am besten Salzkartoffeln tunkt.

In einem Topf mit schwerem Boden das Fleisch in Butter anbraten, dabei gelegentlich wenden. Wenn die Stücke von allen Seiten gleichmäßig gebräunt sind, aus dem Topf nehmen und beiseitestellen. Karotten und Sellerie fein würfeln, Zwiebel in Streifen schneiden. Ebenfalls in etwas Butter im selben Topf unter Rühren anrösten. Das Fleisch zum Gemüse in den Topf zurückgeben. Dann mit Bier ablöschen. Lorbeer, Wacholder, je eine Prise Salz und Pfeffer dazugeben. Das Ganze zugedeckt etwa 90 Minuten lang schmoren.

Biergulasch

Zutaten für 4 Personen: etwas Butter, 1 kg Gulaschfleisch vom Rind, 250 g Karotten, 200 g Knollensellerie, ½ große Zwiebel, 0,5 l Schwarzbier, 2 Lorbeerblätter, 5 Wacholderbeeren, Salz, Pfeffer, Salzkartoffeln als Beilage

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